Vladimir Nabokov wurde 1899 in St. Petersburg geboren. Seine Kindheit verbrachte er zumeist auf dem Landgut der Familie oder in den Hotels von Paris, Biarritz und der Riviera. Bereits mit siebzehn Jahren galten seine Interessen der Literatur und der Schmetterlingsforschung. Durch den Sieg der Bolschewisten verlor die Familie ihr Vermögen. Doch ein Stipendium ermöglichte Vladimir Nabokov 1919 das Studium in den Fächern Französisch, Entomologie und Literatur am Trinity College im englischen Cambridge.
Es gibt keine besondere Planung. Der Roman entsteht in einem blitzartigen Einfall. Das nächste Stadium dagegen, ist oft körperlich sehr anstrengend. Ich bin ein langsamer Schreiber, eine Schnecke, die ihr Haus mit einer Geschwindigkeit von 200 Seiten endgültigen Text pro Jahr trägt. In jenen Tagen und Nächten ging ich im allgemeinen nach der Kapitelfolge vor, wenn ich einen Roman schrieb. Aber trotzdem habe ich mich von Anfang an sehr stark auf die Komposition im Geist verlassen. Ganze Abschnitte habe ich im Kopf zusammengebaut, während ich durch die Straßen ging, in der Badewanne saß, oder im Bett lag. In den späten 1930er Jahren ging ich zu einer körperlich praktischeren Methode über, mit einem Bleistift mit Radiergummi am anderen Ende auf Karteikarten zu schreiben. Da ich immer von Anfang an den ganzen Roman seltsam deutlich vor mir - sozusagen "über mir“ - sehe finde ich die Karten besonders bequem, wenn ich mich nicht an die logische Kapitelfolge halte, sondern irgendwelche Passagen fertig stelle und die Lücken in keiner bestimmten Reihenfolge auffülle.
Ich will nicht mit Plato verwechselt werden, für den ich nichts übrig habe, aber ich glaube tatsächlich, dass das in diesem Fall so ist. Dass das ganze Buch, bevor es tatsächlich auf dem Papier steht, in einem idealen Zustand fertig zu sein scheint. In einer anderen, bald durchsichtigen, bald verschleierten Dimension. Und meine Aufgabe ist es, so viel aufzuschreiben, wie ich davon erkennen kann. Und so genau, wie Menschen möglich.