Die Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Sie können der Verwendung von Cookies widersprechen. Nähere Informationen finden Sie hier.

 Blitz in der Umgebung von Darwin, Nord-Australien.

Dokumentation

Blitzgewitter - Himmel unter Strom

Wolkentürme in stahlblau und tintenschwarz, kilometerlange Blitze, die sich für Augenblicke wie ein Spinnennetz über den Himmel legen, unheimliches Grollen und Donnerschläge, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, all das begleitet von Regen, Sturm und Hagel: Gewitter sind eine überirdische Show im wahrsten Sinne des Wortes.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
07.06.2021
05:20 - 06:20 Uhr

Das Spektakel am Himmel steht aber für mehr als nur schlechtes Wetter, denn Blitz und Donner mischen maßgeblich am globalen Wetter und Klima mit. Die Dokumentation entführt in die spannende Welt der neuesten Gewitterforschung.

Nächtlicher Gewitterblitz bei Darwin, Nord-Australien.
Nächtlicher Gewitterblitz bei Darwin, Nord-Australien.
Quelle: ORF/Cosmos Factory

Das Beobachten und Analysieren von Blitzen stellt die Wissenschafter vor zwei große Herausforderungen: Erstens dauert ein Blitz maximal eine Sekunde lang, ist also mit freiem Auge nur bedingt zu sehen, zweitens ist es lebensgefährlich, ihm zu nahe zu kommen.
In den vergangenen dreißig Jahren hat die Technik für spektakuläre Fortschritte gesorgt: Neu entwickelte Hochgeschwindigkeits-Videokameras sind dazu imstande, den nur eine einzige Sekunde währenden Auftritt eines Blitzes auf sieben Minuten (!) zu dehnen, was am Bildschirm jeden Blitz als bizarres, vielfältiges Wesen entlarvt.

Sprites, Elfen und Blue Jets

 Kugelblitzversuche im Labor, Recife, Brasilien
Kugelblitzversuche im Labor, Recife, Brasilien
Quelle: ORF/Cosmos Factory

Mit Videokameras von nie dagewesener Lichtempfindlichkeit jagen Wissenschafter in aller Welt geisterhaften, bunten Blitzen in der oberen Atmosphäre hinterher - sogenannten Sprites, Elfen und Blue Jets. Manche dieser Erscheinungen reichen über Distanzen von mehr als hundert Kilometern, allesamt sind sie mit freiem Auge vermutlich nicht wahrzunehmen.

Noch weiß niemand, wieso sie entstehen, sicher ist bisher nur: Sie tauchen offenbar überall auf der Erde auf und ausschließlich oberhalb von großen Gewittern.

Kugelblitzversuche im Labor, Recife, Brasilien
Leuchtende Plasma-Kugeln: Kugelblitze
Quelle: ORF/Cosmos Factory

Auch die Erforschung der Kugelblitze, die oft hart an der Grenze zur Pseudowissenschaft angesiedelt ist, hat neuen Antrieb bekommen: Schuld daran haben brasilianische Chemiker, denen es vor kurzem mit einem schlichten Experiment gelungen ist, leuchtende Plasma-Kugeln zu erzeugen, die frappant jenen Leuchtkugeln ähneln, die Augenzeugen seit Jahrhunderten als Kugelblitze beschreiben. Dass Blitze und Gewitter nicht bloß gefährlich schöne Naturschauspiele sind, sondern auch das Klima der Erde entscheidend beeinflussen, wurde unter anderem mit Hilfe der neuen weltweiten Blitzortungssysteme entdeckt. Seit es diese Sensoren gibt, bleibt gewissermaßen kein einziger Blitz unbeobachtet.

 Blitzforscher Tom Warner unterwegs in South Dakota, USA.
Blitzforscher Tom Warner unterwegs in South Dakota, USA.
Quelle: ORF/Cosmos Factory/Klaus Achter

Für die "Universum"-Produktion reiste ein Kamerateam auf der Jagd nach Blitzen um die halbe Welt: in drei US-Bundesstaaten, nach Israel, Brasilien und Australien. Ihre Trophäen sind Aufnahmen, auf denen Blitze erstmals mit 1.000 Bildern pro Sekunde in extremer Zeitlupe und obendrein in HD-Qualität zu sehen sind. Sie umrahmen einzigartige Videosequenzen, die von den Wissenschaftern selbst geschossen wurden. Wer Blitze filmen will, braucht Gleichmut. Auch wenn man vorher genau ergründet hat, wann und wo die meisten Blitze stattfinden und sich demgemäß auch die Forscher scharen, bleibt alles de facto dem Wetter überlassen - und das schlägt bekanntermaßen Kapriolen. In South Dakota fuhr das Team - in Begleitung von Blitzjägern - den Gewitterstürmen in einer Nacht bis zu 600 Kilometer hinterher.

 Sturmfront, Great Plains, nördlich von Rapid City, USA
Sturmfront, Great Plains, nördlich von Rapid City, USA
Quelle: ORF/Cosmos Factory/Klaus Achter.

In Florida, einer der gewitterreichsten Regionen der Erde, fand ausgerechnet über dem mit Messgeräten bestückten Forschungscamp in der Hochsaison mehr als eine Woche lang kein einziges richtiges Gewitter statt.

Im Norden Australiens fand die Jagd nach Blitzen bei vierzig Grad im Schatten an der Grenze zu Sonnenstich und Dehydrierung statt. In North Carolina galt es, nächtelang mit Langeweile und Moskitos zu kämpfen.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min