Clemens Meyer

Geboren 1977 in Halle (Saale).

Clemens Meyer studierte von 1998 bis 2003 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sein Studium finanzierte er mit Stipendien und mit Arbeiten u.a. als Möbelpacker, Gabelstaplerfahrer und Wachmann. 2006 erschien sein erster Roman „Als wir träumten“, der von der Kritik hoch gelobt und 2015 von Andreas Dresen verfilmt wurde. 2008 erschien der Kurzgeschichtenband "Die Nacht, die Lichter", für den er den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller war Meyer als Gastdozent am Leipziger Literaturinstitut tätig. 2013 kam sein Roman "Im Stein" heraus, der sich mit Sexarbeit und den wirtschaftlichen Verwicklungen und Skandalen der Leipziger Realität der 1990er-Jahre beschäftigt. 2015 hatte Meyer die Poetikdozentur an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main inne. Meyers Werk ist mit zahlreichen Preisen geehrt worden, etwa mit dem MDR-Literaturpreis (2001), dem Rheingau-Literatur-Preis (2006) und dem Bremer Literaturpreis (2014). Im Jahr 2016 war er Mainzer Stadtschreiber. Clemens Meyer lebt in Leipzig.

 

Blick ins Werk

„Die Nächte waren öde und endlos, begannen um sechs und endeten um sechs, sie waren wie dunkle Tage, die sich berührten, und als sie aufhörten, öde zu sein, wurden sie noch endloser und dunkler, und wir wünschten uns die Langeweile zurück, Stunden im Halbschlaf zwischen den Rundgängen, unser Kopf durfte nie auf der Tischplatte liegen, sitzend dämmerten wir, aber das Objekt 95 war unberechenbar geworden, und einige von uns wurden ebenfalls unberechenbar und verloren die Nerven und wurden abgezogen, aber ich versuchte, ruhig zu bleiben, ich kannte die Neustadt, die Trabantenstadt, in der das Objekt 95 lag, kannte die Nächte, in denen die Leute verrückt wurden, machte seit Jahren Dienst im Objekt 95, machte seit Mitte der neunziger Jahre meine Runden in der ganzen Stadt, ich kannte die Wohnheime, die wir manchmal ‚Kanacken-Burgen‘ nannten, in denen die Ausländer lebten, keiner hatte dort je gern Dienst gemacht, und jetzt wurde alles noch schlimmer.“

(Leseprobe aus dem Buch „Die stillen Trabanten“ – Anfang des Prosatextes „Glasscherben im Objekt 95“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

Bücher

Eine Auswahl

 

Als wir träumten

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2006

 

Die Nacht, die Lichter

Stories, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2008

 

Gewalten. Ein Tagebuch

Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2010

 

Im Stein

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2013

 

Der Untergang der Äkschn GmbH. Frankfurter Poetikvorlesungen

Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2016

 

Die stillen Trabanten

Erzählungen, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2017

 

 

Auszeichnungen

Eine Auswahl

 

2001

MDR-Literaturpreis

 

2006

Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg

Rheingau-Literatur-Preis

 

2008

Preis der Leipziger Buchmesse

 

2014

Bremer Literaturpreis

 

2016

Mainzer Stadtschreiber

 

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Clemens Meyer

    Geboren 1977 in Halle (Saale).

    Clemens Meyer studierte von 1998 bis 2003 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sein Studium finanzierte er mit Stipendien und mit Arbeiten u.a. als Möbelpacker, Gabelstaplerfahrer und Wachmann. 2006 erschien sein erster Roman „Als wir träumten“, der von der Kritik hoch gelobt und 2015 von Andreas Dresen verfilmt wurde. 2008 erschien der Kurzgeschichtenband "Die Nacht, die Lichter", für den er den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller war Meyer als Gastdozent am Leipziger Literaturinstitut tätig. 2013 kam sein Roman "Im Stein" heraus, der sich mit Sexarbeit und den wirtschaftlichen Verwicklungen und Skandalen der Leipziger Realität der 1990er-Jahre beschäftigt. 2015 hatte Meyer die Poetikdozentur an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main inne. Meyers Werk ist mit zahlreichen Preisen geehrt worden, etwa mit dem MDR-Literaturpreis (2001), dem Rheingau-Literatur-Preis (2006) und dem Bremer Literaturpreis (2014). Im Jahr 2016 war er Mainzer Stadtschreiber. Clemens Meyer lebt in Leipzig.

     

  • Blick ins Werk

    „Die Nächte waren öde und endlos, begannen um sechs und endeten um sechs, sie waren wie dunkle Tage, die sich berührten, und als sie aufhörten, öde zu sein, wurden sie noch endloser und dunkler, und wir wünschten uns die Langeweile zurück, Stunden im Halbschlaf zwischen den Rundgängen, unser Kopf durfte nie auf der Tischplatte liegen, sitzend dämmerten wir, aber das Objekt 95 war unberechenbar geworden, und einige von uns wurden ebenfalls unberechenbar und verloren die Nerven und wurden abgezogen, aber ich versuchte, ruhig zu bleiben, ich kannte die Neustadt, die Trabantenstadt, in der das Objekt 95 lag, kannte die Nächte, in denen die Leute verrückt wurden, machte seit Jahren Dienst im Objekt 95, machte seit Mitte der neunziger Jahre meine Runden in der ganzen Stadt, ich kannte die Wohnheime, die wir manchmal ‚Kanacken-Burgen‘ nannten, in denen die Ausländer lebten, keiner hatte dort je gern Dienst gemacht, und jetzt wurde alles noch schlimmer.“

    (Leseprobe aus dem Buch „Die stillen Trabanten“ – Anfang des Prosatextes „Glasscherben im Objekt 95“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Als wir träumten

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2006

     

    Die Nacht, die Lichter

    Stories, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2008

     

    Gewalten. Ein Tagebuch

    Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2010

     

    Im Stein

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2013

     

    Der Untergang der Äkschn GmbH. Frankfurter Poetikvorlesungen

    Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2016

     

    Die stillen Trabanten

    Erzählungen, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2017

     

     

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2001

    MDR-Literaturpreis

     

    2006

    Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg

    Rheingau-Literatur-Preis

     

    2008

    Preis der Leipziger Buchmesse

     

    2014

    Bremer Literaturpreis

     

    2016

    Mainzer Stadtschreiber

     

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