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Eine Guanako Herde

Dokumentation

Wildes Patagonien - Leben zwischen Feuer und Eis

Patagonien im Süden Südamerikas gehört zu den am spärlichsten besiedelten Gebieten der Welt. Hier diktiert unverfälschte Natur das Geschehen.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
10.12.2020
16:50 - 18:30 Uhr

Im Reich des Kondors, der Pinguine und der wilden Verwandten des Lamas, der Guanakos (Bild oben), gilt uneingeschränkt das Gesetz der Wildnis: mit all seiner Härte, aber auch mit seinen unverhofften Möglichkeiten.

Berglöwen
Berglöwen vor den mächtigen Höhen der Anden

Die "Universum"-Dokumentation "Wildes Patagonien - Leben zwischen Feuer und Eis" folgt den Spuren des Windes, den die Einheimischen "Den Besen Gottes" nennen, von den Andengipfeln über versteinerte Baumstämme, Strauch- und Grassteppen, Steinwüsten, Eisflächen, Lavafelder und wüstenartige Küstenstreifen bis zur windgepeitschten Atlantikküste und gibt bemerkenswerte Einblicke auf die vielfältigen Lebensräume und Gewohnheiten faszinierender Tiere.

n der Küste Patagoniens findet jedes Jahr eines der größten Naturschauspiele der Erde statt. In den Sandsteinfelsen von El Condor kommen über 70.000 Felsensittiche zusammen um ihre Küken auszubrüten.
An der Küste Patagoniens findet jedes Jahr eines der größten Naturschauspiele der Erde statt. In den Sandsteinfelsen von El Condor kommen über 70.000 Felsensittiche zusammen um ihre Küken auszubrüten.
Quelle: ORF/BBC/Barrie Britton.

Die Region Patagonien liegt zum Teil in Chile und zum Teil in Argentinien. Die Anden geben hier den Ton an, ihre aktiven Vulkane formen die Landschaft immer neu, ihre über 4.000 Meter hohen Gipfel bestimmen das Klima. Feuer und Eis sind die vorherrschenden Naturgewalten: Die Gletscher Patagoniens bilden - nach der Antarktis - die zweitgrößten zusammenhängenden Eisflächen der Südhalbkugel. Die Vulkane Patagoniens formen und verändern das Gesicht der Anden unablässig und sie überziehen die Landschaft immer aufs Neue mit einer lebensfeindlichen Schicht aus Lava und heißer Asche.

Doch sogar unter diesen extremen Bedingungen hat sich Leben behauptet: Die Rinde der Chilenischen Araukarie ist feuerfest. So kann der Baum - der zu einer der ältesten Baumfamilien der Welt gehört - die Nährstoffe aus dem Boden holen, ohne in der Hitze umzukommen.

Die bizarren Baumkronen der Araukarien mit ihren schuppenartigen Blättern bilden eine grüne Oase in dieser versengten Landschaft - und ihre fettreichen Samen locken Smaragdsittiche von weit her zum Festmahl.

Die Anden-Kondore sind wahre Meister des Himmels. Mit ihrer massiven Spannweite von 3-Metern, sind sie die Könige der Anden.
Die Anden-Kondore sind wahre Meister des Himmels. Mit ihrer massiven Spannweite von 3-Metern, sind sie die Könige der Anden.
Quelle: ORF/BBC/Anthony Pyper.

An der Westseite der Anden versorgt das Schmelzwasser der Gletscher das Land mit reichlich Feuchtigkeit. Wildwasserbäche stürzen ungezügelt ins Tal. Im Süden Patagoniens liegt eine Provinz, die auf Spanisch den Namen "Ultima Esperanza", letzte Hoffnung, trägt.

Wind und Wetter haben die Anden hier in die Knie gezwungen und eine verborgene Wildnis geschaffen, in der verwilderte Nachfahren der Pferde, die einst von europäischen Siedlern in die Neue Welt mitgebracht wurden, überlebt haben.

Magellan-Pinguine an der Küste Patagoniens.
Magellan-Pinguine an der Küste Patagoniens.
Quelle: ORF/BBC/John Brown.

Das Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas ist berüchtigt für seine todbringenden Fluten. Wo Wetter und Wasser aus drei Ozeanen aufeinanderprallen, sind unzählige Schiffe in Seenot geraten, Hunderte untergegangen. Aber das Zusammentreffen dieser Wassermassen hat auch eine andere faszinierende Seite: Im Kap-Hoorn-Strom beginnt eine Nahrungskette, in der von der Sardelle bis zum See-Elefanten und von der Miesmuschel bis zum Felsenpinguin zahllose Lebewesen miteinander verbunden sind.

Zwei Gauchos blicken auf die weiten Patagoniens.
Zwei Gauchos vor der patagonischen Tiefebene.
Quelle: ORF/BBC/Tuppence Stone

Gürteltiere, Vogelspinnen, Flamingos, Wale und Pinguine, verwilderte Pferde und die für ihre Wolle weltberühmten Schafe haben sich den Launen der Natur auf erstaunliche Art und mit teils skurrilen Verhaltensweisen angepasst. Muscheltaucher, Schafscherer und Gauchos, die Cowboys von Südamerika, nehmen lebensgefährliche Herausforderungen in Kauf, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die ungewöhnlichen Kämpfe der See-Elefanten sind meist sehr brutal und blutig.
Die ungewöhnlichen Kämpfe der See-Elefanten sind meist sehr brutal und blutig.
Quelle: ORF/BBC/Anthony Pyper.

Zwischen todbringenden Fluten, lebensfeindlichen Arealen und einer der größten Mähnenrobben-Kolonien der Südhalbkugel ist das wilde Patagonien bis heute eine der spektakulärsten und unberührtesten Naturlandschaften unseres Planeten.

In eindrucksvollen und unglaublich starken Bildern präsentiert "Universum" die Zähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Bewohner/innen einer Region, die buchstäblich "im Bann von Feuer und Eis" gefangen ist.

Eine Dokumentation von Nick Smith-Baker, Tuppence Stone und Evie Wright
Deutsche Bearbeitung: Jutta Karger

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