Die Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Sie können der Verwendung von Cookies widersprechen. Nähere Informationen finden Sie hier.

Gesellschaft

Ländermagazin vom 9. Januar 2021

Die Themen: Roman der Tennisspielerin Andrea Petković *** Schwarze Prinzessinnen und tiefbegabte Helden – Vielfalt im Kinderbuch *** „Nur fliegen ist schöner!“ Wie Autowerbung das Lebensgefühl prägen will *** Zoë Becks Zukunftsvision „Paradise City“ *** Corona im Jubiläumsjahr – warum ein kleines Satiretheater nicht aufgibt

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 09.01.2022

In "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" nimmt uns der Darmstädter Tennis-Star Andrea Petković mit in die Welt eines faszinierenden Sports, der so unkontrollierbar und aufregend ist wie das Leben selbst. Klug, poetisch und mit viel warmherzigem Humor erzählt sie Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend in Darmstadt als Flüchtlingskind aus dem ehemaligen Jugoslawien, von Begegnungen auf und neben dem Tennisplatz, von ihrer zerrissenen bosnisch-serbisch-deutschen Seele, vom weiblichen Körper im Leistungssport – und von ihrer großen Liebe zur Literatur und zur Musik.
(Andrea Petković „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht: Erzählungen“ Kiepenheuer & Witsch 2020)

Schwarze Prinzessinnen und tiefbegabte Helden – Vielfalt im Kinderbuch

Die heile Familie: Mama, Papa, Kind - alle weiß, alle blond. Auch der Polizist und Feuerwehrmann: weiß, blond und ja, männlich. Immer wieder werden in Kinderbüchern die gleichen Bilder reproduziert. Wo bleiben die schwarzen Prinzessinnen, die Polizistinnen, die Hausväter und die Jungs, die gerne pink tragen? Sind unsere Kinderbücher zu altmodisch? Und was macht es mit einem Kind, wenn es immer wieder über Held*innen liest, die nicht so sind wie es selbst? Wenn sie weiß, schlau, begabt, erfinderisch und in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen sind?
8000 Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendliteraturbereich gibt es pro Jahr. Und es fällt auf: die Tendenz geht hin zu mehr Vielfalt, vor allem im Bilderbuchbereich. Aber es könnte noch mehr sein. Andreas Steinhöfel und Constanze von Kitzing entzücken schon seit Langem Kinder mit Figuren, die bewusst anders sind. Sie sprechen darüber, was Kinder wollen, welche Kraft von Büchern ausgeht. Und welchen positiven Beitrag sie zu unserer Gesellschaft leisten können.
(Andreas Steinhöfel „Rico, Oskar und das Mistverständnis“. Carlsen Verlag 2020 Constanze von Kitzing „Ich bin anders als du“. Carlsen Verlag 2019)

„Nur fliegen ist schöner!“ Wie Autowerbung das Lebensgefühl prägen will
Autowerbung verspricht Freiheit, Individualität und das Besondere. Mit großen Kampagnen und aufwändig produzierten Spots wollen die Marken ein Bedürfnis schaffen, was – so das Versprechen - nur sie stillen können. Trotz Internet fließt häufig das meiste Geld der Branche immer noch in die TV-Werbung. Was ist das Besondere an Autowerbung? Und wie spiegelt ihre fast 100-jährige Geschichte unsere Gesellschaft?

Zoë Becks Zukunftsvision „Paradise City“
Eigentlich wäre sie jetzt auf Lesereise, mit ihrem neuen Thriller, der kurz nach Erscheinen zum Bestseller geworden ist. Unheimlich der Plot, denn es scheint fast so als hätte Zoë Beck, als sie das Buch schrieb, Corona vorhergesehen.
Ihre titelgebende „Paradise City“ ist die Megastadt Frankfurt, die in rund 100 Jahren die neue Hauptstadt Deutschlands sein soll. Mehrere Pandemien und Naturkatastrophen haben die Bevölkerung halbiert, die nun in gigantischen Metropolen lebt, sich fit hält und der Regierung ihre ganzen Daten anvertraut – in der Hoffnung auf Ruhe und Sicherheit. Doch wer hinter die glückliche Fassade blicken möchte, der begibt sich in Lebensgefahr. So wie Liina, die Hauptfigur in Becks Roman. Die Journalistin arbeitet im Geheimen für eine der letzten unabhängigen Nachrichtenagenturen des Landes, sonstige Medien sind Regierungssender geworden.
In einer Zeit, in der immer mehr Menschen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Lügenpresse und Staatsfunk diffamieren, will Zoë Beck zeigen, wie eine Welt aussieht, in der die Medien tatsächlich nur noch die Botschaften der Regierung wiedergeben: „Eine Gesellschaft, die total glücklich ist mit einfachen Antworten und halbwegs guten Nachrichten, muss sehr krisengeschüttelt sein.“ Becks Zukunftsvision wirkt in Corona-Zeiten hochaktuell. Dabei wären die Themen auf der Hand gelegen, sagt die gebürtige Hessin. Sie hätte sie nur konsequent zu Ende gedacht.
("Paradise City", Zoë Beck suhrkamp, Juni 2020)

Corona im Jubiläumsjahr – warum ein kleines Satiretheater nicht aufgibt
Seit März hat Effi B. Rolfs kein Einkommen mehr. Viele ihrer Anträge auf finanzielle Unterstützung waren erfolglos. Die Ensemblemitglieder sieht sie nur noch sporadisch. Schon über 30 Jahre leitet sie die "Schmiere", das heute zu den ältesten Privattheatern Frankfurts zählt und ganz ohne Subventionen auskommt. Ihr Vater hatte es 1950 gegründet und lange, genoss er als „Enfant terrible“ einen legendären Ruf. Ausgerechnet jetzt zum 70. Bestehen der kleinen Satire-Bühne geht nichts mehr. Trotzdem will Effi nicht klagen, sondern vorwärtsschauen.
Sie gründete mit Kulturschaffenden aus Frankfurt und Offenbach die Initiative "Kulturzeiter*in", die Solokünstler*innen schnell und unbürokratisch helfen will. Schon über 100 000 € sind zusammengekommen. Bekannte Gesichter wie Schauspieler Wolfram Koch unterstützen das Projekt. Und im Theaterraum baute sie eine Jubiläumsausstellung und freie Flächen, damit Künstler ihre Bilder ausstellen können, alles unter strengem Sicherheits- und Hygienekonzept. Zum ersten Mal hat sie dafür Steuermittel vom Staat erhalten. Nur der hat kurz darauf den erneuten Stillstand verordnet. Da hilft nur eines: in schwierigen Zeiten wie diesen trotzdem noch Humor zu bewahren.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min