Roland Schimmelpfennig

Geboren 1967 in Göttingen.
Roland Schimmelpfennig war nach dem Abitur zunächst als Journalist in Istanbul tätig. Nach seiner 1990 begonnenen Regieausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München arbeitete er u.a. als Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, später in Berlin an der Schaubühne und an der Volksbühne sowie am Wiener Burgtheater. Seit 1996 ist Roland Schimmelpfennig freier Autor. Im gleichen Jahr wurde sein erstes Stück „Die ewige Maria“ am Theater Oberhausen uraufgeführt.
Es folgten zahlreiche weitere Bühnenwerke, die in über 40 Ländern der Erde aufgeführt und vielfach ausgezeichnet wurden, etwa mit dem Österreichischen Theaterpreis „Nestroy“ (2009) und dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (2010). Zwischen 2000 und 2009 wurden sechs seiner Stücke zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Roland Schimmelpfennig gilt als der meistgespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Mit „An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ legte er 2016 seinen ersten Roman vor.

Blick ins Werk

An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts überquerte ein einzelner Wolf kurz nach Sonnenaufgang den zugefrorenen Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen.
Der Wolf kam von Osten. Er lief über das Eis der zugefrorenen Oder, erreichte das andere Ufer des Flusses und bewegte sich dann weiter Richtung Westen. Hinter dem Fluss stand die Sonne noch tief über dem Horizont.
Der Wolf lief im Morgenlicht unter dem wolkenlosen Himmel über weite, schneebedeckte Felder, bis er den Rand eines Waldes erreichte und darin verschwand.
Einen Tag später fand ein Jäger dreißig Kilometer westlich des zugefrorenen Flusses in einem Wald die blutigen Überreste eines Rehs. Neben dem toten Reh im Schnee fand der Jäger die Spuren eines Wolfs.
Das war in der Nähe von Vierlinden bei Seelow. Den letzten Wolf hatte man hier vor über hundertsechzig Jahren gesehen, im Jahr 1843.
Der Wolf blieb bis Mitte Februar in dieser Gegend. Niemand sah den Wolf selbst, man fand nur seine Spur und das blutige Wild im Schnee.
Es war ein sehr kalter und langer Winter. Gegen Ende der zweiten Februarwoche begann es mehrere Tage lang ununterbrochen zu schneien.

(Leseprobe aus dem Roman „An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

Stücke & Bücher

 

Die ewige Maria
Uraufführung: Theater Oberhausen, 1996

 

Die Zwiefachen
Uraufführung: Münchner Kammerspiele, 1997

 

Aus den Städten in die Wälder, aus den Wäldern in die Städte
Uraufführung: Staatstheater Mainz, 1998

 

Vor langer Zeit im Mai
Uraufführung: Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 2000

 

Die arabische Nacht
Uraufführung: Staatstheater Stuttgart, 2001

 

Alice im Wunderland
Uraufführung: Schauspielhaus Hannover, 2003

 

Das Reich der Tiere
Uraufführung: Deutsches Theater Berlin, 2007

 

Calypso
Uraufführung: Schauspielhaus Hamburg, 2008

 

Der Goldene Drache
Uraufführung: Wiener Akademietheater, 2009

 

Der Elfte Gesang
Uraufführung: Schauspielhaus Bochum, 2010

 

Spam
Uraufführung: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 2014

 

Das schwarze Wasser
Uraufführung: Nationaltheater Mannheim, 2015

 

Die Frau von früher
Stücke 1994 - 2004, Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2004

 

Trilogie der Tiere
Theaterstücke, Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2007

 

Der goldene Drache
Stücke, Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2011

 

Ja und Nein
Vorlesungen über Dramatik
Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik
Berlin: Verlag Theater der Zeit 2014

 

An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2016

Auszeichnungen

 

