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Film

Totgeschwiegen (10)

Als ein obdachloser Mann am U-Bahn-Gleis ermordet aufgefunden wird, geben Kameraaufzeichnungen erste Hinweise auf drei Jugendliche. Die Eltern beschließen, die Tat zu vertuschen. Doch Stück für Stück kommt die Wahrheit ans Licht.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2020
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 22.02.2021

Zuschauer können durchgehend vom 21. November, 20.00 Uhr, bis zum 28. November, 14.00 Uhr, ihren Lieblingsfilm im Internet unter www.3sat.de/gewinnspiel wählen oder telefonisch abstimmen.

Für "Totgeschwiegen" lautet die Telefonnummer 0137 4141 - 10.

Zum Inhalt

Nele (Laura Tonke, l.) erfährt von den anderen Eltern Jean (Mehdi Nebbou, 2.v.l.), Esther (Claudia Michelsen, M.), Brigitte (Katharina Marie Schubert, r.) und Volker (Godehard Giese, 2.v.r.) von der furchtbaren Tat ihrer Kinder.
Krisensitzung: Die Eltern wollen verhindern, dass die Tat die Zukunft ihrer Kinder zerstört.
Quelle: ZDF und Hans-Joachim Pfeiffer

Der Vorfall soll die Zukunft ihrer Kinder nicht zerstören. Die verstockten 16-Jährigen reagieren auf Gesprächsversuche und Fragen ihrer Eltern zunehmend abweisend und aggressiv. Gefangen zwischen Schuldbewusstsein, Fassungslosigkeit und Selbstschutz eskalieren die Konflikte der Eltern untereinander und mit ihren ihnen entfremdeten Kindern, die sich zunehmend abkapseln.


Als die Beweislast gegen die eigenen Kinder erdrückend wird, ringen die Eltern mit ihrem Gewissen. Fabians Eltern Volker und Brigitte stellen das Wohl ihres Sohnes über alles. Miras Mutter Esther schwenkt zögerlich auf diese Linie ein, sodass es mit ihrem darüber entsetzten Lebensgefährten Jean zum Bruch kommt. Einzig Jakobs alleinerziehende Mutter Nele beginnt, sich mit dem Opfer und seiner Lebenswelt auseinanderzusetzen. Stück für Stück kommt die Wahrheit ans Licht, die das ganze Ausmaß des Verbrechens offenbart.

Fragen an die Schauspieler Claudia Michelsen, Laura Tonke, Katharina Marie Schubert und Godehard Giese

Was hat Sie an "Totgeschwiegen" und ihrer Rolle der Esther besonders überzeugt?

Claudia Michelsen (Rolle: Esther): Natürlich ist für mich immer zuallererst das Buch maßgebend, aber dazu kam, dass "Totgeschwiegen" ein Ensemblestück ist und ich mich riesig auf die Kolleginnen und Kollegen und natürlich auf Franziska Schlotterer gefreut habe. Esther ist nur ein Teil im großen Ganzen. Es war ein ganz wunderbares Miteinander.

Das Zusammenspiel seines Ensembles ist eine Stärke von "Totgeschwiegen". Welcher Moment während des Drehprozesses war für Sie besonders fordernd? 

Die Teenager Jakob (David Ali Rashed, l.), Mira (Flora Li Thiemann) und Fabian (Lenius Jung, r.) haben gerade eine schreckliche Tat begangen. Wie werden sie und ihre Familien damit umgehen?
Die Teenager Jakob (David Ali Rashed, l.), Mira (Flora Li Thiemann) und Fabian (Lenius Jung, r.).
Quelle: ZDF und Christiane Pausch

Die Herausforderung war, nicht wirklich eine Seite einzunehmen. Natürlich hat niemand, wirklich niemand das Recht, sich an einem anderen Menschen zu vergreifen, das steht komplett außer Frage.

Aber wissen wir doch auch, niemand ist unfehlbar. Die Frage ist eher, in was für einer Gesellschaft leben wir? Ich denke, diese Geschichte fordert einen auf, in jeglicher Hinsicht Standpunkte zu beziehen und das mochte ich von Anfang an an diesem Buch.

