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Willy Wolff in seinem Haus „Little Paddock“ in Henley-on-Thames.

Film

Landesrabbiner William Wolff ist tot

Der langjährige Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern, William Wolff, ist tot. Er sei am Mittwoch Morgen in seinem englischen Heimatort friedlich eingeschlafen, gab die Jüdischen Gemeinde, bekannt. Wolff wurde 93 Jahre alt. Seinem Ruf als Mann "voller Witz und Weisheit" machte er auch in dem Dokumentarfilm von 2016 alle Ehre.

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Grimme-Preisträgerin Britta Wauer erzählt am Beispiel dieses äußerst charismatischen Menschen, was alles möglich ist im Leben - und dass es nie zu spät ist, neu anzufangen.

"Willy" Wolff war der Publikumsliebling aus "Im Himmel, unter der Erde", dem Dokumentarfilm über den Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. Dort war der kleine Mann mit Hut eine Nebenfigur, aber er schaffte, was unmöglich schien: Er sprach witzig, klug und charmant über Tod, Trauer und die Vorstellungen vom Jenseits. Seinetwegen verließen die Zuschauer den Film in heiterer Stimmung.

1927 in einer jüdisch-orthodoxen Familie in Berlin geboren, lebte Willy Wolff seit seinem zwölften Lebensjahr in England. Bevor er mit über 50 Jahren Rabbiner wurde, war er Journalist. Als politischer Korrespondent verschiedener englischer Tageszeitungen begleitete Willy Wolff drei Jahrzehnte Weltpolitik aus nächster Nähe. So reiste er mit dem britischen Außenminister nach China, in die Sowjetunion oder traf sich mit den Regierungschefs aus ganz Europa. Dieses Leben gab er auf für seinen Traum: Rabbiner zu werden. Als Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern betreute Willy Wolff die jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock, aber er wohnt in einem kleinen Haus bei London.

Mitte der Woche fliegte er meist nach Hamburg, stieg dort in den Zug und pendelte zu seinen Einsatzorten im Nordosten Deutschlands. In der Regel trat er samstags die Rückreise nach England an. Oder er war unterwegs zu einer Hochzeit in Mailand, zu einem Ausflug nach Wien oder zu den regelmäßig tagenden Rabbinerkonferenzen irgendwo in Deutschland.

Höhepunkte im Jahr waren für ihn das königliche Pferderennen von Ascot, das Weihnachtssingen in der Schlosskirche von Windsor und das Neujahrsfasten in Bad Pyrmont. Willy Wolff führte ein Jetset-Leben, das er sich eigentlich nicht leisten kann. Der Umgang mit Geld zählte nicht zu seinen Stärken, das führte gelegentlich zu ziemlich weltlichen Konflikten. Rabbi Wolff war nicht nur unterhaltsam, er öffnete auch Türen. Mit Witz und Charme gab er Einblick in die Welt des Judentums.

Der Dokumentarfilm "Rabbi Wolff" ist nicht nur das Porträt einer beeindruckenden Persönlichkeit, es ist auch eine Reise nach innen, inspirierend und sehr unterhaltsam. Ein Film - mal heiter, mal melancholisch, aber immer sehr lebendig.

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