1997

Else-Lasker-Schüler-Förderpreis


1998

Fördergabe des Schiller-Gedächtnispreises des Landes Baden-Württemberg


2002

Nestroy-Preis der Stadt Wien in der Kategorie „Bestes Stück“


2009

Österreichischer Theaterpreis "Nestroy“


2010

Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis

Mülheimer Dramatikerpreis

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Roland Schimmelpfennig

    Geboren 1967 in Göttingen.
    Roland Schimmelpfennig war nach dem Abitur zunächst als Journalist in Istanbul tätig. Nach seiner 1990 begonnenen Regieausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München arbeitete er u.a. als Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, später in Berlin an der Schaubühne und an der Volksbühne sowie am Wiener Burgtheater. Seit 1996 ist Roland Schimmelpfennig freier Autor. Im gleichen Jahr wurde sein erstes Stück „Die ewige Maria“ am Theater Oberhausen uraufgeführt.
    Es folgten zahlreiche weitere Bühnenwerke, die in über 40 Ländern der Erde aufgeführt und vielfach ausgezeichnet wurden, etwa mit dem Österreichischen Theaterpreis „Nestroy“ (2009) und dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (2010). Zwischen 2000 und 2009 wurden sechs seiner Stücke zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Roland Schimmelpfennig gilt als der meistgespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Mit „An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ legte er 2016 seinen ersten Roman vor.

  • Blick ins Werk

    An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts überquerte ein einzelner Wolf kurz nach Sonnenaufgang den zugefrorenen Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen.
    Der Wolf kam von Osten. Er lief über das Eis der zugefrorenen Oder, erreichte das andere Ufer des Flusses und bewegte sich dann weiter Richtung Westen. Hinter dem Fluss stand die Sonne noch tief über dem Horizont.
    Der Wolf lief im Morgenlicht unter dem wolkenlosen Himmel über weite, schneebedeckte Felder, bis er den Rand eines Waldes erreichte und darin verschwand.
    Einen Tag später fand ein Jäger dreißig Kilometer westlich des zugefrorenen Flusses in einem Wald die blutigen Überreste eines Rehs. Neben dem toten Reh im Schnee fand der Jäger die Spuren eines Wolfs.
    Das war in der Nähe von Vierlinden bei Seelow. Den letzten Wolf hatte man hier vor über hundertsechzig Jahren gesehen, im Jahr 1843.
    Der Wolf blieb bis Mitte Februar in dieser Gegend. Niemand sah den Wolf selbst, man fand nur seine Spur und das blutige Wild im Schnee.
    Es war ein sehr kalter und langer Winter. Gegen Ende der zweiten Februarwoche begann es mehrere Tage lang ununterbrochen zu schneien.

    (Leseprobe aus dem Roman „An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Die ewige Maria
    Uraufführung: Theater Oberhausen, 1996

     

    Die Zwiefachen
    Uraufführung: Münchner Kammerspiele, 1997

     

    Aus den Städten in die Wälder, aus den Wäldern in die Städte
    Uraufführung: Staatstheater Mainz, 1998

     

    Vor langer Zeit im Mai
    Uraufführung: Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 2000

     

    Die arabische Nacht
    Uraufführung: Staatstheater Stuttgart, 2001

     

    Alice im Wunderland
    Uraufführung: Schauspielhaus Hannover, 2003

     

    Das Reich der Tiere
    Uraufführung: Deutsches Theater Berlin, 2007

     

    Calypso
    Uraufführung: Schauspielhaus Hamburg, 2008

     

    Der Goldene Drache
    Uraufführung: Wiener Akademietheater, 2009

     

    Der Elfte Gesang
    Uraufführung: Schauspielhaus Bochum, 2010

     

    Spam
    Uraufführung: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 2014

     

    Das schwarze Wasser
    Uraufführung: Nationaltheater Mannheim, 2015

     

    Die Frau von früher
    Stücke 1994 - 2004, Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2004

     

    Trilogie der Tiere
    Theaterstücke, Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2007

     

    Der goldene Drache
    Stücke, Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2011

     

    Ja und Nein
    Vorlesungen über Dramatik
    Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik
    Berlin: Verlag Theater der Zeit 2014

     

    An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2016

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    1997

    Else-Lasker-Schüler-Förderpreis


    1998

    Fördergabe des Schiller-Gedächtnispreises des Landes Baden-Württemberg


    2002

    Nestroy-Preis der Stadt Wien in der Kategorie „Bestes Stück“


    2009

    Österreichischer Theaterpreis "Nestroy“


    2010

    Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis

    Mülheimer Dramatikerpreis

  • Link