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Dokumentation

Wie man in den Wald ruft... Begegnungen zwischen Mensch und Natur

Jahrtausende lang war der Wald zentrales Biotop unserer Kultur und Gegenstand vieler Sagen und Legenden. Der Film geht den Emotionen auf den Grund, die der "Mythos Wald" in uns hervorruft.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 20.07.2019

Allgegenwärtig nährte, wärmte und beschützte der Wald die Menschen. Er galt aber auch als unsicher, rätselhaft und gefährlich. Er erschien übermächtig, war Heimat und Fremde zugleich - ein ambivalenter Ort, der von Elfen und Hexen, von Riesen und wilden Bestien bewohnt war. Ehrfürchtig und schaudernd nahm die Menschheit seine Geschichten in ihr kollektives Gedächtnis auf.

Herbstwald
Ein herbstlicher Hochwald in den Bergen
Quelle: ORF/RAUM FILM Filmproduktion

Der Film von Gustav W. Trampitsch schildert die lange und wechselvolle Beziehung von Mensch und Wald, wie sie sich in Zentral- und Mitteleuropa entwickelt hat. Er ist ein bildstarkes Plädoyer für einen verständnisvollen und rücksichtsvollen Umgang der Menschen mit dem für sie lebenswichtigen aber beinahe schon beiläufig gewordenen Ökosystem Wald.

Von der Antike bis heute gibt es dazu unzählige künstlerische Zeugnisse aus Literatur, Musik und bildender Kunst. Auch wenn inzwischen bereits mehr Menschen in der Stadt leben als auf dem Land, liefert die "grüne Lunge" unseres Planeten auch in Europa noch manch überraschende Fakten: So arbeiten etwa in Deutschland mehr Menschen in der Forstwirtschaft als in der Autoindustrie. In Nordost-Europa und auf dem Balkan wird der Wald zum Teil noch so bewirtschaftet, wie es schon in alten Märchen beschrieben wurde. Und weltweit bewohnen noch immer etwa 2.100 indigene Völker die Wälder. Viele, die weitab davon Abstand zur Alltagshektik der westlichen Industriegesellschaft gewinnen wollen, sehnen sich nach idyllischen Auszeiten in der Natur und damit auch nach der "uralten Heimat Wald".

Wirtschaftsfaktor Wald

Nachwachsender Rohstoff aus dem heimischen Wald
Nachhaltige Form der Naturnutzung
Quelle: ORF/RAUM FILM Filmproduktion

Haben wir den Wald ursprünglich bloß als Nahrungs- und Holzlieferant genutzt, so anerkennen wir ihn heute als vielseitigen und nachhaltigen Leistungsträger aber auch als wertvollen Erholungsraum. Martin Gerzabek, der Rektor der Wiener Universität für Bodenkultur, bringt es auf den Punkt: "Ja, der Wald ist in dem Sinn streng genommen keine Naturlandschaft, sondern ebenfalls eine Kulturlandschaft. Wir haben in Österreich vielleicht zwei, drei Wälder, die tatsächlich Urwälder sind, die also, wo es keinen menschlichen Eingriff gibt. Der Wald so wie wir ihn kennen, ist eine bewirtschaftete, von Menschen sehr, sehr stark geprägte Fläche. Wir bewirtschaften diese Flächen auch um einen Ertrag zu erzielen. Ich denke, gerade die Waldwirtschaft ist eine sehr nachhaltige Form der Naturnutzung. Die Biomasse wird in Zukunft, noch wertvoller werden. Wir müssen die zur Neige gehenden fossilen Ressourcen durch zuwachsende, nachwachsende Biomasse ersetzen. Wir müssen die Erdölchemie durch eine Zellulosechemie ersetzen. D.h., es werden auch in dieser Beziehung der Wald und die Produkte des Waldes eine noch größere Bedeutung erlangen."

Erholungs- und Schutzraum

Salamander im Laub
Salamander im Laub
Quelle: ORF/RAUM FILM Filmproduktion

Im geltenden österreichischen Forstgesetz gibt es vier festgeschriebene Säulen, auf denen heute die Beziehung Mensch-Wald aufgebaut ist: Nutzfunktion - Schutzfunktion - Wohlfahrt - Erholungsnutzung.

Prof. Hubert Hasenauer vom Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur, zur Gesamtbetrachtung des Waldes: "Ich glaube, dass eine sehr starke Emotionalisierung wieder stattgefunden hat. Viele Leute gehen in den Wald, sie genießen natürlich die Natur, aber ich glaube gleichzeitig, dass ein gewisses Verständnis für die Prozesse im Wald verloren geht. Forstwirtschaft oder Waldwirtschaft hat immer dazu gedient den Menschen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, damit die Menschen überleben können, damit sie Häuser bauen können, damit sie heizen können, damit sie ihre Bedürfnisse bedienen können. Und wenn wir jetzt diese verschiedenen Leistungen des Waldes nur reduzieren auf den Wohlfühlfaktor, dann geht nicht nur sehr viel an Wirtschaft kaputt, sondern dann leistet aus meiner Sicht auch der Wald nicht das was er für die Gesellschaft eigentlich über Jahrtausende geleistet hat. Ein Erholungsraum, ein Schutzraum, auch ein emotionaler Raum wo viele Dinge passieren, aber auch ein wichtiger Wirtschaftsraum, der das Überleben der Menschen sichert."

Durch Jahrhunderte wurde der Wald mystifiziert und romantisiert. Der Film soll dazu beitragen, den Wald heute als einen gleichberechtigten Partner im großen Zusammenspiel der Natur zu sehen und Verständnis, Respekt und Wertschätzung für unsere lebenswichtigen "Grünen Lungen" zu stärken.

Regeln des Zusammenlebens

Eule, Wildnis im Wald
Wildnis im Wald
Quelle: ORF/RAUM FILM Filmproduktion/diadrom indrich

Zur Beziehungsgeschichte von Mensch und Wald gehört auch die Reflexion des Phänomens Wald durch die Künste und eine sozio-kulturelle Betrachtung: Warum rückt der Wald wieder mehr in unsere Gefühlswelt? Ist es Flucht vor der Härte alltäglicher Realität? Ist es die Sehnsucht nach einer Idylle, die uns News aus aller Welt nicht bieten können? Ist unsere zunehmende Hinwendung zur Natur und damit auch zur "uralten Heimat" Wald ein weiteres Symptom für die "Rückkehr des Biedermeier"?

Zu Wort kommen u.a. Waldeigentümer, Wissenschaftler, Forstwirte, Jäger, Touristen und Freizeitsportler aber auch Experten für den Umweltschutz sowie Fachleute der Holzverarbeitung.

Der Wildbiologe Prof. Friedrich Reimoser über das Zusammenleben von Mensch und Tier im Ökosystem Wald: "Ja, diese Trends: Weg von den Wegen. Mitten hinein in die Natur. Auch in der Dämmerung und in der Nacht. Das macht dem Wild am meisten Probleme. Dadurch wirken sie dann auch wieder negativ, durch Verbiss und Schälung auf den Wald zurück. ... So schön es wäre, wenn jeder tun und lassen könnte was er wollte, aber je mehrfacher und intensiver diese Nutzung des Waldes oder des Lebensraumes der Wildtiere wird, desto mehr muss man sich auch irgendwo an Grenzen halten, muss man Regeln haben, um sich nicht wechselseitig zu schädigen."

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