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Film

Köhlernächte

Der Filmemacher Robert Müller hat ein authentisches, intimes, zuweilen höchst amüsantes Porträt der unterschiedlichen Akteure der Köhlerei im Emmental geschaffen.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 05.08.2020

Politisch unkorrekt wird getrunken, geraucht und geflucht – dabei beeindrucken der respektvolle Umgang der Menschen untereinander wie auch der Umgang mit der einheimischen Ressource Holz, mit Feuer und Rauch im harten Köhleralltag.

Nächtelang stehen die letzten verbliebenen Köhler vom Entlebuch auf ihren rauchenden Holzkohlehaufen, den Meilern. Sie führen eine ebenso archaisch wie meditativ anmutende Tradition weiter. Nicht nur museal: Die Köhler verdienen damit bis zu einem Viertel ihres Einkommens.

Die traditionelle Meilerköhlerei aus dem Entlebuch ist europaweit einzigartig. Die rauchenden Meiler, die Arbeit mit dem Feuer, der Vorgang im Verborgenen, die alchemistisch anmutende Verwandlung von Holz zu Kohle – all dies strahlt bis heute etwas Magisches aus.

In seinen schweren Gummistiefeln steigt Fränz Röösli auf den vier Meter hohen Kohlenmeiler und sticht Löcher in den "Grind", wie er die Kuppel seines Meilers nennt. Weißer Rauch entweicht aus dem Inneren, umspielt den Köhler nach den Launen des Windes und verschwindet in die schwarze Nacht über dem Luzerner Entlebuch. Seit fast zwei Wochen wacht er Tag und Nacht über seinem rauchenden Meiler, in dessen Innerem sich Holz zu Kohle verwandelt. Dazwischen gönnt sich Fränz Röösli zwei Stunden Schlaf, bis er erneut mit seinen breiten Gummistiefeln und der langen Eisenstange auf den Meiler steigen muss, neue Löcher sticht und den daraus steigenden Rauch beobachtet.

Der Köhler ist nicht allein im Wald. Nur wenige Kilometer entfernt glimmen die Meiler des Präsidenten des Köhlerverbandes, Willi Renggli, oder der des zwölfjährigen Köhlerlehrlings Lukas Thalmann. Die einzige Frau, Doris Wicki, ist als Störköhlerin auswärts unterwegs. Die insgesamt neun aktiven Köhler im Tal produzieren jährlich um die 90 Tonnen Holzkohle, deren Verkauf für die Bergbauern seit Generationen von existenzieller Bedeutung ist.

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