Film

Die Venus vom Tivoli

In Zürich hoffen staatenlose Schauspieler auf Visa nach Südamerika. Noch fehlt der Beweis, dass sie erstklassige Mimen sind.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 10.12.2022

Nach der Pleite eines gemeinsamen Stücks übernimmt Anina die Truppe und versucht zugleich, den mürrischen Beamten Knüsli günstig zu stimmen. - Schweizer Klassiker mit Heinrich Gretler.

Impressario Osvaldo Curtis gründet in Zürich die Varietétruppe "Bunte Bühne". Ihre Mitglieder sind zumeist staaten- und arbeitslose Künstler, die der Zweite Weltkrieg heimatlos gemacht hat. Ursprünglich kamen sie aus Triest, Budapest, Riga, Königsberg und Frankfurt an der Oder und warten jetzt auf die Gelegenheit, von Zürich nach Südamerika ausreisen zu können. Voraussetzung für die Erteilung eines Gruppenvisums nach Übersee ist jedoch, dass die Truppe mit zwei Theateraufführungen beweist, dass sie zu "künstlerisch hochstehenden" Produktionen fähig ist.

Hoffnung keimt, als Curtis im Konsulat auf die bekannte Schauspielerin und Sängerin Anina Wiedt trifft und sie dazu überreden kann, sich der "Bunten Bühne" anzuschließen. Für Proben ist allerdings kaum Zeit. So endet die erste Aufführung in Chur desaströs, worauf Curtis sich heimlich aus dem Staub macht. Die zurückgelassene Truppe kann nun weder das Hotel noch den Theatersaal bezahlen. Angesichts des Elends nimmt Anina die Leitung der Truppe in die Hand. Sie fühlt sich für das Schicksal ihrer Kollegen verantwortlich, und auch sie will nach Südamerika, wo ihr Geliebter lebt.

In Schaffhausen, wo die zweite Aufführung geplant ist, erreichen die Klagen der Gläubiger die Truppe. Betreibungsbeamter Knüsli kommt ins Theater und will pfänden; da es aber nichts zu pfänden gibt, folgt er dem Rat seines Assistenten Bölsterli: Das Betreibungsamt übernimmt die "Bunte Bühne", bis die Schulden bezahlt sind. Anfangs verspotten die Schauspieler den steifen und strengen Schweizer Beamten. Anina aber erkennt in Knüsli den Menschen, von dem eine Ruhe und Sicherheit ausgeht, die sie seit Langem vermisst. Wie sie ist auch er eine einsame Seele, und so kommt es, dass sich die beiden nach einiger Zeit näherkommen.

Nichts anbrennen lässt dagegen der junge Bölsterli: Theater – das war immer schon sein großer Traum, zudem hat er eine entzückende Freundin gewonnen, die quicklebendige Ungarin Manacy Sipos. Bölsterli atmet die Bühnenluft in vollen Zügen, hilft, wo er kann, und springt bei der Premiere sogar für einen Darsteller ein. Schließlich wird die Operettenaufführung von "Die Venus vom Tivoli" zum ersehnten Großerfolg. Der anwesende südamerikanische Konsul lädt die Schauspieler zum Empfang des Visums ins Konsulat ein.

SRF, die Cinémathèque suisse, Memoriav und Praesens-Film präsentieren den Schweizer Kinoklassiker "Die Venus vom Tivoli" in einer neu restaurierten Fassung. Regisseur Leonard Steckel und Drehbuchautor Friedrich Torberg hatten 1953 mit "Die Venus vom Tivoli" ein seit seiner Premiere 1931 überaus erfolgreiches Theaterstück von Peter Haggenmacher für die Leinwand adaptiert. Mit einer internationalen Besetzung und fast durchgehend in Hochdeutsch gedreht, war diese Produktion der Gloriafilm in Zürich auch für eine Auswertung im deutschsprachigen Ausland prädestiniert.

Darsteller

  • Anina Wiedt - Hilde Krahl
  • Bölsterli - Paul Hubschmid
  • Knüsli - Heinrich Gretler
  • Hermann Schninkat - Gustav Knuth
  • Manci Sipos - Inge Konradi
  • Osvaldo Curtis - Walter Richter
  • Leopold Gerzner - Rudolf Rhomberg
  • Erich Kube - Peer Schmidt
  • Frau Stransky - Ilka Grüning
  • Konsul - Heinrich Trimbur

Stab

  • Regie - Leonard Steckel

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