Zsuzsa Bánk

Geboren 1965 in Frankfurt am Main.

Zsuzsa Bánk studierte nach einer Tätigkeit als Buchhändlerin Publizistik, Politikwissenschaft und Literaturwissenschaft in Mainz und Washington. Anschließend arbeitete sie als Wirtschaftsredakteurin, seit 2000 ist sie freie Schriftstellerin. Für ihren ersten Roman „Der Schwimmer“ wurde sie u.a. mit dem „aspekte“-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt geehrt; das Buch avancierte zum internationalen Bestseller und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auch ihre nachfolgenden Werke wurden mit Auszeichnungen bedacht, etwa mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert-Bosch-Stiftung im Jahr 2004. Zsuzsa Bánk lebt in ihrer Geburtsstadt Frankfurt am Main.

 

 

Blick ins Werk

„27. März 2009 – 17:43

Liebste Johanna,

heute Morgen hat Simon beim ersten frühen, viel zu frühen Kaffee gesagt, wäre er zehn Jahre jünger und hätte drei Kinder weniger, hätte er mich schon verlassen. Eine Drossel hatte sich ans nachtbeschlagene Fenster gesetzt und mit ihrem Schnabel angeklopft, als wolle sie uns warnen und bremsen, uns belauschen, um es an diesem Frühlingsmorgen schnell in ihre Vogelwelt zu tragen, von Ast zu Ast, von Zweig zu Zweig, Drosseln und Finken zu verkünden, die nach dieser Nachricht schnappen würden wie nach einem Wurm, hört, hört, Neues aus der Körberstraße zwölf, hört, hört.

Simon sagte es in einem Ton, als sei es ohne Bedeutung, als sei es etwas wie: Das Wetter schwenkt um, ich nehme lieber den Zug und nicht den Wagen, und vielleicht habe ich deshalb nichts erwidert, Johanna, vielleicht habe ich deshalb Tassen und Teller aus der Spülmaschine in den Schrank geräumt, wie jeden Morgen, weiter Messer zu Messern, Löffel zu Löffeln gelegt und getan, als hätte ich nichts gehört und müsste deshalb auch nichts erwidern. Obwohl Simons Satz den ganzen still verregneten, langen, viel zu langen Tag in mir hämmert, mich aufscheucht und rastlos, ruhelos wie eine Gefangene in ihrer Zelle umherschickt, die Finger knetend, auf und ab, die Ringe drehend, besonders den einen, besonders diesen einen Ring.“

(Leseprobe aus dem Roman „Schlafen werden wir später“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

Bücher

 

Der Schwimmer

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2002

 

Heißester Sommer

Erzählungen, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2005

 

Die hellen Tage

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2011

 

Schlafen werden wir später

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2017

 

 

Eine Auswahl

Auszeichnungen

 

2000

Open-Mike-Preis

 

2002

aspekte-Literaturpreis des ZDF

 

2002

Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung

 

2002

Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg

 

2003

Bettina-von-Arnim-Preis der Zeitschrift „Brigitte“

 

2003

Deutscher Bücherpreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

 

2004

Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert-Bosch-Stiftung

Eine Auswahl

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Zsuzsa Bánk

    Geboren 1965 in Frankfurt am Main.

    Zsuzsa Bánk studierte nach einer Tätigkeit als Buchhändlerin Publizistik, Politikwissenschaft und Literaturwissenschaft in Mainz und Washington. Anschließend arbeitete sie als Wirtschaftsredakteurin, seit 2000 ist sie freie Schriftstellerin. Für ihren ersten Roman „Der Schwimmer“ wurde sie u.a. mit dem „aspekte“-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt geehrt; das Buch avancierte zum internationalen Bestseller und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auch ihre nachfolgenden Werke wurden mit Auszeichnungen bedacht, etwa mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert-Bosch-Stiftung im Jahr 2004. Zsuzsa Bánk lebt in ihrer Geburtsstadt Frankfurt am Main.

     

     

  • Blick ins Werk

    „27. März 2009 – 17:43

    Liebste Johanna,

    heute Morgen hat Simon beim ersten frühen, viel zu frühen Kaffee gesagt, wäre er zehn Jahre jünger und hätte drei Kinder weniger, hätte er mich schon verlassen. Eine Drossel hatte sich ans nachtbeschlagene Fenster gesetzt und mit ihrem Schnabel angeklopft, als wolle sie uns warnen und bremsen, uns belauschen, um es an diesem Frühlingsmorgen schnell in ihre Vogelwelt zu tragen, von Ast zu Ast, von Zweig zu Zweig, Drosseln und Finken zu verkünden, die nach dieser Nachricht schnappen würden wie nach einem Wurm, hört, hört, Neues aus der Körberstraße zwölf, hört, hört.

    Simon sagte es in einem Ton, als sei es ohne Bedeutung, als sei es etwas wie: Das Wetter schwenkt um, ich nehme lieber den Zug und nicht den Wagen, und vielleicht habe ich deshalb nichts erwidert, Johanna, vielleicht habe ich deshalb Tassen und Teller aus der Spülmaschine in den Schrank geräumt, wie jeden Morgen, weiter Messer zu Messern, Löffel zu Löffeln gelegt und getan, als hätte ich nichts gehört und müsste deshalb auch nichts erwidern. Obwohl Simons Satz den ganzen still verregneten, langen, viel zu langen Tag in mir hämmert, mich aufscheucht und rastlos, ruhelos wie eine Gefangene in ihrer Zelle umherschickt, die Finger knetend, auf und ab, die Ringe drehend, besonders den einen, besonders diesen einen Ring.“

    (Leseprobe aus dem Roman „Schlafen werden wir später“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

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  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Der Schwimmer

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2002

     

    Heißester Sommer

    Erzählungen, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2005

     

    Die hellen Tage

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2011

     

    Schlafen werden wir später

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2017

     

     

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2000

    Open-Mike-Preis

     

    2002

    aspekte-Literaturpreis des ZDF

     

    2002

    Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung

     

    2002

    Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg

     

    2003

    Bettina-von-Arnim-Preis der Zeitschrift „Brigitte“

     

    2003

    Deutscher Bücherpreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

     

    2004

    Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert-Bosch-Stiftung

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