Dokumentation
Im Reich des Steinadlers (2/3) - Gipfelsieg des Lebens
Der Winter in den Alpen ist für viele Lebewesen eine große Herausforderung. Extreme Kälte, Eis und Schnee sowie die oft erfolglose Suche nach Nahrung lassen die Tiere ums Überleben kämpfen.
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In der kalten Jahreszeit spielen sich im Hochgebirge dramatische Szenen ab. Die Adler ziehen oft wochenlang mit leerem Magen ihre Kreise über die Gipfel, in der Hoffnung Essbares zu finden. Gämse werden von Lawinenabgängen überrascht und stürzen dadurch in die Tiefe.
Quelle: ORF/Science Vision/Michael Schlamberger
Die extremen Schneemengen, die Windgeschwindigkeiten und der Tiefstand der Temperaturen - das bringt Not über das Reich des Steinadlers. Die Beute der Greifvögel schlummert manchmal unerreichbar unter mehreren Metern Schnee. Oft profieren die einen Tiere vom Unglück der anderen. So sind etwa Steinadler in der Wintersaison auf Fehltritte von Gämsen oder Steinböcken angewiesen. Auch von diversen Lawinenopfern können sie sich ganz gut ernähren. Anderen Tieren geht es da etwas besser. So begeben sich Murmeltiere während der kalten Jahreszeit in den wohlverdienten Winterschlaf. Sechs bis sieben Monate des Jahres leben die Nagetiere ausschließlich von ihren eigenen Fettreserven.
Quelle: ORF/Science Vision/Rita Schlamberger
Wer den Winter in den Alpen ertragen will, benötigt vor allem ein spezielles Kälteschutzprogramm. Manche Tiere scheinen sogar einen Vorteil aus den unwirtlichen Bedingungen zu ziehen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass Schneehühner ausgerechnet schattige Nordhänge bevorzugen, wo der Winter immer noch ein Stück strenger ist. Dabei suchen auch die frostsicheren Hühner nur Wärme - das allerdings unter einer dicken Schicht Pulverschnee, der viel isolierende Luft enthält.
Sobald der Frühling beginnt, wird die Suche nach Nahrung noch intensiver fortgesetzt. Murmeltiere müssen ihr Körpergewicht während des kurzen Gebirgssommers verdoppeln, um für den nächsten Winterschlaf gerüstet zu sein. Auch die anderen Tiere wie der Steinadler versuchen möglichst viel Essbares zu erbeuten. Denn der Winter in den Alpen ist hart und kommt oft schneller als erwartet.