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Caroline Bernard (Marie-Antoinette)

Dokumentation

Marie Antoinette

Sie ist eine der facettenreichsten Frauen der österreichischen Geschichte und jener der Habsburger - geboren als Prinzessin, zur Königin gekrönt, hingerichtet wie eine Verbrecherin.

Produktionsland und -jahr:
Datum:

Marie Antoinette - die wohl berühmteste Tochter Maria Theresias - steht im Mittelpunkt eines in Form einer Spieldokumentation gestalteten Porträts von David Grubin, das ihr Schicksal vor und während der dramatischen Wendejahre der Französischen Revolution erzählt.

Schicksaljahre einer Prinzessin

Marie Antoinette wird als 15. Kind der österreichischen Kaiserin Maria Theresia als Erzherzog in Maria Antonia von Österreich geboren. Die Heirat mit dem französischen Thronfolger Ludwig XVI. beendet unversehens die unbeschwerte Kindheit der Erzherzogin in Wien. In Versailles lebt sie trotz Warnungen ihrer Mutter ein unverantwortlich sorgloses Leben angesichts der politischen Lage im Land. Das französische Volk wendet sich nach und nach gegen Marie Antoinette.

Bereits im Alter von 14 Jahren wird Maria Antonia zum Unterpfand einer Verbindung mit geopolitischem Zweck, der Friede zwischen Frankreich und Österreich soll gewährleistet werden. Kaum dem Kindesalter entwachsen, wird sie mit dem um ein Jahr älteren introvertierten späteren König Ludwig XVI. verheiratet. Sie muss ihre unbeschwerte Kindheit in Wien zurücklassen und ihre österreichische Identität ablegen. Sie muss Französin werden.

Caroline Bernard (Marie-Antoinette)
Vom Kind zur Königin - ein Leben im goldenen Käfig - i.B. Caroline Bernard (Marie-Antoinette)
Quelle: ORF/ARTE

Mit 19 Jahren wird Marie Antoinette im Jahr 1774 Königin, die Thronbesteigung des jungen Königspaars wird enthusiastisch begrüßt, das französische Volk setzt große Hoffnung in das junge Paar. Die junge Königin ist lebensfroh und unbesonnen, sucht nach Zerstreuung im prunkvollen Leben im goldenen Käfig von Versailles. Ihr Mann ist das Gegenteil der schillernden Marie Antoinette: ruhig, in sich gekehrt und unter den Bürden des Lebens leidend. Für das jahrelange Ausbleiben eines männlichen Erben machen die Öffentlichkeit und der Hof die Königin verantwortlich, erst nach acht Jahren Ehe kommt das erste Kind, ein Mädchen, zur Welt.

Marie Antoinette verspielt riesige Summen und verschuldet sich bei Vergnügungen. Der König hat die Staatskasse nicht besser im Griff. Doch der durch die Skandalpresse geschürte Ärger der Öffentlichkeit richtet sich auf die Königin.
Es kommt zu einem wahren "Bilderkrieg" mit unzähligen frauenfeindlichen Karikaturen und Flugschriften, die Körper und Sexualität der Königin ins Lächerliche ziehen. Die sogenannte Halsbandaffäre - ein Werk hochrangiger Betrüger - ruiniert den Ruf Marie Antoinettes endgültig.

Niedergang einer Königin

Bald wird Marie Antoinette zur meistgehassten Frau Frankreichs. Im Volk gärt es längst, während Marie Antoinette ein Leben nach allen Regeln des Rokoko lebt. Erst als die ersten Aufstände wahrnehmbar werden und die Lage ernst wird, erkennt sie die Situation, in der sie und der König sich befinden. Doch zu diesem Zeitpunkt kommt die Einsicht zu spät. Wie ihr Mann endet auch sie am Schafott.

