Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gesellschaft

6. Juli aus Hessen

Das "Ländermagazin" berichtet aktuell aus den 16 deutschen Bundesländern. Diese Woche aus Hessen. Hier unsere Themen:

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 06.07.2020

"Über Grenzen" - Warum die Abenteurerin Margot Flügel-Anhalt mit dem Motorrad um die Welt reist

Eine Frau mit kurzen Haarenauf einer Straße, lachend
Die Abenteurerin Margot Flügel-Anhalt
Quelle: HR

Mit 64 Jahren fängt das Leben an, denkt sich Margot Flügel-Anhalt. Sie setzt sich zum ersten Mal auf ein Motorrad - ein kleines, aber das größte, was sie mit ihrem Auto-Führerschein fahren darf, eine 125er Enduro - und fährt Richtung Himalaya und über den Iran wieder zurück. 18.000 Kilometer kommen so zusammen und viele ganz besondere Begegnungen und Momente.
Auf den schönsten Streckenabschnitten hat sie der Filmemacher Johannes Meier begleitet, dessen packender Dokumentarfilm "Über Grenzen" jetzt in die Kinos kommt. Wir treffen die junggebliebene Rockerin und Abenteurerin Margot Flügel-Anhalt im nordhessischen Sontra-Thurnhosbach, wo sie auch Ortsvorsteherin ist und Altenarbeit macht.

Eine Liebe ohne Grenzen - Wie einem jungen Paar vor 30 Jahren die Flucht aus der DDR gelingt

Foto von einem jugendlichen Paar im Jahr 1989
Katrin Linke und Karsten Brensing 1989
Quelle: HR

Erfurt 1988: Katrin Linke und Karsten Brensing aus Erfurt trainieren hart, um so fit wie möglich zu werden. Sie schwimmen, sie joggen und versuchen so lange wie möglich ohne Nahrung auszukommen. Ihr Ziel: Flucht aus der DDR. Am 5. Juli 1989 war es so weit. Vom Flughafen Leipzig aus flogen sie in die Sowjetunion und waren sich sicher: Bald liegt ihnen die Welt zu Füßen. Beide waren damals 22 Jahre alt. Ihre Reise führte sie von Taschkent bis Ungarn. Vieles ging schief und alle Versuche gemeinsam in den Westen zu kommen, scheiterten.

Das Paar musste sich trennen, um es alleine zu schaffen. Katrin lernte am Plattensee zwei Stuttgarterinnen kennen. Mit ihnen gelang ihr die Flucht unter der Rückbank eines VW-Polo. Karsten schwamm vier Stunden lang in der Nacht durch die Donau von Ungarn nach Jugoslawien. Erst in Hessen haben sich beide wiedergetroffen. Ihr Traum hatte sich erfüllt. Inzwischen haben sie eine Familie gegründet, sich eine Existenz aufgebaut und leben wieder in Erfurt.

Heute suchen sie mit Hilfe des Buches und Facebook ihre ehemaligen Fluchthelfer. Wir haben beide besucht, waren im ehemaligen Aufnahmelager in Gießen, wo sich die beiden Fluchtpartner wiedergefunden haben und zeigen, wie Katrin Linke einen Videoclip für den Aufruf dreht und online stellt. Sie möchte mit dem Projekt nicht nur die damaligen Fluchthelfer wiederfinden, sondern auch ein "Picknick ohne Grenzen" veranstalten. Dort sollen Menschen zusammenkommen, die sich in den Wirren der Maueröffnung aus den Augen verloren haben.

Muslimische Mode im Museum?

Modellpuppen, die mit muslimischer Mode bekleidet sind.
Die Ausstellung "Contemporary Muslim Fashions"
Quelle: HR

Wie eine Ausstellung im MAK Frankfurt für Aufruhr sorgt Schönheit und Vielfalt Muslimischer Mode oder skandalöse Werbeschau für die Verschleierung der Frau? An der Ausstellung "Contemporary Muslim Fashions" scheiden sich die Geister. Sie wurde am 4. April im Frankfurter Museum Angewandte Kunst eröffnet. Aber was gibt es eigentlich zu sehen? Zeitgenössische muslimische Frauenkleidung aus verschiedenen Regionen der Welt von Streetwear über Sportbekleidung bis Haute Couture.

