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Sonntag, 19. Juli
Programmwoche 30/2015
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6:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Die verschwundene Zivilisation

Ältester Tempel der Menschheit

Film von Tim Conrad

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Es war eine große archäologische Sensation: Auf dem Göbekli Tepe in der süd-ost-anatolischen Hochebene wurde eine 12.000 Jahre alte Tempelanlage aus der Jungsteinzeit entdeckt.

1994 wurde der deutsche Archäologe Klaus Schmidt in Südostanatolien auf einen ...

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Es war eine große archäologische Sensation: Auf dem Göbekli Tepe in der süd-ost-anatolischen Hochebene wurde eine 12.000 Jahre alte Tempelanlage aus der Jungsteinzeit entdeckt.

1994 wurde der deutsche Archäologe Klaus Schmidt in Südostanatolien auf einen seltsamen Hügel aufmerksam, den die Natur in dieser Gegend niemals so geformt hätte. Was er bei seinen Grabungen entdeckte, stellt die Menschheitsgeschichte auf den Kopf.

In den sperrigen Steinbrocken, die Bauern beim Pflügen ihrer Felder achtlos beiseite geschafft haben, erkennt er Überreste einer steinzeitlichen Kultanlage.
Es ist ein gewaltiger Heiligtumsbezirk, den es eigentlich gar nicht geben dürfte. Offenbar wurde mit dem Bau bereits begonnen, als die Einwohner der Region noch als Jäger und Sammler umherzogen. Der Tempel wäre demnach also entstanden, bevor die Menschen begannen, selbst in festen Wohnstätten zu leben - eine Erkenntnis, die dem bisherigen Forschungsstand zur Sesshaftwerdung des Menschen widerspricht.

"Die verschwundene Zivilisation" bildet den Auftakt zum Thementag "Supermächte der Geschichte". 3sat reist einen Tag lang ins alte Rom, ins alte Griechenland, nach China und zu den Mayas.


7:00
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die Botschaft der 12. Etruskerstadt

Film von Andreas Sawall

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Isidoro Falchi (1838 - 1914) ist Arzt und Stadtrat einer kleinen Gemeinde in der südlichen Toskana. Seine wahre Passion ist jedoch die Erforschung der Etrusker.

Jenes alte Volk aus dem ersten Jahrtausend vor Christus, über das man damals nur wenig wusste. Der ...

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Isidoro Falchi (1838 - 1914) ist Arzt und Stadtrat einer kleinen Gemeinde in der südlichen Toskana. Seine wahre Passion ist jedoch die Erforschung der Etrusker.

Jenes alte Volk aus dem ersten Jahrtausend vor Christus, über das man damals nur wenig wusste. Der Hobbyarchäologe Falchi hat sich ein Ziel gesetzt: Er will Vetulonia finden, die zwölfte und bisher letzte unentdeckte Stadt des etruskischen Städtebundes.

Der Zufall führt ihn auf die richtige Spur. Als sich Falchi bei der Antikenverwaltung in Florenz um eine Grabungslizenz bewirbt, lacht ihn der Beamte aus. Ein Hobbyarchäologe will Vetulonia gefunden haben! Deshalb gräbt Falchi illegal weiter und wird belohnt: In einem alten Grab stößt er auf spektakuläre Artefakte aus der Etruskerzeit, die von ihrer hohen Entwicklung zeugen.
Die Dokumentation erzählt die Geschichte Isidoro Falchis, zeigt, was das Abendland den Etruskern verdankt, und geht der Frage nach, woher die Etrusker einst kamen, bevor sie in Italien siedelten.


7:45
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Machu Picchu - Rätselhafte Stadt der Inka

Film von Goggo Gensch

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Auch 100 Jahre nach ihrer Wiederentdeckung durch Hiram Bingham gehört die peruanische Stadt Machu Picchu immer noch zu den Orten, deren Anblick jede menschliche Vorstellung übertrifft.

Die Stadt wurde Mitte des 15. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Inkakultur, ...
(ARD/SWR)

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Auch 100 Jahre nach ihrer Wiederentdeckung durch Hiram Bingham gehört die peruanische Stadt Machu Picchu immer noch zu den Orten, deren Anblick jede menschliche Vorstellung übertrifft.

Die Stadt wurde Mitte des 15. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Inkakultur, gebaut. Auf einem Areal von 500 mal 200 Metern auf 2.400 Meter Höhe war Machu Picchu bis ins letzte Detail geplant. Eine perfekte Stadt an einem perfekten Ort.

Sie stehen auf einem schmalen Sattel zwischen schwindelerregenden Abgründen, von einem steilen Bergkegel, wie von einem Wachturm überragt. Die Ruinen können sich durchaus mit Bauwerken wie den Ruinen von Angkor Wat, die Alhambra in Granada oder den Pyramiden vom Nil messen.

Machu Picchu ist das Beispiel einer erdbebensicheren Stadt. Weil die Inka ihre Häuser ohne Mörtel bauten, konnten die Steine spannungsfrei schwingen und so die Erdbewegungen abfedern. Seine abgelegene Lage bewahrte Machu Picchu davor, von den spanischen Eroberern entdeckt zu werden. Auf der Jagd nach Gold und Silber eroberten die Konquistadoren unter Führung von Francisco Pizarro 1533 Peru. "Wir dachten dies sei die ganze Welt, wir wussten es nicht anders, bis die Spanier kamen." Die Spanier zerstörten sämtliche Gebäude der Inka. Kein einziges Bauwerk der Inka, kein Haus, kein Palast, kein Tempel ist heute erhalten - bis auf Machu Picchu.

Die Ruinen geben den Archäologen immer noch viele Rätsel auf. Welchen Zweck erfüllte der Saal der Mörser? War der Stein, den die Inka "Intihuatana", der "Ort, an dem man die Sonne fesselt", nannten, wirklich eine Sonnenuhr? Machu Picchu ist eine der größten Touristenattraktionen in Südamerika. Täglich besuchen mehr als 2.000 Personen die Sehenswürdigkeit, in der Hochsaison sind es schon einmal 4.000. Um das Weltkulturerbe nicht zu gefährden, fordert die UNESCO eine Reduktion auf höchstens 500 Besucher. 90 Prozent ihrer Einnahmen erwirtschaftet die peruanische Tourismusindustrie mit den rätselhaften Ruinen von Machu Picchu.
Vieles, auch das Ende, ist immer noch nicht endgültig geklärt. Mit dem Zusammenbruch des Inkareichs war vermutlich auch der Untergang dieser Stadt unabwendbar. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis sich der Urwald über die Häuser, Tempel und Mauern ausbreitete.
(ARD/SWR)


8:10

Mohenjo Daro

Das Geheimnis der Induskultur

Film von Hannes Schuler

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1922 wird im Ufergebiet des Indus eine Metropole aus dem dritten Jahrtausend vor Christus entdeckt: Mohenjo Daro. Michael Jansen, Professor für Stadtbaugeschichte, erforscht sie seit Jahren.

Sie war das Zentrum einer Zivilisation, Ägypten und den Städten ...
(ARD/SWR)

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1922 wird im Ufergebiet des Indus eine Metropole aus dem dritten Jahrtausend vor Christus entdeckt: Mohenjo Daro. Michael Jansen, Professor für Stadtbaugeschichte, erforscht sie seit Jahren.

Sie war das Zentrum einer Zivilisation, Ägypten und den Städten Mesopotamiens gleich. Sie zählte an die 100.000 Einwohner und wurde auf künstlichen Plateaus mit breiten Alleen wie am Reißbrett entworfen erbaut. Jansen führt durch die Geheimnisse der antiken Stadt.

