Ike White sitzt mit Kopfhörern, Text und einer Zigarette vor einem Mikro.

Film

Super Duper Plastic Man

1974 erschien "Changin' Times", ein außergewöhnliches Album, das unter besonderen Umständen aufgenommen worden war: Es war die erste Plattenaufnahme in einem amerikanischen Zuchthaus.

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Der Künstler war der US-amerikanische Musiker Ike White, der mit 19 Jahren wegen Mordes verurteilt wurde. Der Dokumentarfilm zeigt mit selten gezeigtem Archivmaterial Ike Whites Lebensweg vom Gefängnis in die Freiheit und erzählt, wie er sich immer wieder neu erfand.

Ike White, ein hoch talentierter und vor Jahren umjubelter Ausnahmemusiker, lebte unter anderem Namen jahrzehntelang unerkannt in San Diego, Kalifornien. Seine dunkle Vergangenheit sollte für immer vergessen sein und seine unglaubliche Geschichte nie erzählt werden.

Aber es kam anders: Regisseur Daniel Vernon hörte die längst verschollene Platte zufällig und war sofort fasziniert. Mit seiner Produzentin Vivienne Perry machte er sich auf die Suche nach White - und fand ihn. Er nannte sich "David Maestro". "Es war, als hätte er auf uns gewartet", erzählt Dan Vernon. Nach einer Woche Dreharbeiten und ausführlichen Interviews übergab White den Filmemachern sein umfangreiches Archiv mit dem Versprechen auf weitere Drehs. Doch stattdessen brachte er sich um.

Seine Witwe Lana Gutmann bat die Filmemacher, weiterzuarbeiten an dem Film über Ike White und sein Leben. Was sie entdeckten, war unglaublich: Ike hatte sein ganzes Leben sorgsam archiviert. Es fanden sich Exfrauen und Kinder und immer wieder die Musik. Sie war eine treibende Kraft im Leben von Ike White. Andere Kräfte waren der Wunsch, die Gefängnisvergangenheit auszuradieren, Liebe zu finden, den erlebten Rassismus vergessen zu machen.

Ike White war ein extrem talentierter Musiker, eine hochkomplexe Persönlichkeit und letztlich ein gebrochener Mann. Geboren in Chicago wuchs er in einer armen afroamerikanischen Familie auf. Beide Eltern waren Musiker, Ike ein musikalisches Wunderkind. Als er 16 war, starb sein Vater, und Ike wurde völlig aus der Bahn geworfen. Wütend und arbeitslos schloss er sich einer Gang an. 27 Überfälle gingen auf ihr Konto, beim letzten erschoss Ike versehentlich einen Ladenbesitzer. Mit 19 saß er lebenslänglich im berüchtigten Gefängnis von San Quentin. Er machte weiterhin Musik und spielte in der San Quentin Prison Band, wo ihn Jerry Goldstein, der Produzent von Jimi Hendrix und Sly & the Family Stone, entdeckte. So kam es zu der legendären Plattenaufnahme im Gefängnis.

Ike schrieb alle Songs und spielte die meisten Instrumente, die anderen Musiker kamen von Santana und Sly & the Family Stone. Stevie Wonder bewunderte Ikes Musik und setzte sich für ihn ein. Der Superstar besorgte ihm einen Anwalt, Ike kam nach 14 Jahren Haft auf Bewährung frei. Seiner Karriere zum Funk-Superstar stand nur eines im Wege: er selbst. Er lenkte sich ab mit Frauen und Partys und verlor seine Karriere aus den Augen, schließlich verschwand er in die Anonymität der Suburbs. Bis ihn die Filmemacher dort fanden.

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