Die Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Sie können der Verwendung von Cookies widersprechen. Nähere Informationen finden Sie hier.

Standbild: Auf dem Holzweg

Dokumentation

Auf dem Holzweg - Wie erneuerbar sind unsere Wälder?

Sauber, CO2-neutral, erneuerbar soll unsere Energie sein, doch der EU-weit propagierte Umstieg auf Biomasse aus Holz hat die Grenzen der Nachhaltigkeit vielerorts überschritten.

Produktionsland und -jahr:
Datum:

Um den Klimawandel zu stoppen, fordert die EU den Anteil an erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20% anzuheben.

Die Erwartungen an den Klimagipfel in Paris Ende November 2015 waren hoch. Eine neue Vereinbarung zur Co2-Reduktion sollte unterzeichnet werden und das aus 1997 stammende Kyoto-Protokoll ablösen. Geht es nach der Internationalen Energiebehörde, so reichen die bisher gesteckten Klimaziele nicht aus, die Erderwärmung unter der magischen "Zwei-Grad-Grenze" zu halten. Europa will seine Emissionen bis 2030 um 40 Prozent vermindern, die USA in den kommenden 25 Jahren um ein Drittel weniger Kohlendioxid produzieren.

Vier Jahre später und die Klimakonferenz in Madrid 2019 ringt noch immer um einhaltbare Ziele.

Erneuerbare Energien - und die Folgen für die Natur

Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien ist unumgänglich. Doch ist das ohne Folgen für unsere Natur möglich?
Sauber, nachhaltig, erneuerbar - Holz wurde in den vergangenen Jahren als Energie-Rohstoff entdeckt und hat in Form von Pellets und Biomasse einen Siegeszug angetreten. Daraus produzierter Strom trägt das grüne ÖKO-Label, denn das Verbrennen des nachwachsenden Rohstoffs Holz wird als CO2 neutral eingestuft und ist damit klimafreundlich.

Die Folge: Es wird immer mehr Holz benötigt, um die Anforderungen der Energiewende bewältigen zu können. Der EU-weit propagierte Umstieg auf Holz-Biomasse hat vielerorts dazu geführt, dass die Grenzen der Nachhaltigkeit überschritten werden. Europas Holzhunger hat weitreichende Konsequenzen.

In der Slowakei hat der Biomasseboom - ausgelöst durch hohe staatliche Förderungen - die Zerstörung der Wälder bis hinein in den Nationalpark vorangetrieben, sagen lokale Umweltschützer. "Wenn wir das Holz nicht Vorort verwenden, würde es exportiert werden, aber die Menge der gefällten Bäume bleibt gleich", entgegnet Gerhard Klemenz, der Betreiber zweier Kraftwerke im Land.

Fast alle Unternehmen der Branche - ob kleiner Betrieb oder internationaler Konzern - behaupten, ihre Rohstoffe ausnahmslos aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu beziehen. Europas größtes Kohlekraftwerk - in Nordengland - wurde 2012 teilweise auf Pelletsbetrieb umgestellt. Die Unternehmensgruppe DRAX hat dafür staatliche Förderungen in Millionenhöhe kassiert. Der enorme Pellets-Verbrauch führe nun aber dazu, dass die Wälder im Südosten der USA abgeholzt werden, sagen Kritiker. Riesige Schiffsladungen mit Pellets überqueren den Atlantik.

Schwindende Wälder

"Unsere Wälder geraten zunehmend unter Druck - wenn wir Holz auch in Zukunft als Rohstoffquelle für die energetische Nutzung verwenden wollen, müssen wir nach Alternativen suchen", sagt Rainer Schlepphorst von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Eine solche Alternative - um die stetig steigende Nachfrage nachhaltig befriedigen zu können - könnten sogenannte "Kurzumtriebsplantagen" sein. Darauf werden schnell wachsende Baumarten angepflanzt eigens für die Erzeugung von Holzbiomasse.

In Russland beginnt Holz zur Energiegewinnung gerade erst ein Thema zu werden. Welche Auswirkungen der Holz-Boom im waldreichsten Land der Erde haben wird, ist noch nicht abzusehen.

Burgit Bock ist der Frage nachgegangen, ob wir im Namen von CO2 Reduktion und einer grüneren Zukunft unsere Wälder verheizen?

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min