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Angst essen Seele auf

Film

Angst essen Seele auf

Die verwitwete Putzfrau Emmi und der 20 Jahre jüngere Marokkaner Ali passen auf den ersten Blick nicht zusammen, sind aber glücklich miteinander - für Emmis Umgebung eine absurde Vorstellung.

Produktionsland und -jahr:
BRD 1973
Datum:

Emmi Kurowski hat ein hartes Leben hinter sich und blickt in eine noch trostlosere Zukunft. Die verwitwete Frau ist einsam, denn ihre drei erwachsenen Kinder "haben mit sich selbst genug am Hals". Mit Putzjobs muss sie sich über die Runden bringen. Emmi hätte Grund, verbittert zu sein. Aber sie hat sich ein offenes Gemüt bewahrt.

Als sie eines Abends eine arabische Kneipe in ihrer Nachbarschaft betritt, begegnet sie zum ersten Mal einem Menschen, der ihre Vorzüge erkennt. Emmi verliebt sich in den mehr als 20 Jahre jüngeren Marokkaner El Hedi, den alle nur "Ali" nennen und der als Gastarbeiter in Deutschland lebt. Emmi ist klar, dass die Romanze, die sich zwischen ihr und Ali entwickelt, auf Unverständnis stoßen wird.

Als die beiden die Flucht nach vorne antreten und heiraten, ist sie aber doch überrascht über die Wucht der Vorurteile, die ihr entgegenschlagen. Die drei Kinder brechen den letzten Kontakt zu ihrer Mutter ab, ihre Kolleginnen schneiden sie, die Hausgemeinschaft reagiert mit Schikanen. Nach einem Urlaub, den das Paar aus schierer Frustration antritt, scheint jedoch wunderbarerweise alles verändert: Verwandte und Bekannte beginnen, sich aus eigennützigen Motiven mit der Existenz von Ali zu arrangieren. In diesem Moment gerät die Beziehung in eine Krise.

In seiner meisterlichen Synthese von klassischem Hollywood-Melodram und kritischer Gesellschaftsstudie bewies Rainer Werner Fassbinder, wie man Gegensätze überwindet. "Angst essen Seele auf" ist Fassbinders Hommage an Douglas Sirk: eine eigenwillige Interpretation des klassischen Hollywood-Melodrams "Was der Himmel erlaubt", das der aus Deutschland stammende Sirk 1955 in den USA inszeniert hatte. Der Konflikt des Originals - eine gut situierte ältere Frau verliebt sich in einen jüngeren, sozial unpassenden Mann - erscheint hier noch verschärft, denn Fassbinder verwandelt diesen Stoff in eine parabelhafte Abrechnung mit einer rassistischen, vom Erbe des Faschismus gezeichneten Gesellschaft.

Die intelligente, stilisierte Inszenierung und ausgezeichneten Schauspielerleistungen lassen den Film auch mehr als 40 Jahre nach seiner Entstehung unvermindert wirken.

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