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Schneebedeckter Gipfel

Dokumentation

Geheimnisvolles Indien: Im Bann der Berge

Indiens Subkontinent ist umgeben von rauen Berglandschaften. Die Monsun-Hügel befinden sich inmitten riesiger Wälder und Teegärten. Sie schützen einen der größten Artenreichtümer der Welt. Weiter nördlich ragen die mächtigen Achttausender des Himalaya in die Höhe. Durch ihre enorme Größe beeinflussen sie die klimatischen Verhältnisse und schützen Indien vor der Kältefront aus dem Norden. Sie umfassen eine Vielzahl von Lebensräumen und beinhalten eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
29.03.2021
21:00 - 21:45 Uhr
Verfügbar in
D / CH / A

Der Himalaya (Bild oben) - das höchste und jüngste Gebirge der Erde - ist weltbekannt und faszinierend. Nicht ganz so bekannt, aber nicht weniger faszinierend sind die Westghats nahe der Küste Indiens zum Arabischen Meer. Teil zwei des "Universum"-Dreiteilers "Geheimnisvolles Indien" steht ganz "Im Bann der Berge" und führt in schwindelnde Höhen, wo Trittsicherheit unerlässlich ist, sowie in dichte Wälder, über die einst der Königstiger herrschte und in denen auch heute noch neue Tierarten zu entdecken sind.

Heimat unterschiedlichster Tierpopulationen

Die Schraubenziege gehört zu den größten Wildziegenarten und ist im Norden Indiens zu Hause. Als Verwandte des Steinbocks sind diese Ziegen mit ihren imposant gedrehten Hörnern auch noch im steilsten Gelände trittsicher. Nicht weniger behände ist allerdings der Schneeleopard, mit seinem grau gesprenkelten Fell ist er außerdem perfekt getarnt. Schneeleoparden sind Einzelgänger, die Jungen bleiben jedoch fast zwei Jahre bei der Mutter, bis sie unter den extremen Bedingungen ihres Lebensraums die selbstständige Jagd erlernt haben.

Erst 2003 wurde in den Westghats ein sonderbar geformter Frosch mit spitz zulaufendem Kopf und untypisch kleinem Maul entdeckt: Nasikabatrachus, der purpurviolette Nasenfrosch. Er scheint den Großteil des Jahres unterirdisch zu leben und ernährt sich von Termiten und anderen Kleininsekten. Zur Paarungszeit kommen die Nasenfrösche an die Oberfläche, um auf Partnersuche zu gehen. Genetische Vergleiche haben ergeben, dass die Entstehung dieser Art bereits gut 100 Millionen Jahre zurückliegt.

Kultivierter Garten in der Dämmerung
Teegarten in den westlichen Ghats in der nähe von Valparai, Tamil Nandu
Quelle: ORF/BBC/Ben Southwell

Im südlichen Teil der Westghats liegt ein Gebiet, das in der Landessprache Anamala heißt - Hügel der Elefanten. Seit Menschengedenken wandern Elefanten hier auf ihren Pfaden. Auch heute leben hier noch rund 10.000 Tiere - die größte Elefantenpopulation Indiens.

Doch die sanften, gut bewässerten Hänge eignen sich auch ausgezeichnet für den Anbau von Tee - einer der wichtigsten Exportartikel Indiens. Die Elefanten interessieren sich nicht für den Tee, unverhoffte Begegnungen können dennoch zu gefährlichen Situationen führen. Ein Frühwarnsystem per Handy hat Abhilfe geschaffen: Jetzt können viele Menschen gleichzeitig informiert werden, wo eine Herde unterwegs ist.

Männer in bunten Kostümen
Pulikali-Tänzer (Tiger-Tänzer)
Quelle: ORF/BBC/Ben Southwell

Auch der Doppelhornvogel ist in den Westghats zu Hause. Mit fast zwei Metern Flügelspannweite ist er der größte Nashornvogel Indiens. Sein Nahrungsspektrum reicht von Früchten und Samen über Insekten bis zu kleinen Wirbeltieren. Um ihren Bruterfolg zu sichern, haben diese Vögel eine ganz besondere Technik entwickelt: Das Weibchen legt die Eier in eine geeignete Baumhöhle und verschließt den Eingang bis auf einen kleinen Spalt mit einer Barriere aus Exkrement. So hat kein Eierdieb Zutritt zum Gelege, und es kann auch kein Konkurrent den Brutplatz in Besitz nehmen. Solcherart verbarrikadiert brütet das Weibchen die Eier aus und wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Sobald die Jungen geschlüpft sind, bricht das Weibchen die Barriere wieder auf. Gemeinsam versorgen die Eltern dann ihren Nachwuchs mit Futter, doch zur Sicherheit werden auch die Küken wieder "eingemauert".

Fauchender Tiger
Tiger - Hüter des Waldes
Quelle: ORF/BBC/Ben Southwell

Der Tiger ist wohl das bekannteste Nationaltier Indiens, doch wird auch sein Lebensraum im modernen Indien immer kleiner. In den Westghats leben immerhin noch mehr als 570 der imposanten Großkatzen, mehr als irgendwo sonst in Indien. In der traditionellen indischen Kultur spielt der Tiger eine wichtige Rolle als "Hüter des Waldes". Beim Erntefest Onam im Bundesstaat Kerala wird diese Tradition auch heute noch hochgehalten: mit dem "Pulikali", dem Tigertanz zu Ehren des mythischen Königs Mahabali, bei dem die Körper der Tänzer so kunstvoll mit dem Bild eines Tigers bemalt sind, dass der "Hüter des Waldes" in ihren Bewegungen lebendig wird.

Eine Dokumentation von Ben Southwell
Deutsche Bearbeitung: Jutta Karger

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