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Dokumentation

Zurück zur Wildnis - Das Madikwe Wildreservat

Eines der schönsten Wildreservate im südlichen Afrika ist noch nicht einmal drei Jahrzehnte alt. Madikwe folgt dem Motto: "Zurück zur Wildnis!"

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 16.02.2020

Heute gilt es als ein Modell der erfolgreichen Renaturalisierung und Wiederansiedlung aller Tierarten, die in der Region jemals gelebt haben könnten.

Nach der relativ kurzen Zeitspanne seit der Gründung im Jahr 1991 leben die aus allen Teilen des Südlichen Afrikas und sogar aus Europa eingeführten Tiere wieder so, als wären sie ohne Unterbrechung von rund einem Jahrhundert hier ansässig gewesen.

Zwei Geparde, die eine Antilope erbeutet haben.
Eine Antilope - willkommene Beute für die Geparde.
Quelle: ORF/Werner Zips

Doch die Schaffung eines beeindruckenden Naturschutzprojektes war die Idee von Ökonomen und hatte vor allem die Armutsverringerung der lokalen Bevölkerung zum Ziel. Wie viele Grenzregionen war Madikwe im Norden Südafrikas bis in die 1990er Jahre ein dünn besiedeltes Farmland für Viehzucht und Maisanbau, das kaum seine wenigen Bewohner ernähren konnte.
Es gehört zu den vielen Verdiensten der Nelson Mandela Regierung, die dringend gebotene Landreform nach der Apartheid mit fortschrittlichen Konzepten des Umweltschutzes und der Erneuerung natürlicher Ressourcen verbunden zu haben. Ein Beschluss der Regierung auf der Basis einer Machbarkeitsstudie schuf die Grundlage, um eine afrikanische "Phönix aus der Asche"-Geschichte zu schaffen. Wo brach liegendes, praktisch wertloses Land war, entstand mit der kräftigen Beteiligung der umliegenden lokalen Gemeinschaften und entsprechenden Investitionen des privaten Sektors ein Modell für zukünftige Landschaftsnutzung und Wiedergewinnung von Biodiversität.

Neuansiedlung fast aller im südlichen Afrika vorkommenden Wildtierarten

Ein fauchender Löwe in Großaufnahme
Ein Löwe in Drohposition - einer der "Big Five" neben Nashorn, Büffel, Elefant und Leopard
Quelle: ORF/Werner Zips

Wie in der biblischen Arche Noah Geschichte wurden fast alle im südlichen Afrika vorkommenden Wildtierarten neu angesiedelt, so sie nicht ohnehin schon auf dem Land lebten. Darunter befanden sich nicht nur die Big Five, sondern auch seltene und bedrohte Tierarten, die anderswo kaum mehr Überlebenschancen besaßen.
Wildhunde beispielsweise sind als eine der gefährdetsten Tierarten Südafrikas selbst in Wildreservaten alles andere als beliebt, weil sie sich kaum an Parkgrenzen halten und daher auf umliegenden Farmen jagen, was zu Entschädigungsansprüchen gegenüber den Reservatbetreibern führt. Durch das umsichtige ökologische Wildlife-Management haben sie auf der 75.000 Hektar (750 Quadratkilometer) großen Fläche Madikwes ein nachhaltiges Zuhause gefunden.

Ein stehendes und ein liegendes Zebra in freier Natur.
Ein Zebra mit perfekt gestreiftem Nachwuchs.
Quelle: ORF/Werner Zips

Madikwe wird als beispielhaftes Modell des Naturschutzes und der Gemeinschafts-basierenden Entwicklung (Community-based Natural Resource Management) gefeiert. Die vorliegende Dokumentation möchte zum einen hinterfragen, ob dieser Anspruch berechtigt ist, zum anderen die historischen Leistungen jener Persönlichkeiten beleuchten, die für den erstaunlichen Neuzeit-"Arche Noah" Plan und dessen zunächst utopisch anmutende Umsetzung verantwortlich waren und drittens die menschlichen Eingriffe des ökologischen Monitoring erheben, die zur Erhaltung eines quasi-ökologischen Gleichgewichts auf beschränktem Raum nötig sind.

Eine Besuchergruppe in einem Jeep auf Safari schaut auf einen Elefanten.
Selten kommen Fotosafariteilnehmer so nahe heran an Elefanten in ihrem ursprünglichen Lebensraum.
Quelle: ORF/Werner Zips

Der Film soll die umliegenden Gemeinschaften und ihre Zufriedenheit mit den Resultaten hinterfragen. Zu Wort kommen lokale Chiefs, Lodge-Eigner, in der Region aufgewachsene Ranger und Tracker ebenso, wie etwa eine deutsche Head-Rangerin, die sich die volle Anerkennung ihrer zumeist männlichen Kollegen erworben hat. Wie oft bei derartigen Projekten steht die Frage im Raum, ob es nicht doch mehr die privaten Investoren sind, die von einem Öko-Projekt profitieren, oder ob der Ökotourismus tatsächlich zur Armutsverringerung und zum Empowerment bei den eigentlich betroffenen Gemeinschaften beiträgt. Konnte die Operation Phönix - wie die Wiederansiedlung von rund 10.000 Wildtieren werbewirksam genannt wurde - wirklich zum Aufschwung der lokalen Ökonomie beitragen und waren die großen Hoffnungen berechtigt?

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