Die ungewöhnliche Bauweise von Mohenjo Daro - sie besteht aus Millionen einheitlicher Ziegel - hat schon ihre Entdecker in den 1920er Jahren fasziniert. Wohnhäuser mit moderner Raumaufteilung und jeweils eigenen, nicht öffentlichen Brunnen, Straßen mit Abwasser-Kanalisation und wie nach einem Bebauungsplan getrennte Produktions- und Wohn-Viertel. Michael Jansens Vermutung: Mohenjo Daro ist das Ergebnis eines Schwellenereignisses der Menschheit, eines einzigartigen zivilisatorischen Sprungs. Innerhalb von nur 50 Jahren explodierte am Indus der Fortschritt auf geradezu allen Gebieten, eine Schrift wurde erfunden, Großsiedlungen entstanden, die ihre Produktionsstätten auslagerten und Handel über Tausende von Kilometern trieben. Aber wer waren die Lenker dieses Umbruchs, wer waren die Herrscher von Mohenjo Daro? Wenig ist bekannt über sie, die raren Hinweise wie etwa die Kleinplastik des sogenannten "Priesterkönigs" geben Rätsel auf, die Schriftzeichen, die auf Siegeln entdeckt wurden, sind noch nicht entziffert, erst zehn Prozent der Stadt sind ausgegraben, die Erforschung der Indus-Zivilisation steht noch immer fast am Anfang. Ebenso rätselhaft ist der Untergang der Metropole vor 4.000 Jahren. Ohne Zeichen von Zerstörung, Krieg oder Vertreibung gaben die Bewohner die Stadt auf, die bald unter dem Schwemmland des Indus verschwand.
(ARD/SWR)


8:55
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Auf den Spuren der Maya

Film von Lourdes Picareta

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Ein Besuch in Mexiko, Guatemala und Belize: Die Maya bauten dort Pyramiden, Paläste und große Städte. Plötzlich und unter ungeklärten Umständen ging ihre Hochkultur unter.

Vor tausend Jahren innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die Städte mit ihren ...
(ARD/SWR)

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Ein Besuch in Mexiko, Guatemala und Belize: Die Maya bauten dort Pyramiden, Paläste und große Städte. Plötzlich und unter ungeklärten Umständen ging ihre Hochkultur unter.

Vor tausend Jahren innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die Städte mit ihren gigantischen Tempeln und Prachtbauten verlassen, die Gottkönige verschwanden. Der Regenwald überwucherte alles. Das mysteriöse Volk und seine Hinterlassenschaft faszinieren bis heute.

Auf den Spuren der Maya besucht die Dokumentation quirlige Städte, verschlossene Dörfer, verlassene Ruinen und abgeschiedene, schwer zugängliche Schutzzonen für die atemberaubende Natur Mexikos, Guatemalas und Belizes. Sie zeigt Begegnungen mit Forschern, Naturschützern, Händlern und Glücksrittern aller Art.
(ARD/SWR)


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10:40
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die versunkene Stadt der Wolkenmenschen

Film von Michael Tauchert

(aus der ZDF-Reihe "Schliemanns Erben")

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Weit oben im unwegsamen Hochland Perus liegen, vom Dschungel verborgen, einstige Metropolen. Sie wurden von den "Chachapoya" bewohnt. Eine Expedition ins wilde Anden-Bergland.

Die Inka, die schließlich den Untergang des Chachapoya-Volkes herbeiführten, ...

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Weit oben im unwegsamen Hochland Perus liegen, vom Dschungel verborgen, einstige Metropolen. Sie wurden von den "Chachapoya" bewohnt. Eine Expedition ins wilde Anden-Bergland.

Die Inka, die schließlich den Untergang des Chachapoya-Volkes herbeiführten, bezeichneten sie als "Wolkenmenschen". Eine alte Legende erzählt von einer goldenen Stadt im Reich der Wolkenmenschen, von einem Ort unermesslichen Reichtums.

Der Berliner Archäologe Klaus Koschmieder hat sich der Erforschung dieses untergegangenen Volkes verschrieben. Auch er ist auf der Suche nach der goldenen Stadt.


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11:25

Die schwarzen Königinnen

Vergessenes Reich am Nil

Film von Dethlev Cordts und Nicola von Oppel

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Schon zu Zeiten der Pharaonen war der Nil kultureller und wirtschaftlicher Korridor zwischen dem ägyptischen Norden und dem Herzen Schwarzafrikas. Hier liegt die vergessene Kultur von Meroe.

Im heutigen Sudan trafen die beiden großen Kulturkreise aufeinander. ...
(ARD/NDR)

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Schon zu Zeiten der Pharaonen war der Nil kultureller und wirtschaftlicher Korridor zwischen dem ägyptischen Norden und dem Herzen Schwarzafrikas. Hier liegt die vergessene Kultur von Meroe.

Im heutigen Sudan trafen die beiden großen Kulturkreise aufeinander. In Nubien, wie es damals hieß, gab es jene Rohstoffe, auf die sich die Vormachtstellung Ägyptens stützte: Gold und Sklaven, Elfenbein, Ebenholz und Straußenfedern.

Immer wieder zogen die Pharaonen nach Süden, um ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Es war ein typischer "Nord-Süd-Konflikt" zwischen der antiken militärischen Supermacht Ägypten und dem rohstoffreichen Afrika.

Aber ab dem 3. Jahrhundert vor Christus bildete sich rund um die aufstrebende Hauptstadt Meroe, 250 km nordöstlich des heutigen Khartums, ein selbstbewusster neuer Staat, der für sieben Jahrhunderte die Geschicke der Region bestimmte. Stark beeinflusst von afrikanischen Traditionen entwickelte sich hier unter der Führung Schwarzer Königinnen eine von Ägypten zunehmend unabhängige Hochkultur mit einem eigenen Schriftsystem: Meroe wurde zu einer weltoffenen, toleranten, multikulturellen und sehr wehrhaften Hochkultur. Besonders die Frauen hatten innerhalb dieser Gesellschaft eine starke Position. In der Rolle der Königin, als Kandake, hatten sie wesentlichen Einfluss auf alle politischen Entscheidungen. "Sie waren ja nicht nur die Königinnen von Meroe, sie waren Kämpferinnen, sie waren Priesterinnen, sie waren Mütter, königliche Mütter mit sozialer Verantwortung" sagt Intisar S. Elzein, Dekanin an der Universität von Khartum.

Als Ägypten im Jahre 33 vor Christus vom römischen Imperium besetzt wurde, wollte sich die Kandake Amanishakheto nicht dem Kaiser Augustus unterwerfen. In zahllosen Scharmützeln zermürbte sie die immer wieder vorstoßenden römischen Legionen. Das mächtige Rom, unfähig, seine Südfront zu befrieden, schloss schließlich einen Friedensvertrag mit der Königin von Meroe. Schwarzafrika hatte nach drei Jahrtausenden seinen Stolz und seine Autonomie zurück gewonnen.

Erst heute entdecken die Archäologen und Historiker die Bedeutung der matriarchalischen Gesellschaft Meroes für die Geschichte der Antike und des afrikanischen Kontinents. In der Steppe des nördlichen Sahels fanden sie prachtvolle Paläste und Tempel, beeindruckende Grab- und Grenzanlagen und das größte Pyramidenfeld der Erde. Woher bezog dieser Staat seine kulturelle Identität, seine Kraft und seinen Reichtum?

Seit dem Beginn der Forschung in den 1960er Jahren, haben die Wissenschaftler erst jetzt ein vollständigeres Bild der meroitischen Kultur. Obwohl die Schrift noch nicht übersetzt werden kann, enträtseln die Forscher langsam die Struktur von Religion, Staatswesen, Architektur und schwarzafrikanisch bestimmter Sozialsysteme. Neue Funde zeugen von einer vergessenen Kultur, deren Wurzeln bis tief hinein nach Afrika reichten.

Zusammen mit Karla Kröper vom Ägyptischen Museum in Berlin, Christian Loeben vom Kestner Museum in Hannover und Vincent Rondot vom Französischen Department des Archäologischen Instituts in Khartum, enträtseln die Autoren die Geheimnisse der schwarzen Königinnen und ihrer Zeit. Vier Wochen lang haben sie die Wissenschaftler bei der Arbeit in der Steppe begleitet. Mit stimmungsvollen Spielhandlungen, großartigen Bildern und fotorealistischen Computeranimationen rekonstruieren sie die Geschichte einer vergessenen matriarchalischen Hochkultur im Herzen Afrikas.

