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Reformationstag - Dienstag, 31. Oktober
Programmwoche 44/2017
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6:09
VPS 06:10

Videotext Untertitel

Wege aus der Finsternis - Europa im Mittelalter (2/4)

Von Mönchen und Ketzern

Film von Uwe Kersken und Christian Feyerabend

Ganzen Text anzeigenZum Bild des "dunklen Mittelalters" trugen die Scheiterhaufen der Inquisition bei. Doch die Inquisitionsprozesse des 14. Jahrhunderts haben das moderne Rechtssystem entscheidend beeinflusst.

Denn zu den Gerichtsverfahren der Inquisition gehörte die Vereidigung der ...

Text zuklappenZum Bild des "dunklen Mittelalters" trugen die Scheiterhaufen der Inquisition bei. Doch die Inquisitionsprozesse des 14. Jahrhunderts haben das moderne Rechtssystem entscheidend beeinflusst.

Denn zu den Gerichtsverfahren der Inquisition gehörte die Vereidigung der Angeklagten, die außerdem das Recht hatten, Widerspruch einzulegen.


6:54
VPS 06:50

Videotext Untertitel

Wege aus der Finsternis - Europa im Mittelalter (3/4)

Von Bauern und Edelmännern

Film von Uwe Kersken und Christian Feyerabend

Ganzen Text anzeigen"Bauernarbeit trägt die Welt", heißt es im Mittelalter. Über Dreiviertel der Menschen sind Bauern, Leibeigene oder Tagelöhner, die die Ritter und Geistlichen ernähren.

Aber Not macht erfinderisch: Um das Jahr 1000 beginnt eine Agrarrevolution, die Europa von Grund ...

Text zuklappen"Bauernarbeit trägt die Welt", heißt es im Mittelalter. Über Dreiviertel der Menschen sind Bauern, Leibeigene oder Tagelöhner, die die Ritter und Geistlichen ernähren.

Aber Not macht erfinderisch: Um das Jahr 1000 beginnt eine Agrarrevolution, die Europa von Grund auf verändert und zu einer Bevölkerungsexplosion führt. Mit Wasser- und Windenergie und der Mühlentechnik erwächst Europa außerdem ein industrieller Vorsprung.


7:38
VPS 07:35

Videotext Untertitel

Wege aus der Finsternis - Europa im Mittelalter (4/4)

Von Städten und Kathedralen

Film von Uwe Kersken und Christian Feyerabend

Ganzen Text anzeigenDie Welt des Mittelalters ist im Umbruch: Zwischen 1035 und 1348 werden allein in Europa 3000 neue Städte gegründet, oftmals von genialen Stadtplanern auf dem Reißbrett entworfen.

Dabei wird so hoch gebaut wie nie zuvor. Bis heute sind die gotischen Kathedralen ...

Text zuklappenDie Welt des Mittelalters ist im Umbruch: Zwischen 1035 und 1348 werden allein in Europa 3000 neue Städte gegründet, oftmals von genialen Stadtplanern auf dem Reißbrett entworfen.

Dabei wird so hoch gebaut wie nie zuvor. Bis heute sind die gotischen Kathedralen Wahrzeichen vieler europäischer Städte. Auch der Fernhandel entwickelt sich, Seefahrer brechen zu neuen Kontinenten auf, und Italien erfindet den bargeldlosen Zahlungsverkehr.


8:23
VPS 08:20

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Kirche, Ketzer, Kurtisanen - das Konzil von Konstanz

Film von Luke Gasser

Ganzen Text anzeigen1414 lädt der deutsche König Sigismund zum Konzil nach Konstanz, um die tiefe Spaltung der Kirche zu beenden. Vier Jahre dauert der Kirchenkongress.

Weltliche und kirchliche Fürsten, Prälaten, Anwälte, Magister, Doktoren und nicht zuletzt viele hundert Kurtisanen ...

Text zuklappen1414 lädt der deutsche König Sigismund zum Konzil nach Konstanz, um die tiefe Spaltung der Kirche zu beenden. Vier Jahre dauert der Kirchenkongress.

Weltliche und kirchliche Fürsten, Prälaten, Anwälte, Magister, Doktoren und nicht zuletzt viele hundert Kurtisanen kommen nach Konstanz. Das Konzil von Konstanz beendet die Spaltung der Kirche und bringt kirchenrechtlich spektakuläre Neuerungen.

Es lädt aber auch Schuld auf sich: Im Sommer 1415 wird dem tschechischen Frühreformator Jan Hus trotz Zusicherung auf freies Geleit der Prozess gemacht. Jan Hus stirbt am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen vor den Mauern von Konstanz.


9:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Der Kreuzritter Richard Löwenherz (1/2)

Der Kampf gegen Saladin

Film von Richard Bedser

Ganzen Text anzeigenRichard Löwenherz und Sultan Saladin kämpften Ende des 12. Jahrhunderts um die Vormachtstellung im Nahen Osten. Die Dokumentation rekonstruiert die Begebenheiten an Originalschauplätzen.

Es ist die Zeit des dritten Kreuzzugs. 1095 hatte Papst Urban II. die ...
(ARD/NDR)

Text zuklappenRichard Löwenherz und Sultan Saladin kämpften Ende des 12. Jahrhunderts um die Vormachtstellung im Nahen Osten. Die Dokumentation rekonstruiert die Begebenheiten an Originalschauplätzen.

Es ist die Zeit des dritten Kreuzzugs. 1095 hatte Papst Urban II. die christliche Ritterschaft aufgerufen, nach Jerusalem zu ziehen. Damit setzte er eine Massenbewegung mit prägendem Einfluss auf die Geschichte Europas und des Vorderen Orients in Gang.

Bis heute - denn immer noch belastet die damals aufgerissene Kluft zwischen Orient und Okzident, zwischen Islam und Christentum das wechselseitige Verhältnis.

Der dritte Kreuzzug erreichte 1191 mit König Richard von England das Heilige Land. Richard gelang es, Sultan Saladin mehrere schwere Niederlagen zuzufügen, doch schlagen konnten die europäischen Ritter die muslimischen Heere nicht. Es kam zu einem Verständigungsfrieden, bei dem die Christen große Vorteile für sich aushandeln konnten. Sie bekamen die großen Städte an der Küste zugesprochen. Diese Orte waren für den europäisch-asiatischen Transithandel von großer Bedeutung.

Aufgrund seiner Tapferkeit erhielt König Richard von England den Beinamen "Löwenherz". Darüber hinaus war er aber auch bekannt für seine Grausamkeiten. So ließ er 3000 unbewaffnete muslimische Gefangene nach dem Sieg von Akkon hinrichten. Sultan Saladin seinerseits war kein verhasster arabischer Despot, sondern ein damals auch in Europa anerkannter Herrscher, der für seine Ritterlichkeit bekannt war. Im Gegensatz zu Richard ließ er nach der Eroberung Jerusalems seine unterlegenen Gegner nicht töten. Beide - Richard Löwenherz und Sultan Saladin - wurden zu Legenden der Geschichte.


(ARD/NDR)


9:59
VPS 10:00

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Der Kreuzritter Richard Löwenherz (2/2)

Der Kampf um Jerusalem

Film von Richard Bedser

Ganzen Text anzeigenRichard Löwenherz und Sultan Saladin kämpften Ende des 12. Jahrhunderts um die Vormachtstellung im Nahen Osten. Die Dokumentation rekonstruiert die Begebenheiten an Originalschauplätzen.

