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Der Ankogel in den Hohen Tauern

Dokumentation

Die Wiege des Alpinismus - Vom Ankogel auf die Berge der Welt

Die Erstbesteigung des Ankogel im Grenzgebiet zwischen Kärnten und Salzburg im Jahr 1762 stellt für viele den eigentlichen Ursprung des Alpinismus dar. Zum ersten Mal wurde ein vergletscherter Alpengipfel mit über 3000 Metern Höhe bezwungen.

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Erst vier Jahre später standen Kletterer auf dem Mont Blanc, danach folgten andere berühmte Gipfel der Alpen.
Die Pioniertat eines wagemutigen Bauern mit dem eigentümlichen Namen Patschg hat bald zahlreiche Nachahmer gefunden, in den kommenden 100 Jahren folgten unzählige Gipfel, so zum Beispiel der Großglockner oder das Matterhorn durch den englischen Bergsteiger Edward Whymper, dem später auch die Erstbesteigung des Chimborazo gelingen sollte. "Alpinismus" wurde bald zum Begriff für Extrembergsteigen, nicht nur in den Alpen, sondern auf der ganzen Welt.

Phänomen Alpinismus

Almweg über den Tauernhauptkamm entlang einer antiken Römerstraße
Manche Almwege über den Tauernhauptkamm folgen auch heute noch antiken Römerstraßen oder mittelalterlichen Säumerpfaden.
Quelle: ORF/Gernot Stadler

Mit der Erstbesteigung des Ankogel in den östlichen Hohen Tauern hatte ein neues Zeitalter begonnen und nach und nach gerieten die mächtigen Gipfel der Ost- und Zentralalpen in das Visier der Pioniere des Alpinismus. Die Dokumentation "Die Wiege des Alpinismus - Vom Ankogel auf die Berge der Welt" von Regisseur Gernot Stadler zeichnet die Entwicklung des Phänomens Alpinismus nach und hinterfragt die Motive der frühen Pioniere, die sich mit ihren bergsteigerischen Leistungen selbst ein Denkmal gesetzt haben. Denn zunächst ging es nicht um sportliche Höchstleistungen und Rekorde, sondern um die Vermessung der Berge und die Gewinnung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, wie die Historikerin Marianne Klemun sagt. Der Bogen spannt sich von der Erstbesteigung des Ankogel über den Großglockner oder das Matterhorn bis hin zu einer der nach wie vor größten alpinistischen Herausforderungen, dem Mount Everest.

Eigene literarische Gattung

Erlebnisberichte von Bergsteigern begründeten bald eine eigene literarische Gattung der im 19. Jahrhundert überaus erfolgreichen und beliebten Reiseberichte zahlreicher Forschungsreisender. Das Kino machte die Pionierleistungen der Bergsteiger schließlich für ein Millionenpublikum nacherlebbar, der Bergfilm zählte über gut drei Jahrzehnte zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filmgenres. Ausschnitte aus dem Film "Der Berg ruft" aus dem Jahr 1938 von Luis Trenker zeigen nicht nur die Erstbesteigung des Matterhorn durch Edward Whymper, sondern auch, wie vor allem im Dritten Reich der Bergfilm zu Propagandazwecken missbraucht wurde.

Alpinistische Höchstleistungen auf Film gebannt

Hautnah am Geschehen und authentisch sind jene Dokumentarfilme, die der österreichischen Regisseur Gerald Salmina seit vielen Jahren über alpinistische Höchstleistungen dreht. Seine Kinodokumentation "Mount St. Elias" zählt zu den erfolgreichsten Bergfilmen der letzten Jahre. Im Film von Gernot Stadler erzählt Salmina, von den extremen Risiken, die mit der Herstellung von Bergdokumentationen verbunden sind und warum er sie immer wieder auf sich nimmt.

Neben den wichtigsten Stationen in der Geschichte des Alpinismus entführt der Film auch zu den schönsten Plätzen im Nationalpark Hohe Tauern rund um den Ankogel, dorthin, wo alles begann. Waren es die Pioniere des Alpenvereins, denen die Erschließung der heimischen Bergwelt zu verdanken ist, so sind es auch heute noch viele freiwillige Helfer des Österreichischen und des Deutschen Alpenvereins, die das weitverzweigte Wegenetz in den Alpen in Stand halten und neue, sichere Wege anlegen.

Faszination Berge

Viele Hütten wie das Arthur-von-Schmid-Haus werden heute mit dem Hubschrauber beliefert.
Viele Hütten wie das Arthur-von-Schmid-Haus werden heute mit dem Hubschrauber beliefert.
Quelle: ORF/Gernot Stadler

Weit über 200 Kilometer Wanderwege, zum Teil im hochalpinen Raum müssen jedes Jahr allein im Raum Mallnitz auf ihren Zustand hin kontrolliert und bei Bedarf neu angelegt werden.
Denn viele hochalpine Steige sind wegen der zunehmenden Permafrostaufbrüche nicht mehr sicher. Schauplätze der Dokumentation "Die Wiege des Alpinismus - Vom Ankogel auf die Berge der Welt" sind u.a. das Tauerntal, das Seebachtal, die Hochalmspitze oder das Arthur-von-Schmid-Haus am Dösener See. Eines wird jedenfalls deutlich: die Berge der Hohen Tauern haben nichts an ihrer Faszination eingebüßt und locken Jahr für Jahr tausende Menschen auf ihre einsamen Gipfel.

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