Fast zwangsläufig zeichnet sich in dieser Geschichte des antiken Nord-Süd-Konfliktes am Nil die Gegenwart ab. Die bildstarke Dokumentation über die Kandaken und ihre bis heute weitgehend unbeachtete afrikanische Hochkultur wird damit auch zur Parabel auf die gegenwärtigen politischen Verhältnisse.
(ARD/NDR)


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12:10

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Chinas Zentren

Die verbotene Stadt und die Große Mauer

Film von Mark Verkerk und James Barrat

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Mitten im Herzen von Peking liegt hinter hohen Mauern versteckt ein geheimnisvoller Palast, einfachen Leuten war hier über Jahrhunderte der Zutritt verwehrt - die Verbotene Stadt.

Hinter gewaltigen Toren erstreckt sich eine eigene Welt, eine riesige Anlage, ...
(ARD/SWR)

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Mitten im Herzen von Peking liegt hinter hohen Mauern versteckt ein geheimnisvoller Palast, einfachen Leuten war hier über Jahrhunderte der Zutritt verwehrt - die Verbotene Stadt.

Hinter gewaltigen Toren erstreckt sich eine eigene Welt, eine riesige Anlage, abgeschlossen und fremd. Von hier aus regierte der chinesische Kaiser umgeben von seinem Hofstaat mit 4.000 Angehörigen. Die alten Chinesen hielten die Große Mauer für einen Drachen.

Aus dessen geschwungenem Schweif sei die Nation entsprungen. Zahlreiche Sagen ranken sich um sie, dabei ist ihre wahre Geschichte noch erstaunlicher als alle Fabeln. Mit fast fünftausend Kilometern Länge übertrifft die Große Mauer alle von Menschen errichteten Bauwerke. Ursprünglich war sie gar nicht als ein Bauwerk geplant. Denn zunächst hatten Herrscher konkurrierender Königreiche im Norden Chinas einzelne Schutzwälle errichtet. Sie sollten die barbarischen Horden aus den nördlich gelegenen Steppen daran hindern, in ihr Land einzudringen. Diese Teilstücke wurden ab dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung miteinander zu einer großen Mauer verbunden.

Die Dokumentation führt durch die Tore in das Innere der Verbotenen Stadt und erzählt die Geschichte der Verlegung der Hauptstadt Chinas und der Entstehung der größten Palastanlage der Welt.
(ARD/SWR)


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12:40
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Der Schicksalsplan des chinesischen Kaisers

Die Verbotene Stadt

Film von Christian Twente

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Hunderttausende Handwerker und eine Million Fronarbeiter haben sie in einer Bauzeit von nur 14 Jahren errichtet: die Verbotene Stadt in Beijing, die größte Palastanlage der Welt.

Nach ihrer Vollendung 1421 ist sie nahezu 500 Jahre lang die Residenz der feudalen ...

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Hunderttausende Handwerker und eine Million Fronarbeiter haben sie in einer Bauzeit von nur 14 Jahren errichtet: die Verbotene Stadt in Beijing, die größte Palastanlage der Welt.

Nach ihrer Vollendung 1421 ist sie nahezu 500 Jahre lang die Residenz der feudalen Dynastien Chinas und Schauplatz der kaiserlichen Zeremonien. Für das gemeine Volk ist die Anlage tabu.

Nach geomantischen Prinzipien errichtet, stellt sie das irdische Spiegelbild der im Kosmos waltenden Ordnung dar und symbolisiert den Ort, an dem sich Himmel und Erde treffen - das Zentrum des Universums.

Wie durch ein Brennglas eröffnet die Dokumentation den Blick auf ein halbes Jahrtausend chinesischer Geschichte. Was ist Mythos, was ist Realität in dieser hermetisch abgeschlossenen, von Ritualen beherrschten Welt?


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13:20
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die Macht der schönen Konkubine

Chinas Verbotene Stadt

Film von Christian Twente

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Der Verfall des Chinesischen Reichs gipfelt in der Regentschaft der Kaiserin Chi Chi. Realitätsfern inszeniert sie in der Verbotenen Stadt Beijing eskapistische Kunstwelten.

Die westlichen Großmächte, die "Imperialisten", versetzen der 2.000 Jahre alten ...

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Der Verfall des Chinesischen Reichs gipfelt in der Regentschaft der Kaiserin Chi Chi. Realitätsfern inszeniert sie in der Verbotenen Stadt Beijing eskapistische Kunstwelten.

Die westlichen Großmächte, die "Imperialisten", versetzen der 2.000 Jahre alten Kaiserherrschaft schließlich den Todesstoß.


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14:05
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Imperium - Das Schwert der Shogune

Erzählt von Maximilian Schell

(aus der ZDF-Reihe "Terra X")

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Japan ist ein Land der Krieger, das in seiner Geschichte über lange Perioden hinweg von Kriegen zerrissen wurde. Der strenge Kodex der Samurai ist aus diesen Kriegen geboren.

"Den Krieger kümmert es nicht, ob man ihn ein Ungeheuer oder einen Hund nennt; die ...

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Japan ist ein Land der Krieger, das in seiner Geschichte über lange Perioden hinweg von Kriegen zerrissen wurde. Der strenge Kodex der Samurai ist aus diesen Kriegen geboren.

"Den Krieger kümmert es nicht, ob man ihn ein Ungeheuer oder einen Hund nennt; die Hauptsache ist der Sieg!" schreibt ein japanischer Kriegsherr des 16. Jahrhunderts. Nach jahrhundertelangen Kriegen gelingt es Tokugawa Ieyasu, das Land zu einen.

Er begründet eine Dynastie, die das Land bis ins 19. Jahrhundert friedlich regieren wird. Hochseeschiffe werden verboten, Feuerwaffen abgeschafft, alle Kontakte zum Ausland unterbunden, die westlichen Wissenschaften verboten. Dennoch blühen Kunst und Handwerk, Kultur und Wirtschaft auf. Die Hauptstadt des Shogun ist Edo, das heutige Tokio - um das Jahr 1700 mit einer Million Bewohnern die größte Stadt der Erde.

Maximilian Schell führt in diese verschlossene Welt.

Zwei weitere Teile der Dokumentations-Reihe "Imperium" zeigt 3sat im Anschluss, ab 14.50 Uhr.


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14:50
Videotext Untertitel

Imperium - Wettlauf nach Ostindien

Erzählt von Maximilian Schell

(aus der ZDF-Reihe "Terra X")

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Im 17. Jahrhundert wuchs Holland zur dominierenden Wirtschaftsmacht Europas heran. 1602 gründen Kaufleute die Vereinigte Ostindien-Kompanie (VOC) als erste Aktiengesellschaft der Welt.

Ziel war der Ausbau des Gewürzhandels mit der Inselwelt des heutigen ...

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Im 17. Jahrhundert wuchs Holland zur dominierenden Wirtschaftsmacht Europas heran. 1602 gründen Kaufleute die Vereinigte Ostindien-Kompanie (VOC) als erste Aktiengesellschaft der Welt.

Ziel war der Ausbau des Gewürzhandels mit der Inselwelt des heutigen Indonesien. Denn keine Ware erzielte in Europa höhere Gewinne als Gewürze. Eine Muskatnuss war zeitweise mehr Wert als ihr Gewicht in Gold. Die VOC investierte gewaltige Summen in das Geschäft.

In ihrer 200-jährigen Geschichte schickte sie knapp 5.000 Schiffe auf den Weg. In rascher Folge besetzen niederländische Kapitäne Stützpunkte in Ostasien. Um die Gewürzinseln, das heutige Indonesien, entbrennt ein Krieg mit den Briten, den die Niederlande für sich entscheiden. 1667 tauschen sie Neu-Amsterdam gegen die Gewürzinseln. Erst 1949 entlassen sie ihre Kolonie in die Unabhängigkeit.

Maximilian Schell wirft einen Blick auf Glanz, Elend und Untergang der großen Kolonialmächte.


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15:35
Videotext Untertitel

Imperium - Kampf um die Weltmacht

Erzählt von Maximilian Schell

(aus der ZDF-Reihe "Terra X")

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Es war ein Reich, in dem buchstäblich die Sonne niemals unterging. Das Britische Weltreich erstreckte sich einst über nicht weniger als ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche.

Die Engländer bestimmten das Weltgeschehen wie keine andere Nation. Eine Frau ...

