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Demonstration für das Frauenstimmrecht 1929

Film

Aus der Küche ins Bundeshaus

Die Schweiz war eines der letzten Länder weltweit, welches das Frauenstimm- und Wahlrecht eingeführt hat. Bis in die 1970er-Jahre waren dort nur Männer an der Wahlurne zugelassen.

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Mit Witz und Ironie schildert der Regisseur Stéphane Goël den steinigen Weg zum Frauenstimmrecht in der Schweiz. Ein Film über mutige Frauen, die dafür gekämpft haben, den Herd zu verlassen, und sture Männer, die alles versucht haben, um sie dorthin zurückzuschicken.

Als letztes europäisches Land führte die Eidgenossenschaft nach einem langen politischen Kampf 1971 das Frauenstimmrecht ein. Dazu meint Marcel Bridel, Professor für Verfassungsrecht: "Als 1849 das allgemeine Stimmrecht verlangt wurde, dachte keiner, dass sich die Gleichheit vor der Urne auch auf die Frauen bezöge, außer ein paar verschrobenen Typen oder Propheten, die niemand ernst nahm."

Demonstration im Jahr 1928



Diese Einschätzung war wohl das größte Hindernis auf dem Weg zum Frauenstimmrecht. Denn die direkte Demokratie forderte einen hohen Tribut. Die Frauen konnten ihre Rechte nur durch die Zustimmung der Männer erhalten. Da hat sie wohl manch einer gern zappeln lassen und so vier Generationen von Frauen zu einem mühseligen Kampf gezwungen. Die Schweiz als Schlusslicht.

Der katholische Frauenbund widersetzte sich dem Frauenstimmrecht bis in die späten 1950er-Jahre. Alle ländlichen und katholischen Kantone standen unter seinem Einfluss und stimmten mit "nein". Die Schweiz, sonst berühmt für ihre Pünktlichkeit, erweist sich in diesem Fall als Weltmeisterin der Verspätung. Erst 1959 lanciert der Bundesrat erstmals landesweit eine Abstimmung über das Frauenstimmrecht. Die Frauen sind mit ihrer Geduld am Ende. Doch die Enttäuschung ist riesig: 67 Prozent stimmen mit "nein".

Frauen in der Schweiz am Frauenstreiktag 2019
Frauen in der Schweiz am Frauenstreiktag 2019
Quelle: SRF

Am 7. Februar 1971 gelang dann endlich der Durchbruch auf nationaler Ebene. Mit einer knappen Zweidrittelmehrheit stimmten die Männer dem Frauenstimmrecht zu. Von Neuerungen wollte das Appenzell nichts wissen. Erst 1989 nahm Ausserrhoden das kantonale Frauenstimmrecht an der Landsgemeinde an. Innerrhoden lehnte es auch 1990 noch ab. Im selben Jahr wurde Innerrhoden jedoch, gestützt auf den 1981 eingeführten Gleichstellungsartikel, vom Bundesgericht "gezwungen", die Frauen am politischen Geschehen teilnehmen zu lassen.

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