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Film

Momentaufnahmen. Die Kinder von Zaatari

Angst vor Flüchtlingen, Asylsuchenden, einer neuen Völkerwanderung, die unseren Lebensraum bedroht - Szenarien, die viele Menschen heute verunsichern. Ist Humanismus in Zukunft leistbar?

Produktionsland und -jahr:
Datum:

Wie können wir jenen begegnen, die in ihrer Heimat jede Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben verloren haben? Regisseur und Produzent Robert Pöcksteiner hat sich auf die Suche nach Antworten gemacht.

Gelände mit Baracken.
Al Zaatari von oben.
Quelle: ORF/dontPANICproduction.

Im Zuge eines Fotoprojekts des Künstlers Lukas Maximilian Hüller reiste Robert Pöcksteiner 2014 erstmals in das drittgrößte Flüchtlingslager der Welt: in das jordanische Al Zaatari nicht weit von der syrischen Grenze. Was das Filmteam dort sieht, widerspricht allen gängigen Erwartungen: Dort leben Menschen, die sich in ihrem Schicksal eingerichtet haben, ohne die Hoffnung zu verlieren. Diese Hoffnung liegt für sie jedoch nicht in der Überfahrt nach Europa, sondern in der Rückkehr in ihre Heimat.

Kilian Kleinschmidt - damals Leiter des Lagers, in dem er auch liebevoll "Bürgermeister" genannt wurde -, erzählt von den Mechanismen im Lager, unterhält sich mit den Kindern dort über ihr Leben und ihre Zukunftspläne.

Mehr zum Inhalt:

Bemalter Wohncontainer hinter einem Maschendrahtzaun.
Kindergarten im Flüchtlingslager Al Zaatari
Quelle: ORF/dontPANICproduction.

Die Kinder von Zaatari haben Dinge gesehen, die kein Kind je sehen sollte. Viele von ihnen haben zumindest einen Elternteil verloren, manche ihre Gliedmaßen, viele ihre Gesundheit. Sie alle sind traumatisiert. Ihnen wieder eine Zukunft zu schenken war eines der wichtigsten Anliegen von Kilian Kleinschmidt, der das Lager leitete und liebevoll als dessen Bürgermeister bezeichnet wurde. Der österreichische Fotograf Lukas M. Hüller weiß: Kinder brauchen Spiele - zumal in einer Umgebung, die nicht für Kinder gemacht ist. "Let the Children Play" nannte er sein Kunstprojekt, mit dem er das Recht von Kindern auf Muße und Freizeit, auf Spiel und Anteilnahme am kulturellen Leben sichtbar machte. Wer Kindern eine Zukunft geben will, ermöglicht ihnen Zugang zu Bildung, ist das Credo von Friedensnobelpreisträgerin Malala, das sie auch bei einem Besuch in Zaatari deutlich machte.

Zaatari, mittlerweile zur viertgrößten Stadt Jordaniens gewachsen, ist ein lebendiger Organismus, der seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt - auch diese Erkenntnis birgt der Film von Robert Pöcksteiner. Die dort aufgestellten Wohncontainer bieten den heimatlos gewordenen Bewohnerinnen und Bewohnern ein wenig Geborgenheit. Ihre Anordnung lässt sich nicht vom Reißbrett planen, es sind die Menschen, die sie sich ihren Bedürfnissen entsprechend aneignen. So wird im Flüchtlingslager wie auch in jeder anderen Stadt gestritten und geliebt, Nachwuchs gezeugt und Handel getrieben. "Champs-Élysées nennen die Bewohner scherzhaft die zentrale Einkaufsstraße im Lager. Und auch wenn sie nichts vom Glamour ihres berühmten Pariser Pendants verströmt, so symbolisiert sie doch ein wenig Normalität in einer Region, in der der Wahnsinn tobt.

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