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Dezember 2017
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Mittwoch, 28. Dezember
Programmwoche 52/2016
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6:33
VPS 06:30

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Die verschüttete Hochkultur

Tempelstadt Naga

Film von Klaus Uhrig

Ganzen Text anzeigenDie antike Zivilisation endet nicht bei den Ägyptern. Im Sudan legen Archäologen die Tempelstadt Naga frei. Tempel und Paläste zeugen von einer einzigartigen schwarzafrikanischen Hochkultur.

Naga war der Außenposten des Reiches von Meroe, einer Zivilisation, die ...
(ARD/BR)

Text zuklappenDie antike Zivilisation endet nicht bei den Ägyptern. Im Sudan legen Archäologen die Tempelstadt Naga frei. Tempel und Paläste zeugen von einer einzigartigen schwarzafrikanischen Hochkultur.

Naga war der Außenposten des Reiches von Meroe, einer Zivilisation, die von den Ägyptern, Römern und Griechen beeinflusst und doch völlig eigenständig war. Heute ist diese meroitische Kultur weitgehend vergessen. Doch das könnte sich jetzt ändern.

Die meroitische Tempelstadt Naga ist ein Glücksfall für die Forschung: Naga ist so gut erhalten, wie keine andere antike Stadt. Konserviert im Sand der Wüste, ähnlich wie Pompeji unter den Lavamassen. Niemand weiß, warum die Bewohner ihre Stadt scheinbar innerhalb kurzer Zeit verließen und nie wiederkamen. Das Ausgrabungsgebiet ist bisher nicht einmal zu 4 Prozent erschlossen. Die Forscher gehen davon aus, dass die verborgenen Geheimnisse die Wissenschaft noch Jahrzehnte beschäftigen werden. Für ihre Ausgrabungen benutzen die Archäologen modernste Hochtechnologie: Drohnen, Echtlichtvermessungsgeräte, 3D-Scanner und Computermodelle kommen zum Einsatz. Das Ziel: Die Ruinen und Artefakte exakt zu untersuchen und gleichzeitig äußerst schonend zu behandeln. Die Forscher sind sich sicher, am Ende der Untersuchungen muss die Geschichte der Antike neu geschrieben werden.


(ARD/BR)


7:04
VPS 07:00

Sturm über Europa (1/4)

Kimbern und Teutonen

Film von Christian Feyerabend und Uwe Kersken

Ganzen Text anzeigenDie vierteilige Reihe "Sturm über Europa" beschäftigt sich mit der germanischen Völkerwanderung.

Im Jahr 113 vor Christus erreicht Rom, die Nachricht, die Kimbern und Teutonen seien auf dem Weg gen Süden: Es ist die erste große Völkerwanderung der Germanen - ...

Text zuklappenDie vierteilige Reihe "Sturm über Europa" beschäftigt sich mit der germanischen Völkerwanderung.

Im Jahr 113 vor Christus erreicht Rom, die Nachricht, die Kimbern und Teutonen seien auf dem Weg gen Süden: Es ist die erste große Völkerwanderung der Germanen - Hungermarsch, Abenteuer und Kriegszug in einem.

Fast 20 Jahre lang zogen sie über 7.000 Kilometer durch Europa, ehe die Teutonen in Südfrankreich und die Kimbern in der Po-Ebene besiegt wurden.


7:47
VPS 07:45

Sturm über Europa (2/4)

Varusschlacht und Gotensaga

Film von Christian Feyerabend und Uwe Kersken

Ganzen Text anzeigenAuf dem Höhepunkt der römischen Macht, 9 nach Christus, hatte der Cheruskerfürst Arminius Roms Truppen besiegt. Generationen von Archäologen haben das Schlachtfeld vergeblich gesucht.

Heute graben sie an der richtigen Stelle: in Kalkriese bei Osnabrück. Außerdem ...

Text zuklappenAuf dem Höhepunkt der römischen Macht, 9 nach Christus, hatte der Cheruskerfürst Arminius Roms Truppen besiegt. Generationen von Archäologen haben das Schlachtfeld vergeblich gesucht.

Heute graben sie an der richtigen Stelle: in Kalkriese bei Osnabrück. Außerdem wissen sie inzwischen, dass die Urheimat der Goten an der Weichsel lag.


8:31
VPS 08:30

Sturm über Europa (3/4)

Der Kampf um Rom

Film von Christian Feyerabend und Uwe Kersken

Ganzen Text anzeigenEs war wohl der Hunger, der die nomadischen Hunnen im Jahr 376 nach Christus aus den mongolischen Steppen vertrieb. 40 Jahre zog ihr Treck auf der Suche nach einer neuen Bleibe durch Europa.

Eine Irrfahrt durch die heutige Türkei und den Balkan. Vor ihnen flohen nicht ...

Text zuklappenEs war wohl der Hunger, der die nomadischen Hunnen im Jahr 376 nach Christus aus den mongolischen Steppen vertrieb. 40 Jahre zog ihr Treck auf der Suche nach einer neuen Bleibe durch Europa.

Eine Irrfahrt durch die heutige Türkei und den Balkan. Vor ihnen flohen nicht nur die Westgoten, sondern auch die Vandalen. Erst die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern in Frankreich führte zum Rückzug der Hunnen.


9:14
VPS 09:15

Sturm über Europa (4/4)

Die Erben des Imperiums

Film von Christian Feyerabend und Uwe Kersken

Ganzen Text anzeigenDie Geschichte des Frankenreiches begann mit der Taufe des Königs Chlodwig. Sie verhalf dem Christentum in Europa zum Durchbruch.

Die Franken verstanden sich als Erben des römischen Imperiums, sie schufen das größte und beständigste Reich, das aus der ...

Text zuklappenDie Geschichte des Frankenreiches begann mit der Taufe des Königs Chlodwig. Sie verhalf dem Christentum in Europa zum Durchbruch.

Die Franken verstanden sich als Erben des römischen Imperiums, sie schufen das größte und beständigste Reich, das aus der Völkerwanderungszeit hervorging.


9:59
VPS 10:00

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Das Geheimnis von Pompeji

Film von Chris Holt

(aus der Reihe "ZDF-History")

Ganzen Text anzeigenEs war die größte Naturkatastrophe der Antike. Vor rund 2000 Jahren begrub der Vulkan Vesuv die römische Stadt Pompeji unter meterdicker Asche. Rund 16 000 Menschen starben.

Die Leichname wurden in der Asche konserviert - in lebendigen Posen, so, als wären sie ...

Text zuklappenEs war die größte Naturkatastrophe der Antike. Vor rund 2000 Jahren begrub der Vulkan Vesuv die römische Stadt Pompeji unter meterdicker Asche. Rund 16 000 Menschen starben.

Die Leichname wurden in der Asche konserviert - in lebendigen Posen, so, als wären sie plötzlich erstarrt. Die "toten Statuen" von Pompeji geben seit ihrer Entdeckung Rätsel auf. Erst jetzt konnte ihr Geheimnis mit Hilfe moderner Technik gelüftet werden.


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10:41
VPS 10:40

Zwischen Luxus und Dekadenz

Antike Traumpaläste am Golf von Neapel

Film von Elli Gabriele Kriesch

Ganzen Text anzeigenIm 2. Jahrhundert vor Christus griffen Habgier und Luxus bei römischen Aristokraten und Aufsteigern um sich: Sie bauten riesige Domizile und Paläste am Golf von Neapel.

Die Region bot reichen Römern dafür eine ideale Kulisse: eine Küste mit grandiosen Ausblicken, ...
(ARD/BR)

Text zuklappenIm 2. Jahrhundert vor Christus griffen Habgier und Luxus bei römischen Aristokraten und Aufsteigern um sich: Sie bauten riesige Domizile und Paläste am Golf von Neapel.

Die Region bot reichen Römern dafür eine ideale Kulisse: eine Küste mit grandiosen Ausblicken, ein mildes Klima, Thermalquellen und einen äußerst fruchtbaren Vulkanboden. Der Golf von Neapel war das mondänste Ferienparadies der Antike.

Ganze Berge wurden an der Steilküste abgetragen und das Meer damit aufgefüllt. Innenarchitekten sorgten mit buntem Marmor, farbenfrohen Fresken und kostbaren Mosaikböden für ein luxuriöses Ambiente. Mit Skulpturensammlungen griechischer Meister wollten die Hausherren Kunstverstand und guten Geschmack demonstrieren. Mehr als 60 solcher prachtvollen Landgüter dokumentieren, dass Prunk, Protz und Promis schon in der Antike am Golf von Neapel zu Hause waren.

Es war Mode, auch die Landschaft zu gestalten: Über Kanäle speiste man Fischteiche mit Meerwasser und in Volieren mästete man Tausende von Vögeln. Diese Anlagen garantierten den Feinschmeckern das ganze Jahr über Qualität und Frische. Einer von ihnen war der berühmte Lucullus, einst erfolgreicher Feldherr und Konsul, der zum Trendsetter der römischen Kochkunst aufstieg. Die Gastgeber versuchten, sich gegenseitig zu übertrumpfen, teures Geschirr aus Gold und Silber, exotische Leckerbissen, ausgesuchte Spitzenweine waren selbstverständlich.


(ARD/BR)


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11:26
VPS 11:25

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Die schwarzen Königinnen

Vergessenes Reich am Nil

Film von Dethlev Cordts und Nicola von Oppel

Ganzen Text anzeigenSchon zu Zeiten der Pharaonen war der Nil kultureller und wirtschaftlicher Korridor zwischen dem ägyptischen Norden und dem Herzen Schwarzafrikas. Hier liegt die vergessene Kultur von Meroe.

Im heutigen Sudan trafen die beiden großen Kulturkreise aufeinander. In ...
(ARD/NDR)

Text zuklappenSchon zu Zeiten der Pharaonen war der Nil kultureller und wirtschaftlicher Korridor zwischen dem ägyptischen Norden und dem Herzen Schwarzafrikas. Hier liegt die vergessene Kultur von Meroe.

Im heutigen Sudan trafen die beiden großen Kulturkreise aufeinander. In Nubien, wie es damals hieß, gab es jene Rohstoffe, auf die sich die Vormachtstellung Ägyptens stützte: Gold und Sklaven, Elfenbein, Ebenholz und Straußenfedern.

Immer wieder zogen die Pharaonen nach Süden, um ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Es war ein typischer "Nord-Süd-Konflikt" zwischen der antiken militärischen Supermacht Ägypten und dem rohstoffreichen Afrika.

Aber ab dem 3. Jahrhundert vor Christus bildete sich rund um die aufstrebende Hauptstadt Meroe, 250 Kilometer nordöstlich des heutigen Khartums, ein selbstbewusster neuer Staat, der für sieben Jahrhunderte die Geschicke der Region bestimmte. Stark beeinflusst von afrikanischen Traditionen entwickelte sich hier unter der Führung Schwarzer Königinnen eine von Ägypten zunehmend unabhängige Hochkultur mit einem eigenen Schriftsystem: Meroe wurde zu einer weltoffenen, toleranten, multikulturellen und sehr wehrhaften Hochkultur. Besonders die Frauen hatten innerhalb dieser Gesellschaft eine starke Position. In der Rolle der Königin, als Kandake, hatten sie wesentlichen Einfluss auf alle politischen Entscheidungen. "Sie waren ja nicht nur die Königinnen von Meroe, sie waren Kämpferinnen, sie waren Priesterinnen, sie waren Mütter, königliche Mütter mit sozialer Verantwortung" sagt Intisar S. Elzein, Dekanin an der Universität von Khartum.

