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"Versicherungsvertreter": Mehmet Göker im Oktober 2014 bei intensiven Verkaufsgesprächen auf dem Balkon seines Büros in Kusadasi, Türkei.

Film

Versicherungsvertreter

Der Dokumentarfilm von Klaus Stern gibt Einblicke in die Welt der Versicherungsverkäufer und zeigt, was aus dem einstigen Musterschüler der Versicherungen, Mehmet Göker, geworden ist.

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Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren ließ sich der per Haftbefehl gesuchte einstige "Liebling der Versicherungen" von Grimme-Preisträger Klaus Stern bei seinen Aktivitäten begleiten. - Fortsetzung des Porträts "Versicherungsvertreter" aus dem Jahr 2011.

Zufrieden räkelt Mehmet Göker sich im Fahrersitz seines Porsche-Geländewagens. Rechts sieht man das türkisfarbene Wasser der Ägäis schimmern. Nein, er hat kein Problem damit, nicht mehr nach Deutschland zu können. Nur das "deutsche Kino, 'ne Currywurst und der Weihnachtsmarkt" würde ihm "abgehen". Seit September 2012 wird Mehmet Göker mit internationalem Haftbefehl gesucht. Doch hier in der Westtürkei ist er sicher. Die Türkei liefert nicht an EU-Staaten aus. Und trotz Verfolgung tut Göker, was er immer getan hat: Er verkauft weiterhin private Krankenversicherungen an deutsche Kunden. Auch wenn Konzerne beteuern, sie würden wissentlich nicht mit Mehmet Göker zusammenarbeiten. Göker schaltet einfach einen Makler aus Deutschland dazwischen.

Früher war Göker sehr beliebt bei den Versicherungsvorständen. Er sorgte für Umsatz. Wie, war ihnen egal. Sie waren stolz, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Besonders die AXA und die Alte Leipziger/Hallesche. Deren Vertriebschef Kettnaker freut sich in diesem Film: Er habe "die Gunst der ersten Nacht" mit Vertriebsgenie Göker gehabt und will ihn auch noch in "25 Jahren" als "Flankenläufer weiter begleiten". Das zeigt Material von einer MEG-Firmenfeier, das 2008, nur ein Jahr vor der Insolvenz, gedreht wurde. Die MEG AG, gegründet von Göker und einst zweitgrößter Vermittler von privaten Krankenversicherungen in Deutschland mit 1000 Mitarbeitern, ist längst pleite und schuldet den Versicherern Millionen. Doch noch immer sind junge Vertriebsmitarbeiter, nicht selten Migranten, fasziniert von Göker, an den sie wie an einen Guru glauben. Sie bewerben sich über Facebook und ziehen ins türkische Kusadasi, um an der Seite des "Vertriebs-Messias" das scheinbar leichte Geld zu verdienen. Die Ernüchterung kommt schnell.

Für Mehmet Göker wird die Luft dünner. Von Drehtermin zu Drehtermin wirkt er abgekämpfter. Staatsanwalt, Gläubiger und der Insolvenzverwalter sind ihm auf den Fersen. Die großen Versicherer werden nicht müde zu verkünden, nie wieder mit ihm Geschäfte machen zu wollen. Und er beteuert, er sei unschuldig und alles andere als pleite.

"Versicherungsvertreter": Firmen-Event der MEG, zweiter von rechts: Mehmet E. Göker
Film -

Versicherungs-Vertreter (1)

Er wollte mehr haben als die Krümel einer Torte. Im Alter von 25 Jahren hat Mehmet Ercan Göker mit dem Vertrieb privater Krankenversicherungen am Telefon seine erste Million verdient.

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