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Film

Heimweh

"Heimweh" ist eine Selbsterfahrungsreise im Filmformat. Ervin flüchtet während des Krieges in Bosnien mit seiner Familie nach Wien. 20 Jahre später kehrt er in seine Heimatstadt zurück.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 19.09.2019

Wenn Ervin Tahirović von Foča träumt, dann sieht er Bilder einer Stadt, die es so nicht mehr gibt, trifft Verwandte, die nicht mehr dort leben. Mehr als zwanzig Jahre nach dem Bosnienkrieg reist er zurück in die verlorene Heimat. Heimweh zeichnet die Fassungslosigkeit einer Flucht nach und erzählt dabei von der Aufarbeitung einer persönlichen Geschichte.

In Bosnien und Herzegowina, zwischen mit Wäldern überzogenen Bergen, im Tal wo die Flüsse Drina und Cehotina ineinander münden, liegt Foca. Die kleine Stadt galt im 14. Jahrhundert als eine der wichtigsten Handelsstädte auf der Route nach Konstantinopel und befand sich Jahrhunderte lang unter osmanischer Herrschaft. Aus dieser Zeit stammten zahlreiche beachtenswerte Bauwerke, unter anderem 17 Moscheen, die im Jahr 1992, knapp nach der Besetzung der Stadt im Zuge der sog. ethnischen Säuberung zerstört wurden. Im selben Jahr war es, dass Ervin Tahirovic diese Stadt, in der er geboren wurde und in die ersten zehn Jahre seines Lebens verbrachte, das letzte Mal sah.

Ich habe mich stets von der Vergangenheit ferngehalten und mich immer davor gedrückt, zurückzukehren Ervin Tahirovic

„Ich habe mich stets von der Vergangenheit ferngehalten und mich immer davor gedrückt, zurückzukehren. Obwohl meine Eltern jedes Jahr mindestens einmal zurückfuhren und mich immer einluden mitzukommen, blieb ich in Wien und mied jeden Kontakt mit den dort gebliebenen oder dorthin zurückgekehrten Verwandten. Ich dachte immer, ich hätte mit dieser Welt abgeschlossen und dass ich nie wieder irgendwas mit ihr zu tun haben werde. Doch die Zeit lehrte mich, dass ein Mensch nie einfach nur ein Teil seiner Vergangenheit ist, sondern die Vergangenheit auch immer ein Teil von ihm ist, seine Identität. Diese Vergangenheit zu verstoßen, bedeutet einen Teil von sich selbst auszublenden und sich zu verschließen. Früher oderspäter bricht man auf. Man muss. Sie holt einen ein. Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, woher dieses Gefühl kam doch das Bedürfnis unser altes Haus, in dem ich aufgewachsen bin, wiederzusehen, ist plötzlich sehr groß gewesen. Orte meiner Heimatstadt und die darin erlebte Vergangenheit suchten mich in Träumen heim. Ich erinnerte mich daran, dass ein paar Fotos aus dieser Zeit existieren und bat meine Mutter mir diese zu geben. So bekam die einzigen 20 Fotos in die Hände, die das Kriegstreiben überstanden haben und die beweisen, dass es die ersten 10 Jahren meines Lebens tatsächlich gegeben hat. Wenn ich sie ansehe kommen starke Gefühle in mir hoch und ich muss weinen, da diese Fotos in sehr schlechtem Zustand und die Farben darin teilweise völlig verblasst sind. Gleichzeitig verblassen auch meine Erinnerungen und ein Mensch ohne Erinnerungen ist ein Mensch ohne Identität. Diese Identitätssuche ist ein Kernthema, das fast in jedem meiner Filme auftaucht. So auch in diesem Film, wo der einzige Hinweis zu meinen Wurzeln darin liegt, dass ich mich schon seit langer Zeit entwurzelt fühle.“

„Heimweh ist eine Selbsterfahrungsreise im Filmformat. Ervin flüchtet während des Krieges in Bosnien mit seiner Familie nach Wien. 20 Jahre später kehrt er in seine Heimatstadt zurück. Ist Foca noch seine Heimat? Die Kamera begleitet ihn bei der Rückkehr in seine Vergangenheit. Obwohl die Orte sich seit dem Krieg verändert haben oder zerstört sind, kehren immer wieder Kindheitserinnerungen und traumatische Erlebnisse aus der Kriegszeit wieder. Ein Film über Erinnern und Vergessen.“

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