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Film

Bad Nazi - Good Nazi

75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg setzt sich ein Dorf bei Fulda mit dem Erbe von Wilm Hosenfeld auseinander, dem Wehrmachtoffizier, der für die Rettung des "Pianisten" bekannt ist.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 11.11.2022

Roman Polanski hat der Rettung des polnisch-jüdischen Musikers Władysław Szpilman mit seinem Film "Der Pianist" 2002 ein Denkmal gesetzt. Viel schwerer fällt die Würdigung des Retters in dessen Heimatgemeinde Thalau bei Fulda. Einem Nazi ein Denkmal setzen?

Dabei dokumentieren die Tagebücher und Briefe, die der gelernte Dorfschullehrer Wilm Hosenfeld unter Lebensgefahr schrieb, seine allmähliche Desillusionierung von der menschenverachtenden Ideologie des Regimes, dessen Uniform er trug.

Nationale Überzeugung weicht Ernüchterung

Konfrontiert mit den schrecklichen Verbrechen, deren Zeuge er wurde, distanzierte er sich zunehmend vom Nationalsozialismus und versuchte zu helfen, wo es ihm möglich war. Etwa 30 Menschen hat Wilm Hosenfeld in Polen das Leben retten können. In Yad Vashem wird er als einer der Gerechten unter den Völkern geführt.

Dabei war Wilm Hosenfeld anfangs von Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus überzeugt. Er trug die Uniform mit Stolz und zog als Soldat überzeugt in den Krieg. Doch seine Briefe und Tagebücher beschreiben eindringlich seine innere Abkehr angesichts der deutschen Verbrechen im besetzten Polen. Hosenfeld war Humanist, ein Menschenfreund. So schildern ihn seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler noch immer voller Wärme. Seine Vorstellungen von richtig und falsch wurden auch durch die propagierte Rassenideologie nicht aufgeweicht. Nachdem er ursprünglich in Hitler ein "Genie" gesehen hatte, schämte er sich in Polen dafür, ein Deutscher zu sein. Und er half.

Ein Denkmal für Wilm Hosenfeld?

Der israelische Regisseur Chanoch Ze'evi dokumentiert in "Bad Nazi - Good Nazi", wie sich in Wilm Hosenfelds Heimatort Thalau eine Gruppe von Unterstützerinnen und Unterstützern dafür einsetzt, dass Hosenfeld ein Denkmal gesetzt wird.

Der israelische Regisseur und Produzent Chanoch Ze'evi begleitet Marieke und Friedhelm, Wilm Hosenfelds Enkel, bei ihrer Annäherung an die Geschichte ihres Großvaters. Er ist dabei, als seine Tochter mit ihren Enkeln nach Yad Vashem reist. Und er begleitet die Diskussionen in Thalau, die sich um das geplante Denkmal entspinnen. Sie spiegeln wider, wie vielfältig und bisweilen noch immer zwiespältig Deutsche mit ihrer Vergangenheit umgehen.

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