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Die Dachdeckergesellin Larissa Würtenberger bei der Arbeit.

Gesellschaft

Handwerker für Hessen - Dachdecker

Das Handwerk: teuer, unzuverlässig und ohne Nachwuchs? Die Konjunktur am Bau brummt. Doch viele Unternehmen können nicht alle Aufträge abarbeiten. Handwerksberufe am Bau sind unbeliebt. Frühes Aufstehen und harte Arbeit schrecken junge Leute ab. Immer mehr Unternehmen schrauben ihre Anforderungen herunter. Beim Dachdecker bekommen auch Jugendliche mit mäßigen Hauptschulabschlüssen und schwachen Deutschkenntnissen Ausbildungsverträge angeboten. Ein Film über Probleme im Bauhandwerk.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2019
Datum:
Sendetermin
11.12.2020
03:05 - 03:35 Uhr

"Wir haben alle zu wenig Leute", sagt der Chef eines 60-Mann-Unternehmens, "und auf jeder Baustelle geht etwas schief". Die Folgen sind Verzögerungen und Ärger mit den Bauherren. Die sind ohnehin von hohen Preisen gebeutelt.

"Es ist schwierig, einem Kunden zu erklären, dass wir Stundensätze brauchen, die über dem liegen, was er selbst verdient", sagt ein Handwerksmeister.

Bauen ist aufwendig: Material muss bestellt und geladen werden. Die Fahrt zur und von der Baustelle kann schon mal ein, zwei Stunden dauern. Vor Ort müssen sich Handwerker mit anderen Gewerken koordinieren und unvorhergesehene Probleme lösen. Wenn die Leute pro Tag fünf Stunden wirklich arbeiten, ist das schon ein Erfolg.

"Hessenreporter" besucht Handwerksunternehmen, um festzustellen, wo es hakt. Die Reporter sind bei der Dachdeckerei Falter im südhessischen Trebur, beim Gerüstbauer Schimmer in Weiterstadt bei Darmstadt und der Tischlerei Pfarr im nordhessischen Edermünde. Alle klagen über Mangel an Nachwuchs. Nur der Tischler hat genug Auszubildende. Aber die verlassen das Unternehmen meist nach der Lehre - oft, weil sie Innenarchitektur studieren.

Fragt man die Handwerksmeister, berichten sie, dass auch die eigenen Kinder studieren oder ein Studium planen. Handwerksberufe am Bau sind unbeliebt. Frühes Aufstehen und harte Arbeit schrecken junge Leute ab. Immer mehr Unternehmen schrauben ihre Anforderungen herunter. Beim Dachdecker bekommen auch Jugendliche mit mäßigen Hauptschulabschlüssen und schwachen Deutschkenntnissen Ausbildungsverträge angeboten. Der Gerüstbauer beschäftigt Lehrlinge aus Eritrea. In Deutschland arbeiten zu können, ist in der Heimat der jungen Flüchtlinge hoch angesehen.

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