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Boot am Ufer im Nebel

Dokumentation

Geheimnisvolles Indien: Die Macht des Wassers

Vom Himalaya bis zu den Tiefen der Meere fließt der Ganges, der als heilige Quelle gilt, durch das Herz Indiens. Der mächtige Fluss bewässert weitreichende Gebiete in ganz Asien. Jenseits der Städte hält der Ganges viele Geheimnisse entlang der ungebändigten Flussabschnitte bereit. So werden abgelegene Strände zum Lebensraum zehntausender Schildkrötenbabys, ungewöhnliche Sümpfe beheimaten angriffslustige Schlammspringer und Otterfamilien erfreuen sich an den Wasserspielen des Flusses.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
29.03.2021
21:45 - 22:30 Uhr

Vom Quellgebiet im Himalaya bis zu seinem Delta und den berühmten Sundarbans - den weltgrößten Mangrovenwäldern - fließt der Ganges als wichtigster Fluss der Hindus mehr als 2.500 Kilometer durch Indien. Neben seiner spirituellen Bedeutung schafft er auch unverzichtbaren Lebensraum für viele Tierarten. Dazu zählen echte Raritäten wie der Gangesgavial, aber auch Indiens bekanntestes Symboltier, der Bengaltiger. Der letzte Teil des "Universum"-Dreiteilers "Geheimnisvolles Indien" - "Die Macht des Wassers" - führt an die großen Ströme Indiens, den Ganges und den Brahmaputra (Bild oben).

Blick von oben auf einen Fluss in den Bergen.
Devprayag: Der offizielle Beginn des Ganges im Himalaya Gebirge.
Quelle: ORF/BBC/Ben Southwell

Der Gangesgavial zählt zur Ordnung der Krokodile. Mit seiner langen, schmalen Schnauze ist er jedoch unverwechselbar. Gaviale sind überraschend fürsorgliche Muttertiere: Wie die meisten Reptilien vergraben sie ihre Eier und überlassen das Brüten dem warmen Sand. Doch sie helfen den Jungen später wieder heraus. Wann es wirklich Zeit ist, mit dem Ausgraben zu beginnen, erfährt das Gavial-Weibchen durch die Rufe der frisch geschlüpften Jungen. In den ersten sechs Lebensmonaten bleibt der Nachwuchs noch in der Nähe der Mutter und genießt auch den Schutz älterer Artgenossen. Der Gangesgavial war früher in Indien weit verbreitet, heute ist er nur mehr an ganz wenigen Orten zu finden.

Baum neben Flussbett
Lebende Wurzelbrücke in Meghalaya
Quelle: ORF/BBC/Ben Southwell

Im Hügelland von Meghalaya, einer der regenreichsten Regionen im Nordosten Indiens, leben die Khasi, ein indigenes Volk, dem mehr als eine Million Menschen angehören. Hier gibt es bis zu zwölf Meter Niederschlag im Jahr. Am Höhepunkt des Monsuns werden selbst Rinnsale zu reißenden Strömen und zur Gefahr für Brücken. Doch die Khasi haben eine Lösung gefunden: Ihre Brücken leben. Sie pflanzen an beiden Talseiten Feigenbäume, die sich fest im Hang verwurzeln. Einen Teil der Wurzeln leiten die Khasi jedoch um, auf den gegenüberstehenden Baum zu, und mit der Zeit lassen sich die Wurzeln beider Bäume zusammenflechten. Der Bau einer solchen Brücke überspannt Generationen, und so wird auch das Wissen um diese Methode von Generation zu Generation weitergegeben. Es dauert Jahrzehnte, bis das Geflecht tragfähig ist, doch die Brücken haben sich als sehr robust erwiesen. Manche sind bereits 400 Jahre alt.

Der Saruskranich ist der größte unter den Kranichen, er kann eine Flügelspannweite von 2,5 Metern erreichen. Sumpfige Flusslandschaften und Reisfelder sind sein Lebensraum, hier findet er Schnecken, Insekten und andere kleine Tiere. Saruskraniche können 40 Jahre alt werden. Brutpaare bleiben ein Leben lang zusammen, zur Paarungszeit bekräftigen sie ihren Bund jedes Jahr mit einem anmutigen Pas de deux. In vielen Teilen Indiens gelten die schlanken grauen Vögel mit den roten Köpfen daher als der Inbegriff ehelicher Harmonie.

Kleine Schildkröte am Strand
Oliv-Bastardschildkröten auf ihrer erste Reise zum Meer
Quelle: ORF/BBC/Ben Southwell

Auf ihrem Weg in den Golf von Bengalen vereinigen sich Indiens größte Flüsse, der Ganges und der Brahmaputra, zu einem Strom, bevor sie sich im Mündungsgebiet wieder in Hunderte Neben- und Seitenarme aufspalten. Es ist das größte Flussdelta der Welt. Am Höhepunkt der Regenzeit gelangen hier täglich 13 Millionen Tonnen Sediment in den Indischen Ozean. Dieser brackige Übergangsbereich zwischen Süßwasser und Meerwasser bietet ideale Bedingungen für Mangroven. Mit einer Fläche von 10.000 Quadratkilometern sind die Sundarbans die größten Mangrovenwälder der Erde. Das vom Wechsel der Gezeiten geprägte und schwer zugängliche Areal bietet neben vielen anderen Tieren auch rund 100 Bengaltigern einen der letzten sicheren Lebensräume.

Der Schlammspringer ist ein Fisch, der den Wechsel der Gezeiten im Mangrovenwald zu nutzen weiß. Mit seinen kräftigen und verdickten Brustflossen kann er sich an Land gut fortbewegen. Damit die Kiemenatmung auch an der Luft funktioniert, schließt der Schlammspringer die Kiemendeckel und speichert auf diese Weise Wasser im Kieferraum.

Eine Dokumentation von Ben Southwell
Deutsche Bearbeitung: Jutta Karger

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