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Dokumentation

Die Donau - Reise in ein unbekanntes Europa, Teil 3

Eine Reise entlang der Donau: vom Quellgebiet im Schwarzwald bis zur Mündung am Schwarzen Meer. In der dritten Etappe lernt Susanne Wille die schönen Seiten der Donau kennen - doch sie trifft auch Menschen, die derzeit unmittelbar vom drohenden Hochwasse...

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Der Beginn der Reise von Susanne Wille war idyllisch im Gegensatz zu dem, was sie jetzt angetroffen hat: überflutete Wohngebiete, stillgelegte Kraftwerke, eingestellter Schiffsverkehr. In Budapest wird in den kommenden Tagen der Pegelhöchststand erwartet. Dort trifft Susanne Wille Menschen, die unmittelbar vom drohenden Hochwasser betroffen sind. Die Reporterin erlebt, wie sie sich auf die Flutwelle vorbereiten und wie sie mit diesem Naturereignis umgehen.

Vor den schweren Unwettern lernte Susanne Wille vor allem die schönen Seiten der Donau kennen: spannende Geschichten, interessante Menschen und beeindruckende Flusslandschaften wie die Kleine Schüttinsel bei Bratislava. Dort ist Reporterin Susanne Wille mit dem Kanu unterwegs. Begleitet wird sie vom Naturschützer Zoltán Füzfá, der das Wasserlabyrinth wie seine Westentasche kennt. «Früher gab es hier Unmengen an Fisch», erzählt er. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Seit dem Staudammbau für das Kraftwerk Gabcikovo muss die Auen­land­schaft künstlich am Leben erhalten werden.

Die Donau: Zwischen der Slowakei und Ungarn ist sie Grenzfluss. Aber das Wasser trennt nicht nur zwei Länder, sondern auch die Stadt Komárno. Hier trifft Susanne Wille auf die Familie Grafel, die alles verkörpert, was Komárno ausmacht: Der Vater ist Slowake, die Mutter Ungarin; ein Sohn arbeitet in der Schiffswerft, der andere betreut das Wahrzeichen, die jahrhundertealte Festung. Es ist eine Geschichte über den Alltag in Zeiten der Krise, die auch in dieser Region Spuren hinterlässt.

Prunkvolle Räume, endlose Gänge und ein Saal voller Jagdtrophäen: Reporterin Susanne Wille ist sofort klar, hier ist sie in einer fremden Welt, Schloss Béla, erbaut im Jahre 1770, war einst luxuriöse Sommerresidenz eines wohlhabenden Bankiers. Dann kam der Zweite Weltkrieg, und der Schlossherr wurde von russischen Soldaten vertrieben. Jahrzehntelang waren die herrschaftlichen Gebäude dem Verfall preisgegeben, bis die Enkelin des ehemaligen Besitzers, Gräfin Ilona von Krockow, das Anwesen zurückkaufte. Die neue Besitzerin investierte Millionen und liess das Schloss von Grund auf restaurieren. Susanne Wille besucht die Gräfin in ihrem Schloss und bekommt dort Einblick in eine Lebenswelt, in der Geld keine Rolle spielt, weil man mehr als genug davon hat.

Nächste Station von Susanne Wille ist Budapest. Die ungarische Hauptstadt gilt als Perle an der Donau. Eines der Wahrzeichen ist die Kettenbrücke, der Arbeitsplatz von Janos Fazekas: Als Comic-Zeichner und Rock-Musiker hatte er Fazekas alle Möglichkeiten, die Welt als Kreativer zu erobern. Doch die familiären Bande waren stärker. Am Totenbett versprach Janos seinem Vater, das berufliche Erbe anzutreten: als Brückenmeister der wohl schönsten Donaubrücke.

«Eins, zwei, Polizei, drei, vier, Offizier...» - Im Kindergarten von Mecseknádasd erklingen deutsche Kinderreime. Das Dorf südlich von Budapest befindet sich im Siedlungsgebiet vieler Donauschwaben. Die deutschen Auswanderer kamen zu Tausenden im 18. Jahrhundert nach Ungarn, um die öden Gebiete der Donaumonarchie zu besiedeln. Dazu gehörten auch die Vorfahren der Familie Rauschenberger, die hier ihr Glück suchten: Dies war der Beginn einer bewegten Familiengeschichte.

Den Traum von einem anderen Leben an der Donau gibt es auch heute noch. Das jedenfalls erfährt Susanne Wille von einer Gruppe von Auswanderern aus der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden. Das warme Klima, günstige Lebenshaltungskosten und ein Hauch von Dolce Vita machen Ungarn für die Auswanderer attraktiv. Die Gruppe, bestehend aus rund zwanzig Personen, nennt sich K&K Club und trifft sich ein Mal im Monat - diesmal in Mohács zum traditionellen Kesselgulasch.

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