Als Ägypten im Jahre 33 vor Christus vom römischen Imperium besetzt wurde, wollte sich die Kandake Amanishakheto nicht dem Kaiser Augustus unterwerfen. In zahllosen Scharmützeln zermürbte sie die immer wieder vorstoßenden römischen Legionen. Das mächtige Rom, unfähig, seine Südfront zu befrieden, schloss schließlich einen Friedensvertrag mit der Königin von Meroe. Schwarzafrika hatte nach drei Jahrtausenden seinen Stolz und seine Autonomie zurückgewonnen.

Erst heute entdecken die Archäologen und Historiker die Bedeutung der matriarchalischen Gesellschaft Meroes für die Geschichte der Antike und des afrikanischen Kontinents. In der Steppe des nördlichen Sahels fanden sie prachtvolle Paläste und Tempel, beeindruckende Grab- und Grenzanlagen und das größte Pyramidenfeld der Erde. Woher bezog dieser Staat seine kulturelle Identität, seine Kraft und seinen Reichtum?

Seit dem Beginn der Forschung in den 1960er-Jahren, haben die Wissenschaftler erst jetzt ein vollständigeres Bild der meroitischen Kultur. Obwohl die Schrift noch nicht übersetzt werden kann, enträtseln die Forscher langsam die Struktur von Religion, Staatswesen, Architektur und schwarzafrikanisch bestimmter Sozialsysteme. Neue Funde zeugen von einer vergessenen Kultur, deren Wurzeln bis tief hinein nach Afrika reichten.

Zusammen mit Karla Kröper vom Ägyptischen Museum in Berlin, Christian Loeben vom Kestner Museum in Hannover und Vincent Rondot vom Französischen Department des Archäologischen Instituts in Khartum, enträtseln die Autoren die Geheimnisse der schwarzen Königinnen und ihrer Zeit. Vier Wochen lang haben sie die Wissenschaftler bei der Arbeit in der Steppe begleitet. Mit stimmungsvollen Spielhandlungen, großartigen Bildern und fotorealistischen Computeranimationen rekonstruieren sie die Geschichte einer vergessenen matriarchalischen Hochkultur im Herzen Afrikas.

Fast zwangsläufig zeichnet sich in dieser Geschichte des antiken Nord-Süd-Konfliktes am Nil die Gegenwart ab. Die bildstarke Dokumentation über die Kandaken und ihre bis heute weitgehend unbeachtete afrikanische Hochkultur wird damit auch zur Parabel auf die gegenwärtigen politischen Verhältnisse.


(ARD/NDR)


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12:10
Format 4:3

Das Geheimnis der Pyramiden

Film von Roel Oostra und Robert Bauval

Ganzen Text anzeigenAutor Robert Bauval erschütterte die Wissenschaftswelt schon früher mit einigen seiner Entdeckungen über die Pyramiden von Gizeh, nun hat er neue Erkenntnisse gewonnen.

So bewies er bereits, dass die drei Pyramiden von Gizeh zur Zeit ihrer Entstehung in Korrelation ...
(ARD/WDR)

Text zuklappenAutor Robert Bauval erschütterte die Wissenschaftswelt schon früher mit einigen seiner Entdeckungen über die Pyramiden von Gizeh, nun hat er neue Erkenntnisse gewonnen.

So bewies er bereits, dass die drei Pyramiden von Gizeh zur Zeit ihrer Entstehung in Korrelation mit dem Sternbild des Orion standen. Dieses erachteten die Ägypter damals als ihre verehrte Gottheit Osiris, Herrscher über das Totenreich.

Bauvals Erkenntnis findet nach jahrelangem Streit inzwischen auch die ungeteilte Anerkennung der Ägyptologen. Die überrascht und provoziert Robert Bauval mit weiteren Erkenntnissen: Die Religion des alten Ägyptens war beherrscht vom Spiegelbild der kosmischen Ordnung auf Erden. Die Statue des verstorbenen Königs Djoser blickte demnach nicht auf heilige Zeremonien vor den Pyramiden, sondern ihr Blick war auf den Himmel gerichtet.

In weiteren Nachforschungen gelang es Bauval, die Geheimnisse der ägyptischen "Sternenreligion" Maat zu enträtseln, die mystischen Zusammenhänge zwischen der Himmelsmechanik und der Verehrung der Sternbilder als Erscheinungsform des Schöpfers. Und dann findet er eine Erklärung für die plötzliche Hinwendung des ägyptischen Königs Ankenaton zum Monotheismus, zum Glauben an nur einen Gott - 1350 Jahre vor Christus.


(ARD/WDR)


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12:53
VPS 12:55

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Ägypten - Geburt des Pharaonenreichs

Film von Susanne Utzt, Christian Feyerabend und

Tilman Remme

Ganzen Text anzeigenDie Reihe lässt das alte Ägypten in Spielszenen und Computeranimationen lebendig werden. Ganze Städte wie Hierakonpolis, Theben und Amarna werden in 3-D-Animationen rekonstruiert.

Jede Folge beleuchtet einige der wichtigsten Fundamente, auf denen diese ...

Text zuklappenDie Reihe lässt das alte Ägypten in Spielszenen und Computeranimationen lebendig werden. Ganze Städte wie Hierakonpolis, Theben und Amarna werden in 3-D-Animationen rekonstruiert.

Jede Folge beleuchtet einige der wichtigsten Fundamente, auf denen diese außergewöhnliche Zivilisation fußt. Im Mittelpunkt des ersten Teils steht die Reichsgründung unter König Narmer.

Um 3000 vor Christus werden Ober- und Unterägypten zu einem mächtigen Königreich vereint. Eine der faszinierendsten Kulturen der Menschheit nimmt ihren Anfang. Drei Jahrtausende lang wird das Reich am Nil bestehen bleiben, regiert von 30 Dynastien "gottgleicher" Pharaonen. Keine Zivilisation war langlebiger, künstlerisch erfinderischer oder erschuf mehr imposante Bauten als die der alten Ägypter. Was war das Geheimnis ihres Erfolgs? Archäologische Grabungen und wissenschaftliche Expeditionen im ganzen Land widmen sich seit Jahrzehnten der Frage nach dem Kitt, der das Land am Nil so lange zusammenhielt.


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13:36
VPS 13:35

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Ägypten - Großmacht am Nil

Film von Susanne Utzt, Christian Feyerabend und

Tilman Remme

Ganzen Text anzeigenÜber Jahrhunderte hinweg gelingt es Ägypten, sich nach außen abzuschirmen. Doch im zweiten Jahrtausend vor Christus siedeln sich Fremde im Nildelta an und übernehmen die Regentschaft.

Sie gehen als "Hyksos", als "Herrscher der Fremdländer", in die Geschichte ein. ...

Text zuklappenÜber Jahrhunderte hinweg gelingt es Ägypten, sich nach außen abzuschirmen. Doch im zweiten Jahrtausend vor Christus siedeln sich Fremde im Nildelta an und übernehmen die Regentschaft.

Sie gehen als "Hyksos", als "Herrscher der Fremdländer", in die Geschichte ein. Ein Trauma für die stolzen Ägypter. Zwar werden die Hyksos vertrieben, doch Ägypten kommt nicht mehr zur Ruhe. Immer wieder bedrohen vorderasiatische Herrscher das Land am Nil.

In dieser Situation besteigt Thutmosis III. den Thron. Er wird als größter Feldherr in die ägyptische Geschichte eingehen. Über 20 Jahre hinweg führt er Feldzüge nach Vorderasien. Mit Hilfe von neuen Waffentechniken, eines stehenden Heeres sowie diplomatischer Schachzüge gelingt es ihm, Ägypten nicht nur zu verteidigen, sondern Frieden mit den feindlichen Herrschern zu schließen.


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14:19
VPS 14:20

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Ägypten - Im Zeichen des Sonnengottes

Film von Susanne Utzt, Christian Feyerabend und

Tilman Remme

Ganzen Text anzeigenMit dem Amun-Tempel in Karnak, dem Hauptheiligtum des Landes, ist eine zweite Kraft neben den Pharao getreten, der ihm seine Herrschaft streitig macht.

Bis Echnaton um 1350 vor Christus den Thron besteigt. Er fordert die alten Götter zum Kampf, bricht mit dem Kult, ...

Text zuklappenMit dem Amun-Tempel in Karnak, dem Hauptheiligtum des Landes, ist eine zweite Kraft neben den Pharao getreten, der ihm seine Herrschaft streitig macht.

Bis Echnaton um 1350 vor Christus den Thron besteigt. Er fordert die alten Götter zum Kampf, bricht mit dem Kult, der das Land seit 2000 Jahren zusammenhält. Er entmachtet die Priesterschaft. Ein Großteil der Ägypter verliert damit Lohn und Brot.

Es ist die größte Kulturrevolution in der ägyptischen Geschichte. Der Sonnengott steht im Mittelpunkt der Revolution. Er ist seit alters her der höchste Gott in Ägypten, doch jetzt wird er zum einzigen. Für die Menschen ist Echnatons Reform eine Katastrophe. Durch das Verbot der Götter fehlt den Ägyptern der spirituelle Halt, durch die Schließung der Tempel auch die Lebensgrundlage.


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15:03
VPS 15:05

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Ägypten - Das Geheimnis des ewigen Lebens

Film von Susanne Utzt, Christian Feyerabend und

Tilman Remme

Ganzen Text anzeigenVon der Zeit der ersten Königsgräber bis zum Ende der pharaonischen Geschichte vereint die Ägypter das Interesse, ihr Leben bis in die Ewigkeit fortzusetzen.

Dafür bauten sie gigantische Pyramiden, riesige Tempel und farbenprächtige Gräber. Schon früh wurde der ...

Text zuklappenVon der Zeit der ersten Königsgräber bis zum Ende der pharaonischen Geschichte vereint die Ägypter das Interesse, ihr Leben bis in die Ewigkeit fortzusetzen.

Dafür bauten sie gigantische Pyramiden, riesige Tempel und farbenprächtige Gräber. Schon früh wurde der Totenkult zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Er war eigentlich eine Verherrlichung des Lebens. Denn die Ägypter empfanden ihr Dasein bereits als Paradies auf Erden.

Um es in die Ewigkeit auszudehnen, entwickelten sie in allen Details ausgeschmückte Visionen ihrer Jenseitswelt. Die lange Regentschaft Ramses des Großen gilt als das "goldene Zeitalter". Er selbst wurde zum größten Gräberbauer der ägyptischen Geschichte.


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15:47
VPS 15:45

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Große Völker: Die Griechen

Film von Cristina Trebbi und Susanne Utzt

Ganzen Text anzeigenDie moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: die tragischsten Dramen und unterhaltsamsten Komödien, aber auch den Mathematikunterricht.

Dass wir joggen oder Marathon laufen, ist den Griechen geschuldet - ebenso wie die Olympischen Spiele, die ...

Text zuklappenDie moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: die tragischsten Dramen und unterhaltsamsten Komödien, aber auch den Mathematikunterricht.

Dass wir joggen oder Marathon laufen, ist den Griechen geschuldet - ebenso wie die Olympischen Spiele, die Menschen unterschiedlichster Herkunft friedlich miteinander vereinen sollen. Und nicht zuletzt ist die Demokratie das Erbe berühmter Vordenker aus Athen.

Griechenland gilt als die Wiege Europas. Der Blick zurück in die Geschichte der Griechen beginnt nach den "dunklen Jahrhunderten" um etwa 750 vor Christus. Damals entstehen an den zerklüfteten Küsten des östlichen Mittelmeers unabhängige Stadtstaaten, die untereinander im Dauer-Clinch liegen. Nur die Vorstellung von einer illustren wie ebenso intriganten Götterwelt, die vom Olymp aus alle Bereiche des irdischen Lebens beherrscht, verbindet sie. Kein Krieg, keine Hochzeit, keine sonstigen Handlungen werden geplant, ohne den Rat der himmlischen Helden einzuholen.

