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Palmen vor Flusslandschaft

Dokumentation

Ur-Amazonas - Fluss aus der Wüste

Eine faszinierende Expedition in die Erdgeschichte gibt der provokanten Frage nach dem Ursprung des Amazonas einen neuen Sinn: Sepp Friedhuber, Geologe aus Österreich, und Gero Hillmer, Doyen der deutschen Geologie, versuchen ihre revolutionäre These zu beweisen, wonach der Ur-Amazonas einst von seinem historischen Quellgebiet im Zentrum der heutigen Sahara nach Westen floss.

Produktionsland und -jahr:
Datum:

Es ist eine filmische Reise in die Epoche, als Südamerika und Afrika noch einen gemeinsamen Kontinent bildeten. Aber nur wenn beweisbar ist, dass Südamerika und Afrika tatsächlich einen Kontinent zwischen Indischem und Atlantischem Ozean geformt haben, ist die Theorie vom 14.000 Kilometer langen Ur-Amazonas überhaupt haltbar.

Mehrere Männer auf einem Boot
Einbäume zum Fischfang dienen dem Team als Transportmittel für das Kameraequipment
Quelle: ORF/Epo Film/Sepp Friedhuber

Nach dem Auseinanderbrechen dieses ehemals gemeinsamen Kontinents Gondwana und der Entstehung von Südamerika und Afrika zerriss das Stromband des Ur-Amazonas in einen afrikanischen und einen südamerikanischen Teil, der immer noch nach Westen floss.

Aber die driftbedingte Auffaltung der Anden blockierte den Lauf des Stroms und ließ vor spätestens 30 Millionen Jahren den südamerikanischen Amazonas seine Richtung umkehren, sodass er heute in den Atlantik mündet.

Ein Kind in einem Boot
Amazonas bei Iquitos.
Quelle: ORF/Epo Film/Sepp Friedhuber

Die beiden Wissenschafter tasten sich auf dieser filmischen Reise in die Vergangenheit von Bekanntem zum Unbekannten vor: Schon ein erster kurzer Ausflug zum Hochwasser führenden Amazonas im Zentrum Südamerikas stellt ein Indiz für die Theorie dar: Ein Fischer fängt einen Rochen - bekanntlich ein ausgesprochener Meeresfisch.

Doch der Pfauenaugen-Stachelrochen ist ein typischer Bewohner des heutigen Amazonas. Seine Existenz im Süßwasser kann nur mit der Stromumkehr des Ur-Amazonas erklärt werden.

Abdruck einer Amphibie im Gestein
Ein versteinerter Mesosaurus, für Friedhuber der Gondwanabeweis
Quelle: ORF/Epo Film/Sepp Friedhuber

Das markanteste Relikt des Ur-Amazonas in Afrika ist nach Meinung von Friedhuber und Hillmer der heutige Tschadsee - mit 36.000 Quadratkilometern ein veritables Binnenmeer und Nahrungslieferant für die Sahelstaaten Kamerun, Nigeria, Niger und Tschad. Vom Tschadsee aus führt die Forschungsreise entlang des angenommenen Stromverlaufs Richtung Nordosten, der Quelle des Ur-Amazonas in der Mitte der Sahara.

Doch so wie der Amazonas Südamerikas mehrere Ursprünge besitzt, so bezog auch der Ur-Amazonas aus verschiedenen Quellflüssen sein Wasser. Ein besonders auffälliges ausgetrocknetes Tal führt in das Ennedigebirge, einen Gebirgsstock an der Grenze zum Sudan. Die Schlucht führt auf mehrere 100 Meter Wasser. Hier entdeckten die Forscher zu ihrer größten Überraschung inmitten der Sahara einige Krokodile. Deren Existenz ist für die Wissenschafter ein weiteres Indiz für ihre These. Die beiden Forscher fanden aber auch versteinerte Süßwasserfische, die ebenso zu dieser Indizienkette gehören wie der sensationelle Fund eines 230 Millionen Jahre alten Mesosauriers.

Flusslandschaft aus der Vogelperspektive
Großer See Qunianga Kebir, Quellgebiet.
Quelle: ORF/Epo Film/Sepp Friedhuber

Ein Film von Sepp Friedhuber und Herbert Habersack

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