Es ist die Zeit des dritten Kreuzzugs. 1095 hatte Papst Urban II. die ...
(ARD/NDR)

Text zuklappenRichard Löwenherz und Sultan Saladin kämpften Ende des 12. Jahrhunderts um die Vormachtstellung im Nahen Osten. Die Dokumentation rekonstruiert die Begebenheiten an Originalschauplätzen.

Es ist die Zeit des dritten Kreuzzugs. 1095 hatte Papst Urban II. die christliche Ritterschaft aufgerufen, nach Jerusalem zu ziehen. Damit setzte er eine Massenbewegung mit prägendem Einfluss auf die Geschichte Europas und des Vorderen Orients in Gang.

Bis heute - denn immer noch belastet die damals aufgerissene Kluft zwischen Orient und Okzident, zwischen Islam und Christentum das wechselseitige Verhältnis.

Der dritte Kreuzzug erreichte 1191 mit König Richard von England das Heilige Land. Richard gelang es, Sultan Saladin mehrere schwere Niederlagen zuzufügen, doch schlagen konnten die europäischen Ritter die muslimischen Heere nicht. Es kam zu einem Verständigungsfrieden, bei dem die Christen große Vorteile für sich aushandeln konnten. Sie bekamen die großen Städte an der Küste zugesprochen. Diese Orte waren für den europäisch-asiatischen Transithandel von großer Bedeutung.

Aufgrund seiner Tapferkeit erhielt König Richard von England den Beinamen "Löwenherz". Darüber hinaus war er aber auch bekannt für seine Grausamkeiten. So ließ er 3000 unbewaffnete muslimische Gefangene nach dem Sieg von Akkon hinrichten. Sultan Saladin seinerseits war kein verhasster arabischer Despot, sondern ein damals auch in Europa anerkannter Herrscher, der für seine Ritterlichkeit bekannt war. Im Gegensatz zu Richard ließ er nach der Eroberung Jerusalems seine unterlegenen Gegner nicht töten. Beide - Richard Löwenherz und Sultan Saladin - wurden zu Legenden der Geschichte.


(ARD/NDR)


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10:43
VPS 10:40

Zweikanal-TonTonsignal in monoFormat 4:3

Mit Schwert und Leidenschaft

(1/2)

Fernsehfilm, Frankreich 1991

Darsteller:
ArnaudJean-Yves Berteloot
FiorellaValeria Cavalli
RidefortJean-Pierre Cassel
LudwigTobias Hoesl
SimonPaul Brooke
u.a.
Buch: Pierre Barret, Jean-Noël Gurgand, Tullio Pinelli, David Butler, Allan Baker
Regie: Jim Goddard
Länge: 91 Minuten

Ganzen Text anzeigenRitter Arnaud lebt mit seiner Familie in Poujols. Als sein Sohn beim Fischen beinahe ertrinkt, gelobt Arnaud, sein Leben Gott und der Kirche zu weihen,
wenn er durchkommt. Der Junge überlebt.

Kurze Zeit später wird Arnaud ins Gefolge der Kreuzritter gerufen. ...

Text zuklappenRitter Arnaud lebt mit seiner Familie in Poujols. Als sein Sohn beim Fischen beinahe ertrinkt, gelobt Arnaud, sein Leben Gott und der Kirche zu weihen,
wenn er durchkommt. Der Junge überlebt.

Kurze Zeit später wird Arnaud ins Gefolge der Kreuzritter gerufen. Schweren Herzens verabschiedet er sich von seiner Familie, ganz im Bewusstsein, für Gott und die gerechte Sache zu kämpfen. Arnauds abenteuerliche Reise ins Heilige Land beginnt.

Der zweiteilige Abenteuerfilm "Mit Schwert und Leidenschaft" erzählt in eindrucksvollen Bildern das Schicksal des französischen Ritters Arnaud D'Aubrac aus der Zeit der Kreuzzüge gegen Ende des 12. Jahrhunderts. In teils freier Anlehnung an tatsächliche Ereignisse und Personen verbindet der Film historische und emotionale Konflikte zu einem spannenden Abenteuerstoff und einer romantischen Liebesgeschichte.


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12:13
VPS 12:10

Zweikanal-TonTonsignal in monoFormat 4:3

Mit Schwert und Leidenschaft

(2/2)

Fernsehfilm, Frankreich 1991

Darsteller:
ArnaudJean-Yves Berteloot
FiorellaValeria Cavalli
RidefortJean-Pierre Cassel
LudwigTobias Hoesl
SimonPaul Brooke
u.a.
Buch: Pierre Barret, Jean-Noël Gurgand, Tullio Pinelli, David Butler, Allan Baker
Regie: Jim Goddard
Länge: 88 Minuten

Ganzen Text anzeigenRitter Arnaud, der ins Heilige Land kam, um ein Gelübde zu erfüllen, überbringt Sultan Saladin eine Lösegeldforderung für die Freilassung von dessen Schwester.

Für Saladin ein Anlass, Rache an den Kriegstreibern auf christlicher Seite zu nehmen. Während er den ...

Text zuklappenRitter Arnaud, der ins Heilige Land kam, um ein Gelübde zu erfüllen, überbringt Sultan Saladin eine Lösegeldforderung für die Freilassung von dessen Schwester.

Für Saladin ein Anlass, Rache an den Kriegstreibern auf christlicher Seite zu nehmen. Während er den Fürsten de Chatillon persönlich hinrichtet, begnadigt Saladin Arnaud zu lebenslanger Sklavenarbeit.

Arnauds Freund und Kampfgefährte, der deutsche Ritter Ludwig, wähnt Arnaud tot. Er reist nach Frankreich, um Arnauds Frau Elaine die schreckliche Nachricht zu überbringen. Er heiratet die "Witwe" und wird für Arnauds Sohn Roger ein neuer Vater. Unterdessen gelingt Arnaud die Flucht. Allein der Gedanke an Fiorella, die unerreichbare Geliebte, hat ihn alle Strapazen überleben lassen. Aber Fiorella ist in die Fänge des Tempelritters Ridefort geraten, der ihren Mann Simon getötet hat. Als Ridefort versucht, sich Fiorella zu nähern, stößt sie ihm ein Stilett in die Schulter. Zutiefst gedemütigt, fordert der Großmeister des Templerordens ihren Tod. Doch Arnaud kann sie retten.

Nachdem alle Bemühungen um einen Waffenstillstand gescheitert und die Kreuzritter von Saladins Truppen vernichtend geschlagen worden sind, versammeln sich die Reste der christlichen Armee in Jerusalem. Arnaud erfährt von der Heirat seiner Frau mit Ludwig. Verzweifelt verlässt er Jerusalem und Fiorella, um die Schande durch einen ehrenhaften Tod abzuwenden. Doch Ludwig, der nach Elaines Tod nach Jerusalem zurückgekehrt ist, macht sich auf die Suche nach dem Freund.


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13:41
VPS 13:40

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Friedrich II. und der Kreuzzug

Film von Christian Feyerabend und Daniel Sich

Ganzen Text anzeigen"Das Staunen der Welt" nannten manche Zeitgenossen den Staufer Friedrich II. (1194 - 1250), dessen Reich von Sizilien bis zur Nordseeküste reichte.

Als Kleinkind schon besaß er die deutsche Königswürde, seine Mutter Konstanze von Sizilien ließ ihn dort zum ...

Text zuklappen"Das Staunen der Welt" nannten manche Zeitgenossen den Staufer Friedrich II. (1194 - 1250), dessen Reich von Sizilien bis zur Nordseeküste reichte.

Als Kleinkind schon besaß er die deutsche Königswürde, seine Mutter Konstanze von Sizilien ließ ihn dort zum Monarchen krönen. Seine Heimat aber blieb Italien. Großes Interesse zeigte der Staufer an der arabischen Kultur und Wissenschaft.

