Fatma Aydemir

Geboren 1986 in Karlsruhe.

Fatma Aydemir studierte von 2007 bis 2012 Germanistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main. Seit 2012 ist sie Redakteurin bei der „taz“. Als freie Autorin schreibt sie auch für andere Printmedien, etwa für die Popkulturzeitschrift „spex“ und für das „Missy Magazine“. Ihr Debütroman „Ellbogen“ erschien 2017 im Hanser Verlag. Fatma Aydemir lebt in Berlin.

 

 

Blick ins Werk

„Hätte Desiree mir nicht mit ihren langen, sauberen Fingern jeden Lippenstift und Nagellack einzeln vorgeführt, wäre ich niemals auf die Idee gekommen zu klauen. Es war Sommer, das weiß ich noch genau, denn Desiree trug hellblaue Hotpants und die auf ihren Beinen glänzenden Härchen standen aufrecht, weil die Klimaanlage den Supermarkt in einen großen Kühlschrank verwandelt hatte. Obwohl ich erst sieben war, wusste ich, dass ich so kurze Hosen niemals würde tragen dürfen. Und ich wusste auch, dass Mama mir niemals erlaubt hätte, einen Glitzerlippenstift zu kaufen. Desiree aber hatte einen Geldschein in der Hand und musste sich nur noch für eine Farbe entscheiden. Sie nahm den pinken Lippenstift, klar, denn Desiree war blond und hielt sich für Barbie. Eigentlich sah sie tatsächlich ein bisschen aus wie Barbie, doch das habe ich ihr nie gesagt. Das Leben war schon gut genug zu Desiree.“

(Leseprobe aus dem Roman „Ellbogen“ - © 2017 Carl Hanser Verlag, München)

Bücher

Ellbogen

Roman, München: Carl Hanser Verlag 2017

 

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Fatma Aydemir

    Geboren 1986 in Karlsruhe.

    Fatma Aydemir studierte von 2007 bis 2012 Germanistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main. Seit 2012 ist sie Redakteurin bei der „taz“. Als freie Autorin schreibt sie auch für andere Printmedien, etwa für die Popkulturzeitschrift „spex“ und für das „Missy Magazine“. Ihr Debütroman „Ellbogen“ erschien 2017 im Hanser Verlag. Fatma Aydemir lebt in Berlin.

     

     

  • Blick ins Werk

    „Hätte Desiree mir nicht mit ihren langen, sauberen Fingern jeden Lippenstift und Nagellack einzeln vorgeführt, wäre ich niemals auf die Idee gekommen zu klauen. Es war Sommer, das weiß ich noch genau, denn Desiree trug hellblaue Hotpants und die auf ihren Beinen glänzenden Härchen standen aufrecht, weil die Klimaanlage den Supermarkt in einen großen Kühlschrank verwandelt hatte. Obwohl ich erst sieben war, wusste ich, dass ich so kurze Hosen niemals würde tragen dürfen. Und ich wusste auch, dass Mama mir niemals erlaubt hätte, einen Glitzerlippenstift zu kaufen. Desiree aber hatte einen Geldschein in der Hand und musste sich nur noch für eine Farbe entscheiden. Sie nahm den pinken Lippenstift, klar, denn Desiree war blond und hielt sich für Barbie. Eigentlich sah sie tatsächlich ein bisschen aus wie Barbie, doch das habe ich ihr nie gesagt. Das Leben war schon gut genug zu Desiree.“

    (Leseprobe aus dem Roman „Ellbogen“ - © 2017 Carl Hanser Verlag, München)

  • Mediathek

  • Bücher

    Ellbogen

    Roman, München: Carl Hanser Verlag 2017