Während die einen einer Welt aus Mythen und Mysterien nachhängen, wagen sich ein paar wenige Universalgelehrte an andere Modelle der Welterklärung. Die Philosophen beobachten die Natur, suchen nach Zusammenhängen zwischen Ursache und Wirkung und glauben fest an Erkenntnisgewinne durch logisches Denken. Sie sind die Begründer der Wissenschaft und bahnbrechender Errungenschaften - angefangen von der ersten Dampfmaschine über die Entdeckung der Erde als Kugel bis hin zum schusssicheren Brustpanzer.

Eine der revolutionärsten Ideen der Griechen aber ist die Demokratie. Kaum zu glauben, aber sie ist ein Produkt der ständigen Kriege untereinander, vor allem aber gegen die übermächtigen Perser. Jeder Mann im Staat wird im Kampf gegen den Feind von außen gebraucht, im Gegenzug fordert das Volk umfassende Mitspracherechte. In Athen erkennen die Verantwortlichen früh, dass sie Zugeständnisse an die Bürger machen müssen. Nach und nach führen sie Reformen ein, bis eine völlig neue Verfassung entsteht. Sie soll den Griechen eine Herrschaftsform garantieren, die maßgeblich vom Volk ausgeht. Politisches Stimmrecht besitzen alle männlichen Griechen über 18 Jahre. Sklaven, Frauen und Kinder sind von der Meinungsbildung ausgeschlossen. Grundsätzlich fallen die Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip.

In der Praxis sieht es aber so aus, dass zumeist die Reichen die große Linie vorgeben, denn sie sind die einzigen, die mit ihrem Privatvermögen haften können. Und das ist damals für jeden Spitzenpolitiker Pflicht. In späteren Zeiten wird die Volksherrschaft über Jahrhunderte erfolgreich vermieden. Erst mit der Französischen Revolution ändert sich das wieder. Inzwischen existieren weltweit 115 freiheitlich geführte Regierungen, die mehr oder weniger die Rechte des Einzelnen in ihrem Staatsvertrag verankert haben. Auch die Europäische Union beruft sich in ihrem Gründungspapier auf das politische Konzept aus dem alten Griechenland.

Neben Politik und Wissenschaft haben noch zwei weitere Errungenschaften ihren Anfang in der antiken Welt genommen. Zum einen ist das die Entstehung des Theaters, das damals vor allem dazu dient, den Bürgern über das Spiel auf der Bühne ihre Welt zu erklären. Der Zeit weit voraus ist dabei die Vorstellung, dass bei der Vorführung der Tragödien und Komödien die Seele des Menschen eine Wandlung vollzieht, wenn nicht sogar einen Heilungsprozess durchläuft. Jedes dramatische Werk folgt seither denselben Gestaltungsmustern, die damals von den großen Autoren Griechenlands entwickelt wurden.

Die Einführung der Olympischen Spiele ist die zweite herausragende Pionierleistung. Das Ereignis findet alle vier Jahre statt. Eine Woche lang messen sich Freund und Feind in unterschiedlichen sportlichen Disziplinen. Während der Dauer des Spektakels, so verlangen es die Regeln, herrscht Frieden. Im 5. Jahrhundert nach Christus wird das Praktizieren des "heidnischen Kultes" auf Erlass des christlichen Kaisers Theodosios verboten. Erst 1896 finden in Athen - nach 1500 Jahren Unterbrechung - die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Wie bei den alten Griechen stehen sie ganz im Zeichen der Völkerverständigung. Das ist bis heute so geblieben.


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16:30
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Große Völker: Die Römer

Film von Cristina Trebbi und Susanne Utzt

Ganzen Text anzeigenEs gibt nicht viel, was nicht schon von den Ägyptern, Griechen oder Karthagern erfunden worden wäre, doch es gibt noch weniger, was die Römer nicht von ihnen übernommen und perfektioniert hätten.

Die alten Römer sind ein Volk der Superlative, ihre Geschichte ...

Text zuklappenEs gibt nicht viel, was nicht schon von den Ägyptern, Griechen oder Karthagern erfunden worden wäre, doch es gibt noch weniger, was die Römer nicht von ihnen übernommen und perfektioniert hätten.

Die alten Römer sind ein Volk der Superlative, ihre Geschichte beginnt allerdings wenig spektakulär. Als Rom gegründet wird, ist die spätere Hauptstadt nicht mehr als eine malariaverseuchte Siedlung in einer sumpfigen Senke am Tiber.

Doch nur wenige Jahrhunderte später schlägt dort das Herz eines Imperiums, in dem zu Spitzenzeiten über 55 Millionen Menschen leben. Fast 1000 Jahre hält die römische Herrschaft, bevor sie allmählich zerbröckelt.

Besonders beeindruckend ist die Dynamik, mit der die anfangs keineswegs überlegene Republik zur Vormacht im gesamten Mittelmeerraum aufsteigt. Die Römer beweisen sich dabei nicht nur als Meister der Kriegsführung, sondern auch als Garanten anhaltenden Friedens. Geschickt schwören sie die eroberten Territorien auf die "Sache Roms" ein. Die neuen Bundesgenossen erhalten ein hohes Maß an Selbstbestimmung und eine Verfassung, die ihnen wie jedem römischen Bürger auch die Gleichheit vor Recht und Gesetz zusichert. Und jeder - auch Sklaven und Besiegte - kann damals sein Bürgerrecht einfordern. Die Herren vom Tiber bieten aber noch mehr Annehmlichkeiten: Quer durchs Reich bauen sie Straßen und Aquädukte, bis in die entferntesten Winkel des Imperiums exportieren sie ihren Lebensstil und ihre Ideen zur Architektur öffentlicher Gebäude und Plätze. Mit den umfassenden Maßnahmen haben die Regenten nur ein Ziel verfolgt: einen Staat ohne Grenzen zu schaffen. Ein Plan, der nur einmal mehr beweist, wie sehr das antike Gedankengut in die heutige Welt übergegangen ist. Von einem barrierefreien Europa mit gleichen Rechten für alle träumen auch die Verantwortlichen in Brüssel.

Wie schwer es ist, Völker aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammen zu halten, haben auch schon die alten Römer gewusst. Als Kontrollorgan setzen sie deshalb ein Heer aus Legionären ein. Berufssoldat zu sein ist damals ein begehrter Job. Er bietet ein festes Einkommen, Aufstiegschancen und eine sichere Altersversorgung. Nach 25 Jahren erhält ein Legionär 14 Jahresgehälter und manchmal sogar noch ein Stück Land. Die soziale Sicherheit hat jedoch ihren Preis. Die meisten Männer leben bis zur Pensionierung dauerhaft fernab der Heimat. Viele Städte, die wir heute kennen, sind aus kleinen römischen Feldlagern entstanden.

Die Manager des Großreichs residieren in Rom. Eine extrem schlanke Zentralverwaltung bildet das Rückgrat des Imperiums. Nur ein paar hundert Männer herrschen über ein Fünftel der Menschheit. Dafür entwickeln die Römer einen straff organisierten Beamtenapparat mit fein abgestuften Hierarchien und Zuständigkeiten, aber auch mit ständig wachsenden Aktenbergen. Durch kluge Investitionen in das Sozialwesen und in imposante Spektakel gelingt es den Politikern langfristig, das Volk bei Laune zu halten. "Brot und Spiele" lautet die magische Formel. Jeder hat das Recht auf kostenloses Getreide und extravagante Unterhaltung. Höhepunkte sind die Gladiatoren-Kämpfe im Kolosseum, die bis zu vier Monate dauern können.

Lange haben Historiker gerätselt, warum das Römische Imperium mitten im schönsten Frieden dennoch kollabiert ist. Eine Vermutung lautet, dass allein die vielzitierte Dekadenz der Oberschicht schuld daran sei. Doch viele Forscher glauben inzwischen, dass die Barbaren den Untergang der Großmacht verursacht haben. Im 4. Jahrhundert nach Christus setzt die Völkerwanderung ein, und zigtausende Menschen drängen auf der Suche nach neuem Lebensraum ins Reich. Das Imperium gerät in vielerlei Hinsicht in Not und ist nicht mehr zu retten. Das Vermächtnis des Imperiums an die Nachwelt aber hat überlebt. Die Römer haben das Fundament für eine zivilisierte Welt gelegt und die Ausbreitung des Christentums maßgeblich befördert.


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17:14
VPS 17:15

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Rom am Rhein (1/3)

Krieg und Frieden

Film von Christian Feyerabend

Ganzen Text anzeigenFast 500 Jahre herrschten die Römer am Rhein. In Städten wie Köln entstand eine eigene, römisch-germanische Welt. Doch 69 nach Christus wurde diese durch aufständische Germanenstämme bedroht.

Viele unserer Städte wurden von römischen Kaisern gegründet, nach ...

Text zuklappenFast 500 Jahre herrschten die Römer am Rhein. In Städten wie Köln entstand eine eigene, römisch-germanische Welt. Doch 69 nach Christus wurde diese durch aufständische Germanenstämme bedroht.

Viele unserer Städte wurden von römischen Kaisern gegründet, nach dem Vorbild Roms. Mit den römischen Soldaten hielten Annehmlichkeiten wie Fußbodenheizung und fließendes Wasser Einzug. Der Archäologe Matthias Wemhoff begibt sich auf die Spur der Römer am Rhein.

Im Jahr 69 nach Christus verlangten aufständische Germanen von den Ubiern in Köln freien Einlass in deren Stadt sowie die Auslieferung und Tötung aller Römer. Die Ubier waren einer der ersten Germanenstämme, die mit den Römern nicht nur Handel trieben, sondern auch Hilfstruppen für die Armee stellten. Dies trug ihnen den Hass ihrer Nachbarn ein, so dass Kaiser Augustus sie auf das linksrheinische Ufer übersiedelte.

Ihre Hauptsiedlung war das Oppidum Ubiorum. Aus diesem wurde 50 nach Christus die "Colonia Claudia Ara Agrippinensium", die "Claudische Kolonie und Opferstätte der Agrippinenser", heute kurz Köln genannt. Als der Stamm der Bataver die Stadt belagerte, mussten sich die Ubier entscheiden, ob sie sich dem germanischen Aufstand anschließen oder weiter treu zu Rom stehen sollten.

In Köln, wie in vielen anderen von den Römern gegründeten Städten, lebten "Einheimische" und Römer friedlich miteinander, viele waren auch durch verwandtschaftliche Beziehungen verbunden. Seit der Schlacht im Teutoburger Wald, in der Arminius die Römer vernichtend geschlagen hatte, waren sechs Jahrzehnte vergangen. In dieser Zeit hatte sich die römische Kultur auf dem linksrheinischen Ufer ausgebreitet. Die Ubier hatten sich längst an den "Roman way of life" gewöhnt und schätzten Annehmlichkeiten wie frisches, fließendes Wasser, geheizte Häuser und eine geregelte Abwasserversorgung.

Würden sie sich dem Aufstand anschließen, liefen sie Gefahr, all das zu verlieren. Würden sie sich nicht anschließen, drohten die Bataver, sie zusammen mit den Römern zu töten.


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17:58
VPS 17:55

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Rom am Rhein (2/3)

Blüte und Bedrohung

Film von Christian Feyerabend

Ganzen Text anzeigen"Teile und herrsche". Nach diesem Prinzip regieren die Römer auch am Rhein. Im 3. Jahrhundert nach Christus muss Rom einen Großteil seiner Truppen wieder abziehen.

Aus Verbündeten werden wieder Feinde. Unter den Römern entstehen linksrheinisch unzählige ...

Text zuklappen"Teile und herrsche". Nach diesem Prinzip regieren die Römer auch am Rhein. Im 3. Jahrhundert nach Christus muss Rom einen Großteil seiner Truppen wieder abziehen.

