Die Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Sie können der Verwendung von Cookies widersprechen. Nähere Informationen finden Sie hier.

Wartholz in Reichenau, Sitz von Carl Ludwig

Dokumentation

Habsburg und die Alpen (1/2)

Als die Habsburger die Alpen für sich entdeckten, erlebten die Berge einen Imagewandel: mit einem Mal waren Felswände und Sturzbäche en vogue und nicht mehr Teufelszeug.

Produktionsland und -jahr:
Datum:

Im 19. Jahrhundert weckten die Berge zunehmend das Interesse der Habsburger als Rückzugs-, Erholungs- und Erlebnisort. Noch im Mittelalter als schreckliche oder unüberwindbare Riesen gefürchtet, bezwangen, erschlossen und genossen die Aristokraten die Alpen über die folgenden Jahrhunderte, vor allem ab 1800. Und die vermehrte Anwesenheit der Kaiserfamilie in den Alpenregionen machte auch das Volk neugierig. So begibt sich die neue Dokumentation von Christian Papke an die Plätze, die die Monarchenfamilie, zumeist in ihrer Freizeit, aufsuchte.

Sommerfrische in den Voralpen

Reichenau an der Rax, vor den Toren des Wiener Hofes gelegen, war ein besonderer Magnet des noch relativ jungen Trends der Sommerfrische. Der ländliche Ort an den Ausläufern der Wiener Alpen sah noch den kleinen Kronprinzen Rudolf und seine Schwester Erzherzogin Gisela beim Spielen im Grünen. Ihr Vater, Franz Joseph, hatte hier von 1859 bis 1864 das heute so genannte „Sisi-Schloss“ angemietet. Ganz besonders gerne hielt sich hier auch der Kaiserbruder Erzherzog Karl Ludwig auf. Als großer Naturliebhaber ließ er sich 1870 direkt am Fuße der Rax eine Sommervilla, Schloss Wartholz (Bild oben), bauen: ein Erholungs- und Familienmittelpunkt, der einen Blick über das ganze Tal erlaubte. Von hier aus unternahm Familie Habsburg so manche Bergtour.

Umgänglich und familiär war der Vater des späteren Thronfolgers Franz Ferdinand bei der örtlichen Bevölkerung sehr beliebt. Später entdeckte Karl I., letzter Kaiser der Donaumonarchie, das großväterliche Anwesen für sich. Hier verbrachte er mit seiner Gemahlin Zita die Flitterwochen und hatte bei einem seiner hiesigen Waldgänge ein besonderes Klangerlebnis, als er den Reichenauer Holzknecht Hans Lanner an seiner Zither hörte. Derart von seinem Musizieren angetan, lud der letzte Kaiser ihn prompt nach Wartholz ein und ernannte ihn schließlich zum Hofzitherspieler. Das war schon gegen Ende der Monarchie - und lange bevor die Südbahn ihren Teil zum Aufschwung des Reichenauer Gesellschaftslebens leistete, kraxelte hier schon Kaiser Maximilian I. bei der Jagd. Otto, der Sohn des letzten österreichischen Kaisers wurde in Wartholz geboren.

Das Salzkammergut - Alpenländische Kaiserregion

Gisela und Rudolf in Ischl
Gisela und Rudolf, Sisis und Franz Josephs Kinder in Ischl
Quelle: ORF/Papke Film/Privatarchiv Praschl-Bichler

Zur alpenländischen Kaiserregion schlechthin wurde das oberösterreichische Salzkammergut. Ganz besonders eng verbunden ist es mit der Biographie von Kaiser Franz Joseph. Man erzählt, dass er auf die Welt kam, nachdem seine Mutter, Erzherzogin Sophie, die Salzkuren in Bad Ischl genoss. Immer wieder reiste die Familie fortan ins damals noch weitgehend beschwerlich erreichbare Dachsteingebiet. Wenige oder schlechte Straßen führten hierher, wo sich vor Zeiten die Habsburger gegen die Salzburgischen Fürsterzbischöfe das Vorrecht über den Salzbergbau und das so geschätzte „Weiße Gold“ erstritten. Diesmal kamen sie aber nicht, um zu kämpfen, sondern sie kamen um zu lieben: hier verlobte sich der junge Kaiser Franz Joseph mit der bayerischen Prinzessin Elisabeth. Ein majestätisches Traumpaar, das für einen regelrechten Society-Boom sorgte. Denn es war schick, dorthin zu gehen, dort zu urlauben, dort gesehen zu werden, wo auch der Kaiser war.

Zur Verlobung schenkte Erzherzogin Sophie den Brautleuten die Kaiservilla, die sich noch heute für interessierte Besucher öffnet, um in einen wichtigen Teil der Habsburger Geschichte eintauchen zu können. Hier installierte der Kaiser, der fast jedes Jahr nach Ischl kam, seine Sommerresidenz. Kaiserin Elisabeth verliebte sich in die Gegend - sie gilt als eine der naturverbundensten und reiselustigsten Habsburgerfrauen. Von ihrem Schreibzimmer in der Kaiservilla aus konnte sie den Jainzenberg sehen, den sie regelmäßig bestieg. Er wurde zu ihrem „Zauberberg“ und inspirierte sie zu Gedichten, die sie in ihrem Tagebuch festhielt. Draußen im Freien konnte sie sich vom einengenden Hofleben lösen und ihr sportives Wesen befriedigen. Während ihr Mann aus ähnlichen Gründen dem Weidwerk nachging, erklomm sie die Berge im Salzkammergut. Auch die Gosau wurde ob ihrer Nähe zu Ischl beliebtes Ausflugsziel und Jagdgebiet für die Habsburger und die High Society der Donaumonarchie.

Gastein
Dokumentation -

Habsburg und die Alpen (2/2)

Habsburg und die Alpen – das wurde eine große Leidenschaft, in die die Herrscherfamilie nach Audienzen, Arbeitsessen und Kabinettsitzungen floh.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min