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Standbild: Bergfried

Film

Bergfried

In einem steirischen Bergdorf taucht in den 1980er Jahren ein Fremder auf. Keiner weiß, was er will.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland , Österreich 2015
Datum:

Der Fremde macht Fotos von alten Männern. Das erregt die Gemüter. Er freundet sich mit einer lebenslustigen jungen Frau aus dem Dorf an. Das sieht man nicht gerne. Aber Salvatore sucht keine Beziehung. Er sucht den SS-Mann, der vor Jahren in Italien seine ganze Familie ermordet hat. Einer der Alten im Dorf muss es sein.

"Die Suche nach der Vergangenheit muss sich immer auch der Gegenwart stellen." Regisseur Jo Baier widmet sich in seinem Film "Bergfried" einem dunklen Kapitel der österreichischen Geschichte.

Mehr zum Inhalt:

In einem kleinen steirischen Bergdorf wird in den 1980er Jahren ein alter Mann begraben. Seine Tochter Erna und sein Enkel Robert erhalten ein Paket mit minutiösen Aufzeichnungen aus der Vergangenheit. Die Notizen stammen von Salvatore, einem Fremden, der im Dorf Fotos alter Männer macht. Als kleiner Bub hat er 1944 die Vernichtung seiner Familie und seines Bergdorfes durch deutsche Truppen in der Toskana nur durch Zufall überlebt. Nun sucht er nach dem Täter von damals: einem SS-Mann, der eigenhändig seine Mutter, Geschwister und Großeltern erschossen hat. Eine Narbe unterm Kinn, die sich der Vierjährige lebenslang gemerkt hat, soll ihn überführen. Schließlich kommt es zu einer dramatischen Konfrontation zwischen Täter und Opfer. Aber sie verläuft anders, als Salvatore sich das vorgestellt hat.

Schockiert über das Unwissen der Öffentlichkeit Jo Baier

"Ich selbst bin auf die Geschichte 2004 gestoßen. Ich kenne die Toscana gut, ich liebe die Landschaft und die Menschen, finde die kleine Stadt Lucca wunderschön. Als ich dann zum ersten Mal erfahren habe, dass die Deutschen und Österreicher beim Rückzug ein so umfangreiches Kriegsverbrechen ganz in der Nähe von Lucca begangen haben, war ich sehr erschüttert. Es hat mich schockiert, dass die Öffentlichkeit eigentlich überhaupt nichts davon wusste. Im Übrigen auch bis heute relativ wenig weiß. Wenn man sich vorstellt, da sind mehr als 500 Menschen umgebracht worden, vorwiegend Frauen und Kinder, und niemand spricht darüber. Wir machen Urlaub dort und wissen gar nicht was unsere Vorfahren da verbrochen haben. Als wir letztes Jahr gedreht haben, wurde der letzte Schuldige in Deutschland vor Gericht gestellt. Das Verfahren wurde dann aufgrund der Demenz des Beschuldigten eingestellt."

Über die Geschichte von "Bergfried" meint der Regisseur: "Ich versuche, das nicht über den erhobenen Zeigefinger zu erzählen, sondern emotional aus der Sicht eines Betroffenen oder zweier Betroffener: dem Täter, der kein Ungeheuer ist, sondern ein liebevoller Großvater, und dem, der diese Tat ein Leben lang nicht überwinden kann. Ich glaube es geht generell stark um Schuld und die Aufarbeitung von Schuld. Wie geht man damit um?"

Mich interessiert an der Rolle die Banalität des Bösen Peter Simonischek

"Mich interessiert an der Rolle die Banalität des Bösen, die Ambivalenz zwischen dem bösen und dem lieben Opa. Den Großvater, der mit seinem Enkelkind schnitzt, wünscht sich doch jeder. Er erzählt auch Bibelgeschichten über Rotkehlchen, die schon recht süß sind. Doch dahinter verbirgt sich Antisemitismus, der ja auch in der Bibel lang salonfähig war. Im Laufe der Jahre wurde es ja ein bisschen entschärft, aber 'sein Blut komme über uns und unsere Kinder' steht immer noch drin."

Gisela Schneeberger über ihre Rolle

Über ihre Rolle als Frieda: "Das ist eine Frau, die eigentlich ein ganz sparsames Leben in dieser Dorfgemeinschaft führt und eine riesen Enttäuschung erlebt hat, weil ihr Verlobter während der Nazi-Herrschaft Kommunist war und verraten worden ist im Dorf. Insofern solidarisiert sie sich mit dem Italiener und kann ihm letztlich auch den Täter verraten."

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