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Gesellschaft

Hessenreporter: Femizide und häusliche Gewalt: Warum?

Es passiert jeden dritten Tag in Deutschland: ein Mord an einer Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner. So die Zahlen des Bundeskriminalamtes.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2020
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 27.11.2021

Und alle fünf Minuten holt sich bei der Polizei eine Frau telefonisch Hilfe, weil sie von dem Mann, der ihr am nächsten steht oder stand, Gewalt erlebt. "Hessenreporter" macht sich auf die Suche nach den Gründen für diese strukturelle Gewalt und nach Lösungen.

Für Reporterin Antonella Berta ist diese hohe Zahl erschütternd, denn es sind keine Einzelfälle. Und nur von "Familientragödie" oder "Beziehungstat" zu sprechen, ist verharmlosend: Die Zahlen deuten auf strukturelle Gewalt. Die Reporterin will verstehen, wie diese Gewalt unter unseren Augen täglich passieren kann, denn jeder von uns kennt mehrere Opfer und mehrere Täter - ohne es zu wissen.

Die Reporterin trifft bei ihrer Reise eine Oberstaatsanwältin, die viele Femizid-Prozesse geführt hat, spricht mit Profis, die seit Jahrzehnten mit den Tätern arbeiten, um zu vermeiden, dass diese rückfällig werden. Sie trifft eine Frau, die den versuchten Mord durch ihren Partner überlebt hat und den Verwandten einer anderen Frau, die von ihrem Partner brutalst umgebracht wurde.

Sie spricht mit Aktivisten und Wissenschaftlern, sucht nach Zahlen, Studien und Berichten, die die Umsetzung des "Abkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Deutschland" belegen - die sogenannte "Istanbul Konvention". Dabei stößt sie auch auf Informationen, die zeigen, wie tief in den Werten von uns allen - Männer wie Frauen in Deutschland - die Rechtfertigung für Gewalt gegen Frauen verwurzelt ist.

Der Corona-Lockdown hat das Thema häusliche Gewalt wieder stärker in den Fokus gebracht. 114 393 Frauen wurden allein 2018 Opfer von Verletzungen, Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner. So viele Fälle wurden bei der Polizei angezeigt. Die Dunkelziffer ist sehr viel höher.

Was auffällig ist: Zwei Drittel der Täter sind Biodeutsche, nur knapp ein Drittel der Männer hat einen Migrationshintergrund. Die Täter kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten - vom Professor zum Schulabbrecher, vom Multimillionär zum Hartz IV-Empfänger - so wie die Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Versuchte Morde oder Totschlag finden - statistisch betrachtet - täglich statt, und sie werden jedes Jahr mehr.

Ein Lichtblick für die Zukunft immerhin: in einem Mainzer Kindergarten erlernen die potenziellen Opfer und Täter der Zukunft schon jetzt neue Werte für den Umgang zwischen Frauen und Männern.

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