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Es war ein Reich, in dem buchstäblich die Sonne niemals unterging. Das Britische Weltreich erstreckte sich einst über nicht weniger als ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche.

Die Engländer bestimmten das Weltgeschehen wie keine andere Nation. Eine Frau markiert den Anfang britischer Weltherrschaft. Königin Elisabeth I., die "jungfräuliche Königin", regiert um die Mitte des 16. Jahrhunderts mit eiserner Hand.

Ihr Reich ist zunächst nur eine verregnete Insel am Rande Europas. Die Lage im Abseits hat aber einen Vorteil: Sie zwingt die Menschen aufs Meer hinaus und macht sie zu geschickten Seefahrern. Auch am Ende der glanzvollen Epoche Englands steht eine Monarchin: Queen Victoria, eine der mächtigsten Frauen der Geschichte. Unter ihrer Herrschaft hat das Empire seine größte Ausdehnung erreicht. Aber während ihrer Regentschaft machte auch erstmals ein politischer Agitator von sich reden: Mahatma Gandhi. Seine Strategie des zivilen Ungehorsams führte Indien in die Unabhängigkeit und machte den charismatischen Asketen zur Symbolfigur für das Ende des Kolonialismus.

Maximilian Schell erzählt die Geschichte des britischen Reiches.


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16:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Große Völker: Die Griechen

Film von Cristina Trebbi und Susanne Utzt

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Die moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: die tragischsten Dramen und unterhaltsamsten Komödien, aber auch den Mathematikunterricht.

Dass wir joggen oder Marathon laufen, ist den Griechen geschuldet - ebenso wie die Olympischen Spiele, die ...

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Die moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: die tragischsten Dramen und unterhaltsamsten Komödien, aber auch den Mathematikunterricht.

Dass wir joggen oder Marathon laufen, ist den Griechen geschuldet - ebenso wie die Olympischen Spiele, die Menschen unterschiedlichster Herkunft friedlich miteinander vereinen sollen. Und nicht zuletzt ist die Demokratie das Erbe berühmter Vordenker aus Athen.

Griechenland gilt als die Wiege Europas. Der Blick zurück in die Geschichte der Griechen beginnt nach den "dunklen Jahrhunderten" um etwa 750 vor Christus. Damals entstehen an den zerklüfteten Küsten des östlichen Mittelmeers unabhängige Stadtstaaten, die untereinander im Dauerclinch liegen. Nur die Vorstellung von einer illustren wie ebenso intriganten Götterwelt, die vom Olymp aus alle Bereiche des irdischen Lebens beherrscht, verbindet sie. Kein Krieg, keine Hochzeit, keine sonstigen Handlungen werden geplant, ohne den Rat der himmlischen Helden einzuholen. Während die einen einer Welt aus Mythen und Mysterien nachhängen, wagen sich ein paar wenige Universalgelehrte an andere Modelle der Welterklärung. Die Philosophen beobachten die Natur, suchen nach Zusammenhängen zwischen Ursache und Wirkung und glauben fest an Erkenntnisgewinne durch logisches Denken. Sie sind die Begründer der Wissenschaft und bahnbrechender Errungenschaften - angefangen von der ersten Dampfmaschine über die Entdeckung der Erde als Kugel bis hin zum schusssicheren Brustpanzer.

Eine der revolutionärsten Ideen der Griechen aber ist die Demokratie. Kaum zu glauben, aber sie ist ein Produkt der ständigen Kriege untereinander, vor allem aber gegen die übermächtigen Perser. Jeder Mann im Staat wird im Kampf gegen den Feind von außen gebraucht, im Gegenzug fordert das Volk umfassende Mitspracherechte. In Athen erkennen die Verantwortlichen früh, dass sie Zugeständnisse an die Bürger machen müssen. Nach und nach führen sie Reformen ein, bis eine völlig neue Verfassung entsteht. Sie soll den Griechen eine Herrschaftsform garantieren, die maßgeblich vom Volk ausgeht. Politisches Stimmrecht besitzen alle männlichen Griechen über 18 Jahre. Sklaven, Frauen und Kinder sind von der Meinungsbildung ausgeschlossen. Grundsätzlich fallen die Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip. In der Praxis sieht es aber so aus, dass zumeist die Reichen die große Linie vorgeben, denn sie sind die einzigen, die mit ihrem Privatvermögen haften können. Und das ist damals für jeden Spitzenpolitiker Pflicht. In späteren Zeiten wird die Volksherrschaft über Jahrhunderte erfolgreich vermieden. Erst mit der Französischen Revolution ändert sich das wieder. Inzwischen existieren weltweit 115 freiheitlich geführte Regierungen, die mehr oder weniger die Rechte des Einzelnen in ihrem Staatsvertrag verankert haben. Auch die Europäische Union beruft sich in ihrem Gründungspapier auf das politische Konzept aus dem alten Griechenland.

Neben Politik und Wissenschaft haben noch zwei weitere Errungenschaften ihren Anfang in der Antiken Welt genommen. Zum einen ist das die Entstehung des Theaters, das damals vor allem dazu dient, den Bürgern über das Spiel auf der Bühne ihre Welt zu erklären. Der Zeit weit voraus ist dabei die Vorstellung, dass bei der Vorführung der Tragödien und Komödien die Seele des Menschen eine Wandlung vollzieht, wenn nicht sogar einen Heilungsprozess durchläuft. Jedes dramatische Werk folgt seither denselben Gestaltungsmustern, die damals von den großen Autoren Griechenlands entwickelt wurden. Die Einführung der Olympischen Spiele ist die zweite herausragende Pionierleistung. Das Ereignis findet alle vier Jahre statt. Eine Woche lang messen sich Freund und Feind in unterschiedlichen sportlichen Disziplinen. Während der Dauer des Spektakels, so verlangen es die Regeln, herrscht Frieden. Im 5. Jahrhundert nach Christus wird das Praktizieren des "heidnischen Kultes" auf Erlass des christlichen Kaisers Theodosios verboten. Erst 1896 finden in Athen - nach 1500 Jahren Unterbrechung - die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Wie bei den alten Griechen stehen sie ganz im Zeichen der Völkerverständigung. Das ist bis heute so geblieben.

Zwei weitere Folgen der Reihe "Große Völker" zeigt 3sat im Anschluss, ab 17.00 Uhr.


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17:00
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Große Völker: Die Römer

Film von Cristina Trebbi und Susanne Utzt

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Es gibt nicht viel, was nicht schon von den Ägyptern, Griechen oder Karthagern erfunden worden wäre, doch es gibt noch weniger, was die Römer nicht von ihnen übernommen und perfektioniert hätten.

Die alten Römer sind ein Volk der Superlative, ihre ...

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Es gibt nicht viel, was nicht schon von den Ägyptern, Griechen oder Karthagern erfunden worden wäre, doch es gibt noch weniger, was die Römer nicht von ihnen übernommen und perfektioniert hätten.

Die alten Römer sind ein Volk der Superlative, ihre Geschichte beginnt allerdings wenig spektakulär. Als Rom gegründet wird, ist die spätere Hauptstadt nicht mehr als eine malariaverseuchte Siedlung in einer sumpfigen Senke am Tiber.

Doch nur wenige Jahrhunderte später schlägt dort das Herz eines Imperiums, in dem zu Spitzenzeiten über 55 Millionen Menschen leben. Fast 1.000 Jahre hält die römische Herrschaft, bevor sie allmählich zerbröckelt.

Besonders beeindruckend ist die Dynamik, mit der die anfangs keineswegs überlegene Republik zur Vormacht im gesamten Mittelmeerraum aufsteigt. Die Römer beweisen sich dabei nicht nur als Meister der Kriegsführung, sondern auch als Garanten anhaltenden Friedens. Geschickt schwören sie die eroberten Territorien auf die "Sache Roms" ein. Die neuen Bundesgenossen erhalten ein hohes Maß an Selbstbestimmung und eine Verfassung, die ihnen wie jedem römischen Bürger auch die Gleichheit vor Recht und Gesetz zusichert. Und jeder - auch Sklaven und Besiegte - kann damals sein Bürgerrecht einfordern. Die Herren vom Tiber bieten aber noch mehr Annehmlichkeiten: Quer durchs Reich bauen sie Straßen und Aquädukte, bis in die entferntesten Winkel des Imperiums exportieren sie ihren Lebensstil und ihre Ideen zur Architektur öffentlicher Gebäude und Plätze. Mit den umfassenden Maßnahmen haben die Regenten nur ein Ziel verfolgt: einen Staat ohne Grenzen zu schaffen. Ein Plan, der nur einmal mehr beweist, wie sehr das antike Gedankengut in die heutige Welt übergegangen ist. Von einem barrierefreien Europa mit gleichen Rechten für alle träumen auch die Verantwortlichen in Brüssel.