Friedrich II. regierte das Land vor allem durch die Verteilung von Privilegien, was die Fragmentierung des Reichs und die Selbstständigkeit der Landesherren förderte. Nach langem Zögern unternahm er einen Kreuzzug ins Heilige Land.

Als einzigem Herrscher dieser Zeit gelang es ihm, das Heilige Grab in Jerusalem ohne einen einzigen Schwertstreich zu erobern. Allein durch sein Verhandlungsgeschick und seine Kompromissfähigkeit brachte er Sultan al-Kamil dazu, ihm Jerusalem, Bethlehem und Nazareth in einem Waffenstillstand zuzubilligen. Doch andere Kreuzfahrer wollten den "Heiligen Krieg" im Namen der Christenheit fortsetzen.


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14:26
VPS 14:25

Format 4:3Videotext Untertitel

Nostradamus - Prophet des Unheils

Film von Günther Klein

(aus der ZDF-Reihe "Sphinx")

Ganzen Text anzeigenMichel de Nostredame (1503 - 1566), später Nostradamus genannt, war einer der berühmtesten Männer des alten Europa. Der Film stellt den französischen Apotheker, Arzt und Astrologen vor.

Angeblich sagte der weltberühmte Prophet die Französische Revolution voraus, ...

Text zuklappenMichel de Nostredame (1503 - 1566), später Nostradamus genannt, war einer der berühmtesten Männer des alten Europa. Der Film stellt den französischen Apotheker, Arzt und Astrologen vor.

Angeblich sagte der weltberühmte Prophet die Französische Revolution voraus, den Ersten Weltkrieg, den Aufstieg Hitlers und Stalins, die Entwicklung der Atombombe. Was ist dran an den Weissagungen des südfranzösischen Pest-Arztes?

Seine atemberaubende Karriere ist nicht allein das Ergebnis seiner literarischen Weissagungen, die er als "Prophéties" 1562 veröffentlichte und die bis heute mehr als 40 Neuauflagen erfuhren. Vor allem verstand er es in genialer Weise, die Ängste und Erwartungen seiner Mitmenschen zu bedienen und die Ratlosigkeit und Unruhe seiner Zeit für sein Renommee zu nutzen.

Auf einer historischen Spurensuche folgt der Film den widersprüchlichen und geheimnisvollen Lebensstationen des "Sehers von Salon".


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15:09
VPS 15:05

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Ein Tag im Mittelalter

Film von Jan Karitzky

(aus der ZDF-Reihe "Terra X")

Ganzen Text anzeigenDer "Terra X"-Dreiteiler "Ein Tag in..." ist eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Zeitreise in den Alltag vergangener Epochen. Diese Folge führt ins mittelalterliche Frankfurt am Main.

Das Leben von Kaisern und Königen ist umfassend erforscht und dokumentiert. ...

Text zuklappenDer "Terra X"-Dreiteiler "Ein Tag in..." ist eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Zeitreise in den Alltag vergangener Epochen. Diese Folge führt ins mittelalterliche Frankfurt am Main.

Das Leben von Kaisern und Königen ist umfassend erforscht und dokumentiert. Der Alltag von ganz normalen Menschen hingegen ist wenig bekannt, steckt aber voller Überraschungen und eröffnet einen neuen, verblüffenden Blick auf unsere Geschichte.

Die zweite Folge der "Terra X"-Reihe "Ein Tag in ..." zeigt, wie es gewesen wäre, im mittelalterlichen Frankfurt am Main zu leben. Der Film erzählt einen Tag im Leben des Wundarztes Jakob Althaus im Jahr 1454. Er beginnt mit einem frühmorgendlichen Notfall und endet mit einem nächtlichen Kneipenbesuch. Jakobs Geschichte ist erfunden, und dennoch ist sie wahr, recherchiert und verdichtet aus historischen Biografien und spektakulären Erkenntnissen der Forschung.

Während das Heilige Römische Reich Deutscher Nation als zersplittertes Sammelsurium souveräner Territorien politisch im Mittelalter steckt, schlägt in Frankfurt bereits der Puls der neuen Zeit. Der Tuchhandel und die Messe haben die Stadt zum "Kaufhaus der Deutschen" gemacht, in dem Waren und Wissen aus aller Welt gehandelt werden. Ein gewisser Johannes Gutenberg stellt die technische Revolution der Zeit, den Buchdruck mit beweglichen Lettern, auch in Frankfurt vor. Als bedeutender Steuerzahler ist die freie Reichsstadt nur dem Kaiser untertan. Die Könige lassen sich in Frankfurt am Main wählen und später, wie die Kaiser auch, krönen.

Aber die Forscher haben auch herausgefunden, wie weit Frankfurt im Alltag von den Standards einer modernen Stadt entfernt ist. Das tägliche Leben folgt damals dem mittelalterlichen Weltbild einer unantastbaren göttlichen Ordnung der Dinge. Erlasse, berufsständische Regelwerke der Zünfte und Benimmbücher regeln pedantisch den Alltag. Von der Körperhygiene - Ärzte wie Jakob haben sich in jedem Fall aus Gründen der Höflichkeit die Hände zu waschen - bis zum Umgang mit der knöchelhoch stehenden Kloake auf den Straßen. Hat der angesammelte Unrat eine gewisse Höhe erreicht, wird einfach neues Pflaster verlegt. Auf Jakobs Weg zu seinen Patienten erlebt der Zuschauer die beengten Lebensbedingungen in der Stadt. Trickreich bauen die Frankfurter sogar Häuser auf Stelzen, um Wohnraum zu schaffen, ohne wichtige Wege zu verlieren - die ersten Fußgängerpassagen entstehen.

Großfamilien samt Tieren und Handwerksgesellen leben auf engstem Raum, praktisch ohne Licht, denn die Fenster werden klein gehalten, damit die Wohnungen nicht auskühlen. Und trotzdem: Die Menschen frieren so sehr, dass das Nutzvieh im Erdgeschoss als tierische Fußbodenheizung dienen muss. Wegen der Dunkelheit sind Unfälle im Haushalt an der Tagesordnung - eine typische Verletzungsursache in der mittelalterlichen Stadt, wie Forscher der Universität von Odense in Dänemark entdeckt haben.

Dort befindet sich die größte Sammlung mittelalterlicher Knochen in Europa. Die Funde zeigen aber auch: Die Wundärzte des Mittelalters operieren bereits komplizierte Verletzungen erstaunlich erfolgreich. Wundärzte wie Jakob, der wie die meisten seiner Kollegen seine Lehrjahre auf den Schlachtfeldern Europas verbracht hat, beherrschen sogar Eingriffe am offenen Schädel. Nicht nur das: Ein Forscherteam der Universität von Nottingham entdeckt in einem mittelalterlichen Rezeptbuch die Beschreibung für eine Salbe, die sich in ersten Tests als hochwirksam gegen heutige multiresistente Keime erweist.

Es ist ein Alltag voller Widersprüche, den Jakob auf seinem Weg durch die Stadt erlebt: die herzhafte Beschimpfungskultur des Mittelalters, die hohe Gewaltbereitschaft der Bürger in Ermangelung einer Polizei und das bizarr anmutende Bestrafungssystem der "Schandmasken". Gleichzeitig verändert der technische Fortschritt das Leben der Menschen und ihr Denken. Die mechanische Uhr definiert das Zeitverständnis und die Arbeitsbeziehungen neu. Und das kalte Wetter, das die "Kleine Eiszeit" nach Deutschland bringt, setzt den Erfindungsreichtum in Gang: Daunendecken, Glasfenster und Dämmung der Wände schützen seitdem gegen Kälte und Krankheiten im Alltag.