Aus Verbündeten werden wieder Feinde. Unter den Römern entstehen linksrheinisch unzählige Siedlungen. Doch rechtsrheinisch kommt es immer wieder zu Übergriffen. Zur Abwehr errichten die Römer im 2. Jahrhundert nach Christus den Limes.

Der Archäologe Matthias Wemhoff begibt sich auf die Spur der Römer am Rhein. Die Pax Romana, der "Römische Frieden", bescherte auch den Städten am Rhein eine Zeit der Blüte. Römische Villen zeugten vom hohen Lebensstandard der Bewohner. Aber auch die Industrie florierte, Glasprodukte vom Rhein waren im ganzen römischen Imperium begehrt.

Während das Reich auf der linksrheinischen Seite prosperierte, kam es auf dem rechten Rheinufer immer wieder zu Überfällen der dort ansässigen Stämme der Franken und Alemannen. Um das fruchtbare Land dennoch nutzen zu können, errichteten die Römer im zweiten Jahrhundert nach Christus den Limes. 150 Jahre lang schützte der Grenzwall das sogenannte Dekumatenland, doch als die Römer einen Großteil ihrer Truppen in den Osten des Reiches abkommandieren mussten, ließ sich der Limes nicht mehr halten. Der Rhein wurde zur nassen Grenze des Reiches, geschützt durch eine regelmäßig patrouillierende Rheinflotte.


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18:41
VPS 18:40

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Rom am Rhein (3/3)

Zentrum des Imperiums

Film von Christian Feyerabend

Ganzen Text anzeigenIm 4. Jahrhundert nach Christus wird die römisch-germanische Provinz zum Zentrum des weströmischen Imperiums. Von Trier aus wird die Christianisierung des Abendlandes vorangetrieben.

Die Herrschaft Roms am Rhein hat unzählige Spuren hinterlassen. Besonders viele ...

Text zuklappenIm 4. Jahrhundert nach Christus wird die römisch-germanische Provinz zum Zentrum des weströmischen Imperiums. Von Trier aus wird die Christianisierung des Abendlandes vorangetrieben.

Die Herrschaft Roms am Rhein hat unzählige Spuren hinterlassen. Besonders viele Monumente befinden sich in der einstigen kaiserlichen Residenz Trier. Man sprach sogar von einem zweiten Rom. Archäologe Matthias Wemhoff begibt sich auf Spurensuche an Rhein und Mosel.

Die "Römer am Rhein" haben nicht nur unzählige Bauwerke hinterlassen, man findet ihre Spuren auch in der Küche. Sie bauten an Mosel, Rhein und Nahe Wein an, der sogar bis nach Rom exportiert wurde, und sorgten für frisches Gemüse in Form von Rucola und Giersch.

Das schönste literarische Denkmal setzte der Provinz der römische Präfekt und Geschichtsschreiber Ausonius im 4. Jahrhundert nach Christus mit seinem Gedicht "Mosella", einer Reisebeschreibung in Versform.

In dieser Zeit wird Germanien auch zur Keimzelle des katholischen Christentums. Eine wichtige Rolle kommt dabei wahrscheinlich dem Kölner Bischof Maternus zu, der als Vertrauter Kaiser Konstantins gilt.

Während die römischen Kaiser in früheren Zeiten die Christen verfolgten, gewähren sie spätestens ab 313 nach Christus mit dem so genannten Toleranzedikt von Mailand jedermann die freie Religionsausübung. Im Jahre 380 folgt die Ausrufung des Christentums zur Staatsreligion.

Von diesem Zeitpunkt an beginnt die Verfolgung Andersgläubiger durch Christen, in deren Verlauf fast alle gallo-römischen Heiligtümer in der Provinz zerstört oder mit christlichen Kirchen überbaut werden. Die damals eingerichteten römischen Bistümer bestehen bis heute.

Roms Herrschaft am Rhein endet im 5. Jahrhundert nach Christus, doch sie prägt die "Provinz" bis heute.


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19:25
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Stadt der Gladiatoren - Carnuntum

Film von Klaus T. Steindl

(aus der ORF-Reihe "Universum History")

Ganzen Text anzeigenEin Luftbild von 1981 fesselt den Archäologen Wolfgang Neubauer: Man sieht darauf mitten im Grünen einen Fleck. Mit Hilfe neuer Technologien entdeckt er eine kasernenartige Anlage.

Es gibt eine kleine Trainingsarena, Unterkünfte, Küchen, Bäder und einen Friedhof. ...
(ORF)

Text zuklappenEin Luftbild von 1981 fesselt den Archäologen Wolfgang Neubauer: Man sieht darauf mitten im Grünen einen Fleck. Mit Hilfe neuer Technologien entdeckt er eine kasernenartige Anlage.

Es gibt eine kleine Trainingsarena, Unterkünfte, Küchen, Bäder und einen Friedhof. Was Neubauer und sein Team hier fanden, überstieg die größten Erwartungen der Forscher: Es ist die erste Gladiatoren-Schule, die jemals außerhalb Roms entdeckt wurde.

Und tatsächlich: Bei Grabungen finden sie das Loch, in dem der Palus verankert war - ein Holzpfahl, das wichtigste Trainingsgerät in der Gladiatoren-Ausbildung, dazu eine Metallschuppe von einem Gladiatoren-Panzer, Geflügelknochen und ein Grab mit einer wertvollen Grabbeigabe.

Franz Humer, der Leiter des Archäologischen Parks Carnuntum, ließ die Trainingsarena der Gladiatoren-Schule mit Originalwerkzeugen und Original-Werkstoffen aus der Zeit der Römer nachbauen. Nun können die Trainingsmethoden der Gladiatoren genau erforscht werden - wie sie kämpften, wie sie lebten und wie sie zu tödlichen Kampfmaschinen ausgebildet wurden. Der Historiker Marcus Junkelmann räumt mit vielen gängigen Klischees auf: Gladiatoren waren zwar aus der bürgerlichen Gesellschaft ausgeschlossen, aber dennoch die Stars ihrer Zeit. Ihre Auftritte waren kein wildes Gemetzel, sondern streng reglementierter Kampfsport.

Nicht alle Gladiatoren waren Gefangene oder Sklaven, manche meldeten sich freiwillig. Auf sie wartete eine beinharte Ausbildung, möglicherweise der Tod, aber auch die Hoffnung auf Ruhm, Ehre und Geld. Die Gladiatoren wurden von eigenen Trainern instruiert, hatten die beste medizinische Versorgung. Es gab eine Therme in der Gladiatoren-Schule und die Kämpfer hielten eine strenge Diät. Knochenfunde aus Ephesus bringen dazu neue Erkenntnisse. Fabian Kanz von der Abteilung Forensische Anthropologie der Medizinischen Universität Wien sieht in ihnen ein wertvolles Archiv, in dem zahlreiche Informationen über die Lebensweise der Gladiatoren gespeichert sind. Gladiatoren ernährten sich hauptsächlich von Hülsenfrüchten oder Gerste.

Aus all diesen Puzzlesteinen erwächst das fiktive Bild von Atticus, einem Nordafrikaner, der in Carnuntum unter den strengen Augen des Lanistas, des Leiters der Gladiatoren-Schule, seine Ausbildung zum Gladiator erhält. Atticus durchläuft alle Stadien des Trainings, bewährt sich und avanciert zum bewunderten Star, der männliche, aber auch weibliche Fans um sich schart. Nun ist er ein wertvoller Besitz seines Lanistas, eine "Cashcow" im Gladiatoren-Zirkus. Seine Kämpfe finden jetzt in der großen Arena in Carnuntum statt - unter dem Jubel der Massen. Doch seinen letzten Kampf überlebt er nicht. Es könnte seine Grabstätte sein, die neben der Gladiatoren-Schule entdeckt wurde - bezahlt von einer reichen Bewunderin, die ihm zum Abschied eine wertvolle vergoldete Fibel als Geschenk für die Götter mit ins Grab legte.

Das Autorenteam Klaus Feichtenberger, Heinrich Mayer-Moroni und Klaus T. Steindl, der auch Regie führte, entwickelte eine packende Story, die den aufsehenerregenden Fund der Gladiatoren-Schule mit fiktionalen Elementen verbindet. Die Geschichte von Atticus und seinen Kameraden berührt und geht unter die Haut. Gedreht wurde an den Originalschauplätzen in Carnuntum, in der rekonstruierten Trainingsarena. Hier konnten Kamera, Kostüm, Maske, Ausstattung und vor allem die Darsteller den Spirit der Kämpfer unmittelbar einfangen. Die aufwendigen Reenactments und Animationen lassen Carnuntum wiederauferstehen. Waffen, Ausrüstungen und Kampfstile der Gladiatoren wurden bis ins letzte Detail rekonstruiert. Die französische Truppe Acta beschäftigt sich seit Jahren damit, Gladiatoren-Kämpfe zu erforschen und sie praktisch zu erproben. Bei den Dreharbeiten arbeiteten sie "ohne Netz" - die Kämpfe vor der Kamera waren echt, wenn auch nicht mit scharfen Klingen, und geben in Slow Motion Einblick in die Kampftechniken der Gladiatoren.


(ORF)


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20:15
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Alexander der Große - Auf dem Weg zur Macht

Film von Martin Carazo Mendez und Christian Twente

Ganzen Text anzeigenAlexander der Große gilt mit seiner charismatischen Persönlichkeit und seiner Kunst in der Kriegsführung als der Vorzeige-Weltherrscher der Geschichte.

Kein Superlativ scheint dem jungen Makedonenkönig gerecht zu werden. Seine Vision: ein friedliches, ...

Text zuklappenAlexander der Große gilt mit seiner charismatischen Persönlichkeit und seiner Kunst in der Kriegsführung als der Vorzeige-Weltherrscher der Geschichte.

Kein Superlativ scheint dem jungen Makedonenkönig gerecht zu werden. Seine Vision: ein friedliches, multikulturelles Imperium zu schaffen. In nur elf Jahren erobert er ein Gebiet, das sich von Griechenland über den Orient hinaus bis nach Indien erstreckt.

19 Staaten, drei Kontinente und unzählige Volksgruppen unterwirft er in einem einzigen gigantischen Feldzug. Als todesmutiger Kriegsherr ist Alexander schon zu Lebzeiten eine Legende, dafür hat er höchstpersönlich gesorgt.

Zum Mythos aber erhebt ihn erst die Nachwelt. Kurz nach Alexanders Tod setzt eine Verklärung ein, hinter der die historische Figur über die Jahrhunderte fast vollständig verschwunden ist. Schlüsselereignisse im Leben Alexanders machen deutlich, wie der 20-jährige Königssohn aus dem entlegenen Norden Griechenlands zum ersten europäischen Weltherrscher wurde.

Die erste Folge beschäftigt sich mit den frühen Jahren des Welteroberers. Auf der Basis moderner Geschichtsforschung beleuchtet der Film "Auf dem Weg zur Macht" die Verhältnisse am makedonischen Hof und in Griechenland, stellt die wichtigsten Ereignisse und Menschen im Leben von Alexander vor und erzählt, welchen Einfluss sie auf seine weitere Entwicklung genommen haben.

