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Gesellschaft

Hilfe für einen Stadtteil Film von Güner Yasemin Balci

"37°" stellt Menschen vor, die dahin gehen, wo andere lieber wegschauen. Der Film zeigt mutige Mannheimer, die versuchen, einen Stadtteil zu retten, den viele bereits abgeschrieben haben.

Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 14.04.2023
Ton
UT
AD

Die Bevölkerung wächst hier stärker als in der Gesamtstadt, seit Jahren bereitet die Armutseinwanderung aus Osteuropa dem Stadtteil viele Probleme. Auch wenn die Kriminalitätsstatistik im Vergleich zu gesamt Mannheim nicht besonders herausragt - wer kann, zieht weg.

"Ich schäme mich für Deutschland, dass wir hier ein Paradies geschaffen haben für billigen Sex, aber nicht die Verantwortung tragen möchten für die Frauen, die hier traumatisiert und ausgebeutet werden", sagt Julia Wege, die sich mit ihrem Verein "Amalie" der Armutsprostitution entgegenstellt. Doch das ist nicht das einzige Problem der Neckarstadt-West.

Auch Stefan Semel ist weggezogen, der Müll auf den Straßen, der Lärm in der Nacht, all das war ihm zu viel. Trotzdem kommt er jeden Tag in die Neckarstadt, um vor allem den Kindern hier eine Stütze zu sein. Denn obwohl es immer mehr Schüler ohne Deutschkenntnisse gibt und die sozialen Probleme in den Familien offensichtlich sind, gibt es im Viertel keine einzige Ganztagsschule. Stefan Semel kämpft mit seinem Verein "Aufwind e.V."für das Recht der Kinder auf ein gewaltfreies Leben und für Bildungsgerechtigkeit. Seit 15 Jahren bietet er ihnen ein Ersatz-Zuhause und hat hier aus leistungsschwachen Schülern schon einige Abiturienten gemacht.

Melis Sekmen kennt die Nöte der Kinder und Jugendlichen hier, wie kaum eine andere. Sie selbst hat das Milieu hinter sich gelassen. Aufgewachsen vis-à-vis der Rotlichtmeile, zogen ihre Eltern weg, damit die Tochter eine bessere Zukunft hat. Es ist ein offenes Geheimnis: Wer will, dass sein Kind erfolgreich ist, der meidet die Schulen der Neckarstadt-West. Immer mehr bildungsorientierte türkische Familien ziehen weg - Melis Sekmen will das ändern, deshalb macht sie Politik. Die Neckarstadt-West, mit all ihren Herausforderungen von damals und heute, hat aus ihr eine Kämpferin gemacht. Sie will, dass die Schwächsten am stärksten gefördert werden, wie zum Beispiel die Prostituierten, die bei "Amalie" Schutz suchen.

Julia Wege hat bisher 90 Frauen aus der Zwangsprostitution gerettet. Mit viel Mut und wenig Geld hat sie Bordelle abgeklappert und den von der Gesellschaft vergessenen Frauen ein neues Leben ermöglicht. Sie wird genauso wie Stefan Semel weitermachen, damit der Stadtteil wieder lebenswert wird, für alle.

Der Film zeigt, was drei engagierte Menschen tun, damit ein Stadtteil wie Neckarstadt-West mit seiner kulturellen Vielfalt ein lebenswerter Ort bleibt und nicht in eine parallele Welt abgleitet.

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