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Dokumentation

Die Donau - Reise in ein unbekanntes Europa, Teil 6

Eine Reise entlang der Donau: Vom Quellgebiet im Schwarzwald bis zur Mündung am Schwarzen Meer. Werner van Gent, Susanne Wille und Urs Gredig - drei der populärsten Journalisten von Schweizer Radio und Fernsehen - erkunden die europäische Lebensader.

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Fast 3000 Kilometer zu Lande und zu Wasser legen sie dafür zurück. Auf ihrer Reise durch zehn Länder suchen die Reporter das Unbekannte im scheinbar so Vertrauten. Dabei treffen sie auf ganz unterschiedliche Menschen mit bewegenden Geschichten. Diese Begegnungen stehen im Mittelpunkt der sechsteiligen Serie.

Auf der der letzten Etappe der Donaureise entdeckt Urs Gredig das Donaudelta.

Die rumänische Hafenstadt Tulcea ist der Ausgangspunkt für Urs Gredig. Dort trifft der Reporter den Biologen Radu Suciu, der seine Arbeit einem aussergewöhnlichen Fisch verschrieben hat: dem Hausen. Er gehört zur Familie der Störe, ist so alt wie die Dinosaurier und weltbekannt für seinen Kaviar. «Der Hausen ist der König der Donau», erklärt er. Doch der Stör ist vom Aussterben bedroht.

Von Tulcea aus reist Urs Gredig in die Republik Moldau. Nur wenige hundert Meter Donauufer hat das Land. Und genau dort entsteht seit einigen Jahren der erste und einzige Hafen. Chef der Anlage ist der Süddeutsche Thomas Moser. 2006 gab er seinen sicheren Bürojob auf und pendelt seitdem zwischen der Republik Moldau und Wien, wo er mit seiner Familie lebt. «Hier erlebt man jeden Tag Überraschungen und Abenteuer», beschreibt er seine Motivation. Ziel des ehemaligen Investmentbankers ist, ein Logistikzentrum nach europäischem Standard zu bauen: ein Projekt mit grossem Potenzial, aber ungewissem Ausgang.

Genau gegenüber dem Hafen liegt Giurgiulesti, ein Dorf, wie es viele gibt in der Republik Moldau. Hier trifft Urs Gredig auf die Geschichte der zehnjährigen Adelina und des achtjährigen Eduard. Beide sind sogenannte EU-Waisen: Kinder, die bei Verwandten aufwachsen, weil ihre Eltern in der EU arbeiten, um die Familie zu ernähren. «Meine Mutter putzt bei einer Frau, die ein zweistöckiges Haus hat, und mein Vater baut Badezimmer», erzählt Adelina. Sie vermisst ihre Eltern sehr und hofft, dass sie irgendwann aus Frankreich zurückkehren.

Eine Frau in knallrotem Kleid und Stöckelschuhen auf einer Baustelle, das ist das Erste, was Urs Gredig von der ukrainischen Stadt Ismail zu sehen bekommt. So lernt der Reporter die Journalistin Irina Fedorova kennen. Sie ist Chefredakteurin des Lokalfernsehens, betreibt mit ihrer Mutter Ludmilla eine Galerie und gibt Kunstunterricht für Schulklassen.

Noch einmal geht es für Urs Gredig zurück nach Tulcea. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Ausflüge ins Donaudelta. Das Naturreservat ist Lebensraum von über 5000 Tier- und Pflanzenarten. Auf der Fahrt durch das Wasserlabyrinth kommt Urs Gredig immer wieder an Siedlungen und kleinen Dörfern vorbei. Sie sind typisch für die Deltalandschaft, wie das Dorf Sarichioi, das überwiegend von Lipowanern bewohnt wird. Die sogenannten Altgläubigen flohen vor rund 300 Jahren aus Russland ins Donaudelta, weil sie eine Kirchenreform nicht mitmachen wollten. In der Abgeschiedenheit des Deltas konnten sie ihre alten Traditionen bewahren.

Auf dem Weg zum Nullpunkt der Donau macht Urs Gredig einen letzten Stop im Dorf Letea. Dort besucht der Reporter den Dorflehrer Paul Sârbu, der das Donaudelta zu seiner Wahlheimat machte. Das Besondere: Der 55jährige ist auch Schriftsteller und hat sein künstlerisches Schaffen der Donau verschrieben. Sein Fazit: «Die Donau ist eine Schlange, die vom Menschen gebändigt werden muss.»

Und dann: Von Letea aus ist es nicht mehr weit bis zum Leuchtturm von Sulina. Dort, wo die Donau im Sulina-Arm ins Schwarze Meer mündet, endet die Reise von Urs Gredig.

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