Wie schwer es ist, Völker aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammen zu halten, haben auch schon die alten Römer gewusst. Als Kontrollorgan setzen sie deshalb ein Heer aus Legionären ein. Berufssoldat zu sein ist damals ein begehrter Job. Er bietet ein festes Einkommen, Aufstiegschancen und eine sichere Altersversorgung. Nach 25 Jahren erhält ein Legionär 14 Jahresgehälter und manchmal sogar noch ein Stück Land. Die soziale Sicherheit hat jedoch ihren Preis. Die meisten Männer leben bis zur Pensionierung dauerhaft fernab der Heimat. Viele Städte, die wir heute kennen, sind aus kleinen römischen Feldlagern entstanden.

Die Manager des Großreichs residieren in Rom. Eine extrem schlanke Zentralverwaltung bildet das Rückgrat des Imperiums. Nur ein paar hundert Männer herrschen über ein Fünftel der Menschheit. Dafür entwickeln die Römer einen straff organisierten Beamtenapparat mit fein abgestuften Hierarchien und Zuständigkeiten, aber auch mit ständig wachsenden Aktenbergen. Durch kluge Investitionen in das Sozialwesen und in imposante Spektakel gelingt es den Politikern langfristig, das Volk bei Laune zu halten. "Brot und Spiele" lautet die magische Formel. Jeder hat das Recht auf kostenloses Getreide und extravagante Unterhaltung. Highlights sind die Gladiatorenkämpfe im Kolosseum, die bis zu vier Monate dauern können.

Lange haben Historiker gerätselt, warum das Römische Imperium mitten im schönsten Frieden dennoch kollabiert ist. Eine Vermutung lautet, dass allein die vielzitierte Dekadenz der Oberschicht schuld daran sei. Doch viele Forscher glauben inzwischen, dass die Barbaren den Untergang der Großmacht verursacht haben. Im 4. Jahrhundert nach Christus setzt die Völkerwanderung ein, und zigtausende Menschen drängen auf der Suche nach neuem Lebensraum ins Reich. Das Imperium gerät in vielerlei Hinsicht in Not und ist nicht mehr zu retten. Das Vermächtnis des Imperiums an die Nachwelt aber hat überlebt. Die Römer haben das Fundament für eine zivilisierte Welt gelegt und die Ausbreitung des Christentums maßgeblich befördert.


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17:45
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Große Völker: Die Wikinger

Film von Cristina Trebbi und Susanne Utzt

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Als wilde Horde aus dem Norden machen die Wikinger 739 nach Christus zum ersten Mal von sich reden. Der Blitzangriff auf das nordenglische Kloster Lindisfarne ist der Auftakt.

Mit einer Reihe von Plünderungen versetzen Wikinger Europa dauerhaft in Angst und ...

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Als wilde Horde aus dem Norden machen die Wikinger 739 nach Christus zum ersten Mal von sich reden. Der Blitzangriff auf das nordenglische Kloster Lindisfarne ist der Auftakt.

Mit einer Reihe von Plünderungen versetzen Wikinger Europa dauerhaft in Angst und Schrecken. Mancher Regent bezahlt den "Seekriegern" sogar eine Art Schutzgeld, nur damit sie nicht wiederkommen. Ihr Ruf als mordlüsterne Barbaren hält sich über viele Jahrhunderte.

Dabei sind ihre Leistungen als mutige Entdecker, visionäre Händler und Begründer von Städten und Königreichen in Vergessenheit geraten. Doch es sind die Wikinger, die durch ihr Wirken den Verlauf der europäischen Geschichte im Mittelalter maßgeblich beeinflusst haben.

Die ursprüngliche Heimat der Wikinger ist Skandinavien, genauer gesagt Dänemark, Norwegen und Schweden. In erster Linie leben die Nordmänner von der Landwirtschaft und der Fischerei. Ihre Höfe liegen weit voneinander entfernt, Städte gibt es anfangs nicht. Auf Raubzug gehen die Wikinger zunächst nur in den Sommermonaten, den Rest des Jahres verbringen sie mit ihren Sippen am heimischen Herd. Die Gründe für die saisonalen Kaperfahrten sind nicht ganz eindeutig. Aber vieles deutet darauf hin, dass sich die Versorgungslage wegen der stetig steigenden Bevölkerungszahlen zunehmend verschlechtert hat. Deshalb sind die Raubzüge ein willkommener Nebenerwerb. Sie haben aber auch dazu gedient, neuen Siedlungsraum aufzutun. Ob aus Not oder purer Beutelust - als unerschrockene Entdecker stellen die Wikinger ihre Fähigkeiten unter Beweis. Und überall hinterlassen sie ihren historischen Fußabdruck.

Dazu gehören unter anderem Gebiete im heutigen Irland, England, in Frankreich oder auch in Deutschland. Doch schon früh steuern die Nordmänner immer weiter nordwärts. So erreichen sie Island. Obwohl die eisige Insel nur in den Ebenen und Tälern fruchtbaren Boden bietet, setzt schon bald eine große Einwanderungswelle ein. Auch Erik der Rote befindet sich unter den Emigranten. Als er aus Jähzorn zwei Morde begeht, wird er von der Insel verbannt. Die Zeit nutzt er, um im Atlantischen Ozean nach einer neuen Heimat zu suchen. Er findet sie auf Grönland - Grünland - wie Erik die Insel nennt. Sie bleibt bis Anfang des 15. Jahrhunderts fest in Wikingerhand. Die historisch spektakulärste Entdeckung aber macht Eriks Sohn Leif. Bereits 500 Jahre vor Christoph Kolumbus betritt er als erster Europäer im Norden Neufundlands amerikanischen Boden. Viel ist über den Namen Vinland - Weinland - gerätselt worden, den die Wikinger ihrer Entdeckung gaben. Weinreben haben die Männer dort nachweislich nicht gefunden, sondern Wiesen und Weiden. Trotz günstiger Bedingungen können sich die Wikinger dort nicht halten, die Eingeborenen schlagen sie irgendwann in die Flucht.

Ohne ihre Schiffe wäre die Geschichte der Wikinger ganz anders verlaufen. Sie sind legendär und haben dem Volk sogar ihren Namen gegeben. "Vikingr" bedeutet soviel wie "Krieger, die zur See fahren". Berühmtberüchtigt sind die Drachenschiffe, hochwandige Segler aus Eichenholz mit grellbunten Rahsegeln, spitz zulaufendem Bug und Heck sowie einem flachen Kiel. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn die Berserker in kriegerischer Absicht über die Meere fahren. Für den Handel entwerfen die Wikinger die "Knorr". Sie ist zwar weniger schnell und wendig, kann dafür aber große Lasten transportieren. Der Schiffstyp wird noch jahrhundertelang nachgebaut - auch als die Wikinger als eigenständiges Volk schon nicht mehr existieren.

Als Kaufleute machen sich die "Wilden aus dem Norden" rasch einen Namen. Vom Norden aus erschließen sie völlig neue Routen, die bis ins heutige Russland und in den Vorderen Orient führen. Mit Fellen, Bernstein, Waffen und vor allem Sklaven werden die Wikinger reich. Aus ihren Siedlungen werden blühende Städte, Geschäftspartner aus aller Herren Länder kommen ins Land. Eine der bekanntesten Handelsplätze ist Haithabu. Die Metropole gilt als erste mittelalterliche Stadt in Nordeuropa.