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15:53
VPS 15:50

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Imperium der Päpste (1/3)

Duell zwischen Kreuz und Krone

Film von Jens-Peter Behrend

Ganzen Text anzeigenDie dreiteilige Dokumentationsreihe "Imperium der Päpste" dokumentiert Aufstieg und Fall des Papsttums von der größten weltlichen Macht bis zum drohenden Untergang.

Der Schauspieler Maximilian Schell führt als Erzähler durch die Handlung. Die erste Folge ...

Text zuklappenDie dreiteilige Dokumentationsreihe "Imperium der Päpste" dokumentiert Aufstieg und Fall des Papsttums von der größten weltlichen Macht bis zum drohenden Untergang.

Der Schauspieler Maximilian Schell führt als Erzähler durch die Handlung. Die erste Folge untersucht den "Fall Canossa" und rekonstruiert mithilfe von Wissenschaftlern die wahren Begebenheiten.

König oder Papst - wer ist Herrscher über die Welt? Mit dem berühmten "Gang nach Canossa" kommt es zum Showdown im Kampf über die lang schwelende Frage. Auf der Bergfestung Canossa unterwirft sich der deutsche König dem Papst. So entsteht ein Reizmythos, der die Deutschen seit 1000 Jahren beschäftigt. Man denkt an Schmach und Erniedrigung. Aber stimmt diese Geschichte? Hat nicht vielleicht der deutsche König Heinrich IV. ein egoistisches Spiel vor den Mächtigen der Welt gespielt, um Kaiser werden zu können?


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16:36
VPS 16:35

Videotext Untertitel

Imperium der Päpste (2/3)

Verschwörung im Vatikan

Film von Luise Wagner-Roos und Jan Peter

Ganzen Text anzeigenIn der zweite Folge geht Maximilian Schell der Frage nach, welche Rolle der Papst bei der Pazzi-Verschwörung von 1478 spielte.

Nach der Katastrophe von Avignon beginnt die Zeit der Papstkönige. Sixtus IV. will Rom zum neuen Oberhaupt der Welt machen und lässt die ...

Text zuklappenIn der zweite Folge geht Maximilian Schell der Frage nach, welche Rolle der Papst bei der Pazzi-Verschwörung von 1478 spielte.

Nach der Katastrophe von Avignon beginnt die Zeit der Papstkönige. Sixtus IV. will Rom zum neuen Oberhaupt der Welt machen und lässt die Sixtinische Kapelle bauen - eines der größten Heiligtümer der Christenheit, in dem bis heute das Konklave abgehalten wird.

Doch der fromme Franziskaner stürzt den Vatikan in eine erbitterte Fehde gegen den mächtigen und schillernden Clan der Medici. Die Familienoberhäupter sollten durch Francesco de' Pazzi und Girolamo Riario, einem Neffen von Papst Sixtus IV., ersetzt werden. Am 26. April 1478 wird Giuliano de' Medici Opfer der Pazzi-Verschwörung.


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17:20
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Imperium der Päpste (3/3)

Flammen über Rom

Film von Michael Gregor

Ganzen Text anzeigenIn der letzten Folge begibt sich Maximilian Schell auf eine Zeitreise zu den "letzten Tagen von Rom" und analysiert, welche Fehler der Renaissancepäpste zur Kirchenspaltung beigetragen haben.

Martin Luther erhebt sich zum Gegenspieler der Heiligen Väter. Der gelehrte ...

Text zuklappenIn der letzten Folge begibt sich Maximilian Schell auf eine Zeitreise zu den "letzten Tagen von Rom" und analysiert, welche Fehler der Renaissancepäpste zur Kirchenspaltung beigetragen haben.

Martin Luther erhebt sich zum Gegenspieler der Heiligen Väter. Der gelehrte Theologe kritisiert den Ablasshandel, mit dem das ausschweifende Leben der Päpste finanziert werden soll.

Papst Leo X. hält prunkvoll Hof wie ein Renaissancefürst und beschäftigt die berühmtesten Künstler seiner Zeit wie zum Beispiel Raffael. Das Erbe seiner verschwendungssüchtigen Vorgänger wird Clemens VII. zum Verhängnis. Er verwickelt sich in eine Folge politischer Fehlentscheidungen - bis er am Ende aus Rom fliehen muss. Doch das Papsttum überlebt die "Schreckensjahre" des 16. Jahrhunderts, weil im Vatikan eine erfolgreiche Fehlerkorrektur betrieben wird, die in der Petersdomkuppel Michelangelos ihr strahlendes Symbol findet.


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18:03
VPS 18:00

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Luthers Revolution

Der Siegeszug des Protestantismus

Film von Joseph Maxwell

Ganzen Text anzeigenDie römisch-katholische Kirche ist im 15. Jahrhundert eine Weltmacht, deren Einfluss weit über Glaubensfragen hinausgeht. Ein kleiner Mönch aus Wittenberg fordert diese Macht heraus.

Luther entfacht eine Revolution, die in ganz Europa um sich greift und die ...
(ARD/NDR)

Text zuklappenDie römisch-katholische Kirche ist im 15. Jahrhundert eine Weltmacht, deren Einfluss weit über Glaubensfragen hinausgeht. Ein kleiner Mönch aus Wittenberg fordert diese Macht heraus.

Luther entfacht eine Revolution, die in ganz Europa um sich greift und die Grundfesten bisheriger Überzeugungen ins Wanken bringt. Es geht um das Verhältnis zwischen Mensch und Gott - und somit auch um Macht, Herrschaft und Gehorsam und um die Freiheit.

Der Reformator Luther wird zum Staatsfeind Nummer eins. Er kann sich der Todesdrohung eines verbannten Ketzers entziehen, doch seine Ideen haben sich längst verselbständigt. Es kommt zum blutigen Bauernaufstand in Deutschland. Die herrschende Ordnung wird in Frage gestellt. In England löst der Protestantismus unter König Henry VIII. den Katholizismus ab - mit der Folge eines zerstörerischen Kultur- und Kirchenkampfes. In der Schweiz radikalisiert ein Prediger Luthers Lehre: Johannes Calvin.

Doch die Ansichten der beiden Reformer sind sehr unterschiedlich: Während Luther einen gütigen Gott predigt, sieht Calvin jegliche menschliche Entwicklung als von einem unerbittlichen Gott vorherbestimmt und unabänderlich. Seine Lehre legt den Grundstein für den Glauben, auserwählt zu sein - und für das Sendungsbewusstsein späterer religiöser und politischer Eiferer, aber auch für den Siegeszug des modernen Kapitalismus.

Doch zunächst muss sich der Protestantismus in Europa gegen die Macht von Kirche und Staat durchsetzen. Erbitterte Glaubenskriege, bei denen es in Wirklichkeit um Macht und Vorherrschaft geht, fordern Hunderttausende Opfer. Der Dreißigjährige Krieg verheert fast ganz Europa, dezimiert die Bevölkerungen mächtiger Reiche, und am Ende wird nichts mehr so sein wie vor Luther.


(ARD/NDR)


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18:46
VPS 18:45

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Luther und die Nation

Film von Friedrich Klütsch und Daniel Sich

Ganzen Text anzeigenZunächst war er nur ein einfacher Mönch, dann wurde aus Martin Luther eine epochale Figur, die wie kein anderer zuvor die Deutschen einte und spaltete.