Als Alexander im Juli 356 vor Christus geboren wird, gilt Makedonien nicht gerade als zukunftsweisendes Königreich. Während die Griechen im Mutterland schon längst die Demokratie ausgerufen haben, spielt Alexanders Vater Philipp noch immer den Alleinherrscher. Die Makedonen gelten als Außenseiter, werden angefeindet und als Barbaren beschimpft. Doch Philipp hat entscheidende Vorteile: Er ist der reichste Grieche seiner Zeit und besitzt das stärkste Heer im Land. Seit Jahren kämpft er an allen Fronten, um seine Macht auszubauen. Philipp plant in die Zukunft. Dafür braucht er einen geeigneten Thronfolger. Die Rolle soll Alexander übernehmen. Zwar wächst der Junge wohlbehütet und sorgenfrei auf, doch die Erwartungen an ihn sind hoch. Vor allem vom Vater, der ihn mit strenger Hand zum Krieger erziehen will. Alexander kann ihm nichts recht machen. Auf der anderen Seite steht seine Mutter Olympias - eine "Helikopter-Mutter", die all ihr Tun auf den Sohn ausrichtet. Nicht ganz selbstlos, wie es aussieht. Denn nur solange Alexander als Kronprinz gehandelt wird, ist auch ihre eigene Stellung am Hof gesichert. Sie ist es, die Alexander in dem Glauben erzieht, er stamme nicht von den Halbgöttern Herakles oder Perseus ab, wie Philipp behauptet, sondern von Göttervater Zeus persönlich.

Stammbaumfiktion ist in der Antike nichts Besonderes. Auch Alexander verinnerlicht seine gottgleiche Abstammung, sein Vorbild aber ist und bleibt bis zum Lebensende der mythische Achill aus der Ilias. Der Philosoph und Universalgelehrte Aristoteles - bei seiner Berufung nach Makedonien eher umstritten als berühmt - bringt ihm die dramatische Geschichte über den Kriegshelden im Kampf um Troja nahe. Aristoteles ist Lehrer und enger Vertrauter des wissbegierigen Jungen. Er erklärt ihm, was die Demokratie der Athener bedeutet, fördert Alexanders naturwissenschaftliches Interesse ebenso wie seine Gabe, strategisch zu denken und Mut von Leichtsinn zu unterscheiden.

Die vielleicht wichtigste Person in Alexanders Leben aber ist Hephaistion, sein treuer Weggefährte aus Kindertagen. Die beiden gehen durch dick und dünn, kämpfen Seite an Seite, träumen vom Heldentod auf dem Schlachtfeld. Ihre Freundschaft hält lebenslang. Und dann gibt es noch Bukephalos, das berühmteste Pferd der Antike und Alexanders heißgeliebtes Streitross. Die Zähmung des wilden Hengstes ist vermutlich nicht mehr als eine Legende. Sie enthält aber eine wichtige Botschaft an die Nachwelt: Schon mit 13 Jahren ist der junge Makedone bereit zu herrschen. Der erste Schritt ist getan, um aus dem Schatten des Vaters herauszutreten.

Fünf Jahre später beweist Alexander, inzwischen zum Mitregenten erhoben, seine Entschlossenheit als Feldherr im Kampf gegen Athen und Theben. Er führt den entscheidenden Angriff an und beendet ihn mit dem Sieg. Den Makedonen beschert er damit die Vormachtstellung über das Mutterland und festigt seine Schlüsselposition in der königlichen Reiterei. Von da an scheint seiner Karriere nichts mehr im Weg zu stehen. Auch der nächste Gegner steht schon fest. Der persische Erzfeind soll endgültig in die Schranken gewiesen werden.

Doch zuvor kommt es zum Bruch zwischen Alexander und seinem Vater, der Königssohn flieht ins Exil. Als Philipp von einem Attentäter ermordet wird, ist der Thron für Alexander frei. Sofort lässt der neue Herrscher potenzielle Konkurrenten aus dem Weg räumen. Auch innenpolitisch greift er hart durch, um die Kontrolle über Griechenland zu sichern. Als sich die Thebaner gegen Alexander stellen, brennt er ihre Stadt nieder. Den Griechen bleibt keine andere Wahl, als den Makedonen-König als militärische Führungsmacht anzuerkennen. In ihrem Auftrag plant der inzwischen 20-Jährige den Rachefeldzug gegen die Perser. Die Mission steht aber unter keinem guten Stern: 40 000 Soldaten müssen organisiert, ausgerüstet und über die ganze Zeit versorgt werden, die Kriegskasse aber ist so gut wie leer. Das Risiko, auf fremdem Terrain von dem übermächtigen Gegner geschlagen zu werden, ist hoch. Vom Gelingen des Feldzugs hängt die Zukunft Griechenlands ab. Doch Alexander zögert nicht und setzt alles auf eine Karte.


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20:59
VPS 21:00

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Alexander der Große - Bis ans Ende der Welt

Film von Martin Carazo Mendez und Christian Twente

Ganzen Text anzeigenIm Zentrum der zweiten Folge steht Alexanders gigantischer Eroberungszug. Er führt ihn durch Kleinasien, Ägypten, Persien und Pakistan bis nach Indien - ans Ende der damals bekannten Welt.

Scheinbar mühelos hat der Makedone innerhalb von elf Jahren das größte ...

Text zuklappenIm Zentrum der zweiten Folge steht Alexanders gigantischer Eroberungszug. Er führt ihn durch Kleinasien, Ägypten, Persien und Pakistan bis nach Indien - ans Ende der damals bekannten Welt.

Scheinbar mühelos hat der Makedone innerhalb von elf Jahren das größte Imperium der Antike geschaffen. Nach seinem frühen Tod im Jahr 323 vor Christus zerfällt das Alexanderreich binnen kürzester Zeit.

Die imperiale Idee aber prägt die weitere Geschichte Europas, angefangen von Caesar bis Napoleon und darüber hinaus.

Der Rachefeldzug gegen die Perser beginnt mit einem symbolischen Akt. Noch bevor Alexander seinen Fuß auf kleinasiatischen Boden setzt, schleudert er vom Boot aus einen Speer ans Ufer. Jeder, der ihn dabei beobachtet, soll sehen, dass er nicht vorhat, den Gegner zu schonen. Alexander ist ein Meister der Selbstinszenierung und Propaganda, wie zahlreiche Geschichten über ihn belegen. Sein Kriegsvorhaben macht er zur "heiligen Mission", als er am Grab des mythischen Helden Achill einen Kranz niederlegt und seine Rüstung im Tempel der Kriegsgöttin Athene weihen lässt. Die Zerschlagung des Gordischen Knotens mit dem Schwert verweist auf Alexanders Entschlossenheit, König des riesigen Perserreichs zu werden. Seine Besuche in ägyptischen Tempeln berichten von einem wichtigen Karriereschritt, der ihn schon früh vom Stammeskönig zum gottgleichen Pharao erhebt. Die Gründung von mindestens 20 "Alexander-Städten" an unterschiedlichsten Orten zeugt vom Ehrgeiz des Makedonen, seinen Namen und die griechische Kultur in die ganze Welt hinauszutragen. Und nicht zuletzt erzählt die Massenhochzeit in Susa von Alexanders Vision, aus unterschiedlichen Völkern einen einheitlichen, multikulturellen Staat zu erschaffen. Damit ist er seiner Zeit weit voraus.

Alexanders Charisma ist legendär. Er besitzt die Gabe zu begeistern und Menschen zu Höchstleistungen anzuspornen. Auch als Politstratege beweist er Fingerspitzengefühl. Auf seinem Eroberungszug durch die persisch besetzten Gebiete präsentiert er sich stets als Befreier, indem er demokratische Verhältnisse einführt und vor allem die Tributzahlungen an die Perser für beendet erklärt. Im Lauf der Jahre wächst die Zahl seiner loyalen Anhänger stetig, auch wenn es immer mal wieder zu kleineren Aufständen kommt. Alexanders Kriegsgefährten, darunter auch sein engster Freundeskreis, schätzen seinen Kameradschaftsgeist, die Fürsorge, seinen Weitblick. Die meiste Zeit sind sie ihm treu ergeben. Erst als Alexanders unberechenbare Seite zum Vorschein kommt, fürchten sie ihn. Völlig überraschend brennt der frisch gekürte Perserkönig den Palast von Dareios in Persepolis nieder, fordert von seinen eigenen Leuten plötzlich Unterwerfungsgesten nach persischer Sitte und ermordet drei seiner Gefährten wegen vermeintlichen Hochverrats und Majestätsbeleidigung. Die vielen Kämpfe, die schnellen Siege und die neue Rolle als Großkönig haben Alexander verändert. Er handelt wie ein Despot. Hinzu kommt, dass er vom Ehrgeiz und der unstillbaren Sehnsucht besessen ist, ruhmreicher als der Ruhmreichste und besser als der Beste zu sein.

In die Geschichte aber geht Alexander in erster Linie als Feldherr und Kriegsheld ein. Die meiste Zeit sitzt er kämpfend auf dem Rücken seines Pferdes Bukephalos oder zieht mit seinem riesigen Tross von rund 40.000 Mann von einer Schlacht zur nächsten. Zweiundzwanzig Mal wird der Feldherr verwundet, zum Teil schwer. Zum ersten Kontakt mit dem persischen Gegner kommt es am Fluss Granikos, die Schlacht kostet ihn fast das Leben. Das feindliche Heer ist den Makedonen zahlenmäßig haushoch überlegen, doch Alexanders Soldaten sind nicht nur besser ausgerüstet, sondern auch die besseren Krieger. Sein Markenzeichen wird der von ihm persönlich angeführte Angriff mit der Reiterei, sie ist seine erfolgreichste Waffe.

Dagegen ist Dareios machtlos, der sich seinem Kontrahenten in Issos und Gaugamela stellt. Beide Male flieht der Perserkönig, schickt Alexander aber Friedensangebote. Dareios bietet ihm sogar Teile des Perserreiches und hohe Lösegeldsummen an, doch Alexander lehnt die Offerten selbstbewusst ab. Er will Dareios Platz einnehmen. Nach der Befreiung der vom Feind besetzten Gebiete, stürmt er ins Kernland der Perser, erobert Babylon, Susa, Persepolis und Ektabana. Der Rachefeldzug ist eigentlich abgeschlossen, doch Alexander will bis nach Indien vordringen. Denn dort, so weiß er von Aristoteles, liegt das Ende der Welt. Die Strapazen bis dahin sind unbeschreiblich, die erschöpfte Truppe meutert immer wieder, aber Alexander will nicht umkehren. Er plant sogar noch, Arabien zu erobern. Als nach einer erfolgreichen Schlacht gegen den indischen König sein geliebtes Pferd Bukephalos stirbt und seine Soldaten lieber vor Ort sterben wollen als ihm weiter zu folgen, trifft Alexander endlich die Entscheidung umzukehren. Er stirbt in Babylon unter bislang nicht geklärten Umständen im Alter von nur 33 Jahren. Das Reich, das er erobert hat, unter seiner Regentschaft friedlich zu vereinen, dazu ist ihm keine Zeit mehr geblieben.


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21:43
VPS 21:40

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Rom: Cäsars Spiel um die Macht

Film von James Wood und Nick Green

Ganzen Text anzeigenImmer wieder, selbst in aussichtslos erscheinenden Situationen, setzt Julius Cäsar mit höchstem Einsatz alles auf eine Karte - und gewinnt. Wer war dieser Mann?

Die Dokumentation "Rom: Cäsars Spiel um die Macht" verfolgt den riskanten Weg Julius Cäsars an die ...

Text zuklappenImmer wieder, selbst in aussichtslos erscheinenden Situationen, setzt Julius Cäsar mit höchstem Einsatz alles auf eine Karte - und gewinnt. Wer war dieser Mann?

Die Dokumentation "Rom: Cäsars Spiel um die Macht" verfolgt den riskanten Weg Julius Cäsars an die Spitze des Römischen Reichs.

Der geniale Taktiker und Menschenführer war auch ein skrupelloser Demagoge und brutaler Feldherr. Lange scheint ihm kein Gegner gefährlich werden zu können - bis Cäsar Römisches Recht bricht. Danach lauerten seine ärgsten Feinde nicht mehr auf dem Schlachtfeld, sondern im Senat. Das oberste Machtgremium des Römischen Reichs beauftragt Gnaeus Pompejus, einen der angesehensten Feldherren, Cäsar Einhalt zu gebieten. Bei Pharsalus kommt es schließlich zur entscheidenden Schlacht.


