Film

Der Gewinner: Sörensen hat Angst

Das Regiedebüt von Bjarne Mädel als Kommissar mit Angststörung hat den 3satPublikumspreis 2021 auf dem Fernsehfilmfestival Baden-Baden gewonnen. Wir gratulieren! Der Film ist bis Ende Februar in der 3sat-Mediathek zu finden.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2020
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 21.02.2022
Ton
AD

Mit einer Angststörung im Gepäck lässt sich Kriminalhauptkommissar Sörensen von Hamburg ins friesische Katenbüll versetzen. Er hofft auf ein ruhiges, beschauliches Arbeitsleben dort.

Mann sitzt ängstlich auf einer Bank, im Hintergrund ein Polizeiwagen.
Kriminalhauptkommissar Sörensen leidet.
Quelle: NDR / Michael Ihle

Katenbüll ist grau und trostlos, es regnet ununterbrochen, die Einheimischen haben nicht gerade auf Sörensen gewartet. Und es kommt noch schlimmer: Gleich nach Sörensens Ankunft sitzt Bürgermeister Hinrichs im eigenen Pferdestall, so tot wie die ganze Umgebung.


Schon die ersten Blicke hinter die Kleinstadtkulisse zeigen dem Kommissar: Hier kann man es wirklich mit der Angst zu tun bekommen.

Bjarne Mädel über seine Rolle und Regiedebüt:

Ihr Film beginnt wie eine leichte Krimikomödie. Aber dann bricht im fiktiven Ort Katenbüll die Hölle los.

Der Film "Sörensen hat Angst", fängt humorvoll an, sodass der Zuschauer denkt, da kommt ein lockerer Fernsehabend auf ihn zu. Man fährt raus aufs Land, man geht ans Meer und alles wird gut. Genau diese Hoffnung hegt auch Hauptkommissar Sörensen, der sich von Hamburg nach Katenbüll versetzen lässt, weil er in einem stressfreien Ambiente seine Angststörung loswerden will. Er merkt dann ziemlich schnell, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen wird. Ich wollte, dass die Zuschauer diesen Weg mitgehen.

Der Romanautor Sven Stricker hat seine Sörensen-Krimis für Sie geschrieben. Kennt er Sie so gut?

Wir kennen uns durch die Arbeit an verschiedenen Hörspielen und sind seit Jahren befreundet. Sven hat beim Schreiben eine sehr genaue Vorstellung davon gehabt, wie ich die Rolle spielen könnte. Er kennt meinen Hang zum lakonischen norddeutschen Humor und schreibt mir diese trockenen Sätze gewissermaßen in den Mund. Gleichzeitig sieht er in mir als Schauspieler eine Tiefe und Melancholie. Mit der Figur des Kommissars hat er diese beiden Seiten toll bedient.

Sie haben zum ersten Mal Regie geführt. Wie kam es dazu?

Ich hatte nie den Wunsch, unbedingt Regie zu führen. Es ist mir so vor die Füße gefallen. Sven und ich saßen eines Tages mit unserem Produzenten Jakob Claussen zusammen, der auf einem Zettel acht, neun Regievorschläge notiert hatte, die er uns der Reihe nach vorstellte. Da habe ich bei einem Namen leichtsinnigerweise gesagt, entschuldige, aber bevor der das macht, mache ich es lieber selber. Es dann wirklich zu tun hatte mehrere Gründe. Sven und ich hatten Angst, dass der Film anders werden könnte, als wir ihn in unseren Köpfen oder zumindest in den Bäuchen hatten. Ich fand es außerdem verlockend, den Film besetzen und mir das Team aussuchen zu dürfen. Es waren alles nicht nur fachlich, sondern auch menschlich fantastische Leute, die ich größtenteils aus der "Tatortreiniger"-Arbeit kenne und denen ich komplett vertrauen konnte. Sie bildeten quasi meine Anker beim Drehen, ich konnte gar nicht groß wegtreiben.

Sie haben schon mit vielen Regisseuren gedreht. Von wem haben Sie sich etwas abgeschaut?

Am häufigsten habe ich mit Arne Feldhusen zusammengearbeitet. An ihm bewundere ich sehr, dass er den Druck, unter dem er als Regisseur stand, nie weitergegeben hat, weder an die Schauspieler noch an die Teammitglieder. Was ich auch an ihm als Regisseur schätze, ist sein Verständnis von Zusammenarbeit. Wenn die Garderobiere eine gute Idee für eine Szene hatte, dann war er uneitel genug, sie zu nutzen. Die beste Idee gewinnt, und jeder soll sich mitgenommen fühlen. Das hatte ich mir auch für meinen eigenen Dreh vorgenommen.

Was wollten Sie als Regisseur unbedingt anders machen?

Ich wollte schon bestimmte Dinge anders machen, aber nicht den Film neu erfinden. Es macht ja keinen Sinn, alles aus einer Pfütze heraus zu filmen, nur damit es irgendwie anders aussieht. Aber wenn sich inhaltlich besondere Kameraeinstellungen ergeben haben, haben mein Kameramann Kristian Leschner und ich diese Möglichkeiten genutzt. Bei der Auflösung haben wir uns dann auch zwei Dogmen auferlegt: Wir sind oft nah dran an Sörensen und verzichten am Anfang einer Szene auf die klassische Eröffnungseinstellung. Anstatt mit einem üblichen "Establisher" den Ort des Geschehens zu zeigen, geraten die Zuschauer mit Sörensen in die Szene hinein, ohne sich vorher in der Umgebung orientieren zu können. Wir wollten außerdem einen komplett drohnenfreien Film machen. Bei uns gibt es keine von oben aufgenommenen Autofahrten durch einen Wald, wie man sie neuerdings in der Hälfte aller deutschen Filme sieht.

Darsteller und Stab

  • Jennifer Holstenbeck - Katrin Wichmann
  • Malte Schuster - Leo Meier
  • Frieder Marek - Matthias Brandt
  • Regie: Bjarne Mädel
  • Autor: Sven Stricker
  • Kamera: Kristian Leschner
  • Schnitt: Benjamin Ikes

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