Der Reformator war einer der ersten, der Geschichte schrieb, indem er explizit an nationale Gefühle appellierte. ...

Text zuklappenZunächst war er nur ein einfacher Mönch, dann wurde aus Martin Luther eine epochale Figur, die wie kein anderer zuvor die Deutschen einte und spaltete.

Der Reformator war einer der ersten, der Geschichte schrieb, indem er explizit an nationale Gefühle appellierte. Er übersetzte die Bibel ins Deutsche, verbreitete damit Sprache und Wissen, legte auch dadurch ein Fundament wachsender deutscher Identität.

Es war die Epoche des Habsburger Kaisers Karl V., der sich nach alter Tradition als Herrscher von Gottes Gnaden und Verteidiger der christlichen Einheit verstand. Doch viele witterten im Laufe der Reformation die Chance, auf Distanz zu Rom und dem Kaiser zu gehen und ihre Stellung im Machtgefüge der Zeit zu verbessern. Anders als der Habsburger Karl V., der nicht einmal der deutschen Sprache mächtig war, entwickelte sich Luther zur Identifikationsfigur, wurde ungemein populär.


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19:30
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern

Film von Martin Carazo Mendez

Ganzen Text anzeigen1521 herrscht Aufruhr: Der junge Priester Thomas Müntzer wendet sich gegen die kirchliche und weltliche Obrigkeit. Mit dem Ausbruch des Bauernkrieges wird er zur Leitfigur des Aufstands.

Müntzer fordert für alle Menschen das gottgegebene Recht auf Freiheit und ...

Text zuklappen1521 herrscht Aufruhr: Der junge Priester Thomas Müntzer wendet sich gegen die kirchliche und weltliche Obrigkeit. Mit dem Ausbruch des Bauernkrieges wird er zur Leitfigur des Aufstands.

Müntzer fordert für alle Menschen das gottgegebene Recht auf Freiheit und Gleichheit. Die Kirchenkritik Luthers geht ihm nicht weit genug. Er nimmt gegen Luther Stellung und bekräftigt seine Absicht, eine gerechtere Ordnung durchzusetzen - notfalls mit Gewalt.

Nicht nur das Papsttum, auch die ständisch geprägte weltliche Ordnung sind ihm ein Dorn im Auge. Christus sei in einem Viehstall geboren, schreibt er, er sei auf der Seite der Armen und Entrechteten. Die Fürsten, die in Pelzmäntel gekleidet auf Seidenkissen säßen, seien "Christo ain greuel". Nach Müntzers theologischer Überzeugung fordert die Heilige Schrift die Freiheit des Menschen.

Müntzer war kein Mann der Kompromisse. Er wurde von den Fürsten misstrauisch beäugt und geriet immer wieder in Konflikt mit der Obrigkeit. Als 1524 der Deutsche Bauernkrieg ausbrach, schlug Müntzer sich auf die Seite der Landleute. Seinen blutigen Höhepunkt erreichte der Konflikt mit den Landesherren in der Schlacht von Frankenhausen. Der Kampf mit ungleichen Waffen, Musketen gegen Mistgabeln, geriet zum Massaker. Die Niederlage der Bauern besiegelte auch Müntzers Schicksal. Als Bauernführer und Ketzer gefoltert, wurde er 1525 vor den Toren der Stadt Mühlhausen hingerichtet.


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20:14
VPS 20:15

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Mit AudiodeskriptionVideotext Untertitel
Dienstag 31. Oktober

Der Name der Rose

Spielfilm, BRD/Italien/Frankreich 1986

Darsteller:
William von BaskervilleSean Connery
Adson von MelkChristian Slater
Bernardo GuiF. Murray Abraham
Jorge de BurgosFeodor Chaliapin jr.
Ubertino de CasaleWilliam Hickey
AbbeMichael Lonsdale
u.a.
Regie: Jean-Jacques Annaud
Länge: 126 Minuten

Ganzen Text anzeigen1327: Der Franziskanermönch William von Baskerville und seiner junger Novize Adson werden in einem abgelegenen italienischen Kloster mit einer Serie unheimlicher Todesfälle konfrontiert.

Während die Mönche des Klosters darin Zeichen der drohenden Apokalypse sehen, ...
(ARD/BR)

Text zuklappen1327: Der Franziskanermönch William von Baskerville und seiner junger Novize Adson werden in einem abgelegenen italienischen Kloster mit einer Serie unheimlicher Todesfälle konfrontiert.

Während die Mönche des Klosters darin Zeichen der drohenden Apokalypse sehen, glaubt der scharfsinnige William an eine sehr viel weltlichere Ursache für die grausamen Mordfälle. Er beginnt zu recherchieren und kommt bald einem diabolischen Komplott auf die Spur.

Man schreibt das Jahr 1327, die finstere Epoche des Mittelalters neigt sich allmählich dem Ende zu. Das sich verändernde Welt- und Menschenbild macht auch vor den Religionen nicht halt. Glaubensdispute und Machtkämpfe sind die Folge. Nachdem es zwischen dem Franziskanerorden und dem Vatikan zu einem erbitterten Streit gekommen ist, reist der englische Franziskanerpater William von Baskerville mit seinem Adlatus, dem blutjungen Novizen Adson, in die Ligurischen Alpen. Dort soll er bei einem Treffen der gegnerischen Fraktionen in einer abgelegenen Benediktinerabtei den Vermittler spielen. Allerdings wird die bevorstehende Konferenz vom mysteriösen Todesfall eines Benediktinerbruders überschattet.

Während der für seinen Scharfsinn berühmte William den Verlauf des Falls gedanklich nachvollzieht, kommt es im Kloster zu einer ganzen Serie von unheimlichen Mordfällen. Ein Übersetzer wird in einem Kessel voller Schweineblut aufgefunden, die Leiche eines Bibliotheksgehilfen findet man in einer gefüllten Badewanne. Für die verängstigten Mönche besteht kaum ein Zweifel, dass es sich bei den Ereignissen um die ersten Zeichen der Apokalypse handelt. William hingegen ahnt, dass nicht Gottes Zorn hinter den bizarren Morden steckt, sondern ein diabolischer Täter aus Fleisch und Blut.

Dennoch rufen die Ereignisse die päpstliche Inquisition auf den Plan. Der grausame Großinquisitor Bernardo Gui, ein Erzfeind des fortschrittlichen Querdenkers William, sieht in der Abtei den Teufel am Werk. Schnell macht er mehrere Schuldige aus, darunter ein schönes, wildes Mädchen, in das der junge Adson sich verliebt hat. Während Gui durch Folter und Hexenverbrennungen das Böse bannen will, forschen William und Adson unermüdlich weiter - und kommen dem dunklen Geheimnis des Klosters Stück für Stück näher.

Mit großem Aufwand und internationaler Starbesetzung adaptierten der Produzent Bernd Eichinger und der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud ("Sieben Jahre in Tibet") Umberto Ecos Bestsellers für die Kinoleinwand. Beim Publikum erwies sich der atmosphärische Klosterkrimi weltweit als großer Erfolg. Allein in Deutschland lockte er fast sechs Millionen Zuschauer in die Kinos. Hauptdarsteller Sean Connery erhielt für seine Verkörperung des genialischen Querdenkers William den British Academy Award. In Italien wurde der Film bei der Verleihung der renommierten Donatello-Awards in vier Kategorien ausgezeichnet.


