Freuds Theorien durch neue Techniken bestätigt
Bildgebende Verfahren liefern Momentaufnahmen des Gehirns
Sigmund Freud gründete seine Lehre vom Unbewussten auf jahrzehntelangen neuroanatomischen Studien. Sein Ziel bestand darin, für die Nervenheilkunde, die damals noch ein junger Zweig der Medizin war, neue Behandlungsmethoden zu erschließen. Um die biologischen Grundlagen zu verstehen, untersuchte Freud zunächst das Nervensystem von Tieren - und später menschliche Gehirne.

Entdeckung der Psychosomatik
1906 erhielten Golgi und der Mediziner Ramón y Cajal für ihre Forschungen zur Entschlüsselung der Struktur des Nervensystems den Medizin-Nobelpreis. Diese System besteht aus Milliarden veränderbarer Synapsen und Millionen miteinander kommunizierender Neuronen. Der Neurologe Jean-Martin Charcot entdeckte, dass körperliche Symptome auch rein geistige Ursachen haben können. Sein Wissen darum, dass sich für diese Krankheiten auch Behandlungsmethoden entwickeln lassen, gab der Forscher an Freud weiter. Charcot gelang es, bei seinen Hysterie-Patientinnen unter Hypnose Lähmungssymptome hervorzurufen, die er auch wieder auflösen konnte.


Dem Gehirn beim Denken zusehen
Durch die Möglichkeiten des Elektronenmikroskops und der Computertomographie erfüllt sich nun Freuds Ausgangswunsch. Es scheint nicht mehr abwegig, psychologische Termini durch physiologische oder chemische ersetzen zu können. Durch die bildgebenden Verfahren ist heute - fast 100 Jahre später - klar, dass Freud mit seinen Theorien wohl noch näher an der Wahrheit lag, als bisher vermutet.

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April 2008 / mm