Wie war die Zusammenarbeit mit den jugendlichen Schauspielerinnen und Schauspielern, besonders mit ihrer Film-Tochter Flora Li Thiemann? 

Das war ganz toll, weil alle drei voller Neugier und gesundem Selbstbewusstsein sind. Ein Glücksfall.

Die Beziehung zwischen Nele und ihrem Sohn Jakob macht im Film eine besondere Entwicklung durch. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit David Ali Rashed empfunden?

Laura Tonke (Rolle: Nele): Mit David hat es mir sehr viel Spaß gemacht. Es ist ja immer toll, gute Kollegen zu haben, und wenn sie die eigenen Kinder spielen, ist das einfach noch wichtiger. Es lässt sich so schlecht verstecken, wenn man sich nicht versteht. Außerdem ist David schon viel reflektierter als seine Filmfigur Jakob – das hat natürlich auch geholfen.

Was hat Sie denn besonders am Filmstoff fasziniert?

Vor allem fand ich die unterschiedlichen Reaktionen der Elternpaare und ihre Erklärungen dafür spannend. Interessant wird es für mich immer dann, wenn Menschen Dinge tun, die von außen betrachtet falsch oder unmoralisch sind. Darüber nachzudenken, warum Menschen welche Entscheidungen treffen, das macht mir Spaß. Ganz besonders an dem Buch fand ich auch, dass die Jugendlichen auch für den Leser ein Rätsel blieben.

Wie würden Sie den Regiestil von Franziska Schlotterer beschreiben?

Fein, beobachtend, abwartend und präzise.

Was dachten Sie, als Sie das Skript zum ersten Mal gelesen haben?

Katharina Marie Schubert (Rolle: Brigitte): Dass mir das Drehbuch gefällt und dass der Film aus der Perspektive der Eltern auf das Thema schaut. Und natürlich habe ich mich darauf gefreut, dass ich mit diesen tollen Kolleginnen und Kollegen spielen darf.

Wie würden Sie die Figur der Brigitte beschreiben?

Brigitte möchte vor allem und wahrscheinlich von allen am meisten, dass alles gut ist. Ihr Sohn ist für sie sanft und klug und interessiert und spielt Cello! Dass es bei ihm auch eine dunkle Seite gibt, möchte sie nicht sehen – beziehungsweise möchte es möglichst schnell wieder vergessen.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den jugendlichen Schauspielern, besonders mit Ihrem Film-Sohn Lenius Jung, wahrgenommen?

Ich empfand die Zusammenarbeit mit Lenius als sehr angenehm und professionell. Er ist ja auch kein Kind mehr, sondern ein schon erwachsener, junger Schauspieler mit Erfahrung!

Was hat Sie an "Totgeschwiegen" besonders gereizt?

Godehard Giese (Rolle: Volker): Die Aussicht, mit Franziska Schlotterer und einem wundervollen Schauspielensemble zu arbeiten.

"Totgeschwiegen" nimmt sich viel Zeit für seine Figuren. Was fanden Sie während des Drehs besonders herausfordernd und auch bereichernd?

Das Drehbuch zeigt die genaue Beobachtung und das Verhalten und die Entwicklungen der Figuren sind so differenziert beschrieben, dass es sich beim Dreh fast so anfühlte, als ob sich die Szenen von alleine spielten. Auch dabei war das Ensemble eine große, lustvolle Bereicherung.

Wie würden Sie die Beziehung ihrer Figur zu seinem Sohn beschreiben, die im Film auf eine schwere Probe gestellt wird?

Volker ist Anwalt und daran gewöhnt, Konflikte nicht körperlich auszutragen, sondern über das Denken und die Sprache. Die Tatsache, dass sein Sohn eventuell einen Mord begangen hat, erschüttert ihn in seinem Selbstverständnis als zivilisierter Mensch und bringt seine bürgerliche Welt ins Wanken.

Stab und Darsteller:

Esther
Claudia Michelsen
Nele Laura Tonke
Brigitte Katharina Marie Schubert
Volker Godehard Giese
Jean Mehdi Nebbou
Mira Flora Li Thiemann
Fabian Lenius Jung
Jakob David Ali Rashed
Max Merlin Rose


Buch: Gwendolyn Bellmann, Franziska Schlotterer
Regie: Franziska Schlotterer

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