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22:27
VPS 22:25

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Rom: Neros Wahn

Film von Nick Murphy

Ganzen Text anzeigenNach dem vernichtenden Brand Roms im Jahr 64 nach Christus startet Kaiser Nero ein Bauprogramm von unerhörtem Ausmaß: Rom soll die modernste und prächtigste Stadt aller Zeiten werden.

Die aufwendig inszenierte Dokumentation "Rom: Neros Wahn" begibt sich auf die ...

Text zuklappenNach dem vernichtenden Brand Roms im Jahr 64 nach Christus startet Kaiser Nero ein Bauprogramm von unerhörtem Ausmaß: Rom soll die modernste und prächtigste Stadt aller Zeiten werden.

Die aufwendig inszenierte Dokumentation "Rom: Neros Wahn" begibt sich auf die Suche nach dem wahren Gesicht des römischen Kaisers Nero, ergänzt durch Interviews mit Historikern, die die Grenze zwischen Mythos und Wahrheit ausleuchten.

Die luxuriösen Projekte des Kaisers treiben Rom in den Ruin. An seinem eigenen Anspruch gescheitert, flieht Nero in die Sphären von Kunst und Musik. Seinen sicheren Instinkt für reale Bedrohungen seiner Macht verliert er dabei allerdings nicht. Mit blutigen Willkürakten lässt er Verdächtige und Kritiker beseitigen. Dadurch verschärft sich die Lage im Reich gefährlich.


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23:11
VPS 23:10

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Rom: Kampf des Tiberius

Film von Christopher Spencer

Ganzen Text anzeigenAn der Seite seines Schwagers, des römischen Feldherrn Scipio Aemilianus, führt der 18-jährige Tiberius Sempronius Gracchus im Jahr 146 vor Christus die römischen Legionen gegen Karthago.

Der Film erzählt die Geschichte des jungen Revolutionärs, der bereit war, ...

Text zuklappenAn der Seite seines Schwagers, des römischen Feldherrn Scipio Aemilianus, führt der 18-jährige Tiberius Sempronius Gracchus im Jahr 146 vor Christus die römischen Legionen gegen Karthago.

Der Film erzählt die Geschichte des jungen Revolutionärs, der bereit war, für seine Ideen und Ideale sein eigenes Leben und das Wohl seiner Familie zu riskieren. Historiker sprechen über seinen Einfluss und seine Motive und zeigen den Stand der Forschung auf.

Das Reich hatte Rom über Jahrzehnte hinweg massiv bedroht. Heerscharen von Kämpfern rangen um den Sieg. Nach der brutalen Vernichtung des einst blühenden Karthagos wird Tiberius als Held gefeiert. Als Sohn einer angesehenen Patrizierfamilie steht ihm eine glänzende politische Karriere im Römischen Reich offen. Er wählt diesen Weg, doch bergen seine Ideen sozialpolitischen Sprengstoff: Tiberius Gracchus will eine Umverteilung des Grundbesitzes zugunsten der verarmten Bauern. Damit greift er die Besitzstände der herrschenden Oberschicht an - eine gefährliche Konfrontation.


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23:55
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Leptis Magna - Der Traum von Rom in Afrika

Film von Baudouin Koenig, Fulvia Alberti und

Etienne Jaxel-Truer

Ganzen Text anzeigenDie Römer machten Leptis Magna am lybischen Mittelmeer zum reichen Hochseehafen. Die Faschisten wollten auf den Ruinen ein Kolonialreich gründen. Heute erforschen Archäologen die Überreste.

Der Film von Baudouin Koenig zeigt, wie die italienischen Forscher Leptis ...
(ARD/SWR)

Text zuklappenDie Römer machten Leptis Magna am lybischen Mittelmeer zum reichen Hochseehafen. Die Faschisten wollten auf den Ruinen ein Kolonialreich gründen. Heute erforschen Archäologen die Überreste.

Der Film von Baudouin Koenig zeigt, wie die italienischen Forscher Leptis Magna vom Sand befreien: die einzige antike Stadt, in der sich Amphitheater und Forum, Villen, Triumphbögen und viele Tempel erhalten haben.

In 3D-Animationen erwecken die Archäologen das afrikanische Rom zu neuem Leben. Thermen und Wasserspiele schufen ein Lebensgefühl wie in Rom oder Pompei. Doch die Mosaike drohen zu verblassen, die Böden und Mauern aufzuweichen. Höchste Zeit für die Libyer, das römische Kulturerbe anzunehmen.

Leptis Magna ist der Traum von Rom in Afrika. Kaiser Septimius Severus führt ihn zum Höhepunkt. Nach wenigen Generationen aber versandet der Hafen, der Deich bricht. Der Plan zu einem zweiten Forum wird verworfen. Hat ein Erdbeben den Untergang eingeleitet? Der Ingenieur Andrea Giannantoni aus Rom ist verblüfft von den Kenntnissen der antiken Architekten. Dank ihrer Kuppelkonstruktion hielten die Thermen allen Erdbeben stand. Haben also die Vandalen die Stadt überrannt?

Der Film fragt nach Gründen für den Niedergang. Er nimmt den Zuschauer mit auf einen letzten, virtuellen Spaziergang durch die Hafenmetropole. Leptis Magna war ein kurzer Traum, der bis heute nachhält. Ein Traum vom völkerverbindenden Mittelmeer.


(ARD/SWR)


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0:38
VPS 00:40

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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit - spezial

Das Erbe des Römischen Reiches

Film von Goggo Gensch

Ganzen Text anzeigenDas Römische Reich fasziniert nach wie vor und prägt noch immer unser Leben. Vom Limesmuseum in Aalen ausgehend stellt Max Moor das Erbe des Römischen Reiches vor.

Das Römische Reich war riesengroß und existierte länger als jedes andere Imperium - über 1.000 ...
(ARD/SWR)

Text zuklappenDas Römische Reich fasziniert nach wie vor und prägt noch immer unser Leben. Vom Limesmuseum in Aalen ausgehend stellt Max Moor das Erbe des Römischen Reiches vor.

Das Römische Reich war riesengroß und existierte länger als jedes andere Imperium - über 1.000 Jahre. Doch die Römer haben mehr hinterlassen als Monumentalbauten und Statuen. Wir verdanken den Römern unser Alphabet und unser Justizsystem.

Unsere Hauptverkehrswege sind nach römischem Vorbild erbaut, und auch die moderne Architektur, Malerei und Bildhauerei fußen auf römischen Vorbildern. Im Grunde genommen ist unsere moderne westliche Lebensart nichts anderes als die Weiterentwicklung der römischen.

Vom Limes ausgehend führt die Reise rund ums Mittelmeer. Das syrische Bosra mit seinem Freilichttheater war Hauptstadt der Provinz Arabia. Leptis Magna im heutigen Libyen war eine Art Steuerparadies der Antike, und im tunesischem El Djem erinnert das Kolosseum an die einstigen Gladiatorenkämpfe. Der Pont du Gard in Südfrankreich zählt mit seinen drei Etagen und den 64 Rundbögen zu den Meisterwerken der antiken Baukunst. Immer noch ist der monumentale Bau eine Pilgerstätte für Architekten und Touristen aus aller Welt. Tourismus war sehr beliebt im Römischen Reich. Die Lieblingsrouten der Reisenden führten zu den heute noch frequentierten Reisezielen, etwa an der Adria. Butrint war ein beliebter Ferienort - eine Kur- und Festspielstadt.

Eine der Stärken der römischem Mythologie war es, sich fremde Ideen einzuverleiben: Man übernahm nicht nur die Ökonomie eines unterworfenen Reiches, man übernahm sein ganzes Wissen und seinen Glauben. In der Stadt Baalbek im Libanon stand ein Tempel, der in Größe und Pracht einzigartig war im Römischen Reich: der Jupitertempel. Einst verehrten hier die Syrer ihren Gott Baal, später weihte Alexander der Große die Stätte dem Sonnengott Helios.

Moderne Archäologen befassen sich aber nicht nur mit Ausgrabungen. Ihre Untersuchungsmethoden gleichen eher denjenigen von kriminalistischen Spurensuchern. So hat man herausgefunden, dass es im Römischen Reich beträchtliche Gesundheitsunterschiede zwischen Armen und Reichen gab. Die Armen hatten bessere Zähne. Auf Grund der Stärke- und zuckerreicheren Ernährung der Wohlhabenden litten diese viel häufiger an Karies - ein echtes Wohlstandsleiden.


(ARD/SWR)


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1:22
VPS 01:20

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Die Römer im Südwesten (1/2)

Die Eroberung Germaniens

Film von Peter Prestel

Moderation: Lena Ganschow

Ganzen Text anzeigenWie eroberten und prägten die Römer das heutige deutsche Gebiet? Lena Ganschow lädt ein zu einer Reise in die römische Vergangenheit. Im ersten Teil geht es um die Eroberung Germaniens.

Mit Hilfe von aufwendigen Reenactments und 3D Rekonstruktionen lässt der Film ...
(ARD/SWR)

Text zuklappenWie eroberten und prägten die Römer das heutige deutsche Gebiet? Lena Ganschow lädt ein zu einer Reise in die römische Vergangenheit. Im ersten Teil geht es um die Eroberung Germaniens.

Mit Hilfe von aufwendigen Reenactments und 3D Rekonstruktionen lässt der Film die Welt von damals wieder auferstehen. Es entsteht ein faszinierendes Bild von der Kultur und dem Alltagsleben der Römer in den germanischen Provinzen.

Die Spurensuche von Lena Ganschow beginnt in den Alpen. Über den Fernpass waren die römischen Legionen nach Germanien vorgedrungen. Ihr Schuhwerk: Sandalen! Grund genug für ein ausführliches Experiment: Eine Truppe "Hobby-Römer" testet unter wissenschaftlicher Aufsicht die Ausrüstung der Legionäre - und nicht nur das Schuhwerk. Auch die Waffen - von Pilum und Schild bis zum Katapult - werden unter die Lupe genommen.

Die wissenschaftlichen Waffen-Experimente begleiten Naturwissenschaftler des Fraunhofer-Instituts in Kandern. Sie messen mit modernsten Methoden Durchschlagskraft, Geschwindigkeit und Reichweite der antiken Waffen. Diese Tests machen klar: Die Römer waren den "Barbaren", wie sie unsere Vorfahren nannten, waffentechnisch haushoch überlegen. Und sie bauten auf klare Organisationstrukturen innerhalb einer Berufsarmee. Nur einmal, in der sogenannten Varus-Schlacht, mussten sie eine herbe Niederlage gegen die Germanen hinnehmen.

Doch wie gelang es den Römern, die germanischen Provinzen über Jahrhunderte gegen Angreifer aus dem freien Germanien zu sichern? Mit einer schier unglaublichen Präzision errichteten sie den 550 km langen Grenzwall, den Limes, dessen Spuren noch heute sichtbar sind und der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Daneben waren es die Flüsse, Rhein und Donau, die als "nasse Grenze" Schutz boten. Aber nur, wenn sie gut bewacht wurden.

Zum Beispiel mit schnellen Patrouillenbooten, wie das "Navis Lusoria". Aus geborgenen römischen Schiffswracks erarbeitet ein Expertengremium Baupläne und rekonstruiert in aufwändiger Arbeit dieses historische Schiff. Der Film begleitet die Arbeit bis zu den ersten Testfahrten, an denen auch Lena Ganschow beteiligt ist und feststellt, dass das Rudern auf einem römischen Kriegsschiff ganz schön anstrengend gewesen sein muss.