(ARD/BR)


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22:20
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die Pilgerin (1/2)

Fernsehfilm, Deutschland 2014

Darsteller:
Tilla WillingerJosefine Preuß
Sebastian LauxJacob Matschenz
Otfried WillingerVolker Bruch
Koloman LauxFriedrich von Thun
Veit GürtlerDietmar Bär
Rigobert GürtlerSebastian Hülk
u.a.
nach dem Roman von: Iny Lorentz
Drehbuch: Don Schubert, Khyana el Bitar, Sebastian Orlac, Marc O. Seng
Regie: Philipp Kadelbach

Ganzen Text anzeigenDie junge, freiheitsliebende Tilla Willinger führt als Tochter eines wohlhabenden Kaufherrn in der Freien Reichsstadt Tremmlingen ein behütetes Leben. Das ändert sich, als ihr Vater stirbt.

Ihr ehrgeiziger Bruder Otfried löst als erstes ihre vom Vater geplante ...

Text zuklappenDie junge, freiheitsliebende Tilla Willinger führt als Tochter eines wohlhabenden Kaufherrn in der Freien Reichsstadt Tremmlingen ein behütetes Leben. Das ändert sich, als ihr Vater stirbt.

Ihr ehrgeiziger Bruder Otfried löst als erstes ihre vom Vater geplante Verlobung mit Damian, dem Erben des Bürgermeisters Laux. Er zwingt sie stattdessen zur Heirat mit seinem neuen Bundesgenossen im Stadtrat, dem durchtriebenen Veit Gürtler.

Otfried selbst nimmt die zarte Radegund, Veits Nichte, zur Frau, um die neue Allianz zwischen den Gürtlers und den Willingers zu festigen. Er weigert sich außerdem, das Testament des gehassten Vaters umzusetzen. Dieser hatte aus drängender Sorge um sein Seelenheil verfügt, dass nach seinem Tod sein Herz nach Santiago de Compostela gebracht werden soll.

Als Tillas neuer, brutaler Ehemann Veit noch in der Hochzeitsnacht stirbt, flieht sie mit dem einbalsamierten Herzen des Vaters im Gepäck aus der Heimatstadt. Als Junge "Moritz" verkleidet schließt sie sich einer zusammengewürfelten Pilgergruppe an. Geführt wird die Truppe vom strengen, tiefgläubigen Vater Thomas. Mit dabei sind der freundliche, joviale Schmied Ambros, der "Moritz'" Freundschaft sucht, und der fanatische Sepp, der schnell alles Ungemach, das die Pilger befällt, an "Moritz" festmacht. Dann gibt es noch den feisten Dieter, der im Auftrag seines Herrn pilgert, sowie den jungen Hermann und den schweigsamen Manfred.

Was Tilla nicht ahnt: Rigobert, der rachsüchtige uneheliche Sohn ihres verstorbenen Mannes, ist ihr in Otfrieds Auftrag auf den Fersen. Denn Tilla hat, ohne es zu ahnen, zusammen mit dem Herzen ein Dokument mitgenommen, das ihren Bruder des Hochverrats am Kaiser überführen könnte. Auch Bürgermeister Laux schickt Tilla jemanden hinterher: Sein jüngerer Sohn Sebastian, der für das Handelsgeschäft weniger tauglich ist, soll Tilla sicher zu Damian nach Tremmlingen zurückholen.

Während Otfried in Tremmlingen gegen den Widerstand von Laux versucht, im Rat der Stadt Fuß zu fassen, stößt Sebastian zu Tillas Pilgertruppe, bewahrt aber ihr Geheimnis.

Als die Pilger schließlich von Räubern überfallen werden, erfahren sie Rettung durch einen einarmigen Ritter namens Gourdeville. In seiner Begleitung befindet sich die betörend schöne Freifrau Felicia de Béarn. Gourdeville sagt, er habe sie vor Entführern gerettet und geleite sie nun nach Hause. Kurz darauf wird Felicia erneut geraubt. Es gelingt zwar, sie wieder zu befreien, dabei werden jedoch Tilla alias "Moritz", Sebastian und Gourdeville von den Häschern des Grafen Aymer gefangen genommen und in den Kerker seiner Burg geworfen. Der Furcht einflößende Graf Aymer scheint besonderen Gefallen an dem zarten Knaben "Moritz" zu finden und lässt ihn in sein Gemach bringen. Aymer bedrängt Tilla, die zu ihrem Entsetzen begreifen muss: Aymer hat längst erkannt, dass sie eine Frau ist.


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23:50
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die Pilgerin (2/2)

Fernsehfilm, Deutschland 2014

Darsteller:
Tilla WillingerJosefine Preuß
Sebastian LauxJacob Matschenz
Otfried WillingerVolker Bruch
Koloman LauxFriedrich von Thun
Veit GürtlerDietmar Bär
Rigobert GürtlerSebastian Hülk
u.a.
nach dem Roman von: Iny Lorentz
Drehbuch: Don Schubert, Khyana el Bitar, Sebastian Orlac, Marc O. Seng
Regie: Philipp Kadelbach

Ganzen Text anzeigenGraf Aymer spielt mit der wehrlosen Tilla, bis er plötzlich das Interesse verliert. So erfährt Tilla aber, warum Aymer Felicia de Béarn verfolgt: Sie war seinem jüngeren Bruder versprochen.

Doch bevor es zur Hochzeit kam, wurde dieser von Felicia vergiftet. Nun ...

Text zuklappenGraf Aymer spielt mit der wehrlosen Tilla, bis er plötzlich das Interesse verliert. So erfährt Tilla aber, warum Aymer Felicia de Béarn verfolgt: Sie war seinem jüngeren Bruder versprochen.

Doch bevor es zur Hochzeit kam, wurde dieser von Felicia vergiftet. Nun sinnt Aymer auf Rache. Gourdeville kann sich und Sebastian aus dem Kerker befreien, und zusammen mit Tilla gelingt ihnen die Flucht.

Rigobert, der immer noch nach Tilla sucht, wird Zeuge, wie Aymers Männer in einem Gasthof nach den Entflohenen suchen. Er bietet seine Hilfe an. Aymer rüstet den brutalen Kämpfer neu aus und bittet ihn, im Gegenzug Felicia für ihn herbeizuschaffen. Tilla, Sebastian und Gourdeville stoßen wieder zur Pilgertruppe. Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung, als "Moritz" Felicia mit Aymers Mordvorwürfen konfrontiert.

In Tremmlingen festigt Otfried derweil mit Intrigen seine Macht. Aktuelle Ereignisse scheinen ihm in die Hände zu spielen: Immer mehr Händler der Stadt werden überfallen, so dass die Unzufriedenheit mit Bürgermeister Laux wächst.

Bei den Pilgern kommt es zu einer fatalen Begegnung mit Kreuzrittern. Im Chaos wird die Gruppe zersprengt. Der wirre Sepp lauert "Moritz" auf und entreißt "ihm" das einbalsamierte Herz, das für ihn Ursache allen Unglücks ist. Er wirft es in ein nahes Gewässer. Bei dem Handgemenge entdeckt Sepp auch, dass "Moritz" in Wahrheit eine Frau ist. Aufgewühlt stürzt Tilla davon, um nach dem Herzen ihres Vaters zu suchen.
Dabei wird sie von Rigobert, der überraschend auftaucht, gefangen genommen. Doch als er Felicia und Gourdeville erblickt, greift er sofort an. Bevor Gourdeville getötet wird, treibt er Felicia zur Flucht an. Sie befreit Tilla, und beide treffen wieder auf den Rest der Pilgergruppe. Doch Vater Thomas hat jeglichen Glauben an sich als Führer verloren. In Sepps Begleitung setzt er mit dem Büßerkreuz seine Pilgerschaft fort. Manfred bietet Felicia an, sie sicher nach Hause zu bringen.