Präsentiert wird die Mode an Schaufensterpuppen und von Models und Künstlerinnen in Filmen und Videoclips. Manche tragen den Hijab, andere Turbane, Hüte, Hauben oder gar keine Kopfbedeckung. Und was will die Ausstellung? Erarbeitet wurde die Schau in San Francisco (USA) von Ex-Städel-Chef Max Hollein. Gezeigt wird, wie in Kleidung die "vielen Facetten individueller, religiöser und kultureller Identität" ihren Ausdruck finden. Dagegen regt sich heftiger Widerstand: Die Ausstellung, die jetzt erstmals in Europa gezeigt wird, sei "ein Schlag ins Gesicht inländischer und ausländischer Frauenrechtlerinnen", heißt es in einem Protestbrief der Gruppe "Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung" an Museumsdirektor Matthias Wagner K.

Auch die Zeitschrift EMMA empört sich über die "Schleierausstellung". Sie befördere das Frauenbild islamischer Staaten und verharmlose das Leid unterdrückter Frauen, das auch im Modediktat des Verhüllens seinen Ausdruck finde. Hass-Mails kamen von Rechts. Wir werfen einen Blick in die umstrittene Ausstellung und fragen nach: Was ist überhaupt `muslimische' Mode? Und darf man sie so im Museum ausstellen? - Kann die Schau tatsächlich zu einer Debatte anregen, - zu einem "längst überfälligen, interkulturellen Dialog in einer politisch aufgeheizten Zeit", wie es sich Museumsdirektor Wagner K wünscht? Wir fragen Musliminnen nach dem Für und Wider, unter anderem die Frauenrechtlerin Monireh Kazemi, die den Protestbrief mit verfasst hat und die Journalistin und Publizistin Khola Maryam Hübsch.

Gerichtsreporterin Raquel Erdtmann - Warum eine Schauspielerin die Bühne gegen den Gerichtssaal tauscht

Dunkelhaarige Frau in einem Gerichtssaal
Gerichtsreporterin Raquel Erdtmann
Quelle: HR

Derzeit beobachtet sie den so genannten "Fall Susanna" am Wiesbadener Landgericht. Es ist der Prozess gegen den 22-jährigen Iraker Ali B., der wegen Mordes an der 14-jährigen Susanna auf der Anklagebank sitzt. Noch verfolgt sie das Verfahren, erst am Ende, nach der Urteilsverkündung, wird sie ihre Geschichte schreiben. Raquel Erdtmann ist Gerichtsreporterin am Land- und Amtsgericht Frankfurt und berichtet über spektakuläre Kapitalverbrechen, aber auch andere Delikte. Was bringt einen Menschen dazu, ein Elternteil zu erschlagen? Oder die eigene Frau nach 64 Jahren Ehe?


Was geht in einem Fahrer vor, der einen Menschen 400 Meter unter seinem Auto in den Tod schleift? Verbrechen, die so unfassbar sind, dass sie die Vorstellungskraft der meisten Menschen übersteigen. Vor allem durch ihre großen Reportagen in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ist Raquel Erdtmann einer größeren Leserschaft bekannt. Die Prozess-Schilderungen sind so plastisch und detailgetreu, dass der Leser das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Es ist ihre Beobachtungsgabe, die allen Beteiligten ihre Würde lässt. Sie ringe um Wahrhaftigkeit, sagt Raquel Erdtmann. Begonnen hatte sie mit dem Schreiben, als der Mörder des kleinen Jakob von Metzler gegen das Land Hessen klagte.

Ein Prozess, der landesweit für Aufsehen gesorgt hat und Raquel Erdtmann, die selbst das Verfahren miterlebte, nachhaltig erschüttert hat. Damals stieg in ihr der Wunsch auf, die Beobachtungen im Gerichtssaal auf Papier festzuhalten. Und das gelingt der ausgebildeten Schauspielerin mit zeichnerischem Talent ausgesprochen gut. Jahrelange Prozesse, Berge von Akten und stundenlange Aussagen, die sie minuziös notiert, reduziert sie auf ihre wesentliche Essenz. Wir haben Raquel Erdtmann bei ihrer Arbeit beobachtet. Was reizt sie am Beruf der Gerichtsreporterin und wie geht sie mit Mord und anderen menschlichen Abgründen um? Inwiefern hilft ihr die Schauspielausbildung, sich in andere Charaktere hineinzudenken und das Unbegreifliche in Worte zu packen?

Die Themen reichen von politischen über kulturelle bis hin zu kuriosen Ereignissen.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min