Die Gründe für das Ende der Wikingerzeit sind vielseitig. Einen erheblichen Beitrag leistet die Christianisierung in Skandinavien. Viele Heiden lassen sich bekehren. Denn anders als in ihrem Volksglauben verspricht die neue Religion jedem Menschen das Paradies. Die Missionierung führt zu einem Wandel der gesellschaftlichen wie politischen Struktur. Es gibt Könige und Staaten, die Krieger werden sesshaft und gehen nicht mehr auf Beutezug. Auch haben sich die anderen Völker die Kenntnisse der Wikinger zunutze und ihnen das Handelsmonopol abspenstig gemacht. Die Wikinger passen sich den neuen Verhältnissen in Europa an, gehen in anderen Völkern auf. So auch in der Normandie, die der dänische Wikingeranführer Rollo vom französischen König als Lehen erhält. Sein direkter Nachfahre, Wilhelm der Eroberer, ist es, der 1066 in der Schlacht bei Hastings die Engländer besiegt. So wird ein normannischer Wikinger König von England. Seine sozialen, politischen und rechtlichen Veränderungen bilden bis heute den Grundstein der britischen Monarchie.


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18:30
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Die Frauen der Wikinger (1/2)

Sigruns Flucht nach Island

Film von Alexander Hogh

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Norwegen im Jahr 872: Sigrun könnte eine glückliche Frau sein, ihr Gatte Ulf kommandiert sein eigenes Schiff. Doch er tötete einst ihren Vater und Bruder. Sigrun flieht nach Island.

Mit ihrem Ehemann Husfreya steht sie einem stattlichen Wikinger-Haushalt an ...
(ARD/NDR)

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Norwegen im Jahr 872: Sigrun könnte eine glückliche Frau sein, ihr Gatte Ulf kommandiert sein eigenes Schiff. Doch er tötete einst ihren Vater und Bruder. Sigrun flieht nach Island.

Mit ihrem Ehemann Husfreya steht sie einem stattlichen Wikinger-Haushalt an der Küste vor, sie hat viele Kinder. Er hatte sie einst als junges Mädchen bei einem Überfall aus ihrer heimatlichen Siedlung geraubt. Seit damals träumt Sigrun von einem Leben ohne ihren Mann.

Doch eine Scheidung - obwohl grundsätzlich möglich - kann sie nicht durchsetzen. Als sie von einer neu entdeckten Insel im Westen erfährt, scheint die Zeit gekommen: Eine spektakuläre Flucht mit einigen Getreuen und ihrem Sohn Thorulf beginnt.

Die Geschichte ihrer Flucht zeigt die komplexe Gesellschaftsstruktur der Wikinger und die Rolle der Frau in der damaligen Welt. Eingebettet in die Götterwelten versucht Sigrun, ihren Weg zu finden. Themen sind das tägliche Leben und die Besiedelung neuer Landstriche, es geht um die Geheimnisse des Schiffbaus und der Navigation, und um die Entstehung einer neuen, demokratischen Gesellschaft auf Island.

Im Anschluss zeigt 3sat um 19.20 Uhr den zweiten Teil der Dokumentation "Die Frauen der Wikinger".
(ARD/NDR)


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19:20
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Die Frauen der Wikinger (2/2)

Jovas Erbe und der Untergang Haithabus

Film von Alexander Hogh

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Dänemark im Jahr 1064: Jova lebt als Dienerin im Haushalt des Kaufmanns Ottar, der in Haithabu seine Geschäfte macht. Eines Tages flieht sie, um ihren Vater zu finden.

Sie erfährt, dass dieser ein angesehener Krieger war, der kurz nach ihrer Geburt in den ...
(ARD/NDR)

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Dänemark im Jahr 1064: Jova lebt als Dienerin im Haushalt des Kaufmanns Ottar, der in Haithabu seine Geschäfte macht. Eines Tages flieht sie, um ihren Vater zu finden.

Sie erfährt, dass dieser ein angesehener Krieger war, der kurz nach ihrer Geburt in den Osten aufbrach und nicht zurückkehrte. Sie flieht aus dem Haus Ottars und heuert als Mann verkleidet auf einem Schiff an, das ins Land der Rus reist.

Die Geschichte von Jova führt tief in eine sich elementar verändernde Wikinger-Gesellschaft. Haithabu, eines der wichtigsten Handelszentren der Wikinger, ist eng vernetzt mit den zahlreichen Handelsplätzen rund um die Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Durch den ausgiebigen Handel mit anderen Völkern tritt auch das Christentum verstärkt ins Leben der Wikinger. Insbesondere unter den Königen, den Händlern und den Frauen findet der neue Glaube viele Anhänger. In dieser Zeit wachsen starke Königreiche aus den Wikinger-Fürstentümern. Die Christianisierung und die entstehenden Königreiche sind Fluch und Segen zugleich - und läuten den Untergang der Wikingerkultur ein.
(ARD/NDR)


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20:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Alexander der Große - Auf dem Weg zur Macht

Film von Martin Carazo Mendez und Christian Twente

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Alexander der Große gilt mit seiner charismatischen Persönlichkeit und seiner Kunst in der Kriegsführung als der Vorzeige-Weltherrscher der Geschichte.

Kein Superlativ scheint dem jungen Makedonenkönig gerecht zu werden. Seine Vision: ein friedliches, ...

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Alexander der Große gilt mit seiner charismatischen Persönlichkeit und seiner Kunst in der Kriegsführung als der Vorzeige-Weltherrscher der Geschichte.

Kein Superlativ scheint dem jungen Makedonenkönig gerecht zu werden. Seine Vision: ein friedliches, multikulturelles Imperium zu schaffen. In nur elf Jahren erobert er ein Gebiet, das sich von Griechenland über den Orient hinaus bis nach Indien erstreckt.

19 Staaten, drei Kontinente und unzählige Volksgruppen unterwirft er in einem einzigen gigantischen Feldzug. Als todesmutiger Kriegsherr ist Alexander schon zu Lebzeiten eine Legende, dafür hat er höchstpersönlich gesorgt.

Zum Mythos aber erhebt ihn erst die Nachwelt. Kurz nach Alexanders Tod setzt eine Verklärung ein, hinter der die historische Figur über die Jahrhunderte fast vollständig verschwunden ist. Schlüsselereignisse im Leben Alexanders machen deutlich, wie der 20-jährige Königssohn aus dem entlegenen Norden Griechenlands zum ersten europäischen Weltherrscher wurde.

Die erste Folge beschäftigt sich mit den frühen Jahren des Welteroberers. Auf der Basis moderner Geschichtsforschung beleuchtet der Film "Auf dem Weg zur Macht" die Verhältnisse am makedonischen Hof und in Griechenland, stellt die wichtigsten Ereignisse und Menschen im Leben von Alexander vor und erzählt, welchen Einfluss sie auf seine weitere Entwicklung genommen haben.

Als Alexander im Juli 356 vor Christus geboren wird, gilt Makedonien nicht gerade als zukunftsweisendes Königreich. Während die Griechen im Mutterland schon längst die Demokratie ausgerufen haben, spielt Alexanders Vater Philipp noch immer den Alleinherrscher. Die Makedonen gelten als Außenseiter, werden angefeindet und als Barbaren beschimpft. Doch Philipp hat entscheidende Vorteile: Er ist der reichste Grieche seiner Zeit und besitzt das stärkste Heer im Land. Seit Jahren kämpft er an allen Fronten, um seine Macht auszubauen. Philipp plant in die Zukunft. Dafür braucht er einen geeigneten Thronfolger. Die Rolle soll Alexander übernehmen. Zwar wächst der Junge wohlbehütet und sorgenfrei auf, doch die Erwartungen an ihn sind hoch. Vor allem vom Vater, der ihn mit strenger Hand zum Krieger erziehen will. Alexander kann ihm nichts recht machen. Auf der anderen Seite steht seine Mutter Olympias - eine "Helikopter-Mutter", die all ihr Tun auf den Sohn ausrichtet. Nicht ganz selbstlos, wie es aussieht. Denn nur solange Alexander als Kronprinz gehandelt wird, ist auch ihre eigene Stellung am Hof gesichert. Sie ist es, die Alexander in dem Glauben erzieht, er stamme nicht von den Halbgöttern Herakles oder Perseus ab, wie Philipp behauptet, sondern von Göttervater Zeus persönlich.