Die Straßen erschlossen die römische Welt hinter den Flüssen, auch in den germanischen Provinzen. Mit Raststationen an den Hauptverbindungsstraßen. In Hechingen-Stein wird so eine Raststation seit etlichen Jahren ausgegraben. Sie war gleichzeitig Teil einer "villa rustica", eines römischen Landguts. So konnten die Reisenden mit Produkten vom eigenen Hof verwöhnt werden. Noch heute können Besucher hier erfahren, wie großzügig die Römer gebaut haben: Das Landgut in Hechingen-Stein verfügte nicht nur über ein prächtiges Verwaltungsgebäude, sondern auch über Werkstätten, Stallungen, einen Tempelbezirk und sogar eine eigene Brauerei!

Auf ihrer Spurensuche stehen Lena Ganschow als Experten unter anderem der rheinlandpfälzische Landesarchäologe Gerd Rupprecht, Dr. Martin Kemkes vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg und Prof. Dr. Christoph Schäfer von der Universität Trier zur Seite.


(ARD/SWR)


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2:06
VPS 02:05

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Die Römer im Südwesten (2/2)

Leben in Germanien

Film von Peter Prestel

Moderation: Lena Ganschow

Ganzen Text anzeigenDer zweite Teil von Lena Ganschows Reise in die Vergangenheit erzählt vom Alltag der Römer in Germanien, wie sie gelebt, sich vergnügt haben und was bei ihnen auf den Tisch kam.

Wie entbehrungsreich und gefährlich war ein Gladiatorenleben? Wie schmeckte das Essen ...
(ARD/SWR)

Text zuklappenDer zweite Teil von Lena Ganschows Reise in die Vergangenheit erzählt vom Alltag der Römer in Germanien, wie sie gelebt, sich vergnügt haben und was bei ihnen auf den Tisch kam.

Wie entbehrungsreich und gefährlich war ein Gladiatorenleben? Wie schmeckte das Essen bei den Römern und wie lebte es sich in einer römischen Provinzstadt? Das sind die zentralen Fragen, denen Lena Ganschow mit der Hilfe von Experten nachgeht.

Die Reise beginnt in der ältesten Stadt Deutschlands, in Trier, dem damaligen Augusta Treverorum. Bis heute ist die Porta Nigra das Wahrzeichen der Stadt. Wie die Römer ihre Städte bauten, mit welcher Technik und welchen Materialien sie Häuser errichtet haben, rekonstruieren Archäologen und Historiker mit Nachbauten und wissenschaftlichen Experimenten. Und sie erkunden, wie es den Römern gelingen konnte, Wasserleitungen über viele Kilometer so zu bauen, dass in den Städten immer genügend frisches Wasser vorhanden war.

Dies verbrauchten sie reichlich: für ihre Thermen, für ihre Gewerke, aber zum Beispiel auch für die öffentlichen Bedürfnisanstalten. Frischwasserversorgung und Abwasserentsorgung war in ihren Städten auf einem Stand, der in Deutschland erst wieder im 19. Jahrhundert erreicht wurde! Und der Urin, der in den öffentlichen Toiletten gesammelt wurde, wurde weiterverwandt. Für das Färben von Stoffen. Ein heutiger Versuch an der Fachhochschule Köln vollzieht die übel riechende, aber ausgereifte Färbetechnik von damals nach.

Lena Ganschow stellt im Laufe der Spurensuche viele weitere Aspekte der römischen "Lebenskunst" vor. Und natürlich darf eins nicht fehlen: die römische Küche. Was die Römer in den germanischen Provinzen kultivierten, bereichert den deutschen Speiseplan noch heute: Kräuter, Wein, viele Obstsorten. Wie das römische Essen geschmeckt hat, erfährt sie am eigenen Leib - in einer "kulinarischen Zeitreise" in der Villa Borg, wo nach damaligen Rezepturen gekocht wird.

Weniger köstlich wurden die Gladiatoren verköstigt, ihre Ernährung bestand in erster Linie aus Hülsenfrüchten. Ein harter Test für junge Studenten der Universität Regensburg, die an einem Gladiatoren-Langzeitexperiment teilnehmen. Unter wissenschaftlicher Beobachtung trainieren und leben sie 3 Monate lang wie ihre antiken Vorbilder. Auch wenn es aus heutiger Sicht ein karges Leben war - die Nahrung und besonders die medizinische Versorgung war für die meisten Gladiatoren zunächst eine Verbesserung. Denn Gladiatoren waren Entrechtete: Kriegsgefangene, Sklaven, zum Tode Verurteilte. Zu den Spielen "begnadigt", hatten sie immerhin eine Überlebenschance.

Auf ihrer Spurensuche stehen Lena Ganschow auch in dieser Folge wieder eine Reihe von Experten zur Seite. Diesmal sind unter anderen dabei: Dr. Eckart Köhne vom Landesmuseum Trier, der Archäobotaniker Prof. Dr. Manfred Rösch von der Universität Heidelberg und Ruth Heisel vom saarländischen Archäologiepark Römische Villa Borg.


(ARD/SWR)


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2:49
VPS 02:45

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Große Völker: Die Griechen

Film von Cristina Trebbi und Susanne Utzt

Ganzen Text anzeigenDie moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: die tragischsten Dramen und unterhaltsamsten Komödien, aber auch den Mathematikunterricht.

Dass wir joggen oder Marathon laufen, ist den Griechen geschuldet - ebenso wie die Olympischen Spiele, die ...

Text zuklappenDie moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: die tragischsten Dramen und unterhaltsamsten Komödien, aber auch den Mathematikunterricht.

Dass wir joggen oder Marathon laufen, ist den Griechen geschuldet - ebenso wie die Olympischen Spiele, die Menschen unterschiedlichster Herkunft friedlich miteinander vereinen sollen. Und nicht zuletzt ist die Demokratie das Erbe berühmter Vordenker aus Athen.

Griechenland gilt als die Wiege Europas. Der Blick zurück in die Geschichte der Griechen beginnt nach den "dunklen Jahrhunderten" um etwa 750 vor Christus. Damals entstehen an den zerklüfteten Küsten des östlichen Mittelmeers unabhängige Stadtstaaten, die untereinander im Dauer-Clinch liegen. Nur die Vorstellung von einer illustren wie ebenso intriganten Götterwelt, die vom Olymp aus alle Bereiche des irdischen Lebens beherrscht, verbindet sie. Kein Krieg, keine Hochzeit, keine sonstigen Handlungen werden geplant, ohne den Rat der himmlischen Helden einzuholen.

Während die einen einer Welt aus Mythen und Mysterien nachhängen, wagen sich ein paar wenige Universalgelehrte an andere Modelle der Welterklärung. Die Philosophen beobachten die Natur, suchen nach Zusammenhängen zwischen Ursache und Wirkung und glauben fest an Erkenntnisgewinne durch logisches Denken. Sie sind die Begründer der Wissenschaft und bahnbrechender Errungenschaften - angefangen von der ersten Dampfmaschine über die Entdeckung der Erde als Kugel bis hin zum schusssicheren Brustpanzer.

Eine der revolutionärsten Ideen der Griechen aber ist die Demokratie. Kaum zu glauben, aber sie ist ein Produkt der ständigen Kriege untereinander, vor allem aber gegen die übermächtigen Perser. Jeder Mann im Staat wird im Kampf gegen den Feind von außen gebraucht, im Gegenzug fordert das Volk umfassende Mitspracherechte. In Athen erkennen die Verantwortlichen früh, dass sie Zugeständnisse an die Bürger machen müssen. Nach und nach führen sie Reformen ein, bis eine völlig neue Verfassung entsteht. Sie soll den Griechen eine Herrschaftsform garantieren, die maßgeblich vom Volk ausgeht. Politisches Stimmrecht besitzen alle männlichen Griechen über 18 Jahre. Sklaven, Frauen und Kinder sind von der Meinungsbildung ausgeschlossen. Grundsätzlich fallen die Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip.

In der Praxis sieht es aber so aus, dass zumeist die Reichen die große Linie vorgeben, denn sie sind die einzigen, die mit ihrem Privatvermögen haften können. Und das ist damals für jeden Spitzenpolitiker Pflicht. In späteren Zeiten wird die Volksherrschaft über Jahrhunderte erfolgreich vermieden. Erst mit der Französischen Revolution ändert sich das wieder. Inzwischen existieren weltweit 115 freiheitlich geführte Regierungen, die mehr oder weniger die Rechte des Einzelnen in ihrem Staatsvertrag verankert haben. Auch die Europäische Union beruft sich in ihrem Gründungspapier auf das politische Konzept aus dem alten Griechenland.

Neben Politik und Wissenschaft haben noch zwei weitere Errungenschaften ihren Anfang in der antiken Welt genommen. Zum einen ist das die Entstehung des Theaters, das damals vor allem dazu dient, den Bürgern über das Spiel auf der Bühne ihre Welt zu erklären. Der Zeit weit voraus ist dabei die Vorstellung, dass bei der Vorführung der Tragödien und Komödien die Seele des Menschen eine Wandlung vollzieht, wenn nicht sogar einen Heilungsprozess durchläuft. Jedes dramatische Werk folgt seither denselben Gestaltungsmustern, die damals von den großen Autoren Griechenlands entwickelt wurden.

Die Einführung der Olympischen Spiele ist die zweite herausragende Pionierleistung. Das Ereignis findet alle vier Jahre statt. Eine Woche lang messen sich Freund und Feind in unterschiedlichen sportlichen Disziplinen. Während der Dauer des Spektakels, so verlangen es die Regeln, herrscht Frieden. Im 5. Jahrhundert nach Christus wird das Praktizieren des "heidnischen Kultes" auf Erlass des christlichen Kaisers Theodosios verboten. Erst 1896 finden in Athen - nach 1500 Jahren Unterbrechung - die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Wie bei den alten Griechen stehen sie ganz im Zeichen der Völkerverständigung. Das ist bis heute so geblieben.


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HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Große Völker: Die Römer

Film von Cristina Trebbi und Susanne Utzt

Ganzen Text anzeigenEs gibt nicht viel, was nicht schon von den Ägyptern, Griechen oder Karthagern erfunden worden wäre, doch es gibt noch weniger, was die Römer nicht von ihnen übernommen und perfektioniert hätten.

Die alten Römer sind ein Volk der Superlative, ihre Geschichte ...

Text zuklappenEs gibt nicht viel, was nicht schon von den Ägyptern, Griechen oder Karthagern erfunden worden wäre, doch es gibt noch weniger, was die Römer nicht von ihnen übernommen und perfektioniert hätten.

Die alten Römer sind ein Volk der Superlative, ihre Geschichte beginnt allerdings wenig spektakulär. Als Rom gegründet wird, ist die spätere Hauptstadt nicht mehr als eine malariaverseuchte Siedlung in einer sumpfigen Senke am Tiber.

Doch nur wenige Jahrhunderte später schlägt dort das Herz eines Imperiums, in dem zu Spitzenzeiten über 55 Millionen Menschen leben. Fast 1000 Jahre hält die römische Herrschaft, bevor sie allmählich zerbröckelt.

Besonders beeindruckend ist die Dynamik, mit der die anfangs keineswegs überlegene Republik zur Vormacht im gesamten Mittelmeerraum aufsteigt. Die Römer beweisen sich dabei nicht nur als Meister der Kriegsführung, sondern auch als Garanten anhaltenden Friedens. Geschickt schwören sie die eroberten Territorien auf die "Sache Roms" ein. Die neuen Bundesgenossen erhalten ein hohes Maß an Selbstbestimmung und eine Verfassung, die ihnen wie jedem römischen Bürger auch die Gleichheit vor Recht und Gesetz zusichert. Und jeder - auch Sklaven und Besiegte - kann damals sein Bürgerrecht einfordern. Die Herren vom Tiber bieten aber noch mehr Annehmlichkeiten: Quer durchs Reich bauen sie Straßen und Aquädukte, bis in die entferntesten Winkel des Imperiums exportieren sie ihren Lebensstil und ihre Ideen zur Architektur öffentlicher Gebäude und Plätze. Mit den umfassenden Maßnahmen haben die Regenten nur ein Ziel verfolgt: einen Staat ohne Grenzen zu schaffen. Ein Plan, der nur einmal mehr beweist, wie sehr das antike Gedankengut in die heutige Welt übergegangen ist. Von einem barrierefreien Europa mit gleichen Rechten für alle träumen auch die Verantwortlichen in Brüssel.

