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eine kuh beim grasen

Dokumentation

Der Bauer und das liebe Vieh

Das Landschaftsbild Europas ist in weiten Teilen von der Landwirtschaft geprägt - großteils von hochspezialisierten und leistungsorientierten Unternehmen.

Produktionsland und -jahr:
Datum:

In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte jedoch eine Gegenbewegung ein: Ökologisches Wirtschaften wurde ein Thema. Barbara Puskás stellt dieses Leben vor der Haustür vor. Dabei führt sie den Zuschauer dennoch in eine unbekannte Welt. Hauptdarsteller sind die Bauern und ihr liebes Vieh auf zwei Biobauernhöfen in Niederösterreich. Der Film zeigt Episoden aus dem Alltag der Bauern - Geschichten, die das Leben schreibt.

Biobauern im Vormarsch

ein hahn im mist
Ein Hahn am Bauernhof
Quelle: ORF/epo film/Michael Fally

Familie Woitzuck betreibt eine Schweinezucht. Auch hier dürfen die Tiere tagsüber in den Auslauf. Doch Schweine sind sehr gesellige und neugierige Tiere. Ihr Forschungsdrang macht sie unberechenbar. Sie nützen jede Gelegenheit auf eine Erkundungstour. Eine kleine Schwachstelle im Zaun - und die Truppe dringt in die Freiheit. So ein Ausbruch kann verheerend enden. Denn Schweine sind nicht nur Allesfresser, sie arbeiten auch fast so gut wie ein Pflug. In Windeseile ackern sie das Gemüsebeet der Bäuerin um. Als die Bäuerin die Missetäter entdeckt, ist es für das Beet bereits zu spät. Was den Schweinen unter die Nase ging, wurde gefressen, der Rest gründlich in den Boden eingearbeitet.

Auf Biobauernhöfen dürfen die Tiere immer, wenn es das Wetter erlaubt, ins Freie. Da fordert die Natur manchmal ihren Tribut. Freilaufende Hühner sind für Habichte eine leichte Beute. Der Habicht greift aus dem Hinterhalt an. Er versteckt sich in Baumkronen und wartet dort auf einen günstigen Augenblick, dann greift er sein Opfer. Wenn er einmal Erfolg gehabt hat, kommt er immer wieder. Doch bei 70 Hennen fällt der Verlust von einer nicht ins Gewicht. Familie Lingler sieht über den Vorfall hinweg.

Gefährlicher ist der Steinmarder. Wenn er in den Hühnerstall eindringt, hinterlässt er meist ein Horrorszenario - manchmal auch am helllichten Tag. Nur ein sehr guter Wachhund kann das Schlimmste verhindern.

Ärgernisse dieser Art tragen die Bauern mit Fassung. Zu schaffen machen ihnen vielmehr Plagegeister wie die Kartoffelkäfer. Da im Biolandbau auf den Einsatz der Giftkeule verzichtet wird, müssen sie besonders darauf achten, dass die Schädlinge rechtzeitig unter Kontrolle gebracht werden.

Alternative Vermarktungsmöglichkeiten

eine kuh mit ihrem kaelbchen auf einer wiese
Eine Kuh mit ihrem Kalb
Quelle: ORF/epo film/Michael Fally

Österreich hat in der biologischen Landwirtschaft europaweit die Nase vorn. Bis heute gibt es über 19.000 Biobetriebe. Tendenz steigend. Das kleinstrukturierte und gebirgige Österreich lässt eine konkurrenzfähige Massenproduktion kaum zu. Die Landwirte müssen auf Qualität statt Quantität setzen. Die Devise heißt Spezialisierung, auch bei den Biobauern. Damit sich der Aufwand und das Risiko lohnen, suchen sie nach alternativen Vermarktungsmöglichkeiten. Mit Abhofverkauf, Hauszustellung, der Belieferung exklusiver Restaurants und der Veredelung hofeigener Produkte haben sie Erfolg.

Aber die Bauern sind mehr als reine Nahrungslieferanten. Sie sind die Regisseure der Landschaft, sie gestalten und pflegen das Kulturland. Sie machen das Land zu dem, wie es Städter, Ausflügler und Touristen genießen. Je vielfältiger sie wirtschaften, desto artenreicher und schöner die Landschaft. Dort wo die Welt noch in Ordnung ist tummeln sich Feldhasen, Rehe und Feldhamster. Untersuchungen zeigen, dass Wildtiere ökologisch bewirtschaftete Wiesen und Felder bevorzugen.

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