Stammbaumfiktion ist in der Antike nichts Besonderes. Auch Alexander verinnerlicht seine gottgleiche Abstammung, sein Vorbild aber ist und bleibt bis zum Lebensende der mythische Achill aus der Ilias. Der Philosoph und Universalgelehrte Aristoteles - bei seiner Berufung nach Makedonien eher umstritten als berühmt - bringt ihm die dramatische Geschichte über den Kriegshelden im Kampf um Troja nahe. Aristoteles ist Lehrer und enger Vertrauter des wissbegierigen Jungen. Er erklärt ihm, was die Demokratie der Athener bedeutet, fördert Alexanders naturwissenschaftliches Interesse ebenso wie seine Gabe, strategisch zu denken und Mut von Leichtsinn zu unterscheiden.

Die vielleicht wichtigste Person in Alexanders Leben aber ist Hephaistion, sein treuer Weggefährte aus Kindertagen. Die beiden gehen durch dick und dünn, kämpfen Seite an Seite, träumen vom Heldentod auf dem Schlachtfeld. Ihre Freundschaft hält lebenslang. Und dann gibt es noch Bukephalos, das berühmteste Pferd der Antike und Alexanders heißgeliebtes Streitross. Die Zähmung des wilden Hengstes ist vermutlich nicht mehr als eine Legende. Sie enthält aber eine wichtige Botschaft an die Nachwelt: Schon mit 13 Jahren ist der junge Makedone bereit zu herrschen. Der erste Schritt ist getan, um aus dem Schatten des Vaters herauszutreten.

Fünf Jahre später beweist Alexander, inzwischen zum Mitregenten erhoben, seine Entschlossenheit als Feldherr im Kampf gegen Athen und Theben. Er führt den entscheidenden Angriff an und beendet ihn mit dem Sieg. Den Makedonen beschert er damit die Vormachtstellung über das Mutterland und festigt seine Schlüsselposition in der königlichen Reiterei. Von da an scheint seiner Karriere nichts mehr im Weg zu stehen. Auch der nächste Gegner steht schon fest. Der persische Erzfeind soll endgültig in die Schranken gewiesen werden.

Doch zuvor kommt es zum Bruch zwischen Alexander und seinem Vater, der Königssohn flieht ins Exil. Als Philipp von einem Attentäter ermordet wird, ist der Thron für Alexander frei. Sofort lässt der neue Herrscher potenzielle Konkurrenten aus dem Weg räumen. Auch innenpolitisch greift er hart durch, um die Kontrolle über Griechenland zu sichern. Als sich die Thebaner gegen Alexander stellen, brennt er ihre Stadt nieder. Den Griechen bleibt keine andere Wahl, als den Makedonenkönig als militärische Führungsmacht anzuerkennen. In ihrem Auftrag plant der inzwischen 20-Jährige den Rachefeldzug gegen die Perser. Die Mission steht aber unter keinem guten Stern: 40.000 Soldaten müssen organisiert, ausgerüstet und über die ganze Zeit versorgt werden, die Kriegskasse aber ist so gut wie leer. Das Risiko, auf fremdem Terrain von dem übermächtigen Gegner geschlagen zu werden, ist hoch. Vom Gelingen des Feldzugs hängt die Zukunft Griechenlands ab. Doch Alexander zögert nicht und setzt alles auf eine Karte.

Den zweiten Teil von "Alexander der Große" zeigt 3sat im Anschluss, um 21.00 Uhr.


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21:00
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Alexander der Große - Bis ans Ende der Welt

Film von Martin Carazo Mendez und Christian Twente

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Im Zentrum der zweiten Folge steht Alexanders gigantischer Eroberungszug. Er führt ihn durch Kleinasien, Ägypten, Persien und Pakistan bis nach Indien - ans Ende der damals bekannten Welt.

Scheinbar mühelos hat der Makedone innerhalb von elf Jahren das ...

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Im Zentrum der zweiten Folge steht Alexanders gigantischer Eroberungszug. Er führt ihn durch Kleinasien, Ägypten, Persien und Pakistan bis nach Indien - ans Ende der damals bekannten Welt.

Scheinbar mühelos hat der Makedone innerhalb von elf Jahren das größte Imperium der Antike geschaffen. Nach seinem frühen Tod im Jahr 323 vor Christus zerfällt das Alexanderreich binnen kürzester Zeit.

Die imperiale Idee aber prägt die weitere Geschichte Europas, angefangen von Caesar bis Napoleon und darüber hinaus.

Der Rachefeldzug gegen die Perser beginnt mit einem symbolischen Akt. Noch bevor Alexander seinen Fuß auf kleinasiatischen Boden setzt, schleudert er vom Boot aus einen Speer ans Ufer. Jeder, der ihn dabei beobachtet, soll sehen, dass er nicht vorhat, den Gegner zu schonen. Alexander ist ein Meister der Selbstinszenierung und Propaganda, wie zahlreiche Geschichten über ihn belegen. Sein Kriegsvorhaben macht er zur "heiligen Mission", als er am Grab des mythischen Helden Achill einen Kranz niederlegt und seine Rüstung im Tempel der Kriegsgöttin Athene weihen lässt. Die Zerschlagung des Gordischen Knotens mit dem Schwert verweist auf Alexanders Entschlossenheit, König des riesigen Perserreichs zu werden. Seine Besuche in ägyptischen Tempeln berichten von einem wichtigen Karriereschritt, der ihn schon früh vom Stammeskönig zum gottgleichen Pharao erhebt. Die Gründung von mindestens 20 "Alexander-Städten" an unterschiedlichsten Orten zeugt vom Ehrgeiz des Makedonen, seinen Namen und die griechische Kultur in die ganze Welt hinauszutragen. Und nicht zuletzt erzählt die Massenhochzeit in Susa von Alexanders Vision, aus unterschiedlichen Völkern einen einheitlichen, multikulturellen Staat zu erschaffen. Damit ist er seiner Zeit weit voraus.

Alexanders Charisma ist legendär. Er besitzt die Gabe zu begeistern und Menschen zu Höchstleistungen anzuspornen. Auch als Politstratege beweist er Fingerspitzengefühl. Auf seinem Eroberungszug durch die persisch besetzten Gebiete präsentiert er sich stets als Befreier, indem er demokratische Verhältnisse einführt und vor allem die Tributzahlungen an die Perser für beendet erklärt. Im Lauf der Jahre wächst die Zahl seiner loyalen Anhänger stetig, auch wenn es immer mal wieder zu kleineren Aufständen kommt. Alexanders Kriegsgefährten, darunter auch sein engster Freundeskreis, schätzen seinen Kameradschaftsgeist, die Fürsorge, seinen Weitblick. Die meiste Zeit sind sie ihm treu ergeben. Erst als Alexanders unberechenbare Seite zum Vorschein kommt, fürchten sie ihn. Völlig überraschend brennt der frisch gekürte Perserkönig den Palast von Dareios in Persepolis nieder, fordert von seinen eigenen Leuten plötzlich Unterwerfungsgesten nach persischer Sitte und ermordet drei seiner Gefährten wegen vermeintlichen Hochverrats und Majestätsbeleidigung. Die vielen Kämpfe, die schnellen Siege und die neue Rolle als Großkönig haben Alexander verändert. Er handelt wie ein Despot. Hinzu kommt, dass er vom Ehrgeiz und der unstillbaren Sehnsucht besessen ist, ruhmreicher als der Ruhmreichste und besser als der Beste zu sein.

In die Geschichte aber geht Alexander in erster Linie als Feldherr und Kriegsheld ein. Die meiste Zeit sitzt er kämpfend auf dem Rücken seines Pferdes Bukephalos oder zieht mit seinem riesigen Tross von rund 40.000 Mann von einer Schlacht zur nächsten. Zweiundzwanzig Mal wird der Feldherr verwundet, zum Teil schwer. Zum ersten Kontakt mit dem persischen Gegner kommt es am Fluss Granikos, die Schlacht kostet ihn fast das Leben. Das feindliche Heer ist den Makedonen zahlenmäßig haushoch überlegen, doch Alexanders Soldaten sind nicht nur besser ausgerüstet, sondern auch die besseren Krieger. Sein Markenzeichen wird der von ihm persönlich angeführte Angriff mit der Reiterei, sie ist seine erfolgreichste Waffe.