Angesichts der politischen Unruhen, die in der Folge zur Französischen Revolution führen, wird die Königin aus dem Hause Habsburg zum Sinnbild der sozialen Ungerechtigkeit im Frankreich des 18. Jahrhunderts mit ihrem überbordenden Lebensstil verkörpert sie die Verschwendung und die Maßlosigkeit der Monarchie, die das Volk aushungert.
Als Marie Antoinette das erkennt, versucht sie, ihr Image und ihren Lebensstil radikal zu ändern und die Medien auf ihre Seite zu ziehen. Theater, Bälle und Spielsalons gehören nun der Vergangenheit an. Die prunkvollen Roben tauscht sie gegen schlichte Kleider ein. Sie erkennt die Macht der Bilder und lässt sich als bescheidene und fürsorgliche Mutter porträtieren aber vergebens. Ihr unausweichliches Schicksal ist besiegelt. Die Revolution ist nicht mehr abzuwenden.

"Erst im Leid erfährt man, wer man wirklich ist"

Caroline Bernard (Marie-Antoinette).
Um ihre Kinder kümmerte sich die Königin immer auch persönlich - wie alle Habsburger war sie ein Familienmensch (Spielszene)
Quelle: ORF/ARTE

Die einstige Märchenprinzessin muss sich nun harten Prüfungen stellen ihr goldener Käfig existiert nicht mehr. Im Jahr 1789 stirbt Marie Antoinettes geliebter ältester Sohn, im selben Jahr stürmt das aufgebrachte französische Volk die Bastille. Mit der Erklärung des Dritten Standes, sich als Nationalversammlung zu betrachten, beginnt die Französische Revolution.

Während ihr Mann passiv sein Schicksal abwartet, ergreift Marie Antoinette die Initiative und beginnt, die Flucht der königlichen Familie zu organisieren. Doch der ausgeklügelte Plan scheitert zu prunkvoll und pompös ist der Tross ausgestattet, zu verdächtig das langsame Tempo der Kutsche. Das ertappte Königspaar wird zurück nach Paris gebracht und unter Bewachung gestellt. Die Teilnahmslosigkeit ihres Ehemanns veranlasst Marie Antoinette dazu, selbst bei den Verhandlungen mit den Generalständen mitzuwirken und zugleich Briefkontakt mit dem Kaiser von Österreich aufzunehmen. Diesen Verrat wird man ihr in Frankreich nicht verzeihen.

Marie Antoinette übernimmt schließlich die Rolle der Königin der Gegenrevolution, der ihrem Mann im gemeinsamen Schicksal treu ergebenen Ehefrau. Marie Antoinettes Sohn erkrankt in Gefangenschaft und ihr Mann Ludwig XVI. wird nach einem Schauprozess hingerichtet. "Erst im Leid erfährt man, wer man wirklich ist", schreibt sie, die sich im Angesicht des Todes ihrer eigentlichen Existenz bewusst wird. Die letzte Königin Frankreichs wird im Alter von 38 Jahren enthauptet.

Mythos und Wahrheit

getan. Der Film von David Grubin stellt nicht nur dies richtig, sondern liefert ein interessantes, mit vielen erst heute bekannten Fakten angereichertes Porträt, das auch einen Einblick in das historische Umfeld bietet. Er schildert die Entwicklung eines unbedarften und lebensfrohen Mädchens bis hin zur engagierten Königin, die ihrem Gatten und ihrer Familie bis zum Ende auf der Guillotine zur Seite steht.

Das in dieser Dokumentation gezeichnete Porträt Marie Antoinettes hat mit den zeitgenössischen Karikaturen nichts gemeinsam. Mythos und Wahrheit werden mit Hilfe von Expertenmeinungen, zahlreichen Illustrationen und einigen nachgestellten Spielszenen lebendig.

Musik:

  • Premier prélude en do majeur du Clavier bien tempéré, Johann Sebastian Bach, interpretiert von Laure Petetin
  • Bastien Bastienne, Wolfgang Amadeus Mozart, interpretiert von Laure Petetin

Besetzung:

Mit Caroline Bernard (Marie Antoinette), Philippe Altier (Louis XVI / Cardinal de Rohan), Marie-Agnès Brigot (Marie-Thérèse), Clément Pelletier (Le cavalier au bal), Iris Vinson (Tochter von Marie Antoinette), Thomas Levasseur (Sohn von Marie Antoinette) u.a.

Regie: David Grubin

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