In Tremmlingen tötet Otfried Damian, als dieser einen Handelszug begleitet. Vor dem Rat behauptet er allerdings, Damian und sein Vater, Bürgermeister Laux, steckten hinter den Überfällen. Laux wird daraufhin abgesetzt und eingekerkert. Nun ist die Bürgermeisterwürde für Otfried zum Greifen nah.

Auf der Suche nach dem Herzen ihres Vaters erfahren Tilla und Sebastian, dass Rigobert es an sich gerissen habe und in einem nahe gelegenen Gasthof auf Tilla warte. Er fordert von Tilla das verräterische Dokument, das sie in Tremmlingen an sich genommen hat. Widerwillig händigt sie es ihm aus, nicht wissend, dass Sebastian es heimlich ausgetauscht hat.

Wird Rigobert den Verrat bemerken? Wird Tilla Santiago de Compostela erreichen und das Herz ihres Vaters in heiliger Erde begraben können? Und was passiert in Tremmlingen mit Laux, Sebastians eingekerkertem Vater? Werden sie Tillas machthungrigen Bruder stoppen können?


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1:18
VPS 01:15

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Mit AudiodeskriptionVideotext Untertitel
Dienstag 31. Oktober

Der Name der Rose

Spielfilm, BRD/Italien/Frankreich 1986

Darsteller:
William von BaskervilleSean Connery
Adson von MelkChristian Slater
Bernardo GuiF. Murray Abraham
Jorge de BurgosFeodor Chaliapin jr.
Ubertino de CasaleWilliam Hickey
AbbeMichael Lonsdale
u.a.
Regie: Jean-Jacques Annaud
Länge: 126 Minuten

Ganzen Text anzeigen1327: Der Franziskanermönch William von Baskerville und seiner junger Novize Adson werden in einem abgelegenen italienischen Kloster mit einer Serie unheimlicher Todesfälle konfrontiert.

Während die Mönche des Klosters darin Zeichen der drohenden Apokalypse sehen, ...
(ARD/BR)

Text zuklappen1327: Der Franziskanermönch William von Baskerville und seiner junger Novize Adson werden in einem abgelegenen italienischen Kloster mit einer Serie unheimlicher Todesfälle konfrontiert.

Während die Mönche des Klosters darin Zeichen der drohenden Apokalypse sehen, glaubt der scharfsinnige William an eine sehr viel weltlichere Ursache für die grausamen Mordfälle. Er beginnt zu recherchieren und kommt bald einem diabolischen Komplott auf die Spur.

Man schreibt das Jahr 1327, die finstere Epoche des Mittelalters neigt sich allmählich dem Ende zu. Das sich verändernde Welt- und Menschenbild macht auch vor den Religionen nicht halt. Glaubensdispute und Machtkämpfe sind die Folge. Nachdem es zwischen dem Franziskanerorden und dem Vatikan zu einem erbitterten Streit gekommen ist, reist der englische Franziskanerpater William von Baskerville mit seinem Adlatus, dem blutjungen Novizen Adson, in die Ligurischen Alpen. Dort soll er bei einem Treffen der gegnerischen Fraktionen in einer abgelegenen Benediktinerabtei den Vermittler spielen. Allerdings wird die bevorstehende Konferenz vom mysteriösen Todesfall eines Benediktinerbruders überschattet.

Während der für seinen Scharfsinn berühmte William den Verlauf des Falls gedanklich nachvollzieht, kommt es im Kloster zu einer ganzen Serie von unheimlichen Mordfällen. Ein Übersetzer wird in einem Kessel voller Schweineblut aufgefunden, die Leiche eines Bibliotheksgehilfen findet man in einer gefüllten Badewanne. Für die verängstigten Mönche besteht kaum ein Zweifel, dass es sich bei den Ereignissen um die ersten Zeichen der Apokalypse handelt. William hingegen ahnt, dass nicht Gottes Zorn hinter den bizarren Morden steckt, sondern ein diabolischer Täter aus Fleisch und Blut.

Dennoch rufen die Ereignisse die päpstliche Inquisition auf den Plan. Der grausame Großinquisitor Bernardo Gui, ein Erzfeind des fortschrittlichen Querdenkers William, sieht in der Abtei den Teufel am Werk. Schnell macht er mehrere Schuldige aus, darunter ein schönes, wildes Mädchen, in das der junge Adson sich verliebt hat. Während Gui durch Folter und Hexenverbrennungen das Böse bannen will, forschen William und Adson unermüdlich weiter - und kommen dem dunklen Geheimnis des Klosters Stück für Stück näher.

Mit großem Aufwand und internationaler Starbesetzung adaptierten der Produzent Bernd Eichinger und der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud ("Sieben Jahre in Tibet") Umberto Ecos Bestsellers für die Kinoleinwand. Beim Publikum erwies sich der atmosphärische Klosterkrimi weltweit als großer Erfolg. Allein in Deutschland lockte er fast sechs Millionen Zuschauer in die Kinos. Hauptdarsteller Sean Connery erhielt für seine Verkörperung des genialischen Querdenkers William den British Academy Award. In Italien wurde der Film bei der Verleihung der renommierten Donatello-Awards in vier Kategorien ausgezeichnet.


(ARD/BR)


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3:23
VPS 03:20

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Format 4:3

Nächte der Entscheidung: Die Bartholomäusnacht

Film von Christian Romanowski

Ganzen Text anzeigenParis im August 1572. In der Nacht vor dem Bartholomäusfest werden weit mehr als 3000 Menschen umgebracht. Der Film zeichnet die dramatischen Ereignisse dieser Nacht nach.

Die Opfer des Massakers sind Hugenotten, französische Protestanten. Sie waren zur Hochzeit ...
(ARD/SWR)

Text zuklappenParis im August 1572. In der Nacht vor dem Bartholomäusfest werden weit mehr als 3000 Menschen umgebracht. Der Film zeichnet die dramatischen Ereignisse dieser Nacht nach.

Die Opfer des Massakers sind Hugenotten, französische Protestanten. Sie waren zur Hochzeit ihres Schutzherrn, des Prinzen von Navarra, mit der Schwester des katholischen Königs, nach Paris gekommen. Die Versöhnungsfeier wird zum Blutbad, zur "Pariser Bluthochzeit".

Selbst, wenn sich die Abläufe des schrecklichen Ereignisses rekonstruieren lassen, es bleiben viele Fragen über Täter und Opfer, Motive und Intrigen unbeantwortet.

In der Dokumentation "Das Blutbad am Bartholomäusfest" zeichnet Regisseur Christian Romanowski die dramatischen Ereignisse und die Verstrickungen der Königsfamilie in das Verbrechen nach. Er zeigt aber auch die religiösen Gegensätze, das Ringen von persönlichem Glauben und staatlich verordneter Religion um den rechten Weg zum Heil.


(ARD/SWR)


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4:07
VPS 04:05

Format 4:3Videotext Untertitel

Nostradamus - Prophet des Unheils

Film von Günther Klein

(aus der ZDF-Reihe "Sphinx")

Ganzen Text anzeigenMichel de Nostredame (1503 - 1566), später Nostradamus genannt, war einer der berühmtesten Männer des alten Europa. Der Film stellt den französischen Apotheker, Arzt und Astrologen vor.

Angeblich sagte der weltberühmte Prophet die Französische Revolution voraus, ...

Text zuklappenMichel de Nostredame (1503 - 1566), später Nostradamus genannt, war einer der berühmtesten Männer des alten Europa. Der Film stellt den französischen Apotheker, Arzt und Astrologen vor.