Dagegen ist Dareios machtlos, der sich seinem Kontrahenten in Issos und Gaugamela stellt. Beide Male flieht der Perserkönig, schickt Alexander aber Friedensangebote. Dareios bietet ihm sogar Teile des Perserreiches und hohe Lösegeldsummen an, doch Alexander lehnt die Offerten selbstbewusst ab. Er will Dareios Platz einnehmen. Nach der Befreiung der vom Feind besetzten Gebiete, stürmt er ins Kernland der Perser, erobert Babylon, Susa, Persepolis und Ektabana. Der Rachefeldzug ist eigentlich abgeschlossen, doch Alexander will bis nach Indien vordringen. Denn dort, so weiß er von Aristoteles, liegt das Ende der Welt. Die Strapazen bis dahin sind unbeschreiblich, die erschöpfte Truppe meutert immer wieder, aber Alexander will nicht umkehren. Er plant sogar noch, Arabien zu erobern. Als nach einer erfolgreichen Schlacht gegen den indischen König sein geliebtes Pferd Bukephalos stirbt und seine Soldaten lieber vor Ort sterben wollen als ihm weiter zu folgen, trifft Alexander endlich die Entscheidung umzukehren. Er stirbt in Babylon unter bislang nicht geklärten Umständen im Alter von nur 33 Jahren. Das Reich, das er erobert hat, unter seiner Regentschaft friedlich zu vereinen, dazu ist ihm keine Zeit mehr geblieben.


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21:40
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital 5.1 Audio

Spartacus

Spielfilm, USA 1959

Darsteller:
SpartacusKirk Douglas
Sempronius GracchusCharles Laughton
Marcus Licinius CrassusLaurence Olivier
VariniaJean Simmons
BatiatusPeter Ustinov
u.a.
Regie: Stanley Kubrick
Länge: 180 Minuten

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Um 74 vor Christus: Spartacus, ein thrakischer Sklave in der Gewalt der Römer, wird an die Gladiatorenschule von Batiatus in Capua verkauft und dort zum Gladiator ausgebildet.

Dort verliebt er sich in die Sklavin Varinia. Doch auch der ehrgeizige römische ...

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Um 74 vor Christus: Spartacus, ein thrakischer Sklave in der Gewalt der Römer, wird an die Gladiatorenschule von Batiatus in Capua verkauft und dort zum Gladiator ausgebildet.

Dort verliebt er sich in die Sklavin Varinia. Doch auch der ehrgeizige römische Senator Crassus hat ein Auge auf Varinia geworfen und zwingt Batiatus, ihm die schöne Sklavin zu verkaufen. Kurz darauf greift Spartacus einen Aufseher an und es kommt zum Aufstand.

Als die Gladiatoren ausbrechen, kämpfen Tausende von Sklaven unter Spartacus' Führung um ihre Freiheit - die römische Herrschaft droht in ihren Grundfesten erschüttert zu werden.

Stanley Kubricks Historienfilm über den Freiheitskampf des Sklaven Spartacus: ein Klassiker des Monumentalfilms, in dem mit Kirk Douglas, Laurence Olivier, Peter Ustinov, Jean Simmons und Charles Laughton etliche Weltstars des Kinos der 1950er Jahre vertreten sind, von denen Peter Ustinov 1961 mit dem Oscar als "Bester Nebendarsteller" ausgezeichnet wurde. Drei weitere Oscars erhielt der Film in den Kategorien Kamera, Kostümdesign und Szenenbild.

Die rekonstruierte Fassung des einzigen "Sandalenfilms" von Stanley Kubrick beeindruckt auch 55 Jahre nach der Erstaufführung durch sorgfältig choreografierte Massenszenen. Kubrick, der die Regie von seinem nach künstlerischen Differenzen mit Ko-Produzent Kirk Douglas entlassenen Vorgänger Anthony Mann übernommen hatte, ersetzte die ursprüngliche Hauptdarstellerin Sabina Bethmann durch Jean Simmons und kürzte mit Drehbuchautor Donald Trumbo Douglas' Dialoge beträchtlich.

Trumbo war ein berühmtes Mitglied der "Hollywood Ten", zehn Drehbuchautoren, Schauspielern und Regisseuren, die sich geweigert hatten, vor dem McCarthy-Ausschuss zur Untersuchung "unamerikanischer Umtriebe" über Mitgliedschaften in der kommunistischen Partei auszusagen, und Anfang 1948 zu Haftstrafen verurteilt worden waren.


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0:40
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital 5.1 AudioVideotext Untertitel

Mission

Spielfilm, Großbritannien 1986

Darsteller:
Rodrigo MendozaRobert de Niro
Pater GabrielJeremy Irons
AltamiranoRay McAnally
Felipe MendozaAidan Quinn
CarlottaCherie Lunghi
HontarRoland Pickup
CabezaCharles Low
u.a.
Regie: Roland Joffé
Länge: 118 Minuten

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Der Ex-Söldner Rodrigo Mendoza und der Jesuitenpater Gabriel wollen den christlichen Glauben nach Südamerika bringen, geraten aber in die Mühlen der Geschichte.

Südamerika, im 18. Jahrhundert: Der fromme Gabriel dringt tief in den Urwald vor, um abgeschieden ...
(ARD)

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Der Ex-Söldner Rodrigo Mendoza und der Jesuitenpater Gabriel wollen den christlichen Glauben nach Südamerika bringen, geraten aber in die Mühlen der Geschichte.

Südamerika, im 18. Jahrhundert: Der fromme Gabriel dringt tief in den Urwald vor, um abgeschieden lebende Indios zu bekehren, die in den Augen der grausamen Kolonialherrscher nicht als Menschen gelten. Mendoza hat aus Eifersucht seinen Bruder Felipe ermordet.

Er will sich nun aus Reue in die Gewalt derer begeben, die er früher brutal versklavte. Der Sünder ist bereit in den Tod zu gehen, doch die Indios vergeben ihm großherzig. Tief bewegt von diesem Akt der Gnade, tritt Mendoza in den Jesuiten-Orden ein und weiht sein Leben den Indios. Gemeinsam mit Pater Gabriel errichtet er eine prosperierende Mission, in der die Ureinwohner ein neues Zuhause finden. Mit der Neuziehung der territorialen Grenzen zwischen den Kolonialgebieten wird das spanische Missionsgebiet an die Portugiesen übergeben, die nur danach trachten, die friedliebenden Indios gewinnbringend zu versklaven. Ein Abgesandter des Papstes soll überprüfen, ob dieses Opfer moralisch vertretbar ist. Kardinal Altamirano besichtigt die vorbildliche Mission, die ihm wie der Garten Eden erscheint. Aus machtpolitischen Gründen sind dem Kirchendiener jedoch die Hände gebunden. Mit seiner Duldung rücken die portugiesischen Söldner vor und richten unter den Indios, die sich unter Mendozas Führung tapfer zur Wehr setzen, ein Blutbad an.

Das elegische Historiendrama erzählt die wahre Geschichte der Guarani-Indios, die 1756 in der Schlacht von Caibale massakriert wurden. Roland Joffé ("The Killing Fields") gelingt ein mitreißendes Kinoepos mit berauschenden Landschaftsbildern, für die Chris Menges mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Das Buch stammt von Robert Bolt, der für seine David-Lean-Filme berühmt ist; die wunderbare Musik steuerte Ennio Morricone bei. Jeremy Irons vermittelt als Jesuitenpater glaubhaft, dass er eine Mission hat. Und in der eindrücklichsten Szene dieser Reise ins Herz der Finsternis macht Robert De Niro spürbar, was Vergebung bedeutet.
(ARD)


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2:40
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Auf den Spuren der Maya

(Wh.)


(ARD/SWR)


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4:25
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Die Frauen der Wikinger (1/2)

Sigruns Flucht nach Island

(Wh.)


(ARD/NDR)


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5:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Die Frauen der Wikinger (2/2)

Jovas Erbe und der Untergang Haithabus

(Wh.)


(ARD/NDR)