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Dokumentation

Der Traunstein - Wächter des Salzkammerguts

Die Silhouette des Traunsteins am Ostufer des Traunsees ist bereits aus mehr als hundert Kilometern Entfernung sichtbar. Deshalb wird der Berg auch als Wächter des Salzkammerguts bezeichnet.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 15.07.2020

Viele Künstler, Schriftsteller wie Nikolaus Lenau, bestiegen ihn, ebenso jagdfreudige Habsburger. Trotz seiner bescheidenen Höhe von 1.691 Metern ist er aber auch ein Berg voller Gefahren. Nur Europas höchster Berg, der Mont Blanc, forderte mehr Todesopfer als das gewaltige Kalksteinmassiv im oberösterreichischen Salzkammergut. Seine schroffen Bergwände fallen direkt in den See und das macht ihn für Bergsteiger zum herausfordernden Ziel und zum Fotomotiv für Menschen aus aller Welt - durch die Sendung, die diesem Schicksalsberg gewidmet ist, führt Schauspieler Miguel Herz-Kestranek, profunder Kenner des Salzkammerguts.

"Vorgestern hab ich den Traunstein bestiegen. Mit jedem Schritt bergan wuchsen mir Freude und der Mut. Ganz oben trat ich hinaus auf den äußersten Rand eines senkrechten Abgrundes. Bruder, die Minute, die ich an jenem Rande stand, war die allerschönste meines Lebens!" Dies schrieb am 9. Juli 1831 der schwermütige Dichter Nikolaus Lenau seinem Schwager.

Jeder, der den gewaltigen Felsklotz am Ostrand des Traunsees bestiegen hat, wird die Begeisterung Lenaus verstehen. Zudem sieht man vom Gipfel des 1.691 m hohen Berges gegen Norden  das gesamte Alpenvorland bis hin zum Mühlviertel und dem Böhmerwald, im Süden das Tote Gebirge und den Gletscher des Dachsteins.

Hochalpiner, oft unterschätzter Berg

Blick vom Ostgrat auf die Gipfelpyramiden des Traunsteins.
Blick vom Ostgrat auf die Gipfelpyramiden des Traunsteins.
Quelle: ORF/ORF III/Markus Raich

Am Traunstein begann am 29. Mai 1982, damals als Magazin, die erste Sendung von "Land der Berge", der nach der ZIB wohl zweitältesten ständigen TV-Sendung des ORF und auch die älteste Natur- Dokumentarleiste in Österreich. Ein zweiter Beitrag war dem Kinderbergsteigen, ein dritter Peter Habeler gewidmet. Aber schon damals war Gestalter Lutz Maurer, zusammen mit Bernd Seidel und Manfred Gabrielli, Erfinder der Sendereihe, klar, dass der  "Wächter des Salzkammerguts" genannte Berg eine eigene Dokumentation wert wäre. Nach mehr als 37 Jahren ist es soweit.

Trotz seiner relativ bescheidenen Höhe ist der Traunstein ein hochalpiner, oft unterschätzter Berg. Seit 1898 starben an ihm bereits über 130 Menschen. Deshalb wurde auch nach ersten privaten Hilfsaktionen 1920 die Gmundner Bergrettung gegründet. Ihre Mitglieder waren nicht nur Helfer der Produktion, sondern wirkten auch als Darsteller mit.

Faszinierend gleichermaßen für Jäger und Gäste

Ostgrat Traunstein
Wanderweg am Ostgrat desTraunstein
Quelle: ORF/ORF III/Markus Raich

Der Traunstein ist auch eines der besten Gämsenreviere Österreichs, zog seit Jahrhunderten  prominente Jäger an. Der erste war Kaiser Maximilian, dem im Herbst 1506 Waidmannsheil beschieden war. Jahrhunderte später schoss - nicht in der Steiermark - sondern am Traunstein der "steirische Prinz", der blutjunge Erzherzog Johann seine erste Gams. Natürlich war Kaiser Franz Joseph Besitzer des Reviers, aus dem - wie für die Sendung ausführlich recherchiert wurde - die stärksten Gämsen der Welt stammen. 1907 wurden einige davon sogar dem neuseeländischen Premier als Geschenk geschickt. Der revanchierte sich mit seltenen Vögeln für den Tiergarten Schönbrunn....

Nicht nur versierte Bergsteiger, sondern auch viele Gäste, die rund um den Traunsee, vor allem in Gmunden, die Sommerfrische verbrachten, waren vom Traunstein, der bei klarer Sicht schon aus 150 km Entfernung zu sehen ist, und von der Landschaft um den Berg fasziniert; So der Wiener Schriftsteller Peter Altenberg, ein passionierter Bergwanderer. Er verbrachte 23 Sommer am Traunsee, den schon die Römer "Lacus Felix - glücklicher See" genannt hatten und schwärmte von seinem "heiligen Gmunden". Nicht minder begeistert waren große Musiker wie Johannes Brahms - ihm ist im Gmundner Stadtmuseum eine ständige Ausstellung gewidmet - und sein Freund, der einst weltberühmte Carl Goldmark, der über 40 Sommer komponierend in Gmunden gelebt hatte. Er schuf auch die "Gmundner Symphonie".

Naturfreundeklettersteig im Winter
Naturfreundeklettersteig im Winter
Quelle: ORF/ORF III/Markus Raich

Heute ist die Landschaft um den See Seelenlandschaft und Refugium eines Schriftstellers, der vieles von der Welt sah und darüber schrieb: Christoph Ransmayr. Er erzählt im Film über seine Erlebnisse am Traunstein und erläutert die Philosophie des Bergsteigens.

Die schwierigen und nicht ungefährlichen Dreharbeiten begannen bereits im Herbst 2018 und wurden im Spätwinter 2019 fortgeführt. An der Kamera standen neben Markus Raich, Bergrettungsmann aus Bad Aussee und Spezialist für die spektakulären Kletterbilder noch Manfred Rastl, Gabi Hanke, der Tierfilmer Thomas Kranabitl und Florian Maurer.

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