Wie schwer es ist, Völker aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammen zu halten, haben auch schon die alten Römer gewusst. Als Kontrollorgan setzen sie deshalb ein Heer aus Legionären ein. Berufssoldat zu sein ist damals ein begehrter Job. Er bietet ein festes Einkommen, Aufstiegschancen und eine sichere Altersversorgung. Nach 25 Jahren erhält ein Legionär 14 Jahresgehälter und manchmal sogar noch ein Stück Land. Die soziale Sicherheit hat jedoch ihren Preis. Die meisten Männer leben bis zur Pensionierung dauerhaft fernab der Heimat. Viele Städte, die wir heute kennen, sind aus kleinen römischen Feldlagern entstanden.

Die Manager des Großreichs residieren in Rom. Eine extrem schlanke Zentralverwaltung bildet das Rückgrat des Imperiums. Nur ein paar hundert Männer herrschen über ein Fünftel der Menschheit. Dafür entwickeln die Römer einen straff organisierten Beamtenapparat mit fein abgestuften Hierarchien und Zuständigkeiten, aber auch mit ständig wachsenden Aktenbergen. Durch kluge Investitionen in das Sozialwesen und in imposante Spektakel gelingt es den Politikern langfristig, das Volk bei Laune zu halten. "Brot und Spiele" lautet die magische Formel. Jeder hat das Recht auf kostenloses Getreide und extravagante Unterhaltung. Höhepunkte sind die Gladiatoren-Kämpfe im Kolosseum, die bis zu vier Monate dauern können.

Lange haben Historiker gerätselt, warum das Römische Imperium mitten im schönsten Frieden dennoch kollabiert ist. Eine Vermutung lautet, dass allein die vielzitierte Dekadenz der Oberschicht schuld daran sei. Doch viele Forscher glauben inzwischen, dass die Barbaren den Untergang der Großmacht verursacht haben. Im 4. Jahrhundert nach Christus setzt die Völkerwanderung ein, und zigtausende Menschen drängen auf der Suche nach neuem Lebensraum ins Reich. Das Imperium gerät in vielerlei Hinsicht in Not und ist nicht mehr zu retten. Das Vermächtnis des Imperiums an die Nachwelt aber hat überlebt. Die Römer haben das Fundament für eine zivilisierte Welt gelegt und die Ausbreitung des Christentums maßgeblich befördert.


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Stadt der Gladiatoren - Carnuntum

Film von Klaus T. Steindl

(aus der ORF-Reihe "Universum History")

Ganzen Text anzeigenEin Luftbild von 1981 fesselt den Archäologen Wolfgang Neubauer: Man sieht darauf mitten im Grünen einen Fleck. Mit Hilfe neuer Technologien entdeckt er eine kasernenartige Anlage.

Es gibt eine kleine Trainingsarena, Unterkünfte, Küchen, Bäder und einen Friedhof. ...
(ORF)

Text zuklappenEin Luftbild von 1981 fesselt den Archäologen Wolfgang Neubauer: Man sieht darauf mitten im Grünen einen Fleck. Mit Hilfe neuer Technologien entdeckt er eine kasernenartige Anlage.

Es gibt eine kleine Trainingsarena, Unterkünfte, Küchen, Bäder und einen Friedhof. Was Neubauer und sein Team hier fanden, überstieg die größten Erwartungen der Forscher: Es ist die erste Gladiatoren-Schule, die jemals außerhalb Roms entdeckt wurde.

Und tatsächlich: Bei Grabungen finden sie das Loch, in dem der Palus verankert war - ein Holzpfahl, das wichtigste Trainingsgerät in der Gladiatoren-Ausbildung, dazu eine Metallschuppe von einem Gladiatoren-Panzer, Geflügelknochen und ein Grab mit einer wertvollen Grabbeigabe.

Franz Humer, der Leiter des Archäologischen Parks Carnuntum, ließ die Trainingsarena der Gladiatoren-Schule mit Originalwerkzeugen und Original-Werkstoffen aus der Zeit der Römer nachbauen. Nun können die Trainingsmethoden der Gladiatoren genau erforscht werden - wie sie kämpften, wie sie lebten und wie sie zu tödlichen Kampfmaschinen ausgebildet wurden. Der Historiker Marcus Junkelmann räumt mit vielen gängigen Klischees auf: Gladiatoren waren zwar aus der bürgerlichen Gesellschaft ausgeschlossen, aber dennoch die Stars ihrer Zeit. Ihre Auftritte waren kein wildes Gemetzel, sondern streng reglementierter Kampfsport.

Nicht alle Gladiatoren waren Gefangene oder Sklaven, manche meldeten sich freiwillig. Auf sie wartete eine beinharte Ausbildung, möglicherweise der Tod, aber auch die Hoffnung auf Ruhm, Ehre und Geld. Die Gladiatoren wurden von eigenen Trainern instruiert, hatten die beste medizinische Versorgung. Es gab eine Therme in der Gladiatoren-Schule und die Kämpfer hielten eine strenge Diät. Knochenfunde aus Ephesus bringen dazu neue Erkenntnisse. Fabian Kanz von der Abteilung Forensische Anthropologie der Medizinischen Universität Wien sieht in ihnen ein wertvolles Archiv, in dem zahlreiche Informationen über die Lebensweise der Gladiatoren gespeichert sind. Gladiatoren ernährten sich hauptsächlich von Hülsenfrüchten oder Gerste.

Aus all diesen Puzzlesteinen erwächst das fiktive Bild von Atticus, einem Nordafrikaner, der in Carnuntum unter den strengen Augen des Lanistas, des Leiters der Gladiatoren-Schule, seine Ausbildung zum Gladiator erhält. Atticus durchläuft alle Stadien des Trainings, bewährt sich und avanciert zum bewunderten Star, der männliche, aber auch weibliche Fans um sich schart. Nun ist er ein wertvoller Besitz seines Lanistas, eine "Cashcow" im Gladiatoren-Zirkus. Seine Kämpfe finden jetzt in der großen Arena in Carnuntum statt - unter dem Jubel der Massen. Doch seinen letzten Kampf überlebt er nicht. Es könnte seine Grabstätte sein, die neben der Gladiatoren-Schule entdeckt wurde - bezahlt von einer reichen Bewunderin, die ihm zum Abschied eine wertvolle vergoldete Fibel als Geschenk für die Götter mit ins Grab legte.

Das Autorenteam Klaus Feichtenberger, Heinrich Mayer-Moroni und Klaus T. Steindl, der auch Regie führte, entwickelte eine packende Story, die den aufsehenerregenden Fund der Gladiatoren-Schule mit fiktionalen Elementen verbindet. Die Geschichte von Atticus und seinen Kameraden berührt und geht unter die Haut. Gedreht wurde an den Originalschauplätzen in Carnuntum, in der rekonstruierten Trainingsarena. Hier konnten Kamera, Kostüm, Maske, Ausstattung und vor allem die Darsteller den Spirit der Kämpfer unmittelbar einfangen. Die aufwendigen Reenactments und Animationen lassen Carnuntum wiederauferstehen. Waffen, Ausrüstungen und Kampfstile der Gladiatoren wurden bis ins letzte Detail rekonstruiert. Die französische Truppe Acta beschäftigt sich seit Jahren damit, Gladiatoren-Kämpfe zu erforschen und sie praktisch zu erproben. Bei den Dreharbeiten arbeiteten sie "ohne Netz" - die Kämpfe vor der Kamera waren echt, wenn auch nicht mit scharfen Klingen, und geben in Slow Motion Einblick in die Kampftechniken der Gladiatoren.


(ORF)


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5:06
VPS 05:05

Zwischen Luxus und Dekadenz

Antike Traumpaläste am Golf von Neapel

Film von Elli Gabriele Kriesch

Ganzen Text anzeigenIm 2. Jahrhundert vor Christus griffen Habgier und Luxus bei römischen Aristokraten und Aufsteigern um sich: Sie bauten riesige Domizile und Paläste am Golf von Neapel.

Die Region bot reichen Römern dafür eine ideale Kulisse: eine Küste mit grandiosen Ausblicken, ...
(ARD/BR)

Text zuklappenIm 2. Jahrhundert vor Christus griffen Habgier und Luxus bei römischen Aristokraten und Aufsteigern um sich: Sie bauten riesige Domizile und Paläste am Golf von Neapel.

Die Region bot reichen Römern dafür eine ideale Kulisse: eine Küste mit grandiosen Ausblicken, ein mildes Klima, Thermalquellen und einen äußerst fruchtbaren Vulkanboden. Der Golf von Neapel war das mondänste Ferienparadies der Antike.

Ganze Berge wurden an der Steilküste abgetragen und das Meer damit aufgefüllt. Innenarchitekten sorgten mit buntem Marmor, farbenfrohen Fresken und kostbaren Mosaikböden für ein luxuriöses Ambiente. Mit Skulpturensammlungen griechischer Meister wollten die Hausherren Kunstverstand und guten Geschmack demonstrieren. Mehr als 60 solcher prachtvollen Landgüter dokumentieren, dass Prunk, Protz und Promis schon in der Antike am Golf von Neapel zu Hause waren.

Es war Mode, auch die Landschaft zu gestalten: Über Kanäle speiste man Fischteiche mit Meerwasser und in Volieren mästete man Tausende von Vögeln. Diese Anlagen garantierten den Feinschmeckern das ganze Jahr über Qualität und Frische. Einer von ihnen war der berühmte Lucullus, einst erfolgreicher Feldherr und Konsul, der zum Trendsetter der römischen Kochkunst aufstieg. Die Gastgeber versuchten, sich gegenseitig zu übertrumpfen, teures Geschirr aus Gold und Silber, exotische Leckerbissen, ausgesuchte Spitzenweine waren selbstverständlich.


(ARD/BR)


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5:51
VPS 05:50

Marokko - Land der Träume

Film von Natalie Steger

Ganzen Text anzeigenMarokko liegt zwischen Atlas und Atlantik und ist ein vielfältiges, faszinierendes, geheimnisvolles Land. Touristen zieht es in die vier Königsstädte Rabat, Fes, Marrakesch und Meknes.

Auch die langen Sandstrände und die Wüste locken Besucher an. Was aber verbirgt ...

Text zuklappenMarokko liegt zwischen Atlas und Atlantik und ist ein vielfältiges, faszinierendes, geheimnisvolles Land. Touristen zieht es in die vier Königsstädte Rabat, Fes, Marrakesch und Meknes.

Auch die langen Sandstrände und die Wüste locken Besucher an. Was aber verbirgt sich hinter den Kulissen des Königreiches? Was sind die Geheimnisse des Erfolges, welche Träume haben die Menschen? Filmemacherin Natalie Steger und ihr Team gehen diesen Fragen nach.

Sie besuchen Spielfilmdreharbeiten in der Wüste - im Hollywood Nordafrikas. Sie treffen Schlangenbeschwörer und Berberfrauen, die das teuerste Öl der Welt noch von Hand herstellen - das Arganöl. Sie wandeln auf den Spuren von Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in "Casablanca" und zeigen Weinanbau in einem muslimischen Land. Eine deutsche Hotelmanagerin verrät, warum Marrakesch auch Jahrzehnte nach den wilden Jahren mit Mick Jagger, Yves Saint-Laurent, Jimi Hendriks noch immer für so viele eine Traumstadt ist.