Ein Mann und eine Frau mittleren Alters stehen vor einem einfachen Haus mit ‎Wellblechdach. Im Hintergrund sieht man eine lange Metallstange, an der Fische, vor ‎allem Lachshälften zum Trocknen aufgehängt sind.

Film

Chamissos Schatten

Die Beringsee: gigantische Flächen unberührter Natur, faszinierende Kulturen unterschiedlicher Ethnien, erlebbar in dem filmischen Logbuch "Chamissos Schatten" von Ulrike Ottinger.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2014
Datum:

"Chamissos Schatten" dokumentiert die Reise der Filmemacherin nach Alaska und zu der Inselkette der Aleuten und entführt mit künstlerisch-ethnologischem Blick, angeregt von historischen Berichten berühmter Reisender, in eine andere Welt.

Ulrike Ottinger, bekannt als avantgardistische Filmemacherin, Malerin und Fotografin, führt den Zuschauer auf eine Erkundungsreise weit in den Norden, wo der eurasische und der amerikanische Kontinent aufeinanderstoßen. Hier finden sich spektakuläre Meeres- und Vulkanlandschaften. Hier besucht Ottinger Menschen, deren Ethnien und Kulturen von einer langen Geschichte kolonialer Zwänge geprägt sind, die aber dennoch Teile ihrer indigenen Sprache und ihres alten Wissens bewahrt haben. Und hier kollidieren die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Einwohner und der globalen Politik.

Ihr filmisches Logbuch verbindet faszinierende Naturaufnahmen, Exkurse in die Geschichte der indigenen Völker, die sie besucht, und die Erzählungen der früheren Reisenden, zu denen man die Landschaften sieht, auf die sich ihre Schilderungen beziehen.

"Was war - was ist", so bezeichnet Ulrike Ottinger die Fragestellung ihrer Reise. Die Schriften ihrer "Vorfahrer", Texte von Adelbert von Chamisso, Georg Wilhelm Steller und James Cook, gelesen von Hanns Zischler, Burghart Klaußner und Thomas Thieme, läsen sich wie Schauspiele einer Vergangenheit, die in der Gegenwart immer wieder aufgeführt würden, aber auch ins Repertoire des Vergessens versunken oder der unwiederbringlichen Zerstörung anheimgefallen seien, so Ottinger.

In Adelbert von Chamissos "Peter Schlehmils wundersame Geschichte" muss Schlehmil seinen Schatten wiederfinden, er muss zur Gegenwart die Vergangenheit hinzufügen, beides gehört untrennbar zusammen.

Ulrike Ottinger, Jahrgang 1942, lebte eine Zeit lang als Malerin in München und Paris, bevor sie 1972 nach West-Berlin zog, wo sie zusammen mit der Schauspielerin und Szene-Künstlerin Tabea Blumenschein zahlreiche Filme in bizarr-surrealistischem Stil schuf, darunter "Bildnis einer Trinkerin" (1979) und "Freak Orlando" (1981).

In späteren Dokumentar- und Spielfilmproduktionen widmete sie sich ihrer Leidenschaft für fremde Kulturen und bereiste unter anderem China ("China - die Künste - der Alltag", 1985), die Mongolei ("Taiga", 1992), Osteuropa ("Südostpassage", 2002), Korea ("Die koreanische Hochzeitstruhe", 2008) und Japan ("Unter Schnee", 2011).

Sie wurde für ihre Fotografien und Filme mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und dokumentiert ihre Reisen in Ausstellungen mit Fotos, Filmen und Objekten.

"Chamissos Schatten", Ulrike Ottingers Film über ihre Reise in die Beringsee, hat insgesamt eine Dauer von zwölf Stunden. 3sat zeigt den ersten Teil des Films über Alaska und die Aleuten.

Ulrike Ottinger

Film -

Paris Calligrammes

"Ich war 20 Jahre jung und mit dem festen Ziel nach Paris gekommen, eine große Künstlerin zu werden": Ulrike Ottinger erinnert sich an ihre Anfänge in den bewegten 1960er-Jahren.

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