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Gesellschaft

Die Vanille-Krise

Vanille ist in vielen Produkten des täglichen Lebens zu finden. Doch auf dem Weltmarkt findet man kaum noch gute Qualität - der Markt ist leer gekauft, und die Preise explodieren.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 13.12.2019

Ein Film von Andreas Ewels und Norbert Porta

Die Preise der Vanille steigen seit einigen Jahren extrem. Auf dem internationalen Markt werden aktuell über 600 Euro für ein Kilogramm Bourbon-Vanille bezahlt. Eine Preissteigerung, die in den Herkunftsländern und in Deutschland nicht ohne Folgen bleibt. Für Gewürzhändler wird sie zu einer echten Krise, denn sie können sie nicht einfach an die Kunden weitergeben.

Unternehmen lechzen nach Vanille

Noch vor fünf Jahren hat der Hamburger Kaufmann Christoph Hantke 35 Euro pro Kilogramm Vanille bezahlt. Nun liegt der Kilopreis auf dem internationalen Markt bei bis zu 700 Euro. Seine Vanille bezog Hantke bisher zu einem Großteil aus Madagaskar, da die bekannte Bourbon-Vanille besonders beliebt ist bei den deutschen Verbrauchern. Doch nun bekommt man keine vernünftigen Qualitäten mehr zu fairen Preisen. Viele Großkonzerne kaufen die Vanille auf. Für kleinere Händler bleibt da nichts mehr übrig. Aus diesem Grund sucht Hantke neue Märkte. Im afrikanischen Uganda vermehren sich die Vanille-Farmen rasant. Das Land möchte am Boom und von den hohen Preisen profitieren. Für den Hamburger Kaufmann eine abenteuerliche Reise, bei der er spannende Kontakte knüpft und eine große preisliche Überraschung erlebt.

Das Gewürz spaltet die Gesellschaft auf Madagaskar

Die hohen Preise für Vanille sorgen in manchen Ländern für Unruhe. Dafür werden sogar Verbrechen begangen. Auf Madagaskar gibt es zwischen Vanille und Gewalt seit Jahren eine enge Verbindung. Bauern lynchen Diebe und Diebe töten Bauern. Mittendrin der Journalist Marino Rajaonina.

Dabei weiß kaum ein Bauer, was aus ihrer wunderbaren Pflanze im Rest der Welt überhaupt gemacht wird. Marino Rajaonina

Seit mehr als zehn Jahren dokumentiert der Reporter die Gewalttaten, die rund um das Thema "Vanille" in seiner Heimat geschehen, und berichtet über die Preissteigerungen. Fast jeden Abend sitzen die Bauern der Region vor dem Radio und lauschen seinen aktuellen Meldungen. Doch hat es einen Lynchmord an einem Vanilledieb gegeben, dann wissen sie es sowieso zuerst und rufen dann den Reporter.

Marino Rajaonina versteht die Bauern: "Mit solchen Taten wollen sie abschrecken." "Die Gewalt", so erklärt er, "kommt durch die soziale Spaltung der Gesellschaft." Einige Bauern werden durch die Vanille für ihre Verhältnisse extrem reich, viele in der Region profitieren davon aber nicht. "Dabei weiß kaum ein Bauer, was aus ihrer wunderbaren Pflanze im Rest der Welt überhaupt gemacht wird".

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