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Film

Aurora Borealis - Nordlicht

Eine Wiener Anwältin mit ungarischen Wurzeln stößt auf jahrzehntelang gehütete Familiengeheimnisse, als ihre Mutter in Ungarn unerwartet ins Koma fällt.

Produktionsland und -jahr:
Ungarn 2017
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 25.05.2021

Olga ist als erfolgreiche Anwältin viel unterwegs und sieht Antonio, ihren Partner und Vater ihres heranwachsenden Sohnes, nur selten. Beide sind zu eingespannt in ihren Berufen, er in Barcelona, sie in Wien. Als Olga zu ihrer kranken Mutter Maria nach Ungarn fährt, kommen die drei für kurze Zeit wieder zusammen. Olga hat sich entschlossen, ihre Karriere zu unterbrechen und sich um Maria zu kümmern. Die beiden Frauen haben nie viel miteinander gesprochen, doch erst jetzt wird spürbar, dass Maria Geheimnisse vor ihrer Tochter hatte.

Angeregt durch einen rätselhaften Brief aus Moskau, beginnt Olga nachzuforschen: Zu wem gehören die unbekannten Namen und Gesichter, die plötzlich auftauchen? So beginnt - im Film auf zwei Zeitebenen erzählt - eine Reise in die Zeit der sowjetischen Besatzung Österreichs und Ungarns nach dem Zweiten Weltkrieg. Olga findet heraus, dass die Geschichte ihrer Familie neu geschrieben werden muss.

Márta Mészáros' großes, multiperspektivisches Generationen-Drama, herausragend fotografiert von Piotr Sobocinski jun., verbindet scheinbar mühelos und Jahrzehnte überbrückend die persönliche Geschichte einer Familie mit der europäischen Zeitgeschichte dreier Länder, Österreich, Ungarn und Russland. Ausgezeichnet sind auch die Schauspieler: Franciska Töröcsik als die sanfte junge Maria, Ildikó Tóth, ihre starke, aber verunsicherte Tochter Olga, vor allem aber Mari Töröcsik, die große Dame des ungarischen Kinos, die unter anderem 1976 in Cannes den Darstellerpreis gewann. Sie spielt grandios die seelischen Erschütterungen der alten Maria, nicht mit den wenigen Worten ihrer Rolle, sondern mit der Mimik ihres ausdrucksstarken Gesichts.

"Aurora Borealis: Nordlicht" gewann beim "Chicago International Film Festival" 2017 den Publikumspreis für den besten fremdsprachigen Spielfilm. 2018 lief das Familiendrama im Wettbewerb von "goEast", dem Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden, dessen Medienpartner 3sat ist.

Zum historischen Hintergrund: Zwischen 1945 und 1956 wurden in Österreich "sowjetische Kinder der Besatzung" geboren, einige nach freiwilligen sexuellen Beziehungen zwischen Frauen vor Ort und Soldaten der Roten Armee, andere als Ergebnis von Vergewaltigungen. Sie wurden von vielen als "Kinder des Feindes" angesehen und mussten verschiedene Arten der Diskriminierung und Stigmatisierung hinnehmen.

Die Regisseurin Márta Mészáros wurde 1934 in Budapest geboren und lebte zwischen 1935 und 1946 in der Sowjetunion. Ihr Vater László, ein Bildhauer, wurde Opfer der stalinistischen Säuberungen. Mészáros drehte 1968 als erste Frau ihres Landes einen Spielfilm. Sie hat die ungarische Filmgeschichte mitgestaltet, indem sie in ihren vielen, teilweise autobiografischen Arbeiten immer wieder europäische Zeitgeschichte verarbeitete, darunter "Adoption" (Goldener Bär, Berlinale 1975) und "Tagebuch für meine Kinder", (Spezialpreis der Jury, Cannes 1984). 2017 widmete das Filmfestival "goEast" Márta Mészáros eine Hommage.

Darsteller

  • Maria - Mari Töröcsik
  • Olga - Ildikó Tóth
  • Die junge Maria - Franciska Töröcsik
  • Ákos - József Wunderlich
  • Edith - Eva-Maria Prosek
  • Antonio - Antonio de la Torre
  • Robert - Jákob Ladányi
  • Anton - Lesław Żurek
  • - u. a.

Stab

  • Regie - Márta Mészáros

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