Mittwoch, den 10.12.2008

20:15 Uhr
 
Stereo
Bildformat 16:9
wissen aktuell: Goldgrube Müll

Konzept: Katharina Finger
Erstausstrahlung

[kurz]
Müll ist kein Abfall. Inzwischen lassen sich aus Müll sortenrein Rohstoffe gewinnen, zur Verstromung kann der Rest dank neuer Filter umweltgerecht verbrannt werden. So spricht man mancherorts schon von Müllknappheit, ein Verteilungskampf ist entbrannt. - Einen Abend lang berichtet "wissen aktuell" über die verschiedenen Aspekte des Rohstoffs der Zukunft.

[lang]
Müll ist in aller Munde: Einerseits beschäftigten in diesem Jahr immer wieder Skandale um Hausmüll wie in Neapel oder Industriemüll wie beim Atommülllager Asse die Nachrichten. Andererseits macht Abfall als die neue Energie- und Rohstoffquelle von sich reden. Angesichts explodierender Energiepreise ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland 2007 rund sechs Millionen Tonnen Müll importierte.
Die verschiedenen Aspekte des scheinbar nutzlosen Abfalls beschreibt Katharina Finger in den vier Themenblöcken "Skandale in der Müllbranche", "Kreislaufwirtschaft", "Müllvermeidung" und "Müll als neuer Rohstoff" ihres knapp zweistündigen Wissensabends "wissen aktuell: Goldgrube Müll": Mit Müll lassen sich Geschäfte machen. Im Guten wie im Schlechten. "wissen aktuell" startet mit einem Block von Berichten über "Skandale in der Müllbranche". Dieser Teil berichtet, wie gefährlicher Schrott illegal ins Ausland exportiert wird, und wie eine Müllmafia Neapel erstickt. Außerdem zeigt "wissen aktuell", wie Müll in Deutschland einfach verschwindet, und wie Politik und Wissenschaft beim Atommüllgrab Asse versagten. Im zweiten Themenblock dreht sich alles um "Kreislaufwirtschaft": Wie man mit Elektroschrott-Recycling in Deutschland Geld verdient, wie bei besonders energieintensiven Produkten wie Solarzellen durch Wiederverwertung Geld gespart wird und wie sogar ein Dortmunder Stahlwerk in China wiederverwertet wurde. Im dritten Block geht es um "Müllvermeidung": Eine Alternative zu manch herkömmlicher Plastikverpackung könnte beispielsweise sogenanntes Bioplastik sein, das auf Stärke basiert. Im letzten Block stellt der Wissensabend "Müll als neuen Rohstoff" vor. Dabei könnte er so lukrativsein, dass man sogar alte Deponien abbaut und dass sich die Müllentsorgung durch den Verkauf von Strom und Rohstoffen selbst finanzieren könnte. Vielleicht muss der Bürger für die Müllentsorgung in Zukunft sogar gar nicht mehr bezahlen.

3sat
Dokumentation
Wissenschaft Technik Umwelt

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