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Durch zuviel Wachstum und Raubbau an der Natur richtete sich die Zivilisation der Osterinseln selbst zugrunde.
Ende eines blühenden Paradieses
Können wir heute aus der Geschichte der Osterinsel etwas lernen?
Vor Jahrhunderten blüht auf der Osterinsel im Südostpazifik eine Hochkultur. "Rapa Nui" heißen die Bewohner, deren gigantische Steinskulpturen, die "Moai", ihre Kultur schützen sollten. Der niederländische Forscher Admiral Jakob Roggeveen entdeckt die Insel im Jahr 1722 und findet eine blühende Inselkultur und Landschaft vor. Etwa 20.000 Bewohner hat die Insel zu diesem Zeitpunkt, so schätzt er.
52 Jahre später läuft der berühmte Kapitän James Cook die Insel erneut an. Doch ihm bietet sich ein völlig anderes Bild: Nur noch wenige Menschen leben verstreut in unzugänglichen Höhlen. Bäume gibt es fast keine mehr und auch die Steingiganten liegen zerstört am Boden. Die Zivilisation der Osterinsel steht am Abgrund, denn die Menschen hatten weit über ihre Verhältnisse gelebt und durch ihr Wachstum mehr verbraucht, als sich auf der Insel regenerieren konnte.

"Wir sind bereits jetzt schon zu viele"
Mit knapp sieben Milliarden leben auf unserer Erde mittlerweile mehr als sieben Mal so viele Menschen wie zu Zeiten Kapitän Cooks. Ein gigantischer, exponentieller Anstieg in ungeheuer kurzer Zeit. Es gibt immer mehr Menschen, die immer mehr verbrauchen. Der Direktor der Zoological Society of London, Prof. Jonathan Baillie sagt: "1960 hatten wir ein Weltsozialprodukt in Höhe von zehn Billionen, 2050 werden es 100 Billionen sein. 1960 hatten wir ungefähr drei Milliarden Menschen, 2050 werden es 9,2 bis zehn Milliarden sein. Viel mehr Menschen verbrauchen immer mehr Ressourcen. Das ist ganz eindeutig nicht nachhaltig."

Und Prof. Norman Myers von der Universität Oxford verdeutlicht: "Wenn wir über nachhaltige Entwicklung sprechen, geht es hier nicht darum, ob wir sechs, sieben oder acht Milliarden sind. Man muss ganz klar sagen, dass wir bereits jetzt zu viele sind."

Ein Problem ist vor allem unser Konsumverhalten
Nick Nuttall ist Sprecher des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Nairobi. Er erklärt: "Schauen wir auf Teile Nordamerikas. Es gibt dort Leute, die pro Kopf 40 Tonnen an natürlichen Rohstoffen verbrauchen. In Europa mögen es im Schnitt 16 Tonnen sein. Auch in den Industrienationen ist der Verbrauch an Natur unterschiedlich hoch. Wenn allerdings die Menschen in den Schwellenländern demnächst soviel verbrauchen würden, wie die Menschen in Nordamerika, könnten wir nur noch auf ein Raumschiff hoffen, das uns an einen besseren Ort bringt."

Was aber, wenn sie nicht nur gleichviel konsumieren, sondern am Ende sogar mehr? Immer mehr Menschen, die immer mehr konsumieren - das ist leider vorstellbar. Denn unser westliches Modell einer wachsenden Konsumgesellschaft dient weitgehend als Leitidee. Und das weltweit. Alle wollen ein besseres und gleichzeitig billigeres Leben, besser Essen, eine größere Wohnung und ein schickeres Auto. Man will reisen und konsumieren. Fragt sich nur, wo das endet?

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