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Film

In deinem Bann gefangen

Sieben Tage war Anna Cooper spurlos verschwunden. Nach ihrer Rückkehr erklärt die Ärztin den Kollegen, sie sei in Urlaub gewesen. Über ihren durchlebten Horrortrip verliert sie kein Wort.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 28.07.2020
FSK
FSK 16
von 22 bis 6 Uhr

Doch es plagen sie Albträume und Angstattacken. Zögerlich wendet die Gynäkologin sich an die Polizei und erstattet Anzeige wegen Entführung. Zur Überraschung des Kriminalinspektors, der den Fall untersucht, kennt sie ihren Kidnapper und weiß sogar, wo er wohnt.

Anna Cooper arbeitet als Gynäkologin und Geburtshelferin in einem großen Krankenhaus. Ihre Ehe blieb kinderlos, seit der Scheidung dreht sich alles nur noch um den Job. Die attraktive Mittvierzigerin lebt zurückgezogen in einer geräumigen Wohnung und pflegt kaum soziale Kontakte. Aus diesem gleichförmigen Leben wird sie schlagartig gerissen, als ihr im Hausflur ein junger Mann mit dem Messer auflauert, sie in einen Vorort verschleppt und dort in einen Raum mit zugemauerten Fenstern sperrt.

Das kann nur ein schrecklicher Irrtum sein, denkt die zu Tode Verängstigte. Sie ist nicht vermögend, niemand würde für sie ein lohnenswertes Lösegeld zahlen. Doch der Kidnapper lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er es auf sie abgesehen hat und, schlimmer noch, sie leiden sehen will. Erst nach einigen Tagen erfährt sie sein Motiv: Vor zwei Jahren musste Anna einen Kaiserschnitt bei der Frau ihres Entführers vornehmen, die an den Folgen des Eingriffs starb.

Vor Gericht konnte man der Ärztin keinen Kunstfehler nachweisen, die Angelegenheit schien für sie damit abgeschlossen - jedoch nicht für den trauernden Witwer. Für sein zerstörtes Leben soll die vermeintliche Kurpfuscherin nun büßen. Nach einigen Tagen überkommen ihn jedoch Skrupel. Was soll er mit ihr anstellen? Muss er sie nun umbringen? Als die Zellentür einmal unverschlossen ist, nutzt Anna die Gelegenheit zur Flucht und erstattet Anzeige.

Aus ihrer Schilderung hört der mit dem Fall betraute Kriminalinspektor Vecker Ungereimtheiten heraus. Es scheint da etwas zu geben, worüber das Opfer nicht sprechen kann oder will.

Lola Doillon, Tochter des französischen Regisseurs Jacques Doillon, beleuchtet in ihrem klaustrophobischen Kammerspiel ein Tabuthema. Die Autorenfilmerin legt den Akzent auf jene kaum nachvollziehbare Ambivalenz aus Nähe und Bedrohung, die Entführungsopfer zuweilen erleben. Die Hauptrolle der einsamen Krankenhausärztin ist zugeschnitten auf Kristin Scott Thomas, die seit der Oscarnominierung für "Der englische Patient" zu den international gefragtesten britischen Charakterdarstellerinnen zählt. Sie verkörpert eine gebrochene Frau, die sich selbst wegen ihrer widersprüchlichen Empfindungen nur hassen kann. Der Name ihres Kidnappers, beeindruckend gespielt von Newcomer Pio Marmaï, lautet nicht zufällig Yann Ochberg: Eine Anspielung auf den amerikanischen Psychiater und Traumaforscher Frank Ochberg, der in den 1970er-Jahren das sogenannte Stockholm-Syndrom definierte.

Darsteller

  • Anna Cooper - Kirstin Scott Thomas
  • Yann Ochberg - Pio Marmaï
  • Kriminalinspektor Vecker - Jean-Philippe Écoffey
  • Caroline - Marie-Sohna Condé
  • Milène - Vinciane Millereau
  • Concierge - Marie-Christine Orry
  • Polizistin - Sophie Fougère
  • Erster Polizist - Laurent Cyr
  • Zweiter Polizist - Olivier Galliano
  • Annas Mutter - Noëlle Boisson
  • Michel - Jean-Louis Tribes
  • Yanns Mutter - Mic Cheminal
  • Hausmeister - Alain Levy
  • Sekretärin - Marie Da Costa
  • Sohn von Michel - Stanislas Thuret

Stab

  • Regie - Lola Doillon

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