Akos Doma

Geboren 1963 in Budapest.
Akos Doma wuchs in Ungarn, später in Italien und England auf und kam 1977 mit seinen Eltern nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte er Anglistik, Amerikanistik und Germanistik in München und Eichstätt. 1994 promovierte er mit der Arbeit
„Die andere Moderne. Knut Hamsun, D.H. Lawrence und die lebensphilosophische Strömung des literarischen Modernismus“. 2001 erschien sein Debütroman „Der Müßiggänger“ im Rotbuch Verlag. In den Folgejahren erschienen weitere Romane und mehrere, von der Kritik hoch gelobte Übersetzungsarbeiten – Akos Doma hat unter anderem Werke von Sándor Márai,
László F. Földényi und Péter Nádas ins Deutsche übertragen. Dafür und für seine eigenen belletristischen Werke erhielt er zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, etwa das Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (2007 und 2010) und das Literaturstipendium des Freistaats Bayern im Jahr 2014. Sein bei Rowohlt Berlin erschienener Roman „Der Weg der Wünsche“ schaffte es auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016.
Akos Doma lebt in Eichstätt.

Blick ins Werk

An jenem dösigen Sonntagnachmittag, während die Sonne hinter der efeugrünen Mauer der benachbarten Villa verschwand und die Torten auf dem Tisch Stück um Stück kleiner wurden und ihre Mutter Arm in Arm mit der Tante Runden auf dem Sandsteinpfad durch den Garten drehte, warteten Misi und Bori ungeduldig auf die Rückkehr ihres Vaters, wegen der Überraschung, die er ihnen versprochen hatte.
Es sollte Misis Geburtstagsgeschenk werden, aber beiden zugleich gehören, hatte ihr Vater gesagt. Bori konnte sich das nicht vorstellen, sie war schon vierzehn und Misi gerade sieben geworden, noch ein richtiges Kind, sie interessierte sich schon für ganz andere Dinge als er.
Es war warm an diesem Geburtstagssonntag. Bori hatte am Mittag ihrer Mutter geholfen, den Tisch unter dem alten Kirschbaum zu decken. Dann waren sie gekommen, Großpapa Béla und Großmama Róza, die Eltern ihrer Mutter, deren Schwester Tante Jolán mit Onkel Géza, der, obwohl Sonntag, von einem Geschäftsessen kam, selbst Onkel Barnabás, Großpapa Bélas Bruder, war da, der seine Wohnung im Budaer Burgviertel sonst kaum verließ. Allesamt Verwandte ihrer Mutter, ihr Vater hatte schon lange niemanden mehr.
Man erkundigte sich nach Károly. Er werde gleich da sein, erwiderte ihre Mutter jedes Mal und flüsterte etwas und zwinkerte. Bori lauschte, beobachtete alles genau, sie spürte, dass ein Geheimnis in der Luft lag.

(Leseprobe aus dem Roman „Der Weg der Wünsche“ - © Rowohlt Berlin Verlag, Berlin)

Bücher

 

Der Müßiggänger
Roman, Hamburg: Rotbuch Verlag 2001

Die allgemeine Tauglichkeit
Roman, Hamburg: Rotbuch Verlag 2011

Der Weg der Wünsche
Roman, Berlin: Rowohlt Berlin Verlag 2016

Auszeichnungen

 

2007 / 2010
Stipendiat der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen

2010
Stipendiat des Schleswig-Holsteinischen Künstlerhauses Eckernförde

2011
Förderpreis zum Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert-Bosch-Stiftung

2012
Dresdner Stadtschreiber

2013
Stipendiat im Stuttgarter Schriftstellerhaus

2014
Literaturstipendium des Freistaats Bayern

2015
Stipendium des Deutschen Studienzentrums in Venedig

2016
Longlist-Nominierung zum Deutschen Buchpreis

 

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Akos Doma

    Geboren 1963 in Budapest.
    Akos Doma wuchs in Ungarn, später in Italien und England auf und kam 1977 mit seinen Eltern nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte er Anglistik, Amerikanistik und Germanistik in München und Eichstätt. 1994 promovierte er mit der Arbeit
    „Die andere Moderne. Knut Hamsun, D.H. Lawrence und die lebensphilosophische Strömung des literarischen Modernismus“. 2001 erschien sein Debütroman „Der Müßiggänger“ im Rotbuch Verlag. In den Folgejahren erschienen weitere Romane und mehrere, von der Kritik hoch gelobte Übersetzungsarbeiten – Akos Doma hat unter anderem Werke von Sándor Márai,
    László F. Földényi und Péter Nádas ins Deutsche übertragen. Dafür und für seine eigenen belletristischen Werke erhielt er zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, etwa das Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (2007 und 2010) und das Literaturstipendium des Freistaats Bayern im Jahr 2014. Sein bei Rowohlt Berlin erschienener Roman „Der Weg der Wünsche“ schaffte es auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016.
    Akos Doma lebt in Eichstätt.

  • Blick ins Werk

    An jenem dösigen Sonntagnachmittag, während die Sonne hinter der efeugrünen Mauer der benachbarten Villa verschwand und die Torten auf dem Tisch Stück um Stück kleiner wurden und ihre Mutter Arm in Arm mit der Tante Runden auf dem Sandsteinpfad durch den Garten drehte, warteten Misi und Bori ungeduldig auf die Rückkehr ihres Vaters, wegen der Überraschung, die er ihnen versprochen hatte.
    Es sollte Misis Geburtstagsgeschenk werden, aber beiden zugleich gehören, hatte ihr Vater gesagt. Bori konnte sich das nicht vorstellen, sie war schon vierzehn und Misi gerade sieben geworden, noch ein richtiges Kind, sie interessierte sich schon für ganz andere Dinge als er.
    Es war warm an diesem Geburtstagssonntag. Bori hatte am Mittag ihrer Mutter geholfen, den Tisch unter dem alten Kirschbaum zu decken. Dann waren sie gekommen, Großpapa Béla und Großmama Róza, die Eltern ihrer Mutter, deren Schwester Tante Jolán mit Onkel Géza, der, obwohl Sonntag, von einem Geschäftsessen kam, selbst Onkel Barnabás, Großpapa Bélas Bruder, war da, der seine Wohnung im Budaer Burgviertel sonst kaum verließ. Allesamt Verwandte ihrer Mutter, ihr Vater hatte schon lange niemanden mehr.
    Man erkundigte sich nach Károly. Er werde gleich da sein, erwiderte ihre Mutter jedes Mal und flüsterte etwas und zwinkerte. Bori lauschte, beobachtete alles genau, sie spürte, dass ein Geheimnis in der Luft lag.

    (Leseprobe aus dem Roman „Der Weg der Wünsche“ - © Rowohlt Berlin Verlag, Berlin)

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  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Der Müßiggänger
    Roman, Hamburg: Rotbuch Verlag 2001

    Die allgemeine Tauglichkeit
    Roman, Hamburg: Rotbuch Verlag 2011

    Der Weg der Wünsche
    Roman, Berlin: Rowohlt Berlin Verlag 2016

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2007 / 2010
    Stipendiat der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen

    2010
    Stipendiat des Schleswig-Holsteinischen Künstlerhauses Eckernförde

    2011
    Förderpreis zum Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert-Bosch-Stiftung

    2012
    Dresdner Stadtschreiber

    2013
    Stipendiat im Stuttgarter Schriftstellerhaus

    2014
    Literaturstipendium des Freistaats Bayern

    2015
    Stipendium des Deutschen Studienzentrums in Venedig

    2016
    Longlist-Nominierung zum Deutschen Buchpreis