Angeblich sagte der weltberühmte Prophet die Französische Revolution voraus, den Ersten Weltkrieg, den Aufstieg Hitlers und Stalins, die Entwicklung der Atombombe. Was ist dran an den Weissagungen des südfranzösischen Pest-Arztes?

Seine atemberaubende Karriere ist nicht allein das Ergebnis seiner literarischen Weissagungen, die er als "Prophéties" 1562 veröffentlichte und die bis heute mehr als 40 Neuauflagen erfuhren. Vor allem verstand er es in genialer Weise, die Ängste und Erwartungen seiner Mitmenschen zu bedienen und die Ratlosigkeit und Unruhe seiner Zeit für sein Renommee zu nutzen.

Auf einer historischen Spurensuche folgt der Film den widersprüchlichen und geheimnisvollen Lebensstationen des "Sehers von Salon".


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4:50
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Ein Tag im Mittelalter

Film von Jan Karitzky

(aus der ZDF-Reihe "Terra X")

Ganzen Text anzeigenDer "Terra X"-Dreiteiler "Ein Tag in..." ist eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Zeitreise in den Alltag vergangener Epochen. Diese Folge führt ins mittelalterliche Frankfurt am Main.

Das Leben von Kaisern und Königen ist umfassend erforscht und dokumentiert. ...

Text zuklappenDer "Terra X"-Dreiteiler "Ein Tag in..." ist eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Zeitreise in den Alltag vergangener Epochen. Diese Folge führt ins mittelalterliche Frankfurt am Main.

Das Leben von Kaisern und Königen ist umfassend erforscht und dokumentiert. Der Alltag von ganz normalen Menschen hingegen ist wenig bekannt, steckt aber voller Überraschungen und eröffnet einen neuen, verblüffenden Blick auf unsere Geschichte.

Die zweite Folge der "Terra X"-Reihe "Ein Tag in ..." zeigt, wie es gewesen wäre, im mittelalterlichen Frankfurt am Main zu leben. Der Film erzählt einen Tag im Leben des Wundarztes Jakob Althaus im Jahr 1454. Er beginnt mit einem frühmorgendlichen Notfall und endet mit einem nächtlichen Kneipenbesuch. Jakobs Geschichte ist erfunden, und dennoch ist sie wahr, recherchiert und verdichtet aus historischen Biografien und spektakulären Erkenntnissen der Forschung.

Während das Heilige Römische Reich Deutscher Nation als zersplittertes Sammelsurium souveräner Territorien politisch im Mittelalter steckt, schlägt in Frankfurt bereits der Puls der neuen Zeit. Der Tuchhandel und die Messe haben die Stadt zum "Kaufhaus der Deutschen" gemacht, in dem Waren und Wissen aus aller Welt gehandelt werden. Ein gewisser Johannes Gutenberg stellt die technische Revolution der Zeit, den Buchdruck mit beweglichen Lettern, auch in Frankfurt vor. Als bedeutender Steuerzahler ist die freie Reichsstadt nur dem Kaiser untertan. Die Könige lassen sich in Frankfurt am Main wählen und später, wie die Kaiser auch, krönen.

Aber die Forscher haben auch herausgefunden, wie weit Frankfurt im Alltag von den Standards einer modernen Stadt entfernt ist. Das tägliche Leben folgt damals dem mittelalterlichen Weltbild einer unantastbaren göttlichen Ordnung der Dinge. Erlasse, berufsständische Regelwerke der Zünfte und Benimmbücher regeln pedantisch den Alltag. Von der Körperhygiene - Ärzte wie Jakob haben sich in jedem Fall aus Gründen der Höflichkeit die Hände zu waschen - bis zum Umgang mit der knöchelhoch stehenden Kloake auf den Straßen. Hat der angesammelte Unrat eine gewisse Höhe erreicht, wird einfach neues Pflaster verlegt. Auf Jakobs Weg zu seinen Patienten erlebt der Zuschauer die beengten Lebensbedingungen in der Stadt. Trickreich bauen die Frankfurter sogar Häuser auf Stelzen, um Wohnraum zu schaffen, ohne wichtige Wege zu verlieren - die ersten Fußgängerpassagen entstehen.

Großfamilien samt Tieren und Handwerksgesellen leben auf engstem Raum, praktisch ohne Licht, denn die Fenster werden klein gehalten, damit die Wohnungen nicht auskühlen. Und trotzdem: Die Menschen frieren so sehr, dass das Nutzvieh im Erdgeschoss als tierische Fußbodenheizung dienen muss. Wegen der Dunkelheit sind Unfälle im Haushalt an der Tagesordnung - eine typische Verletzungsursache in der mittelalterlichen Stadt, wie Forscher der Universität von Odense in Dänemark entdeckt haben.

Dort befindet sich die größte Sammlung mittelalterlicher Knochen in Europa. Die Funde zeigen aber auch: Die Wundärzte des Mittelalters operieren bereits komplizierte Verletzungen erstaunlich erfolgreich. Wundärzte wie Jakob, der wie die meisten seiner Kollegen seine Lehrjahre auf den Schlachtfeldern Europas verbracht hat, beherrschen sogar Eingriffe am offenen Schädel. Nicht nur das: Ein Forscherteam der Universität von Nottingham entdeckt in einem mittelalterlichen Rezeptbuch die Beschreibung für eine Salbe, die sich in ersten Tests als hochwirksam gegen heutige multiresistente Keime erweist.

Es ist ein Alltag voller Widersprüche, den Jakob auf seinem Weg durch die Stadt erlebt: die herzhafte Beschimpfungskultur des Mittelalters, die hohe Gewaltbereitschaft der Bürger in Ermangelung einer Polizei und das bizarr anmutende Bestrafungssystem der "Schandmasken". Gleichzeitig verändert der technische Fortschritt das Leben der Menschen und ihr Denken. Die mechanische Uhr definiert das Zeitverständnis und die Arbeitsbeziehungen neu. Und das kalte Wetter, das die "Kleine Eiszeit" nach Deutschland bringt, setzt den Erfindungsreichtum in Gang: Daunendecken, Glasfenster und Dämmung der Wände schützen seitdem gegen Kälte und Krankheiten im Alltag.


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5:34
VPS 05:35

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Luther und die Nation

Film von Friedrich Klütsch und Daniel Sich

Ganzen Text anzeigenZunächst war er nur ein einfacher Mönch, dann wurde aus Martin Luther eine epochale Figur, die wie kein anderer zuvor die Deutschen einte und spaltete.

Der Reformator war einer der ersten, der Geschichte schrieb, indem er explizit an nationale Gefühle appellierte. ...

Text zuklappenZunächst war er nur ein einfacher Mönch, dann wurde aus Martin Luther eine epochale Figur, die wie kein anderer zuvor die Deutschen einte und spaltete.

Der Reformator war einer der ersten, der Geschichte schrieb, indem er explizit an nationale Gefühle appellierte. Er übersetzte die Bibel ins Deutsche, verbreitete damit Sprache und Wissen, legte auch dadurch ein Fundament wachsender deutscher Identität.

Es war die Epoche des Habsburger Kaisers Karl V., der sich nach alter Tradition als Herrscher von Gottes Gnaden und Verteidiger der christlichen Einheit verstand. Doch viele witterten im Laufe der Reformation die Chance, auf Distanz zu Rom und dem Kaiser zu gehen und ihre Stellung im Machtgefüge der Zeit zu verbessern. Anders als der Habsburger Karl V., der nicht einmal der deutschen Sprache mächtig war, entwickelte sich Luther zur Identifikationsfigur, wurde ungemein populär.